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vor 90 Jahren ...

 

Der 16. Parteitag

der KPdSU (B)

26. Juni 1930

 

 

XVI. Parteitag der KPdSU (B)

 

2159 Delegierte nahmen am Kongress teil, davon 1268 mit einer beschließenden und 891 mit einer beratenden Stimme.

Tagesordnung

1. Politischer Bericht des Zentralkomitees (Stalin)

Stalin forderte die Erfüllung des Fünfjahresplans in vier Jahren und nannte die Hauptaufgaben der Entwicklung des Landes.
Der erste. Schaffung einer zweiten Kohle- und Hüttenbasis im Osten, in deren Rahmen metallurgische Anlagen im Ural und in Kusbass errichtet werden sollten. Kusbass wurde gemeistert, ein Traktorenwerk in Tscheljabinsk, ein Maschinenbauwerk in Swerdlowsk, eine Autofabrik in Nischni Nowgorod, Mähdrescher in Nowosibirsk und Saratow usw. wurden gebaut.
Der zweite. Gründung großer landwirtschaftlicher Betriebe.
Der dritte. Die Lösung des Personalproblems.
Vierte. Der Kampf gegen die Bürokratie.
Fünfte. Systematische Steigerung der Arbeitsproduktivität.
Sechste. Versorgungsproblem.
Siebte. Rationalisierung des gesamten Kreditgeschäfts.
Die achte. Schaffung "fester" Reserven.

* * *

2. Organisationsbericht des Zentralkomitees (L. M. Kaganovich)
3. Bericht der Zentralen Prüfungskommission (M. F. Vladimirsky)
4. Bericht der Zentralen Kontrollkommission (G. K. Ordzhonikidze)
5. Bericht der Delegation der KPdSU (b) an die ECCI (V. M. Molotov)
6. Umsetzung des Fünfjahresplans der Industrie (V. V. Kuybyshev)
7. Die kollektive Bauernbewegung und der Aufstieg der Landwirtschaft (Y. A. Yakovlev)
8. Aufgaben der Gewerkschaften im Wiederaufbau (N. M. Shvernik)
9. Wahl der zentralen Körper der Partei

* * *

Auf dem XVI. Parteitag wurden gewählt:

Zentralkomitee - 71 Mitglieder, 67 Kandidaten für die Mitgliedschaft in der KPdSU (b)
Zentrale Prüfungskommission - 13 Mitglieder
Zentrale Kontrollkommission - 187 Mitglieder

Das Hauptergebnis des Parteitags:

Der Kongress wies an, die Umsetzung des ersten Fünfjahresplans in vier Jahren zu erreichen.
Er ging als Parteitag der erweiterten Offensive des Sozialismus in die Geschichte ein.

* * *

 

Stalin spricht

am 27. Juni 1930 auf dem 16. Parteitag

STALIN

Politischer Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees an den XVI. Parteitag der KPdSU(B)

  1. Die wachsende Krise des Weltkapitalismus und die aussenpolitische Stellung der UdSSR

  2. Der wachsende Aufschwung des sozialistischen Aufbaus und die innere Lage der UdSSR 

  3. Die Partei

 

In seinem politischen Rechenschaftsbericht an den XVI. Parteitag definiert Stalin den Rechtsopportunismus wie folgt:

"Das Grundübel des Rechtsopportunismus besteht darin, dass er mit der Leninschen Auffassung vom Klassenkampf bricht und auf den Standpunkt eines kleinbürgerlichen Liberalismus hinabsinkt.

Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass ein Sieg der rechten Abweichung in unserer Partei die vollständige Entwaffnung der Arbeiterklasse, die Bewaffnung der kapitalistischen Elemente im Dorf und wachsende Aussichten für eine Restaurierung des Kapitalismus in der UdSSR bedeuten würde.

Die rechten Abweichler vertreten nicht die Bildung einer anderen Partei, und dies ist ein weiteres Merkmal, das sie von den Trotzkisten unterscheidet. Die Führer der rechten Abweichler haben offen ihre Fehler bekannt und vor der Partei kapituliert. Es wäre jedoch töricht, aus diesem Grunde glauben zu wollen, dass die rechte Abweichung bereits begraben sei. Die Kraft des Rechtsopportunismus darf nicht an diesem Umstand gemessen werden. Die Kraft des Rechtsopportunismus besteht in der Stärke des kleinbürgerlichen Elements, in der Stärke des Drucks, den die kapitalistischen Elemente überhaupt und das Kulakentum im Besonderen auf die Partei ausüben. Und gerade weil die rechte Abweichung den Widerstand der entscheidenden Elemente der ablebenden Klassen widerspiegelt, gerade deswegen ist die rechte Abweichung zurzeit die Hauptgefahr in der Partei.

Daher erachtete es die Partei für notwendig, einen entschlossenen und unversöhnlichen Kampf gegen die rechte Abweichung zu führen.

Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass wir es ohne den entschlossenen Kampf gegen die rechte Abweichung, ohne die Isolierung ihrer führenden Elemente nicht fertig gebracht hätten, die Kräfte der Partei und der Arbeiterklasse zu mobilisieren, die armen Bauern und die Masse der Mittelbauern zu mobilisieren für die entfaltete Offensive des Sozialismus, für die Organisierung von Sowjet- und Kollektivwirtschaften, für den Wiederaufbau unserer Schwerindustrie, für die Liquidierung des Kulakentums als Klasse.

Die Aufgabe besteht darin, den unversöhnlichen Kampf an zwei Fronten auch in Zukunft fortzusetzen, sowohl gegen die „Linken“, die den kleinbürgerlichen Radikalismus vertreten, als auch gegen die Rechten, die den kleinbürgerlichen Liberalismus vertreten.
Die Aufgabe besteht darin, den unversöhnlichen Kampf gegen jene versöhnlerischen Elemente in der Partei auch in Zukunft fortzusetzen, die die Notwendigkeit des entschlossenen Zweifrontenkampfes nicht begreifen oder so tun, als ob sie diese Notwendigkeit nicht begriffen."
(Stalinwerke, Band 12, Seite 315)

"Man darf nicht vergessen, dass Rechte und ´Ultralinke` in Wirklichkeit Zwillingsbrüder sind, dass sie folglich auf dem opportunistischen Standpunkt stehen, mit dem Unterschied jedoch, dass die Rechten ihren Opportunismus nicht immer verbergen, während die Linken ihren Opportunismus stets mit ´revolutionären` Phrasen verhüllen“ (Stalin, Band 8, Seite 7-8).

 

 

aus:

"DIE ROTE FAHNE"

Juni/Juli 1930

Sammlung aller Berichte zum 16. Parteitag der KPdSU (B)

[erstmalige Veröffentlichung von der Komintern (SH) ]

Weltbolschewismus und Weltimperialismus

 

Die Prawda zum Bericht des Genossen Stalin

Sozialismus oder Kapitalismus ?

Der Leitartikel der Prawda vom 28. Juni, der den Titel trägt: "Bei ihnen und bei uns", führt aus:

 

Der 16. Parteitag hat den politischen Bericht des Zentralkomitees der KPdSU (B) entgegen genommen. Der Bericht des Genossen Stalin hob die in den letzten 2 1/2 Jahren in der kapitalistischen Welt und innerhalb der Sowjetunion statt gefundenen Umwälzungen hervor.

Der 15. Parteitag hatte gewisse Erfolge der teilweisen Stabilisierung des Kapitalismus bei der Erreichung der Vorkriegsnormen der Produktion, wobei in einigen Ländern, wie in den Vereinigten Staaten, diese Normen sogar übertroffen wurden, festgestellt. Dazumal erschienen die Vereinigten Staaten als das Musterbild des Kapitalismus, der angeblich die Kriegsfolgen überwunden hatte.

Was ist in den letzten 2 1/2 Jahren seit dem 15. Parteitag geschehen?

In den Vereinigten Staaten ist eine ungemein starke Krise ausgebrochen, die fast die gesamte kapitalistische Welt erfasst hat. Seit 1928 wurde in den Vereinigten Staaten, in Deutschland, in Polen die Produktion eingeschränkt, in Posen sogar um 15 Prozent. In Großbritannien blieb die Produktion in diesen Jahren auf dem gleichen Niveau. Frankreich allein machte Fortschritte, doch jetzt steht die Krise auch dort bereits an der Schwelle.

Die Zahl der Erwerbslosen in den wichtigsten kapitalistischen Ländern erreicht 20 Millionen und wächst mit jedem Monat.

In der Sowjetunion dagegen wurde in dieser Zeit die Schwerindustrie wieder hergestellt und erweitert, und Milliarden Rubel, die mittels innerer Hilfsquellen angehäuft worden waren, wurden in Stoßbauten angesetzt. Es findet ein umfangreicher sozialistischer Rekonstruierungsprozess statt. Eine ganze Reihe neuer Unternehmen ist geschaffen worden. Das Getreideproblem ist in der Hauptsache gelöst. Der 5-Jahrplan der Kollektivwirtschaften wird in zwei Jahren durchgeführt werden, der 5-Jahrplan der Industrie in 4 Jahrern, in einigen sehr wichtigen Industriezweigen sogar in drei Jahren. Das Entwicklungstempo der Industrie sieht für das nächste Jahr Ziffern vor, die das Tempo der früheren Jahre übersteigen.

Dort Niedergang, im besten Falle Stillstand. Bei uns ein rasendes, unerhörtes, noch nie da gewesenes Vorwärtseilen.

Man darf dieses Tempo nicht mit dem bereits erreichten Entwicklungsniveau in einen Topf werfen.

Wir haben noch keineswegs aufgehört, ein rückständiges Land zu sein. Unser Außenhandel steht deutlich unter dem Vorkriegsniveau. Die auf den Markt gelangende Produktion der Landwirtschaft hat in diesem Jahr nur 70 % der Vorkriegsnorm erreicht, obgleich die gesamte Vorkriegsproduktion der Landwirtschaft bereits übertroffen wurde.

