DEUTSCH

 


 

Der 11. Parteitag der KPR (B)

27. März - 2. April 1922

in Moskau

 

KPR (b) XI. Parteitag


Delegierte 522 (stimmberechtigt) und 165 (mit beratender Stimme).

Tagesordnung:

1. Politischer Bericht des Zentralkomitees .

2. Organisations Bericht des ZK.

3. Bericht der Rechnungsprüfungskommission .

4. Bericht der ZPKK.

5. Bericht der Delegation der KPR (b) in der Komintern.

6. Gewerkschaften.

7. Rote Armee.

8. Die Finanzpolitik .

9. Die Ergebnisse der „Säuberung“ der Partei und die Stärkung ihre Reihen.

Berichte: Jugend, Presse und Propaganda.

10. Wahl des ZK und der Parteikontrollkommission.

 

 

 

XI. Parteitag der KPR (B)

 

27. März 1922 - 2. April 1922

 

LENIN - ZITAT

"Das einzige Volk, das aus dem reaktionären Krieg auf revolutionärem Wege ausgeschieden ist, nicht zum Nutzen dieser oder jener Regierung, sondern im Kampf gegen sie — das ist das russische Volk, und es war die russische Revolution, die es aus dem Krieg herausgeführt hat. Und was die russische Revolution errungen hat, ist unzerstörbar. Das kann keine Macht der Welt rückgängig machen, ebenso wie keine Macht rückgängig machen kann, was mit dem Sowjetstaat geschaffen worden ist. Das ist ein welthistorischer Sieg.

Jahrhundertelang waren die Staaten nach bürgerlichem Typus aufgebaut, und zum erstenmal ist nun die Form eines nichtbürgerlichen Staates gefanden worden. Vielleicht ist unser Apparat schlecht, aber man sagt, die erste Dampfmaschine, die erfunden wurde, sei auch schlecht gewesen, und es ist sogar fraglich, ob sie funktioniert hat. Doch nicht darauf kommt es an, sondern darauf, daß die Erfindung gemacht worden ist.

Mag die erste Dampfmaschine ihrer Form nach auch nichts getaugt haben, so haben wir doch heute die Lokomotive. Mag unser Staatsapparat noch so miserabel sein, so ist er doch geschaffen, die große geschichtliche Erfindung ist gemacht, ein Staat von proletarischem Typus ist geschaffen — und darum mag ganz Europa, mögen Tausende von bürgerlichen Zeitungen erzählen, was für Mißstände und welches Elend bei uns herrschen, daß das werktätige Volk nichts als Qualen durchzumachen hat — dennoch fühlen sich in der ganzen Welt alle Arbeiter zum Sowjetstaat hingezogen.

Das sind die großen Errungenschaften, die wir erzielt haben und die unverrückbar sind.

Doch für uns, die Vertreter der Kommunistischen Partei, bedeutet das nur, daß die Tür aufgemacht ist. Wir stehen jetzt vor der Aufgabe, das Fundament der sozialistischen Wirtschaft zu errichten. Ist das vollbracht? Nein, es ist nicht vollbracht Wir haben noch kein sozialistisches Fundament. Die Kommunisten, die sich einbilden, das Fundament sei schon vorhanden, machen einen ganz großen Fehler. Die Hauptsache ist jetzt, daß wir das, was bei ans das welthistorische Verdienst der russischen Revolution ausmacht, sicher, klar und nüchtern von dem trennen, was wir im höchsten Grade schlecht ausführen, was noch nicht geschaffen ist und was wir noch viele Male umarbeiten müssen."

Lenin auf dem XI. Parteitag der KPR (B)

 

Stalin

Geschichte der KPdSU (B)

IX. Parteitag

27. März - 2. April 1922

 

 

Im März 1922 trat der XI. Parteitag zusammen. Auf dem Parteitag waren 522 Delegierte mit beschließender Stimme anwesend, die 532000 Parteimitglieder vertraten, das heißt weniger als auf dem vorhergehenden Parteitag. Delegierte mit beratender Stimme gab es 165. Die Verringerung der Mitgliederzahl erklärt sich durch die begonnene Reinigung der Parteireihen.

