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Jakow M. Swerdlow

 

16. März 1919

100. Todestag

16. März 2019

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedenkrede zum Tod von J. M. Swerdlow

18. März 1919

 

 

 

"Es gibt Menschen, Führer des Proletariats, von denen man in der Presse nicht viel Wesens macht, vielleicht, weil sie es selbst nicht lieben, viel Wesens von sich zu machen, die aber dennoch die Lebenssäfte der revolutionären Bewegung, ihre wahren Führer sind. Zu diesen Führern gehört J. M. Swerdlow."

(STALIN)

 

Haus in Nischni Nowgorod,

wo Y. M. Sverdlov seine Kindheit verbrachte

 

 

 

 

 

 

Vorsitzender des Jekaterinburg-Ausschusses der RSDLP

1904

 

 

Der Raum, in dem der Unterricht 1905 in Jekaterinburg stattfand.

 

Die Zelle des Perm-Gefängnisses, in der 1906 Y. M. Sverdlov eine Strafe verbüßte.

 

Ya. M. Sverdlov in der Gruppe von Gefangenen im Perm-Gefängnis.

 

Steckbrief der Moskauer Sicherheitsabteilung. 1909

 

Ya. M. Sverdlov im Narym-Bezirk. 1910

 

Ya. M. Sverdlov in der Gruppe der im Exil lebenden Bolschewiki. Narym. 1910

 

1903

 

Gruppe der Bolschewiki in Turukhansk. Sitzen (von links nach rechts): Samoilov, Sergusheva, Badayev, Shagov. Stehend: Spandaryan, Stalin, Yakovlev, Petrovsky, Linde, Sverdlov. Sverdlovs Sohn Andrei sitzt unten.

 

1915

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ya. M. Sverdlov und K. T. Novgorodtseva (Sverdlov) mit ihrer Tochter Vera. Ende 1918 - Anfang 1919

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ya. M. Sverdlov kehrt von der Sitzung des V. Sowjetkongresses zurück.

Juli 1918

 

Ya. M. Sverdlov am Tag des Roten Offiziers auf dem Podium.
Moskau, Roter Platz, 11. August 1918

 

 

 

Ya. M. Sverdlov in seinem Büro.

 

 

 

 

 

 

 

Ya. M. Sverdlov im Zug, als er zur Front fährt.

Herbst 1918

 

Swerdlow auf dem V. Allrussischen Sowjetkongreß

 

Sverdlov, Lenin bei der Einweihung des Denkmals für Karl Marx im Jahr 1918

 

 

 

Rede Ya. M. Sverdlov während einer Kundgebung auf dem Roten Platz, die den Opfern der Kämpfer an der Front gewidmet ist. Moskau 1918

 

 

Ya. M. Sverdlov spricht auf einem Treppenabsatz des Arbeiterpalastes in Moskau. November 1918

 

 

Ya. M. Sverdlov auf einer Parade in Moskau 1918

 

Ya. M. Sverdlov in einer Gruppe von Genossen während einer Kampagne des Allrussischen Zentralkomitees

 

 

 

V.I. Lenin und Ya. M. Sverdlov - Blick auf eine Flugzeugschau
November 7, 1918

 

Ya. M. Sverdlov und seine Mitarbeiter in seinem Büro. 1918

 

V.I. Lenin und Ya. M. Sverdlov im Präsidium des Kongresses der Genossenschaften

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erklärung von Ya. M. Sverdlov über die Zustimmung, für die Konstituierende Versammlung zu kandidieren. 1917

 

 

Sverdlov 1918 - zeichnet ein Dokument

 

"Rede von Ya. M. Sverdlov in einer konspirativen Wohnung."

Künstler Nikolay Chesnokov

 

 

Rede von Jakow Sverdlov vor der II. Regionalkonferenz der RSDLP.

Künstler L. Tkachenko

 

„Die Festnahme von Yakov Sverdlov und seiner Frau Claudia Novgorodtseva im Jahre 1906 in Perm“.

Künstler Melentyev

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

J. W. STALIN

ÜBER J. M. SWERDLOW

"Proletarskaja Rewoluzija" (Die proletarische Revolution),
Nr. 11 (34), November 1924

 

Es gibt Menschen, Führer des Proletariats, von denen man in der Presse nicht viel Wesens macht, vielleicht, weil sie es selbst nicht lieben, viel Wesens von sich zu machen, die aber dennoch die Lebenssäfte der revolutionären Bewegung, ihre wahren Führer sind. Zu diesen Führern gehört J. M. Swerdlow.