Noch schlimmer steht es mit der Viehzucht. Auch der Wassertransport könnte bei der Umgestaltung des Landes eine ungeheure Rolle spielen, wenn er nicht so schmählich zurück gebleiben wäre. Es genügt, darauf hinzuweisen, dass die Wolgaschifffahrt nur 60 Prozent die Dnjepr-Schiffahrt (340 Prozent) der Vorkriegsnorm erreicht. All dies, obwohl die Gesamtproduktion unserer Industrie in diesem Jahre das Vorkriegsniveau um das Doppelte übersteigt.

In den wichtigsten Wirtschaftszweigen, die für das Land und dessen sozialistische Umgestaltung von entscheidender Bedeutung sind, einige Schritte vorwärts, doch sind wir noch weit davon entfernt, die fortgeschrittenen kapitalistischen Länder einzuholen und zu überholen. Die Energiequellen der Industrie in den Vereinigten Staaten übersteigen die Unsrigen um ein Vielfaches. Unsere Eisenproduktion hat erst in diesem Jahre die Vorkriegsgrenze überschritten. Die Vereinigten Staaten, Deutschland und Frankreich sind uns auf diesem entscheidenden Gebiet noch weit voraus.

Uns steht noch ein weiter Weg bevor, bis wir die kapitalistischen Länder einholen und überholen. Doch wird der Abstand mit jedem Monat geringer, denn wir eilen mit ungeheurer Schnelligkeit voraus, sie dagegen gleiten rückwärts, im besten Falle bleiben sie auf demselben Fleck.

Womit ist diese Erscheinung zu erklären ? Sie besitzen unendlich mehr Kapital. Ihre Technik ist um ein Vielfaches höher als unsere. Wir sind gezwungen, von ihnen zu lernen und ihre Technik bei uns anzuwenden.

Der Prozentsatz der des Lesens und Schreibens Kundigen in unserem Land ist jetzt zwei Mal größer, als in der Vorkriegszeit ( er beträgt gegenwärtig über 60 %), aber in kultureller Hinsicht bleiben wir weit hinter den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Deutschland zurück. Dessen ungeachtet überholen wir sie, weil sich der Kapitalismus überlebt hat und die Zukunft dem Sozialismus gehört. Darum erreicht die Sowjetunion Rekorde der Wirtschaftsentwicklung, während in den kapitalistischen Ländern die Krise wächst und sich vertieft.

Die Schärfe dieser Krise erklärt sich in einem bedeutenden Maße daraus, dass sie auf der Grundlage einer allgemeinen sozialen Krise des Kapitalismus stattfindet, dass Momente der industriellen und der Agrarkrise innig miteinander verwoben sind und der monopolistische Charakter des heutigen Kapitalismus, der zu einer künstlichen Hochhaltung der Preise führt und den Warenabsatz hemmt, das Abflauen der Krise hindert.

Die Krise verschärft alle Widersprüche. Sie ruft eine Verschärfung der Konkurrenz um die Märkte, um die Rohstoffquellen, um die Kapitalausfuhr hervor. Sie führt zu einer Verschärfung des Kampfes zwischen den kapitalistishen größten Mächten, Großbritannien und der Vereinigten Staaten. Hauptarena des Kampfes sind China, Südamerika, die britischen Dominions, und das Übergewicht in diesem Kampfe ist auf Seiten der Vereinigten Staaten. Die Krise verschärft den Kampf zwischen Frankreich und Italien um Nordafrika, um die Beherrschung des Mittelmeeres. Unvermeidlich ist eine Verstärkung der Feindschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Japans im Gebiete des Stillen Ozeans.

Das politische System des Friedens von Versailles bedrückt fortgesetzt Europa und die ganze kapitalistische Welt. In letzter Zeit hörte man wenig von den Widersprüchen zwischen den Siegerstaaten des Weltkrieges und den unterlegenen Staaten. Aber diese Widersprüche bestehen. Deutschland ist gezwungen, unter ungeheurer Anspannung den ihm aufgezwungenen Young-Plan durchzuführen und an die Versailler Sieger ungeheure Abgaben zu zahlen. Die Ententemächte, besonders Frankreich, gestatten Deutschland nicht, auszukommen und werden das niemals gestatten. Hierin sind Elemente neuer erbitterter Kämpfe enthalten. Die Entwicklung der Krise ruft einen härteren Druck der kapitalistischen Metropolen auf die Kolonien als Ausbeutungsobjekte hervor. Hinter den Bürgerkrieg führenden chinesischen Generalen stehen die kapitalistischen Mächte, denen dieser Krieg zur endgültigen Versklavung Chinas verhilft. Aber der revolutionäre Kampf der chinesischen Arbeiter und Bauern gegen die Militaristen und ihre imperialistischen Beschützer nimmt dauernd zu. Nur dieser Kampf kann China vom imperialistischen Joch befreien.

Die nationale Befreiungsbewegung in Indien und Indochina verwandelt sich in den nationalen Kampf gegen den Imperialismus. In den kapitalistischen Ländern nehmen in Folge der Krise, der Arbeitslosigkeit und der fortdauernden Verschlechterung der Arbeiterklasse der Streikkampf, die Erwerbslosenbewegung, Demonstrationen und Straßenzusammenstöße zu. Die sozialdemokratische Theorie über den Industriefrieden, die Produktionsdemokratie, und den Völkerbunbd, der, wie die sozialdemokratischen Betrüger behaupten, die Arbeiterklasse von den Rüstungslasten für kommende Kriege befreien wird, sind kläglich zusammen gebrochen. Der einzige, ohne Stockungen und Krisen arbeitende Produktionszweig ist die Kriegsindustrie.

Für die kommunistischen Parteien bestehen außerordentlich günstige Umstände, um die Arbeitermassen von der Sozialdemokratie, dieser Stütze des Kapitalismus innerhalb der Arbeiterklasse loszureißen. Doch dazu muss der Rechtsopportunismus, der eine sozialdemokratische Agentur in der kommunistischen Bewegung ist, wie auch das "linke" Sektierertum, überwunden werden. Dazu muss man lernen, die Massen richtig zu organisieren und die sich entwickelnden Klassenkämpfe zu führen. Die Widersprüche zwischen der kapitalistischen Welt und der Sowjetunion nehmen gleichfalls im Zusammenhang mit der Zuspitzung aller Widersprüche des kapitalistischen Systems zu. Es tauchen wiederum Interventionspläne und Eroberungsabsichten auf, die sich auf einzelne Teile der Sowjetunion richten. Es erscheinen Versöhnungsprojekte zwischen den kapitalistischen Konkurrenten auf Kosten der Sowjetunion. Die Kriegsvorbereitungen gegen die Sowjetunion werden verstärkt. Aber infolge des stürmischen wirtschaftlichen Wachstums unseres Landes hat unsere Verteidigungskraft mächtig zugenommen. Auch unsere Verbündeten innerhalb der kapitalistischen Länder sind angewachsen und erstarkt. Die von der Sowjetunion beharrlich durchgeführte Friedenspolitik, ihre auf Enthüllung der auf Friedensbruch gerichteten kapitalistischen Machtnationen eingestellte Politik erweckt die Sympathie der Werktätigen der ganzen Welt und erschwert außerordentlich einen Überfall auf uns. Besonders erschwert einen solchen Überfall auch der Umstand, dass sich die Lage der Arbeiterschaft und der Werktätigen in den kapitalistischen Ländern fortgesetzt verschlechtert, und dass kein Ende dieser Verschlechterungen abzusehen ist. Die Kurve des Hungers, der Armut und der Entbehrungen der Volksmassen steigt immer mehr an. Gleichzeitig treffen die herrschenden Klassen Maßnahmen zur Einschränkung der Saatfläche und der Warenproduktion; ungeheure Warenmengen werden vernichtet, weil keine Käufer vorhanden sind.

Unter solchen Umständen ist das Risiko eines Krieges gegen die Sowjetunion für den internationalen Imperialismus sehr groß. Unser sozialistischer Aufbau geht gleichfalls nicht ohne Schwierigkeiten vor sich, aber diese sind gänzlich anderer Art. Die Sowjetindustrie ist trotz ihrer stürmischen Entwicklung vorläufig außerstande, die zahlungsfähige Nachfrage zu befriedigen. Unsere Bedürfnisse wachsen schneller, als die Mittel zu ihrer Befriedigung. Aber die Lebensführung der Massen unseres Landes, vor Allem der Arbeiterklasse, wird unaufhörlich gehoben. Das ist die Grundlage der Unerschütterlichkeit der Sowjetmacht. Ein ungeheurer Teil unserer Einnahmen gelangt in die Hände der werktätigen Massen und nicht, wie in den kapitalistischen Ländern, in die Hände der Parasiten.

Wir haben Wachstumsschwierigkeiten - die kapitalistischen Länder erleiden Verfall, Niedergang, verfaulen lebendigen Leibes. In dem sich so entwickelnden Kampf nehmen die Kräfte des Kapitalismus ab. Die Kräfte des Sozialismus wachsen. Aber die Sowjetunion, das Land des im Aufbau befindlichen Sozialismus, wird gefestigt und kann unbesiegbar werden für die äußeren Feinde allein auf der Generallinie der Partei, nur bei Fortsetzung und Vertiefung des Kampfes für die bolschewistischen Aufbautempi der sozialistischen Wirtschaft, für die Liquidierung unserer wirtschaftlichen und kulturellen Rückständigkeit in kürzester Frist, nur wenn der Widerstand der kapitalistischen Elemente überwunden und die Politik der Liquidierung des Kulakentums auf der Grundlage der geschlossenen Kollektivierung weiter geführt wird.

Wer die Partei an der Führung dieses Kampfes hindert, wer sie zurück zerrt wie die rechten Opportunisten, die jetzt auch von den Trotzkisten unterstützt werden, die Industrialisierungstempi vermindern wollen - der ist ein Feind der Partei und ein Feind des Sowjetlandes. Den wird die Partei von ihrem Wege forträumen.