Auf dem Parteitag zog die Partei die Bilanz des ersten Jahres der Neuen ökonomischen Politik. Diese Bilanz gestattete Lenin, auf dem Parteitag zu erklären:

„Ein Jahr lang befanden wir uns auf dem Rückzug. Wir müssen jetzt im Namen der Partei sagen: Genug! Das Ziel, das mit dem Rückzug verfolgt wurde, ist erreicht. Diese Periode geht zu Ende oder ist zu Ende. Nun setzen wir uns ein anderes Ziel: die Kräfte umzugruppieren.“ (Ebenda, S. 928.)

Lenin betonte, dass die NÖP einen verzweifelten Kampf, einen Kampf auf Leben und Tod zwischen dem Kapitalismus und dem Sozialismus bedeute. „Wer - wen?“, so stehe die Frage. Um zu siegen, müsse man den Zusammenschluss zwischen Arbeiterklasse und Bauernschaft, zwischen der sozialistischen Industrie und der bäuerlichen Wirtschaft durch allseitige Entwicklung des Warenumsatzes zwischen Stadt und Land sicherstellen. Zu diesem Zweck müsse man wirtschaften lernen, müsse man lernen, in einer allen Kulturansprüchen genügenden Weise Handel zu treiben.

Der Handel war in dieser Periode das Hauptglied in der Kette der Aufgaben, die vor der Partei standen. Ohne diese Aufgabe gelöst zu haben, konnte man nicht den Warenumsatz zwischen Stadt und Land entfalten, konnte man nicht das ökonomische Bündnis der Arbeiter und Bauern festigen, konnte man nicht die Landwirtschaft heben, die Industrie aus der Zerrüttung herausführen.

Zu jener Zeit war der Sowjethandel noch sehr schwach. Sehr schwach war der Handelsapparat, die Kommunisten waren im Handel noch nicht bewandert, den Feind, den „Nöpmann“, hatten sie noch nicht durchschaut, sie hatten noch nicht gelernt, ihn zu bekämpfen. Die Privathändler, die Nöpleute, machten sich die Schwäche des Sowjethandels zunutze und brachten den Handel mit Manufakturartikeln und anderen marktgängigen Waren in ihre Hände. Die Frage der Organisierung des Staats- und Genossenschaftshandels erlangte gewaltige Bedeutung.

Nach dem XI. Parteitag setzte die wirtschaftliche Arbeit mit neuer Kraft ein. Die Folgen der Missernte, die das Land betroffen hatte, wurden erfolgreich überwunden. Die Wiederherstellung der bäuerlichen Wirtschaft machte rasche Fortschritte. Die Eisenbahnen begannen besser zu arbeiten. Immer größer wurde die Zahl der Fabriken und Werke, die die Arbeit wiederaufnahmen.

 

 

 

 

Grußadressen der Solidarität

 

Grußadresse der Komintern (SH)

zum 95. Jahrestag des

11. Parteitags der KPR (B)

27. März 1922 - 27. März 2017

 

Der 11. Parteitag war das vierte Hauptkettenglied, welches die Bolschewiki seit der Oktoberrevolution erfolgreich angepackt hatten.

Das Hauptkettenglied im Jahre 1917 war das Ausscheiden aus dem imperialistischen Ersten Weltkrieg.

In den Jahren 1919 und 1920 war das Hauptkettenglied, welches es anzupacken galt, der militärische Widerstand gegen die Konterrevolution und die Intervention durch die imperialistischen Weltmächte.

Im Jahre 1921 ging es um den Rückzug, um die Ordnung zu wahren und die Sowjetmacht zu behaupten durch die Stärkung des Bündnisses mit den Bauern.

Und im Jahre 1922 galt es, den Rückzug zu beenden und mit dem Aufbau des Sozialismus in die Offensive zu gehen.

Der XI. Parteitag war der letzte Parteitag, an dem Lenin teilgenommen hat. Trotz seiner Krankheit gab Lenin den politischen Rechenschaftsbericht. Darin übte er bolschewistische Kritik und Selbstkritik über die Mängel der Partei nach dem ersten Jahr der NÖP (Neue Ökonomische Politik).