 

Kein Platz für den Rechtsopportunismus in Lenins Partei !

Die Delegierten antworteten auf die Erklärungen von Tomski und Rykow

Nach den Erklärungen der Genossen Tomski und Rykow sprach als erster der Sekretär der Leningrader Prteiorganisation, Genosse Kirow. Er brandmarkte den diplomatischen, unbefriedigenden Charakter der Erklärungen der Führer des Rechtsopportunismus. Seine Rede gipfelte in der Feststellung, dass die Propaganda des Rechtsopportunismus mit der Mitgliedschaft in den Reihen der kommunistischen Partei unvereinbar ist. Die Ausführungen des Genossen Kirow wurden von zahlreichen Rednern, darunter von den Genossen Kabakow (Ural) und Tschubar (Ukraine) ergänzt und unterstrichen. Einen ausfürlichen Bericht über die Rede des Genossen Kirow werden wir morgen veröffentlichen.

 

* * *

 

Prawda" zur Parteitagsdiskussion ...

Schluss mit der Rechtsopposition !

In den Reihen der Bolschewiki ist kein Platz für Vertreter der Kulakeninteressen

Der Parteitag fordert entschiedene Maßnahmen

 

Die Prawda vom 1. Juli schreibt in ihrem Leitartikel zur Diskussion auf dem Parteitag:

Die Frage der opportunistischen Rechtsopposition ist, wie zu erwarten war, in ihrem ganzen Umfange auf dem XVI. Parteitage aufgerollt worden. Der 2 1/2 jährige Kampf gegen die Rechten hsat der gesamten Partei und der ganzen Arbeiterklase gezeigt, wie sehr der XV. Parteitag im Recht war, als er eine "allseitige Mobilisierung der proletarischen Massen und eine besondere Verstärkung des Kampfes an der ideologischen und kulturellen Front" im Zusammenhange mit dem auf dem XV. Parteitag gefassten Beschluss über die gemeinsame Offensive mit den Mittelbauern gegen die Kulaken, die "weitere Verdrängung des Privatkapitals" und "neue Maßnahmen, die die Entwicklung des Kapitalismus im Dorfe einschränken und die Bauernwirtschaft zum Sozialismus führen", zur Aufgabe stellte.

Wie die Partei richtig voraus sah, waren diese Beschlüsse verknüpft mit einer unvermeidlichen Verschärfung des Klassenkampfes und den Versuchen der rechten Elemente, sich der Durchführung des von der Partei eingeschlagenen Kurses der Industrialisieung des Landes und auf die Kollektivierung der Landwirtschaft zu widersetzen. Unsere Partei ist von den parteilosen Massen in Stadt und Land nicht etwa durch eine Mauer getrennt. Einzelne Schichten der Partei haben sich deshalb in diesem Kampfe um die Generallinie der Partei, in dem Kampfe gegen die Schwierigkeiten, die sich aus dem Widerstand der Kulaken und der anderen kapitalistischen Elemente des Landes gegen die Maßnahmen der Partei ergaben, als labil erwiesen. Dieser Widerstand hat in den alltbekannten Aktionen der Rechten seinen Niederschlag gefunden, die, wie jetzt klar geworden ist, eine Kulakenagentur innerhalb der KPdSU, ein Sprachrohr der Kulakenideologie waren. Daher stimmt bei der rechten Opposition die "Abkehr von der Generallinie der Partei in grundlegenden Fragen und vor Allem in der Frage der Entfaltung der sozialistischen Offensive gegen die Kulaken und sonstigen kapitalistischen Elemente wie auch in der Frage der allseitigen Festigung der sozialistischen Wirtschaftsformen im Dorfe."

Die Partei hat damals mit allem Nachdruck betont, dass die "rechte Abweichung als direkte Äußerung der Abkehr von der Leninschen Politik der Partei, als Ausdruck der offen opportunistischen Preisgabe der Leninschen Stellungen unter dem Ansturm des Klassenfeindes in den gegenwärtigen Verhältnissen die größte Gefahr innerhalb der Partei ist."

Mit aller Entschiedenheit hat die Partei die Bedeutung dieser Gefahr und ihre Tragweite aufgezeigt. Die Erfahrungen mit jeder Opposition in unserer Partei haben gezeigt, dass ihre Tätigkeit, ob es die Oppositionsführer wünschen oder nicht, parteifeindliche Elemente um die Oppositionsplattform sammelt.

Die Äußerungen der Oppositionsführer, ihre Plattform und ihre Namen wurden, ob sie es wollten oder nicht, zum Banner der Elemente, die unserer Parteilinie feindlich gegenüber stehen. Je bedeutender diese Namen sind, um so stärkeren Widerhall findet ihr Treiben in den anti-proletarischen Elementen des Landes, um so größere Hoffnungen werden sie in den Klassenfeinden, die darauf bauen, dass es gerade den Führern der jeweiligen Opposition in der Partei gelingen werde, die Diktatur des Proletariats zu erschüttern und die Stärke und Autorität der Partei zu unterwühlen. Um so größer ist deshalb die Verantwortung dieser Führer für jeden Schritt ihres Kampfes, für jedes Wort, das sie gegen die Generallinie der Partei gesagt haben. Und dabei wurden wahrlich nicht wenig falsche, schädliche Schritte getan; es wurden genug opportunistische Worte, opportunistische Gedanken, opportunistische Anschuldigungen gegen die Partei und ihre leitenden Organe von der Opposition in Umlauf gebracht. Das gemacht naive Gerede der Uglanow, Tomski usw; sie hätten angeblich keinen Fraktionskampf geführt, sondern seien lediglich "Chwostisten" gewesen, widerspricht den altbekannten Tatsachen und Dokumenten. Man denke nur an die seiner Zeit von den Rechten gegen das ZK erhobenen Beschuldigungen, die Partei betreibe angeblich eine "Tributpolitik", eine Politik der feudalen Ausbeutung der Bauern; die Partei pflanze den Bürokratismus in der Partei an und schließe einen Block mit den Trotzkisten; sie löse das Bündnis mit den Mittelbauern; sie verheimliche dem Lande die Wahrheit usw., Diese Beschuldigungen stammten von fremden Klassen, die Beschuldigungen rührten von Kulakeneinwänden als Klasse her, und waren von Kulakeninteressen diktiert.

Diese Beschuldigungen haben unvermeidlich zu dem Kampf für die Änderung der Leitung, der besonders stark in den Spitzen der Moskauer Organisation im Jahre 1928/29 zum Ausdruck gekommen ist, und zur fraktionellen Arbeit geführt. Diese Beschuldigungen und das gehässige Gerede über die Parteileitung haben einzelne Parteimitglieder direkt zu konterrevolutionären Schritten getrieben. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass dieses Hinabgleiten einzelner Anhänger der Rechten auf den Weg des direkt konterrevolutionären Treibens sich im gleichen Tempo vollzieht wie das Hinabgleiten von Vertretern anderer, aus unserer Partei ausgestoßener opportunistischen Gruppen. Es ist auch nicht verwunderlich, dass bis zu einem gewissen Punkt auch die Losungen dieser Gruppen sich decken, wie es zum Beispiel mit den Losungen der Rechten und Trotzkisten in den wichtigsten Fragen der Fall ist.

Mit großer Geduld ist die Partei nach wie vor bestrebt, der Linie, der vom Leninschen Weg abgeirrten Genossen auszurichten. Sie hat ihnen die Möglichkeit geboten, praktisch zu arbeiten, und mitunter auf den verantwortungsvollsten Posten zu beweisen, dass ihre nach dem November-Plenum des ZK von 1929 abgegebenen Erklärungen nicht bloß leere Deklamationen sind. Die Partei hat von den Führern der Rechtsopposition erwartet, dass sie ihre Verpflichtungen gegenüber der Partei auf bolschewistische Art erfüllen werden.

Leider ist es nicht geschehen. Die Führer der Rechten haben nicht bewiesen, dass sie bereit sind, die von ihnen begangenen Fehler aufzudecken, und gegen den Rechtsopportunismus entschieden zu kämpfen, dass sie mit ihren Verirrungen vorbehaltlos brechen, ohne sich auch das geringste Schlupfloch zu lassen, durch das sie bei einer neuen Wendung, bei dem Entstehen etwaiger neuer Schwierigkeiten mit ihren rechtsopportunistischen Schwankungen und ihrer ganzen Gefahr wieder durchdringen könnten. Die Partei erwartete, dass die Führer der Rechten auf dem XVI. Parteitage mit ihren in der Zeit zwischen dem XV, und XVI. Parteitag begangenen schmachvollen Fehlern und Schwankungen so entschieden ein Ende machen würden, dass die Partei mit dem einstigen Vertrauen es hinnehmen könnte, dass sie Mitglieder leitender Parteiorgane sind.

Was haben nun diese Oppositionsführer auf dem XVI. Parteitag gesagt ? Leider ist Genosse Bucharin, dessen neuerlicher Artikel "Die sozialistische Rekonstruktion und die Naturwissenschaften" nicht nur nicht erkennen lässt, dass er etwa seine Fehler zugebe, sondern vielmehr darauf hindeutet, dass er in einer Reihe von Fragen den rechtsopportunistischen Standpunkt wahrt, dem Parteitage fern geblieben. Seine Stellung verpflichtet ihn, der Partei klar und eindeutig zu sagen, was er von seinen Aktionen, die der Partei enormen Schaden zugefügt haben, denkt, wie er seine Fehler wieder gut machen will.

Doch auch das, was die Führer der Rechten - die Mitglieder des ZK, die Genossen Uglanow, Tomski und Rykow - gesagt haben, mahnt den Parteitag zur Wachsamkeit. Die Reden der Genossen Kirow, Andrejew, Karbakow, Tschubar; Kossior, Gei, Scheboldajew, Selinski, Budnow und anderer enthielten eine erschöpfende Antwort auf die Rden dieser Führer. Der Parteitag kann sich nicht mit der hilflosen und inhaltslosen Erklärung Uglanows zufrieden geben, er sei geschlagen, er habe keine Fraktionsarbeit betrieben, er erliege alle zwei-drei Monate unter dem Einfluss der Konjunkturschwierigkeiten erneuten Zweifeln über der Richtigkeit der Generallinie der Partei, und er werde fortan, soweit seine Kräfte und sein Willen reichen, sich für die Generallinie der Partei einsetzen.

Die Partei kann sich nicht mit dem heiteren Gebaren Tomskis zufrieden geben, der über die ernste Analyse der vergangenen rechten Fehler, über die ernste Aufdeckung dieser Fehler in scherzhafter Weise hinweg kommen wollte und keinen einzigen Beweis dafür erbrachte, dass die Führer der Rechtsopposition nicht in Worten, sondern mit Taten den entschiedenen Kampf gegen die rechten Theorien und die rechte Praxis führen werden.

Die Partei darf von Rykow direktere und eindeutigere Antworten auf die Fragen erwarten, die ja die Opposition hinsichtlich der Parteipolitik selbst gestellt hat. Und an stattdessen bekommt die Partei diplomatische Reden zu hören. Deshalb hat der Parteitag nach den Reden Uglanows, Tomskis und Rykows die Namen mit noch stärkerem Feuer belegt, dehalb verlangten die Delegierten des Parteitags einmütig entschiedenere Maßnahmen, festere Beschlüsse über die Rechtsopposition. Es handelt sich schon nicht mehr darum, dass die Propagierung und Verteidigung der rechten Anschauungen mit der Zugehörigkeit zur KPdSU unvereinbar ist und in unserer bolschewistischen Partei nicht geduldet werden kann. Es handelt sich darum, dass für die Anhänger der rechten Theorien in der Partei kein Platz sein darf. Es genügt schon nicht mehr, die Irrigkeit der rechten Theorien und ihre Schädlichkeit für die Partei zuzugeben. Die früheren Anhänger dieser Theorien müssen durch Taten beweisen, dass sie gewillt sind, gegen die Rechten zu kämpfen, dass sie gegen diese bereits kämpfen.

Das verlangt die Einheit der Partei. Nicht formelle, sondern bolschewistische Einheit. Die Partei ist keine "Arche Noah", sondern ein Kampfbund von Gesinnungsgenossen. Nur eines solchen Bundes bedürfen wir, um die schwierigsten Aufgaben, die die Geschichte uns gestellt hat, die schwierigsten Verpflichtungen, die wir vor der Arbeiterklasse, vor allen Werktätigen der Sowjetunion, vor der gesamten Weltrevolution übernommen haben, erfolgreich zu erfüllen. Es darf nicht geschehen, dass diesem Bunde sowohl unbedingte Anhänger der Generallinie der Partei, wie auch Verfechter des Kulakenprogramms der rechten Opportunisten angehören. Wir bedürfen jetz wie nie zuvor der Einheit, doch die Einheit von Leninisten und Bolschewiki, die von einem Gedanken beseelt sind, die den Willen von Millionen Parteimitgliedern vereint.

Nur eine solche Einheit macht es uns möglich, die Beschlüsse der Partei auszuführen, alle vor der Partei stehenden Schwierigkeiten zu überwinden und alle Feinde des Kommunismus zu besiegen. Um einer solchen Einheit willen ist es an der Zeit, mit der Rechtsopposition Schluss zu machen.

 

* * *

 

 

Der Parteitag antwortet

Fortsetzung der Diskussion zu den Reden der Genossen Stalin und Kaganowitsch.

 

Moskau, 1. Juli (Inprekorr)

Nach den Erklärungen der Genossen Tomski und Rykow sprach in der Vormittags-Sitzung des Parteitages vom 30. Juni als erster der Sekretär der Leningrader Parteiorganisation:

 

Genosse Kirow:

Weder Tomski noch Rykow erwähnten das Wichtigste und Wesentlichste. Tomski und Rykow mussten sagen, was unsere Partei und das Zentralkomitee bereits vor geraumer Zeit sagten, nämlich, dass seit einer gewissen Zeit nach dem XV. Parteitag innerhalb unserer Partei zwei verschiedene prinzipielle Linien hervor traten. Das ist es, was gesagt werden musste. Das ist die Hauptsache und das entscheidet.

Die Generallinie der Partei besteht darin, dass wir den Kurs auf die Industrialisierung unseres Landes nehmen und auf der Grundlage dieser Industrialisierung zur Umgestaltung unserer Wirtschaft, zur Vergesellschaftung und Kollektivierung übergehen. Gleichzeitig stellte sich die Partei die Aufgabe der Kommunistischen Internationale bei der Festigung und Stärkung der Bolschewisierung der kommunistischen Bruderparteien beizustehen.

 

Das Kulakenprogramm der Rechtsopposition

Die Rechten stellten ihr eigenes, von der Generallinie unserer Partei prinzipiell unterschiedenes Programm auf. Die Rechten traten vollkommen offen und entschieden gegen das von der Kommunistischen Partei beschlossene Industrialisierungstempo auf. Ihre Predigt von der Berücksichtigung der "Engpäse" hätte letzten Endes, bei logischer Entwicklung, unvermeidlich zur Sprengung der Industrialisierung geführt. Die Rechten nahmen den Kurs auf die Einzelwirtschaft. Sie traten gegen alle von der Partei im Dorfe durchgeführten Maßnahmen auf. Die Rechten unternahmen eine liberale Haltung der NEP und lehnten die proletarische staatliche Regulierung unserer Handelsbeziehungen ab. Die Rechten traten gegen die Umgestalung der Parteiarbeit auf. Schließlich traten die Rechten gegen die Bolschewisierung der kommunistischen Parteien im Auslande auf. Indem sie den Kurs auf die Einzelwirtschaften und die Entfesselung der kapitalistischen Beziehungen nahmen, mussten sie unausbleiblich zur Verteidigung der Kulakeninteressen in unserem Lande gelangen.

Bei der Aufstellung dieser Ansichten verfolgte die Rechtsopposition das Ziel, die führende Rolle in unserer Partei an sich zu reißen und sich an die Spitze der Parteileitung zu stellen. Alle wissen und erinnern sich, welche Hetze die Rechtsopportunisten gegen die Politik des Zentralkomitees unserer Partei und den Generalsekretär der Partei, Stalin, veranstalteten.Was die Folge gewesen wäre, wenn sich die Hoffnung der Rechten erfüllt hätte und es den Rechten gelungen wäre, die Parteileitung an sich zu reißen, ist unschwer zu sagen: Die Entwicklung der Einzelwirtschaften bedeutet unvermeidlich die Ausbreitung der Kulakenwirtschaft. Jedem Parteimitglied ist jetzt klar, dass der Sieg der Anschauungen der Rechten zur Entfesselung der kapitalistischen Elemente unseres Landes, zur Einschränkung des sozialistischen Sektors unserer Wirtschaft geführt hätte.

 

Diplomatische Ausreden

Die Partei ging nicht darauf ein. Die Partei nahm den entschiedenen Kurs auf die Verwirklichung ihrer Losungen und führte einen unerbittlichen Kampf gegen die Rechtsopportunisten. Die Führer der Rechtsabweichung müssten jetzt auf dem Parteitag sagen, was ihr Programm seinem Wesen nach darstellt. Wenn man nicht tiefsinnige theoretische Forschungen anstellt, so ist es nichts Anderes als ein Kulakenprogramm, aber keinesfalls ein sozialistisches Programm (Beifallsbezeugungen.)

Aber jetzt, wo die Wirklichkeit das Programm des Zentralokomitees vollkommen bestätigt, ist es nicht schwer, die Irrtümer einzusehen. Jetzt finden sogar die Lloyd Georges, dass unser 5-Jahrplan "nicht nur kühn, sondern sogar klug ist",. Sogar Ford begreift, dass unser 5-Jahrplan eine reale Sache ist.

Genosse Rykow sagte, sein Irrtum habe in der Unterschätzung der Kollektivierungsmöglichkeiten der Bauernwirtschaft bestanden. Genosse Rykow verschleiert das Wesen der Sache und versuchte, einer direkten Antwort auf die Frage, deren Beantwortung der Parteitag erwartete, auszuweichen. Ich habe keinen Grund, die Genossen Rykow und Tomski der Unaufrichtigkeit zu verdächtigen. Aber wir haben allen Grund, auf der Hut zu sein, und dem, was die Führer der Rechtsopposition sagten, ganz entschieden zu misstrauen. Auf dem November-Plenum des Zentralkomitees tat Genosse Uglanow Buße und bereute seine Fehler, wie er auch die Generallinie der Partei anerkannte. Aber nach einigen Monaten entstanden im Dorf Stockungen und Schwierigkeiten und Uglanow begann zu schwanken. Jetzt hat er wieder zu schwanken aufgehört und erklärt die Parteilinie für richtig sowie sich selbst im Unrecht. Unwillkürlich drängt sich die Schlussfolgerung auf: Wenn Schwierigkeiten entstehen, wird Genosse Uglanow wiederum "zu schwanken anfangen". Nach dem November-Plenum, als die Führer der Rechtsabweichung die Waffen streckten, hätten sie mit der größten Hartnäckigkeit die Generallinie der Partei verteidigen und die Rechtsopportunisten konsequent bekämpfen müssen. Wir sahen keinerlei Anzeichen dieses Kampfes, trotzdem die Anhänger der Rechtsabweichung tagtäglich mit der Verteidigung der Anscheungen Bucharins, Uglanows usw. hervor traten.

Hat irgendein Führer der Rechtsabweichung dieses Hervortreten der Rechtsabweichungen abgewehrt ? Keineswegs. Eine solche Abwehr wird auch in Zukunft ausbleiben, wenn die Führer die Verfänglichkeit ihrer seinerzeit von ihnen verteidigten opportunistischen Plattform nicht erkennen.