Was war die Hauptaufgabe der NÖP ?

Die Hauptaufgabe der NÖP bestand darin, die okonomische Basis des Sozialismus mit Hilfe der Bauern aufzubauen, d.h., die bäuerliche kleine Warenwirtschaft auf die Bahn der sozialistischen Großproduktion überzuleiten. In dieser zeitlich begrenzten Übergangsperiode wurden 5 verschiedene sozio-ökonomische Formen miteinander kombiniert:

1) die alte patriarchalische bäuerliche Wirtschaft (Naturalwirtschaft)

2) die kleine Warenproduktion (die Mehrheit der Getreidebauern)

3) der privatwirtschaftliche Kapitalismus

4) der Staatskapitalismus

5) der Sozialismus

Es kam Lenin hauptsächlich dabei darauf an, den Zusammenschluss zwischen der sozialistischen Industrie und der bäuerlichen Wirtschaft zu sichern. Dieser Zusammenschluss kommt zwar nur langsam in Gange, aber wenn er erst einmal in Gang gekommen ist, dann "wird eine solche Beschleunigung dieser Bewegung einsetzen, von der wir augenblicklich nicht einmal träumen können." (Lenin)

Lenin nahm auf dem Parteitag kein Blatt vor den Mund und sagte über die Schwierigkeiten mit der richtigen Umsetzung der NÖP:

"Der Kommunist, der Revolutionär, der die größte Revolution der Welt vollbracht hat und auf den vierzig europäische Länder mit der Hoffnung auf Erlösung vom Kapitalismus blicken, muss von einem simplen Handlungsgehilfen lernen, der das Geschäft versteht, während der verantwortliche Kommunist und ergebene Revolutionär nicht einmal versteht, dass er es nicht versteht." (LENIN)

In all den voraus gegangenen Perioden war die bolschewistische Partei der entscheidende Hebel zum Sturz des Zarismus und der Bourgeoisie, zur Eroberung der politischen Macht des Proletariats. Das waren Perioden des revolutionären Umsturzes. Mit dem Sieg der Oktoberrevolution änderte sich dies. Von nun an galt es, die Oktoberrevolution zu schützen und den Staat des Proletariats aufzubauen. Wir empfehlen hierzu das Studium der Schrift von Stalin: "DIE PARTEI VOR UND NACH DER MACHTERGREIFUNG" 28. August 1921

War es notwendig, die alte staatliche Ordnung zu zerschlagen, so wurde es notwendig, eine neue staatliche Ordnung zu errichten. Damit wird die Revolution nicht etwa beerdigt, wie einige "Links"-Radikale meinten, sondern ihre Errungenschaften geschützt. Das ist auch bei der sozialistischen Weltrevolution nicht anders. Eine proletarische Partei des revolutionären Umsturzes bleibt nur dann eine revolutionäre Partei, wenn sie es versteht, sich in eine Partei der Diktatur des Proletariats zu verwandeln.

Auf dem 11. Parteitag hatte die Partei der Bolschewiki also gegen solche Elemente in den eigenen Reihen zu kämpfen, die noch nicht begriffen hatten oder nicht begreifen wollten, dass sich die Partei des Umsturzes inzwischen in eine Partei des Aufbaus des Sozialismus verwandelt hatte. An die Stelle der Kampfformen des Aufstands und des Streiks traten nun neue Wirtschaftsformen (NÖP), die den Weg zum sozialistischen Aufbau ebnen sollten.