Bucharin schweigt

Vor einer ziemlichen Zahl von Jahren entwickelte Bucharin außerordentlich anschaulich die Kulakentheorie über das Hineinwachsen der Kulaken in den Sozialismus. Bucharin predigte die Stabilisierung des Kapitalismus und lobpries den "organisierten Kapitalismus". Bucharin ist auf dem Parteitag jetzt abwesend. Man sagt, er sei krank. Nichtsdestoweniger hätte Bucharin auf irgendeine Weise seine Stimme abgeben und seinen gegenwärtigen Standpunkt zu den Parteiangelegenheiten darlegen können. Bucharin schweigt. Dies flößt unwillkürlich Misstrauen ein und lässt die Partei auf der Hut sein.

 

Sie ziehen am gleichen Strang

Genosse Tomski versichert, die Führer der Rechtsopportunisten hätten sich streng innerhalb der Grenzen der Parteizugehörigkeit gehalten. War denn Tomskis Verhalten auf dem Gewerkschaftskongress kein Kampf gegen die Partei ? Gestern war Genosse Rykow sogar gekränkt, weil er mit Uglanow auf eine Stufe gestellt wurde. Warum diese Absonderung ? Augenscheinlich denkt Rykow, Uglanow hätte die Brücke hinter sich noch nicht abgebrochen und werde sie vorläufig nicht abbrechen. Gestern zogen sie doch noch beide am gleichen Strang der Opposition. Genosse Rykows Absonderung von Uglanow charakterisiert augenscheinlich die verschiedenen Stufen der Geständnisse. Einige gehen in ihren Geständnissen weiter, andere halten sich irgendwelche Reserven vor, wiederum andere wollen nicht gleich alles aufgeben und irgendetwas für den Fall eines zukünftigen innerparteilichen Kampfes zurück behalten.

Vielleicht wird Rykow auf dem 16. Parteitag die Entwicklungsperspektive der Oppositionsarbeit klarer erkennen. Vielleicht hat er jetzt eine deutlichere Vorstellung, wohin der fernere Kampf führt. Vielleicht ist es Rykow jetzt klar, dass alle anfänglichen Kampfmittel gegen die Partei erschöpft sind und dass es jetzt Zeit sei, zu gründlicheren Propagandamethoden ihrer Plattform überzugehen. Wie dem auch sei, - für uns sind Rykow, Tomski, Bucharin und Uglanow aus dem gleichen Lager. (Zwischenruf: "Richtig!")

 

Schluss mit der Rechtsopposition !

Wir bleiben der alten Ansicht bei der Qualifizierung der Propaganda des Rechtsopportunismus, wonach die

PROPAGANDA DER RECHTSABWEICHUNG MIT DEM VERWEILEN IN DEN REIHEN DER KOMMUNISTISCHEN PARTEIEN UNVEREINBAR IST.

(Beifall)

Unsere Partei hat ungeheure Erfolge errungen, die nur im Kampfe gegen die Kulaken und die sonstigen gegenrevolutionären Elemente unseres Landes möglich waren. Diese Erfolge sind im Kampfe errungen worden, gegen Bucharin, Rykow, Tomski, Uglanow und trotz ihrer.

/Stürmischer Beifall)

Unsere Partei ist vor Riesenaufgaben gestellt. Es ist notwendig, für die Hauptsache zu sorgen: dass unsere große, aus einem Block geschweißte, 2 Millionen köpfige, leninistische Partei tatsächlich der Fels ist, an dem sich nicht nur Bucharin, Tomski, Rykow und die sonstigen Führer der Rechtsopposition die Köpfe einrennen, sondern auch die Festung, an der alle scheitern, die sich dem durch unsere Partei verwirklichten sozialistischen Aufbau in den Weg stellen.

* * *

Die Ausführungen des Genossen Kirow wurden von zahlreichen anderen Rednern in der Vormittags-Sitzung, darunter von Genossen Kabakow (Ural) und Tschubar(*) (Ukraine), ergänzt und unterstrichen. (*)

(*) Tschubar wurde 1939 verurteilt und erschossen.

 

"Vollkommen unbefriedigend"

Genosse Kossior (*) ist der Meinung, dass die Reden der Genossen Uglanow, Tomski und Rykow aus der vollkommenen Ausweglosigkeit ihrer Lage entsprangen. Die Phrase Tomskis: "Waffen fortwerfen und Hände auf den Tisch", erschöpft und löst die Frage nicht. Die Hinweise der Genossen Tomski und Rykow darauf, dass sie sich geirrt haben und eine dritte Kraft ihre Irrtümer ausnützte, sei vollkommen unbefriedigend. Die Unvollständigkeit und Mangerlhaftigkeit ihrer Erklärungen führen nach der Meinung des Genossen Kossior dazu, das wir die politische Quarantäne, in denen sich die Rechten jetzt befinden, nicht öffnen können.

(*) Kossior wurde 1939 verurteilt und erschossen.

 

"Auf den Kopf getroffen"

Das Auftreten der rechten Opposition zeugt davon, dass die Partei sie auf den Kopf getroffen hat, sagt Genosse Bubnow (*). Wir sehen, wie die hitzigen Führer der rechten Opposition sich beugen. Die Partei kann sich aber mit ihren Erklärungen nicht begnügen.

(*) Bubnow wurde 1938 verurteilt und erschossen.

 

"Von einem parteifeindlichen Geist beseelt"

Genosse Rudsuiak [?]- der mit lebhaftem Beifall vom Kongress empfangen wurde - äußert auch die Meinung, dass die Reden der Genossen Tomski und Rykow den Parteitag nicht befriedigen können. Diese Erklärungen seien von einem parteifeindlichen Geist beseelt. Seiner Zeit setzten die früheren Führer der rechten Opposition der Parteilinie ein ganzes System ihrer rechtsopportunistischen Auffassungen entgegen. Sie waren mit dem Tempo der Industrialisierung und mit der Kollektivierung nicht einverstanden. Sie haben die Parteilinie aufs Heftigste angegriffen und leugnete die Prinzipien der bolschewistischen Disziplin. Wenn jetzt auf dem XVI. Parteitag Tomski und Rykow das Wesen ihrer Fehler, ihrer Meinungsverschiedenheiten mit der Partei mit Schweigen übergehen, so haben sie noch immer nicht begriffen, welche Gefahr ihre rechtsopportunistischen Auffassungen für die Partei bedeuten.

Daher seien die Worte des Genossen Tomski: "Ich habe alle Brücken hinter mir abgebrochen", sonderbar. Diese Erklärung Tomskis ist eine heuchlerische Erklärung, denn weder Tomski noch Rykow trachten, die Brücken abzubrechen. Auch der Genosse Bucharin hat die Brücken nicht abgebrochen. Deshalb erklärt die Partei mit Recht: Bucharin ist wie vor dem November-Plenum des ZK und nach dem November-Plenum auch heute ein rechter Opportunist. Es ist die Aufgabe der Partei, die Opportunisten endgültig zu schlagen, die Position entschieden zu verurteilen, die Tomski und Rykow auf dem Parteitageingenommen haben und auch die Position Bucharins.

Dies erfordern die Interessen der proletarischen Revolution, die Interessen des sozialistischen Aufbaus, dies fordern die Parteimassen und die Arbeitermassen.

 

"Die Rechtsopportunisten verkleistern ihre prinzipiellen Fehler"

Genosse Limonadse (*) unterstrich die Richtigkeit der Generallinie der Partei und ihres ZK und beschäftigte sich ausführlich mit den Klassenverschiebungen im Lande, die in der letzten Zeit stattgefunden haben und mit der neuen Losung von der Stütze der Partei im Dorfe sowie mit den Aufgaben des kollektivwirtschaftlichen Aufbaus.

Bei uns auf dem Parteitag der transkaukasischen Organisation - sagte Genosse Limonadse - wo Genosse Tomski das Referat des ZK hielt, gewann man anfangs den Eindruck, dass er wirklich die Verpflichtungen durchführen will, die er im November der Partei gegenüber übernahm. Aber dieser Eindruck war schnell geschwunden. Wenn Tomski auf dem Parteitag der transkaukasischen Organisation einen, wenn auch bescheidenen Shritt vorwärts zu machen suchte, so macht er auf dem 16. Parteitag zwei Schritte zurück. Tomski übergeht mit Schweigen eine Reihe prinzipieller Fragen, über die die ehemaligen Führer der rechten Opposition mit der Partei lange diskutierten.

Genosse Rykow verkleistert mit seinen unklaren Formulierungen die prinzipiellen Fehler der Ideologen der rechten Abweichung, der er selbst angehört. Es wäre daher sonderbar, würde man der Aufrichtigkeit der Erklärungen Tomskis und Rykows Glauben schenken.

(*) Limonadse war ein Neffe Stalins –– wurde 1936 beschuldigt, 1932 der Linkslergruppe „Schatzkin-Lominadse-Sten“ angehört zu haben, die sich in einem Block mit „Sinowjew-Kamenew“ und Trotzki zur Ausführung von Terrorakten gegen die Führung der KPdSU (B) und der Sowjetregierung vereinigt hatte.

 

(Fortsetzung der Diskussion folgt.)

 

* * *

Der Parteitag steht fest zur leninistischen Generallinie !

"Die Ansichten der rechten Opposition mit der Zugehörigkeit zur Kommunistischen Partei unvereinbar"

Bolschewistischer Zweifrontenkampf gegen jeglichen Opportunismus

 

Die Resolution

zum Bericht des ZK

Moskau, 2.Juli (Inprekorr).

Nach dem Schlusswort des Genossen Stalin nahm der 16. Parteitag der KPdSU einstimmig die Resolution zum Tätigkeitsbericht des ZK an. In der Einleitung der Resolution heißt es:

Der 16. Parteitag der KPdSU billigt vollkommen die politische Linie und die Tätigkeit des Zentralkomitees. Die verflossene Periode bedeutete sowohl für die kapitalistischen Länder als auch für die Sowjetunion einen Wendepunkt. Für die Sowjetunion bedeutete sie den Übergang von der Wiederherstellungsperiode zur Rekonstruktionsperiode und die gigsantische Entfaltung des sozialistischen Aufbaus. In den kapitalistischen Ländern begann die Wende zum wirtschaftlichen Niedergang.