Es gibt auch heute noch solche "rrrrevolutionären" Schreihälse, die diesen Verwandlungsprozess der Partei in ein Instrument der Macht des Proletariats als "reaktionär" und "konterrevolutionär" abqualifizieren. Hätte der 11. Parteitag nicht die Weichen für die Schaffung eines sozialistischen Staates, für den sozialistischen Aufbau gestellt, dann hätte die Sowjetmacht nicht mal einpaar Tage existiert. Es war Lenin, der auf dem 11. Parteitag klar stellte, wer hier bei der Umsetzung der NÖP wirklich revolutionär und wer konterrevolutionär war. Man darf heute nicht vergessen, dass die Bolschewiki damals Neuland betraten, wo auch unvermeidlich Fehler und Mängel auftreten mussten. Wir haben heute das Glück, nicht nur aus den Fehlern und Mängeln von damals zu lernen, sondern vor Allem von ihrer erfolgreichen Überwindung. Dank der Bolschewiki wird uns dadurch beim Aufbau des Weltsozialismus erspart, solche Fehler und Mängel von damals zu wiederholen. Das ist ein unschätzbarer internationalistischer Beitrag der Bolschewki, welcher unsere Arbeit für den Weltsozialismus unendlich erleichtern wird. Auch wir werden Neuland betreten und unvermeidlich Fehler machen. Aber die Bolschewiki haben uns gezeigt, dass man sie überwinden und siegreich vorwärts schreiten kann.

Die Durchführung der NÖP stieß wegen auftretender Mängel der Wirtschaftsführung auf den rechtsopportunistischen und "links"opportunistischen Widerstand seitens der wankelmütigen Elemente in der Partei. Die "linke" "Arbeiteropposition" griff Lenins NÖP an als "Verrat an der Oktoberrevolution", als eine angebliche Politik der "Restauration des Kapitalismus" und schürte mit ihrem Geschrei Panik über die NÖP, die sie als Weg in den "Untergang der Sowjetmacht" definierten.

Lenin antwortete:

"Das Gefährlichste bei einem Rückzug ist die Panik. Wenn eine wirkliche Armee einen Rückzug macht, stellt man Maschinengewehre auf, und wenn der geordnete Rückzug in eine regellose Flucht ausartet, kommandiert man 'Feuer!' Und mit Recht."

Und Lenin richtete das Feuer nicht nur gegen die "revolutionären" Phrasen der "Arbeiteropposition", sondern auch gegen die offenen Opportunisten.

Die offenen, die rechtsopportunistischen Kapitulanten - wie Trotzki, Sinowjew, Kanenew, Radek, Bucharin, Rykow, Sokolnikow und Andere - glaubten nicht an den Sozialismus "in einem Land". Sie versuchten vergeblich, die Sowjetmacht zu schwächen und die Position des Kapitalismus zu stärken. Auf dem Parteitag entlarvte Lenin sowohl das "linke" als auch rechte Kapitulantentum, erteilte ihm eine Abfuhr und konsolidierte die Einheit und Geschlossenheit der Partei. Die im Jahre 1921 eingeleitete Parteisäuberung von 170 000 Mitgliedern zeigte auf dem 11. Parteitag positive Wirkung und war Ausdruck der Entschlossenheit der Bolschewiki. Die NÖP war Ausdruck der Macht des Staates der Diktatur des Proletariats, nämlich sich trotz Rückzugs nicht die Zügel aus den Händen nehmen zu lassen. Lenin lehrte die Partei, nicht nur in der Revolution vorwärts zu marschieren, sondern auch einen disziplinierten, geordneten Rückzug zu meistern, um eine noch größere und breitere Offensive starten zu können. Der Erfolg der Sowjetrevolution hing vom Bündnis mit den Bauern ab, und das galt es, mit der NÖP zu schmieden. Lenin sagte:

"Wir können nur dann regieren, wenn wir richtig zum Ausdruck bringen, was das Volk erkennt."

Die Verbindung mit den Massen zu festigen, das war es vor Allem, was Lenin vom 11. Parteitag forderte, nämlich die Bewegung der Massen in die Bahn der proletarischen Revolution zu leiten.

Lenin zog auf dem 11. Parteitag das Fazit der NÖP und läutete ihre Beendigung ein:

"Ein Jahr lang befanden wir uns auf dem Rückzug. Wir müssen jetzt im Namen der Partei sagen: Genug! Das Ziel, das mit dem Rückzug verfolgt wurde, ist erreicht. Diese Periode geht zu Ende oder ist zu Ende. Nun setzen wir uns ein anderes Ziel: die Kräfte umzugruppieren ... als Vorbereitung der Offensive gegen das privatwirtschaftliche Kapital."

Auf der neuen ökonomischen Grundlage hatte sich das Bündnis der Arbeiter und Bauern gefestigt. Das kulakische Banditentum war fast völlig liquidiert. Großindustrie, Verkehrswesen, Banken, Grund und Boden, Innen- und Außenhandel, d. h. alle Kommandohöhen waren fest in Händen der Sowjetmacht geblieben. Die Bolschewiki hatten an der Wirtschaftsfront einen Umschwung erzielt, und es begann ein langsamer, aber sicherer Aufschwung auf allen Gebieten des Wirtschaftsaufbaus. Die Richtigkeit von Lenins NÖP wurde von der ruhmreichen Geschichte der Sowjetunion glänzend bestätigt. Lenin war fest davon überzeugt, dass die sozialistischen Elemente im Verlauf des Kampfes gegen die kapitalistischen Elemente den Sieg davon tragen würden. Lenins NÖP war nicht nur auf diesen Sieg über den Kapitalismus berechnet, sondern in der Perspektive auf den Aufbau des Kommunismus. Mit der NÖP legte Lenin den Grundstein für den Aufbau der klassenlosen Gsellschaft. Hierzu hatte sich Lenin auf dem 11. Parteitag deutlich geäußert:

"Die ökonomische Macht in den Händen des proletarischen Staates Russland ist durchaus zureichend, um den Übergang zum Kommunismus zu gewährleisten."

Und es war schließlich der Genosse Stalin, der diese Prophezeihung Lenins in die Tat umsetzte, als er die Sowjetunion an die Schwelle des Kommunismus "in einem Land" führte. Erst mit dem Mord an Stalin gelang es den modernen Revisionisten, dieses Werk von Lenin und Stalin zu zerstören. Stalin war seit dem 11. Parteitag Generalsekretär der Partei.

Die von Lenin auf dem 11. Parteitag gestellten historischen Aufgaben wurden unter der Führung des Genossen Stalin in die Tat umgesetzt. Auf Vorschlag Lenins wählte das Zentralkomitee der Partei in seiner Plenarsitzung vom 3. April 1922 Stalin, den besten und treuesten Schüler und Kampfgefährten Lenins, zum Generalsekretär des Zentralkomitees. Seit dieser Zeit stand Stalin ununterbrochen auf diesem Posten - bis zu seinem letzten Atemzug.

Über die Lehren des 11. Parteitags

Die Katastrophen, die zur Zeit des 11. Parteitags herein gebrochen waren, erwiesen sich als noch schwerer als in den ersten Jahren nach dem Sieg der Oktoberrevolution. Das waren die Folgen des imperialistischen Krieges, das war der Bürgerkrieg und die Hungersnot, welche die junge Sowjetmacht auf eine ernste Probe gestellt hatten.

Mit dem voraus gegangenen 10. Parteitag vollzogen die Bolschewiki unter Führung Lenin die schroffe Wende vom Kriegskommunismus zur NÖP.

Es war ein Kampf auf Leben und Tod, zwischen Bourgeoisie und Proletariat, zwischen Kapitalismus und Sozialismus. "Wer - wen ?" Diese Frage war im März 1922 noch nicht entschieden und die Anfangsschwierigkeiten alles Andere, als überwunden.