Der Parteitag stellt mit Befriedigung fest, dass die richtige leninistische Politik des ZK der KP zur weiteren Festigung der internationalen Macht der Sowjetunion, zu gigantischen Erfolgen der sozialistischen Industrialisierung, zur Festigung des brüderlichen Zusammenschlusses der Völker der Sowjetunion auf der Grundlage der leninistischen nationalen Politik, zur Durchführung und Überflügelung des Programms der ersten zwei Jahre des Fünfjahrplanes und zur entschlossenen Wende der Mittelbauernschaft zum Sozialismus, und der Partei gestattete, von der Losung der Beschränkung und Verdrängung des Kulakentums zur Losung der Liquidierung des Kulakentums als Klasse auf der Grundlage der geschlossenen Kollektivierung überzugehen, führte.

 

Die bolschewistische Friedenspolitik

In dem großen Abschnitt der Resolution über die internationale Politik der Partei wird u.A. auf Folgendes hinhewiesen:

Die Festigung der internationalen Macht der Sowjetunion war das Ergebnis der richtigen, vom Zentralkomitee der Partei durchgeführten Außenpolitik. Nur dank dieser Politik gelang es der Sowjetregierung, die Aufrechterhaltung des Friedens zu sichern, was für den siegreichen sozialistischen Aufbau und für die bedeutende Festigung des internationalen Ansehens der Sowjetunion die wichtigste Vorbedingung ist. Die konsequente, feste Politik der Sowjetregierung führte zur Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Großbritannien und zur Liquidierung des uns vom internationalen Imperialismus aufgezwungenen Konfliktes an der Ostchina-Bahn. Der Parteitag fordert das ZK auf, auch weiterhin die feste und entschlossene Politik des Friedens und der Festigung des brüderlichen Bündnisses und der Solidarität der Arbeiterschaft und der werktätigen Massen der Sowjetunion mit der Arbeiterschaft und den Werktätigen der kapitalistischen Länder und der Kolonien zu befolgen. Der Parteitag stellt mit Befriedigung fest, dass die Rote Armee wiederum ihre Stärke und Kampffähigkeit bewiesen hat, und weist mit vollster Entschiedenheit auf die Notwendigkeit der Mobilisierung sämtlicher Kräfte der Arbeiterklasse zur Festigung der Wehrfähigkeit der Sowjetunion, der Stärke und der Kampffähigkeit der Roten Armee und der Luft- und Seeflotte hin.

 

Unerbittlicher Krieg gegen jeden Opportunismus !

Nach ausführlicher Erörterung der Errungenschaften, Probleme und Aufgaben des sozialistischen Aufbaus wendet sich die Resolution der innerparteilichen Lage zu und schließt mit folgenden Ausführungen:

Der Parteitag billigt vollkommen die Maßnahmen des Zentralkomitees der Partei bei der Bekämpfung des Trotzkismus und der rechten Abweichung, wodurch die tatsächliche Einheit der Partei, die Durchführung der Generallinie und der Zusammenschluss der Partei auf der Grundlage des Leninismus gesichert ist. Der Parteitag lenkt die Aufmerksamkeit der ganzen Partei daraud, dass die Opportunisten aller Schattierungen, besonders die Rechten neue Manöver anwenden, die in der formellen Anerkennung ihrer Fehler und in der formellen Anerkennung der Generallinie der Partei bestehen, ohne durch die Arbeit und den Kampf für die Generallinie bestätigt zu werden. In Wirklichkeit bedeutet das den Übergang vom offenen zum geheimen Kampf gegen die Partei oder das Abwarten des günstigen Momentes zur Erneuerung des Angriffs auf die Partei. Die Partei muss dieser Art von Doppelspiel und Betrug den unerbittlichen Kampf erklären und von allen, die ihre Fehler einsehen, die aktiver Verteidigung der Generallinie der Partei fordern, um dadurch die Aufrichtigkeit ihrer Gesinnung zu beweisen. Die Nichterfüllung dieser Forderung muss entschiedenste organisatorische Maßnahmen nach sich ziehen.

Der Parteitag erklärt, dass die Ansichten der rechten Opposition unvereinbar mit der Zugehörigkeit zu Kommunistischen Partei sind.

In Verbindung mit der Zuspitzung des Klassenkampfes im Lande hebt der Parteitag die Aktivierung nationaler Abweichungen zugunsten des Großmacht- und Lokalchauvinismus in den Reihen der Partei hervor.

Der Parteitag ist der Ansicht, dass das Zentralkomitee bei dem Zusammenschluss der leninistischen Reihen der Partei zu neuen geschichtlichen Kämpfen auch fernerhin alle Versuche, die stählerne Disziplin und Einheit der leninistischen Partei zu erschüttern, unbarmherzig abwehren muss.

 

Für das Kampftempo des sozialistischen Aufbaus

Der Parteitag fordert das Zentralkomitee auf, auch fernerhin für die bolschewistischen Kampftempi des sozialistischen Aufbaus zu sorgen, die tatsächliche Durchführung des Fünfjahrplanes in vier Jahren durchzusetzen und unbeugsam die Liquidierung des Kulakentums als Klasse auf der Grundlage der geschlossenen Kollektivierung in der ganzen Sowjetunion durchzuführen. Der Parteitag gibt der Überzeugung Ausdruck, dass die KPdSU (B) unter dem Banner des Leninismus Millionen von Arbeitern und Mitgliedern der Kollektivwirtschaft zusammenschließen, die Widerstände der Klassenfeinde überwinden, die Massen zur ausgedehnten sozialistischen Offensive führen und den vollen Sieg des Sozialismus in der Sowjetunion sichern wird.

Der Parteitag gibt der unerschütterlichen Überzeugung Ausdruck, dass die Kommunistische Partei die Macht der Sowjetunion heben, die brüderlichen Bande mit der Arbeiterschaft und den werktätigen Massen der kapitalistischen und der Kolonialländer stärken und die Festigung der Sowjetunion als als unbesiegbare Festung der internationalen proletarischen Revolution sichern wird.

 

Das Schlusswort des Genossen Stalin

Kurzer telegraphischer Auszug

Moskau, 3. Juli (Inprekorr).

Nachdem als letzter Diskussionsredner zu den Referaten der Genossen Stalin und Kaganowitsch Genosse Woroschilow gesprochen hatte, ergriff Genosse Stalin zu einem kurzen Schlusswort das Wort:

Er führte u.A. aus:

Nach der Diskussion zum Tätigkeitsbericht, nach alledem, was hier im Zusammenhang mit dem Auftreten der ehemaligen Führer der Rechtsopposition vor sich ging, bleibt mit wenig zu sagen übrig.

Zu Beginn meines Referates sagte ich, dass der 16. Parteitag einer jener wenigen Parteitage in der Geschichte der Partei ist, auf dem keine ausgeprägte Opposition vorhanden ist, die der Parteilinie eine eigene Linie gegenüber zu stellen vermochte. Das hat sich bewahrheitet. Es gab nicht nur keine ausgeprägte Opposition, sondern nicht einmal eine Gruppe oder einzelne Genossen, die es für richtig gehalten hätten, von dieser Tribüne aus die Parteilinie für unrichtig zu erklären. Es ist klar, dass unsere Parteilinie die einzig richtige ist. Und ihre Richtigkeit erwies sich so offenkundig und unbestreitbar, dass sogar die Führer der ehemaligen rechten Opposition es für notwendig hielten, die Richtigkeit der gesamten Politik der Partei ohne Schwankungen zu unterstreichen.

Der Parteitag und die ganze Partei verlangten von den ehamaligen Führern der rechten Abweichung

erstens die Anerkennung dessen, dass zwischen ihrer und der Generallinie ein tiefer Abgrund liegt;

zweitens die Anerkennung dessen, dass ihre Linie zur Wiederherstellung des Kapitalismus führt;

drittens, dass sie das nicht nur anerkennen, sondern zusammen mit der Partei mit aufgekrempelten Armen den Kampf gegen die rechte Abweichung führen.

Die Erklärungen auf dem Parteitag zeigen einen gewissen Fortschritt gegenüber früheren Erklärungen, sind aber doch ungenügend. Dieser Schritt ist nur dem energischen Druck der Partei zu verdanken. Die Rechten haben nur diesem Druck nachgegeben. Das Misstrauen des Parteitages ist begründet, weil sie seit der Erklärung auf dem November-Plenum ihre Versprechungen nicht gehalten haben. Wir verlangen, dass sie jede Deklaration mit Taten bekräftigen. Und wenn sie das nicht tun, so werden wir sie weiterhin schlagen.

(begeisterte, Minuten lange Ovationen, Gesang der "Internationale")

Einen ausführlichen Bericht über das Schlusswort des Genossen Stalin werden wir morgen veröffentlichen:

Stalins Schlusswort auf dem 16. Parteitag

(aus: "Rote Fahne")

 

* * *

Anmerkung der Komintern (SH):

Der Doppelzüngler

Uglanow

wurde später, im Sommer 1936 verhaftet und am 31. Mai 1937 erschossen.

Uglanov wurde zusammen mit Ryutin im Herbst 1932 aus der Partei ausgeschlossen.

So wie Uglanow ging es nicht nur anderen ehemaligen rechten Führern, sondern auch einigen von denen, die auf dem 16. Parteitag noch als Wortführer im Kampf gegen den Rechtsopportunismus auftraten (Tschubar, Kossior etc). Die meisten "Genossen", über die in der "Roten Fahne" lobend berichtet wurde, entpuppten sich später als Verräter. Zum Beispiel war Petrowski in den 30er Jahren noch von Stalin beauftragt, die Rechtsopportunisten in der Ukraine dingfest zu machen. Aber auch Grigory Petrowski wurde 1939 aus der Partei ausgeschlossen, jedoch nicht hingerichtet. 1940 wurde er zum Direktor des Revolutionsmuseums der UdSSR in Moskau ernannt und kehrte nie mehr in die Politik zurück.

Die Lehre:

Auch jemand, der einmal den Opportunismus bekämpft hat, kann sich später selber in einen Opportunisten verwandeln!

Auch ein Mikojan, der auf dem 16. Parteitag noch als Gegner der Rechtsopportunisten auftrat, war später in den Mordplänen an Stalin verwickelt und wurde zu einem der abstoßensten modernen Revisionisten unter Chruschtschow (siehe: "Die Chruschtschowianer" von Enver Hoxha)

Wie sich Uglanow noch als Doppelzüngler auf dem 16. Parteitag "selbstkritisch" rausreden konnte, das dokumentieren wir wie folgt mit einem Auszug aus der "Roten Fahne" (in grüner Farbe).

 

* * *

hier noch der Auszug aus der "Roten Fahne" über ihren Bericht zur Zeit des 16. Parteitags :

Die bolschewistische Parteilinie hat gesiegt

Uglanow verurteilt seine rechtsopportunistischen Abweichungen

Moskau, 2. Juli (Inprekorr).

Die "Prawda" veröffentlicht folgende an das Präsidium des 16. Parteitages gerichtete Erklärung Uglanows.

"Genossen, da meine Rede, die ich auf dem 16. Parteitag gehalten habe, den Wesenskern der in den in den letzten Jahren von mir begangenen Fehler nicht aufgedeckt und den Parteitag somit nicht befriedigt hat, halte ich es für nötig, folgende Erklärung über den irrigen Standpunkt, den ich in der Zeit zwischen dem 15. und 16. Parteitag wahrte, an den Parteitag zu richten.

In den letzten zwei Jahren habe ich den Reihen der Rechtsopposition angehörend folgende Hauptfehler begangen:

In den Fragen der Entwicklung der Landwirtschaft habe ich gemeinsam mit den übrigen Rechten die Grundeinstellung der Partei auf die verstärkte Entwicklung der Sowjetgüter und Kollektivwirtschaften abgelehnt und vornehmlich in der Entwicklung der Einzelwirtschaften und in der Aufrechterhaltung der Kulakenwirtschaft den Ausweg aus den Schwierigkeiten bei der Getreideaufbringung erblickt. Deshalb kämpfte ich gegen die Verstärkung der Offensive auf die kapitalistischen Elemente in Stadt und Land, sprach mich gegen die gesteigerte Finanzierung der Sowjetgüter und der Kollektivwirtschaft aus, an deren rasche Entwicklung ich nicht glaubte, und war gegen die außerordentlichen Maßnahmen gegen die Kulaken.

Die Fehler, die ich, wie alle Rechten in der FRrage des Industrialisierungstempos beging, ist damit eng verknüpft. Ich glaubte nicht an die Möglichkeit der Einhaltung der von der Partei eingeschlagenen hohen Industrialisierungstempi, erblickte darin keinen Schlüssel zum Ausweg aus den Schwierigkeiten und erkannte darin keinen Hebel für die Rekonstruktion der Landwirtschaft, denn mit allen Rechten war ich der Ansicht, dass die Tempi dem Entwicklungsniveau der Einzelwirtschaften angepasst werden müssen.

Die rechte Ideologie - das Banner der Klassenfeinde

Dieser Standpunkt der Rechten, der auch mein Standpunkt war, bedeutete die Abkehr vom Leninismus und war die Auswirkung des Ansturmes der kleinbürgerlichen Elemente, des Ansturmes der feindlichen Klassenkräfte und goss objektiv Wasser auf die Mühle der Klassenfeinde. Die Ideologie der rechten Abweichung wurde zum Banner der der Arbeiterklasse feindlich gegenüber stehenden Kräfte.

Das Leben hat die Plattform der Rechten mit aller Entschiedenheit umgestoßen. Nicht auf dem Entwicklung der Einzelwirtschaften, nicht in Zugeständnissen an die Kulaken hat die Partei den Ausweg zur Beseitigung der Lebensmittelschwierigkeiten, sondern in der verstärkten Offensive gegen die Kulaken, im breit angelegten Ausbau der Sowjetgüter und der Kollektivwirtschaften.

Das Leben hat die Richtigkeit der Parteilinie bestätigt.

Das Leben hat die Generallinie der Partei voll und ganz bestätigt und die Hauptmassen der Bauernschaft haben unter der Führung des Proletariats mit aller Entschiedenheit den Weg der Kollektivwirtschaft eingeschlagen. Die geschlossene Kollektivierung bedeutet die entschiedene Wendung der Hauptmassen der Bauernschaft zum Sozialismus. Die verstärkte Offensive auf die Kulaken und die Liquidierung der Kulaken als Klasse hat keineswegs zur Lösung des Bündnisses mi den Mittelbauern geführt. Vielmehr liegt in Wirklichkeit eine Festigung dieses Bündnisses vor. Die Arbeiterklasse ist wie nie zuvor zum wahren Führer und Organisator der sozialistischen Umgestaltung der Bauernwirtschaft geworden. Die Behauptungen der Rechten betreffs der militärisch-feudalen Ausbeutung der Bauernwirtschaft waren eine völlig unbegründete Verleumdung der Parteipolitik. Die Partei hat, gestützt auf die wachsende Aktivität der Arbeiterklasse, dem Industrialisierungstempo nicht ur Stand gehalten, sondern sie auch noch weiter verstärken können. Die Losung: "Den 5-Jahrplan in 4 Jahren!" ist zur Losung der breitesten Massen geworden und beweist am besten, dass die Parteilinie richtig ist.

In den internationalen Fragen unterstützte ich die völlig falsche Theorie Bucharins über den "organisierten Kapitalismus" und schloss mich den Anwürfen gegen die Parteileitung an, dass ihre Linie angeblich zur Schwächung der kommunistischen Parteien, zu Abspaltungen und Spaltungen führe. In Wirklichkeit bricht die Theorie des "organisierten Kapitalismus" mit dem Leninismus. Die Politik der Partei hat nicht zur Schwächung, sondern zur Konsolidierung der kommunistischen Bewegung im Auslande geführt unbd war auf die Säuberung der Reihen der kommunistischen Parteien von opportunistischen Elementen gerichtet.

Indem ich diese irrige, rechtsopportunistische Linie teile, macht ich von Partei feindlichen, fraktionellen Methoden im Kampf für diese Linie Gebrauch. Im Jahre 1928 versuchte ich, als ich an er Spitze der Leitung der Moskauer Organisation stand, die Moskauer Organisation dem ZK der Partei entgegen zu stellen und richtete Kader zum Kampf gegen das ZK aus. Nach meinem Ausscheiden aus der Moskauer Leitung suchte ich den Fraktionskampf durch Unterredungen und Aussprachen mit einer Anzahl von Parteimitgliedern fortzusetzen. Ich halte diese Kampfmethoden für Partei schädlich und dazu geeignet, die Diktatur des Proletariats zu erschüttern. Ich verurteile diese Methoden entschieden. Im Kampf gegen die Parteilinie suchte ich in Unterredungen mit diesen Parteimitgliedern den Genossen Stalin als den Hauptschuldigen an der in der Partei geschaffenen Lage hinzustellen. Ich halte das für einen schweren Irrtum meinerseits. Genosse Stalin hat in seiner Parteiführung gezeigt, dass er mit Recht der Führer der Partei und an standhafter, konsequenter Nachfolger Lenins ist.

Im Kampfe gegen die Partei unterstützte ich die rechtsopportunistischen Gewerkschaftskader in ihrem Kampf gegen das ZK. Es ist jetzt völlig klar, dass dies in Wirklichkeit eine Gegenüberstellung der Gewerkschaften und der Partei war. Ein Bruch zwischen den Gewerkschaften und der Partei wäre eine ernste Gefahr für die Diktatur des Proletariats gewesen.

Ein großes Verdienst des ZK besteht darin, dass es auf bolschewistische Art verstanden hat, der Gewerkschaftsleitung nach dem Schlag gegen die trade-unionistischen Elemente neue Kräfte zuzuführen und eine radikale Wende der Gewerkschaften zur unmittelbaren Mitarbeit am sozialistischen Aufbau zu sichern.

Rechtsgefahr - die Hauptgefahr

Ich erkläre vor dem 16. Parteitag, dass ich von allen meinen früheren Fehlern und Handlungen abrücke und sie entschieden verurteile, dass ich mich bemühen werde, sie auf bolschewistische Art wieder gut zu machen und am Kampfe der Partei gegen die Ideologie und Praxis der rechten Abweichung aufs Aktiviste teilnehmen werde. Die Rechtsgefahr in der Partei ist die Hauptgefahr in der gegenwärtigen Etappe, die Ideologie der Rechtsabweichung ist die Ideologie der dem Proletariat feindlichen Klassenkräfte.

Es ist nowtwenig die Partei zur Entlarvung und zum Kampf gegen die rechte Ideologie sowie zur Liquidierung der rechten Abweichung und des Versöhnlertums in den Parteireihen weiter zu mobilisieren. Die Einheit der Partei auf der Grundlage der von unserer Partei durchgeführten präzisen Leninschen Linie gewährleistet den siegreichen sozialistischen Aufbau."