Wenn wir den Weltsozialismus aufbauen wollen, dann müssen wir auf ähnliche Schwierigkeiten gefasst sein, denn durch den Sieg der sozialistischen Weltrevolution werden sich die neu auftretenden Probleme auf keinen Fall im Selbstlauf lösen lassen. Mit dem Sieg der sozialistischen Weltrevolution hört der Klassenkampf nicht auf. Das lehrt uns der Sieg der Oktoberrevolution. Die Kapitalisten können uns ihre Weltwirtschaft nicht auf dem Silbertablett servieren, selbst wenn sie es wollten. Wir werden mit größten Schwierigkeiten zu kämpfen haben, um den Weltsozialismus aufzubauen. Dabei findet ein zäher, mehr oder weniger langwieriger Kampf mit dem Weltkapitalismus statt. In einer solchen Übergangsphase, NACHDEM die sozialistische Weltrevolution bereits gesiegt hat, ist der Weltkapitalismus zwar nicht mehr stark genug, um sich zu behaupten, aber der Weltsozialismus noch zu schwach, um den Weltkapitalismus vollständig zu vernichten. Bereits Marx und Engels lehrten im Kommunistischen Manifest, dass man der Bourgeoisie das Kapital nur Stück für Stück entreißen kann. Das gilt besonders unter den heutigen Bedingungen der Globalisierung, welche durch das weltweit vernetzte Kapital gekennzeichnet ist, und welches ebenso nur im Weltmaßstab, auf dem Wege des globalisierten Klassenkampfes abgeschafft werden kann.

Lenins NÖP war nicht nur für die Entwicklung der Sowjetunion von größter Bedeutung. Die NÖP ist auch für den Weltsozialismus von Bedeutung. Lenin selbst sagte:

"In der Tat ist das eine Aufgabe, vor der alle Sozialisten stehen werden."

Sollten wir gezwungen sein, nach dem Sieg der sozialistischen Weltrevolution einen geordneten Rückzug anzutreten, um noch mehr breitere Schichten der Weltbevölkerung mobilisieren zu können, dann werden wir aus dem 11. Parteitag der KPR (B) sicherlich wertvolle Lehren ziehen.

Der Aufbau des Weltsozialismus kann nicht Sache des Tropfens im Meer sein, der sich Komintern (SH) nennt, sondern Sache der Mehrheit der Weltbevölkerung. Dadurch wird der Vormarsch des Weltsozialismus wahrscheinlich langsamer, aber dafür um so fester und sicherer vonstatten gehen.

Wir dürfen uns auf keinen Fall irre machen lassen von Leuten, die gegen eine mögliche weltweite NÖP Verwirrung stiften wollen. Den Einen geht es mit dem Aufbau des Weltsozialismus nicht schnell genug, den Anderen zu langsam. Beides birgt Gefahren in sich , denen wir auf stalinistisch-hoxhaistische Weise begegnen müssen.

Staatskapitalismus im weltsozialistischen Staat ?

Lenin lehrte:

"Staatskapitalismus - das ist jener Kapitalismus, den wir einzuschränken, dessen Grenzen wir festzulegen wissen; dieser Staatskapitalismus ist mit dem Staat verbunden aber - das sind die Arbeiter, das ist der fortgeschrittene Teil der Arbeiter, das ist die Vorhut, das sind wir. Unser Staat ist ein proletarischer Staat, er stützt sich auf das Proletariat, er gibt dem Proletariat alle politischen Vorrechte und zieht durch das Proletarat die Bauernschaft in ihrer Masse zu sich heran. Staatskapitalismus - das ist jener Kapitalismus, den wir in bestimmten Grenzen organisieren müssen und den wir bisher noch nicht zu organisieren verstehen. Das ist der springende Punkt. Und es hängt nur von uns ab, wie dieser Staatskapitalismus aussehen wird. Politische Macht haben wir genug, vollkommen genug; ökonomische Mittel stehen uns ebenfalls genug zur Verfügung, ungenügend aber ist die Sachkenntnis der Vorhut der Arbeiterklasse, die an die Spitze gestellt ist, um die Sache unmittelbar zu leiten, um die Grenzen festzulegen, um sich abzugrenzen, um sich die Anderen unterzuordnen, nicht aber sich unterordnen zu lassen. Dazu bedarf es nur der Sachkenntnis, und die haben wir nicht."

"Wir haben auf einem Parteitag der Kommunisten den Beschluss gefasst, dass der Staatskapitalismus von unserem proletarischen Staat zugelassen wird, und der Staat sind wir. Haben wir ihn schlecht zugelassen, so ist das unsere eigene Schuld, und wir dürfen sie auf niemand Anderen abwälzen ! Man muss lernen, man muss zu erreichen versuchen, dass der Staatskapitalismus im proletarischen Staat nicht imstande ist und es nicht wagt, die ihm vom Proletariat gesetzten Grenzen und Bedingungen, die für das Proletariat vorteilhaften Bedingungen, zu überschreiten. Und hier wurde richtig bemerkt, dass wir mit der Bauernmacht als Masse rechnen und ihr freien Handel zugestehen mussten. Jeder vernünftige Arbeiter begreift, dass das für die proletarische Diktatur notwendig ist."

Lenin hatte Recht behalten mit seiner NÖP, und das sind auch die entscheidenden Lehren, die wir ziehen müssen, wenn wir den Weltsozialismus zusammen mit den Bauernmassen aufbauen wollen unter der Diktatur des Weltproletariats. Inwieweit wir gezwungen sein werden, Lenins NÖP auch beim Aufbau des Weltsozialismus anzuwenden, das können wir heute noch nicht wissen, denn das hängt von Bedingungen ab, die sich uns erst stellen werden, wenn es soweit ist.

In Bezug auf die sozialistische Weltrevolution beenden wir unsere Grußadresse mit Lenins Schlusswort zum 11. Parteitag:

"Keine Macht der Welt, wieviel Unheil, Elend und Qualen sie auch noch über Millionen und aber Millionen von Menschen bringen mag, wird die Haupterrungenschaften unserer Revolution rückgängig machen können, denn das sind jetzt schon nicht mehr 'unsere', sondern weltgeschichtliche Errungenschaften.

Die Revolutionen des Proletariats, die in allen fortgeschrittenen Ländern der Welt heranreifen, werden ihre Aufgaben nicht lösen können, wenn sie die Fähigkeit, hingebungsvoll zu kämpfen und anzugreifen, nicht mit der Fähigkeit vereinen, sich in revolutionärer Ordnung zurückzuziehen.

Die Erfahrung der zweiten Etappe unseres Kampfes, d.h. die Erfahrung des Rückzugs, wird vermutlich in Zukunft den Arbeitern zumindest in einigen Ländern ebenfalls zu Gute kommen, wie unsere Erfahrung des grenzenlos kühnen Angriffs, zweifellos den Arbeitern aller Länder zu Gute kommen wird."

 

Nach 95 Jahren werden wir nie vergessen, welch großartige Heldentum die Arbeiter und Bauern während und nach Intervention und Bürgerkrieg bei der Verteidigung ihrer jungen Sowjetrepublik bewiesen haben. Weder Hunger, Verwüstung, Mangel an Kraftstoff, Bekleidung und Schuhe, weder Epidemien, Typhus und andere Schicksalsschläge, noch die Kulakenrevolten, die von den Agenten der imperialistischen Plünderer organisiert wurden, und die Russland zerstückeln und in eine Kolonie der imperialistischen Mächte verwandeln sollten - all dies konnte den unbeugsamen Willen der Werktätigen nicht beugen. Unter der Führung der bolschewistischen Partei Lenins und Stalins errangen sie den Sieg über die ausbeutenden Klassen und bauten das neue sozialistische Leben auf.

Unter dem Banner des 11. Kongresses der KPR (B) marschiert der Komintern (SH) vorwärts bis zum Triumph des Weltsozialismus undWeltkommunismus!

Komintern (SH)

27. März 2017

 


 

 

 

 

Protokolle, Reden, Beschlüsse, Resolutionen usw.

XI. Parteitag der KPR (B)

 

in russischer Sprache

herausgegeben von der Komintern (SH)

aus Anlass des 95. Jahrestages

27. 3. 1922 - 27. 3. 2017


 

 

 

11-й съезд РКП(б): Протоколы.