 

* * *

 

Genossin Krupskaya

Die Liquidierung des Kulakentums als Klasse ist ein revolutionärer Kampf. Die ganze Anstrengung der Partei und der Arbeiterklasse muss darauf gerichtet sein, auf Grund der 100%igen Kollektivierung die letzten Elemente der Ausbeutung zu liquidieren. Lenin hielt die Kulaken für einen ebenso gefährlichen Feind wie die Kapitalisten und Gutsbesitzer. Und so lange die Macht der Kulaken nicht gebrochen ist, ist die Rückkehr zum Kapitalismus noch möglich. Im zugespitzten revolutionären Kampf ist die Einheit der Partei im höchsten Maße notwendig. Führt deshalb einen erbitterten Kampf gegen die rechte Abweichung, die eine größere Gefahr darstellt, als der bereits zu Splittern zerschlagene, in den Massen keine Wurzeln besitzende Trotzkismus. Heute spricht sich jeder für die Generallinie der Partei aus. Manche aber nur, um die rechte Abweichung in der Praxis zu bemänteln. Eine gewaltige Rolle hat die Arbeiterklasse in der revolutionären Umgestaltung der Bauernmassen. Die Arbeiter haben gelernt, den Betrieb als ihren eigenen zu betrachten. Die Partei hat eine große Arbeit geleistet, um diese sozialistische Disziplin zu fördern. Ohne sozialistischen Wettbewerb wären die gewaltigen Erfolge unmöglich gewesen. Die Arbeiterklasse muss diese Erfahrung dem Dorfe mitteilen.

Nach zahlreichen Zurufen der Delegierten über die Reden Tomskis und Rykows zu sprechen erklärt Genossin Krupskaja zum Schluss:

Mich befriedigt weder die Rede Tomskis noch die Rykows. Tomski hätte über die vergangenen Fehler anders sprechen sollen. Er hätte über die Arbeit sprechen sollen, die jetzt geleistet werden muss. Rykow hat nicht auf alle Fragen geantwortet, die die Parteimitgliedschaft heute beschäftigen. Man kann nicht die Revolution führen, ohne seinen Standpunkt zu allen ihren Grundlagen klar zu legen.

 

* * *

 

Die Organisationsarbeit der KPdSU (B)

Der Bericht des Genossen Kaganowitsch auf dem 16. Parteitag

Moskau, 30. Juni (inprekorr).

In der Vormittags-Sitzung am 28. Juni erstattete Genosse Kaganowitsch den organisatorischen Bericht des ZK.

Genosse Kaganowitsch schilderte die Hauptaufgaben und Losungen, die die Partei in der Periode vom 15. bis zum 16. Parteitag aufgestellt hat.

Folgende vier Aufgaben hatte die Organisationsarbeit der Partei zu lösen:

Sicherung des raschen Industrialisierungstempos und demgemäß die Umgestaltung aller für die Massenarbeit bestimmten Organisationen;

sozialistische Rekonstruktion der Landwirtschaft, LIquidierung des Kulakentums als Klasse und demgemäß Umgestaltung aller Dorforganisationen;

Festigung der Organe der proletarischen Diktatur; Hebung des Kulturniveaus der Arbeiterklasse, Kaderproblem;

Verbesserung der Parteileitung, ideologische Rüstung der Partei und Verstärkung ihrer Kampffähigkeit.

Wachsende Aktivität der Arbeiterklasse

Alle diese Aufgaben bildeten das Programm der Organisationsarbeit des ZK in der verflossenen Periode, die seit dem 15. Parteitag verstrichen ist, ist die wachsende Organisiertheit und steigende Aktivität der Arbeiterklasse bezeichnend. Die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder ist von 10 440 000 auf 11 585 000 (am 1. Oktober 1929) gestiegen. Die freiwilligen Gewerkschaften sind im Wachsen begriffen.

Dem Atheistenverband gehörten 1928 insgesamt 1 Million und 38 000 an, jetzt bereits rund 2 Millionen 950 000.

Die Gesellschaft zur Förderung des Verteidigungswesens, der Luftfahrt und der chemischen Industrie hat ihre Mitgliederzahl von 2 Millionen und 950 000 auf 5 100 000 erhöht.

Das Heer der Arbeiterkorrespondenten vermehrt sich stetig, usw.

Die Partei hat den gewaltigen Arbeitsenthusiasmus des Proletariats wach gerufen. Der sozialistische Wettbewerb und die Stoßbrigadenbewegung entwickeln sich stürmisch. Das Leninsche Stoßbrigadenaufgebot hat die Zahl der Stoßbrigadenmitglieder in manchen Gewerkschaften verdoppelt (während früher 27 % aller Metallarbeiter den Stoßbrigaden angehörten, sind es nach dem Leninaufgebot 60% geworden). Mancherorts in der Provinz machen sich Versuche bemerkbar, die Stoßbrigadenbewegung zu bürokratisieren, Kontrollziffern und sonstige Normen aufzustellen usw.

Das Gesicht dem Betrieb zu

Die frühere opportunistische Gewerkschaftsleitung, pflegte von den Betriebsfragen abzurücken. Im Laufe des Jahres 1928 ist im Präsidium des Zentralrates der Gewerkschaften der Sowjetunion keine einzige große Betriebsfrage zur Erörerung gelangt. Erst in der letzten Zeit haben sich die Gewerkschaften den Betrieben zugewandt. In der Entwicklung der Stoßbrigadenbewegung haben die Jungkommunisten energische Tätigkeit und große Initiative entfaltet.

Sodann behandelte Genosse Kaganowitsch die Fragen der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft und hob die von den Kommunisten in den Dörfern geleistete Riesenarbeit hervor.

Die organisatorische Arbeit des Proletariats im Dorfe hat sich erheblich verstärkt. Etwa 250 000 Arbeiter sind in der letzten Zeit zur aktiven Arbeit in den Dörfern entsandt worden.

 

An der Kulturfront

Die kulturelle und politische Aktivität der Massen ist in stem Wachsen begriffen. Bezeichnend ist die außerordentliche Wahlbeteiligung der Massen. Bezeichnend ist auch die steigende Auflage unserer Presse. Während unsere Zeitungen im Jahre 1925 insgesamt in 7 Millionen Exemplaren erschienen sind, sind es jetzt bereits 22 Millionen Exemplare geworden. Sie übersteigen damit das vorrevolutionäre Niveau um das 9 oder 10fache. Bezeichnend ist die Zahl der Absolventen der Schulen und die Liquidierung des Analphabetentums. In den verflossenen Jahren haben in den Schulen 8 Millionen, in diesem Jahr 7 Millionen Lesen und Schreiben gelernt.

Von großer Wichtigkeit ist die Frage der Kader. Die Heranbildung der Kader muss ausgesprochen Klassencharakter tragen. Die Heranziehung der Arbeiter an Verwaltungsposten ist noch ungenügend zur Anwendung gelangt.

 

Massenzustrom zur Partei

Die soziale Zusammensetzung des Parteiapparates hat eine erhebliche Verbesserung erfahren. 42 % der Sekretäre der Gebietszentralkomitees sind Arbeiter, 59 % davon sind alte Bolschewiki, gehörten zur alten Parteigarde. Der Zustrom der Arbeiter zur Partei ist außerordentlich stark. Gegenwärtig zählt die Partei 1 852 000 Mitglieder und Kandidaten. Die Zahl der Betriebsarbeiter in den Reihen der Parei machte zur Zeit des 9. Parteitages 25 % aus, zur Zeit des 15. Parteitags 40 %. Jetzt macht sie bereits 48 % der gesamten Parteimitgliedschaft aus.

In der verflossenen Periode hat die innerparteiliche Demokratie riesigen Aufschwung genommen. Die leitenden Parteikader haben frischen Zuzug erhalten. Junge Parteimitglieder und Frauen wurden vielfach zur leitenden Arbeit heran gezogen. Die Entfaltung der innerparteilichen Demokratie vollzog sich auf der Basis des erbitterten Kampfes für die Generallinie der Partei, gegen die Rechtsabweichung als Hauptgefahr und im Kampfe gegen die "linken" Abirrungen. Die Partei hat mit eiserner Disziplin die Kampfeinheit ihrer Reihen gewahrt, das ideologische Niveau ihrer Mitglieder gehoben und jegliche Äußerung des Fraktionswesens bekämpft. Die Partei hat nur deshalb die größten Erfolge erzielt, weil sie konsequent den Weg Lenins ging. Das Leben hat die Prophezeiungen betreffs der Spaltung und des Untergangs der Partei, mit denen die Opportunisten nicht sparten, restlos geschlagen.

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KJVD - Grußadresse

An den XVI. Parteitag der Bolschewiki

Kampfesgruß des KJV-Deutschlands

Getragen von dem Vertrauen der Millionen Arbeiter und Bauern der Sowjetunion, von dem Vertrauen und der Begeisterung Millionen Werktätiger der kapitalistischen Welt, der Kolonien und Halbkolonien tagt der 16. Parteitag der KPdSU, der anerkannt führenden Partei der Kommunistischen Internationale. MIt Stolz und Bewunderung blicken die Arbeiter und Jungarbeiter der ganzen Welt auf die beispiellosen Erfolge des sozialistischen Aufbaus, auf die erfolgreiche Durchführung des Fünfjahr-Plans, dessen Verwirklichung durch den einzig da stehenden Arbeitsenthusiasmus der Werktätigen der Sowjetunion bereits in vier Jahren möglich ist.

Nur durch die eiserne Entschlossenheit der Reihen der Partei, durch die bolschewistische Unversöhnlichkeit der Partei und ihres Zentralkomitees unter der Führung des Genossen Stalin gegenüber allen Abweichungen vom Leninismus, gegenüber allen "linken" und rechten Verbiegungen der Parteilinie, konnte der grandiose Vormarsch des Sozialismus die innere und äußere Festigung der Sowjetunion als des Hortes der proletarischen Weltrevolution erreicht werden.

Dem 16. Parteitag, der die zweijährigen Erfahrungen, Erfolge und Lehren des sozialistischen Aufbaues resümieren wird und damit den Weg ebnet und die Aufgaben für die nächste Entwicklungsperiode festlegt, die Garantien für den weiteren, unaufhaltsamen Aufstieg schafft, die Reihen der Partei noch fester zusammenschweißt zur Erfüllung der bevor stehenden Aufgaben entbietet das Zentralkomitee des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands seinen brüderlichen Kampfesgruß.

ZK des KJVD

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KPdSU (B)

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