 

 

РЕЗОЛЮЦИИ И ПОСТАНОВЛЕНИЯ XI СЪЕЗДА РКП(б)
1. По докладу Центрального комитета 553—554
2. По отчету делегации РКП(б) в Коминтерне 554—556
3. Роль и задачи профсоюзов в условиях новой
экономической политики . . . 556—565
4. О проверке и обновлении руководящих организаций
профсоюзов 565—566
5. О финансовой политике 566—572
6. О работе в деревне 572—573
7. Об укреплении и новых задачах партии 573—582
8. Резолюция декабрьской 1921 г. конференции РКП(б) по
вопросу об укреплении партии, в связи с учетом опыта
проверки личного состава ее 583—586
9. Практические предложения по организационным вопросам
партстроительства как дополнение к резолюции об
укреплении партии в связи с ее чисткой ......... 587—591
10. О задачах и целях контрольных комиссий 591
11. Положение о контрольных комиссиях 591—594
12. Положение о Центральной ревизионной комиссии . . . 594
13. По вопросу о РКСМ 595—597
14. О печати и пропаганде , 597—603
15. По вопросу о работе среди работниц и крестьянок . . 603
16. Постановление по вопросу об укреплении Красной армии 604—605
17. О некоторых членах бывшей „рабочей оппозиции" . . 605—608
ЛЕНИН И XI СЪЕЗД
1. О роли и задачах профсоюзов в условиях новой
экономической политики 611—618
2. О тезисах тов. Преображенского 618—620
3. Об условиях приема новых членов в партию. Две
записки В. М. Молотову:
1 620—621
2 621-622
4. План политического отчета ЦК РКП(б) на XI съезде
партии 623—626
5. Письмо В. М. Молотову о плане Политдоклада на
XI съезде партии . . 626—627
6. План речи на 27 марта 1922 г 628—630
7. Запись прений по отчету ЦК РКП(б) на XI съезде партии. 630—632
СОДЕРЖАНИЕ 839
Стр.
8. Набросок плана заключительного слова по отчету ЦК
РКП(б) на XI съезде партии 632—633
9. Письмо т. Осинскому 633—634
10. Записка В. И. Ленина Л. Каменеву на заседании
XI съезда 2 апреля 1922 г 634
11. Письмо Я. А. Яковлева В. И. Ленину 634
МАТЕРИАЛЫ СЪЕЗДА
1. Отчет за год работы ЦК РКП(б) 637—664
2. Отчет Центрального комитета РКСМ 664—674
3. Основные положения финансовой программы 674—678
4. Об укреплении и новых задачах партии 678—683
5. Тезисы доклада об РКСМ на XI съезде РКП(б) . . . 683—685
6. О печати и пропаганде 686—688
7. Проект положения о контрольных комиссиях 688—692
8. Проект положения о Центральной ревизионной комиссии. 692
9. Постановления, принятые на совещании военных делегатов
XI партсьезда . . . 693
10. Отчет комиссии XI съезда РКП(б) о группе „рабочей
оппозиции" . . . 693—700
11. Список делегатов XI съезда РКП(б) с решающим голосом 701—711
12. Список делегатов съезда с совещательным голосом . 712—715
13. Список организаций, представленных на съезде . . . 716—717
14. Регламент XI съезда Российской коммунистической партии 718
ПРИЛОЖЕНИЯ
1. Об XI съезде РКП(б) воем организациям РКП(б) . . . 721
2. К сведению всех организаций РКП(б) —
3. Всем Губкомам и Уездкомам РКП(б) —
4. О чистке партии 722—725
5. Итоги проверки, пересмотра и чистки РКП(б) в 1921 г. 725—730
6. Материалы по вопросу о группе „рабочей оппозиции"
на XI съезде РКП(б) 730—739
7. Карточка по учету всероссийских и губернских съездов
И конференций . 739—741
Примечания 743—776
УКАЗАТЕЛИ
1. Указатель ораторов 779—783
2. Указатель имен 784—812
3. Предметный указатель 813—825
4. Указатель местных партийных организаций 826—827
5. Указатель цитируемых и упоминаемых литературных
работ и источников 828—833
Фотоиллюстрациия—личная анкета В. И. Ленина на
XI съезде (уменьшена) между 4 и 5 стр.

 

Делегаты XI-го съезда РКП(б) 27.3 - 2.4.1922

 

Документы 11-го съезда РКП (б)

 

 

 

Личная анкета Б. И. Л е н и н а на XI съезде.
(Уменьшена).