Ein Organisator durch und durch, ein Organisator von Natur aus, auf Grund seiner Erfahrungen, seiner revolutionären Erziehung und Veranlagung, ein Organisator in seiner ganzen rastlosen Tätigkeit - das ist das Bild J.M. Swerdlows.

Was bedeutet es, bei uns, wo das Proletariat an der .Macht steht, Führer und Organisator zu sein? Es bedeutet nicht, sich Gehilfen auszusuchen, eine Kanzlei einzurichten und über sie seine Anordnungen zu treffen. Führer und Organisator unter unseren Verhältnissen zu sein bedeutet erstens - die Funktionäre kennen, ihre Vorzüge und Mängel zu erkennen verstehen, an die Funktionäre heranzugehen wissen, zweitens - verstehen, die Funktionäre so einzusetzen, dass

1. jeder Funktionär sich am richtigen Platz fühlt;

2. jeder Funktionär der Revolution ein Maximum dessen geben kann, was er auf Grund seiner persönlichen Qualitäten überhaupt zu geben imstande ist;

3. eine derartige Verteilung der Funktionäre keine Störung, sondern Koordinierung, Einheitlichkeit, allgemeinen Aufschwung der Arbeit im Ganzen zur Folge hat;

4. die allgemeine Richtung der auf diese Weise organisierten Arbeit die politische Idee zum Ausdruck bringt und realisiert, um derentwillen die Verteilung der Funktionäre auf die verschiedenen Posten durchgeführt wird.

J.M. Swerdlow war gerade ein solcher Führer und Organisator unserer Partei und unseres Staates.

Die Periode von 1917 bis 1918 war eine Periode der Wende für Partei und Staat. Die Partei wurde in dieser Periode zum erstenmal zur regierenden Kraft. Zum erstenmal in der Geschichte der Menschheit entstand eine neue Macht, die Macht der Sowjets, die Macht der Arbeiter und Bauern. Die Partei, die bis dahin illegal war, auf neue Geleise zu führen, die organisatorischen Grundlagen des neuen proletarischen Staates zu schaffen, die organisatorischen Formen für die Wechselbeziehungen zwischen Partei und Sowjets zu finden, der Partei dabei die Führung und den Sowjets ihre normale Entwicklung zu sichern - das war die überaus komplizierte organisatorische Aufgabe, vor der die Partei damals stand. In der Partei wird sich niemand finden, der bestreiten wollte, dass J. M. Swerdlow einer der ersten, wenn nicht der erste war, der diese organisatorische Aufgabe, ein neues Rußland aufzubauen, sachkundig und reibungslos löste.

Die Ideologen und Agenten der Bourgeoisie wiederholen gern die abgedroschene Phrase, die Bolschewiki verstünden nicht aufzubauen, sie seien nur fähig zu zerstören. J. M. Swerdlow, seine ganze Arbeit ist eine lebendige Widerlegung dieses Gefasels. J. M. Swerdlow und seine Arbeit in unserer Partei sind kein Zufall. Eine Partei, die einen so großen Baumeister wie J. M. Swerdlow hervorgebracht hat, kann ohne weiteres sagen, dass sie ebensogut Neues zu erbauen wie Altes zu zerstören versteht.

Ich bin weit davon entfernt, Anspruch darauf zu erheben, alle Organisatoren und Baumeister unserer Partei genau zu kennen, aber ich muss sagen, von allen mir bekannten hervorragenden Organisatoren kenne ich - nach Lenin - nur zwei, auf die unsere Partei stolz sein kann und muss: J. F. Dubrowinski, der in der Turuchansker Verbannung umkam, und J. M. Swerdlow, der für die Arbeit am Aufbau der Partei und des Staates sein Leben aufgeopfert hat.

 

"Proletarskaja Rewoluzija" (Die proletarische Revolution),
Nr. 11 (34), November 1924.
Unterschrift: J. Stalin.

 

 

Brief des ZK der KPR an den deutschen Spartakusbund und an die Kommunistischen Parteien Deutsch-Österreichs und Ungarns

unterzeichnet von Lenin, Stalin und Swerdlow, geschrieben Anfang Januar 1919

 

 

Sverdlov

Biographical Scetch (Englisch)

Herkunft und Jugend

Swerdlow stammte aus einer jüdischen Familie. Sein Großvater war der 1875 in Saratow registrierte Händler Israel Gauchmann. 1882 ließ sich sein Vater Michaim-Moshe Israelewitsch Gauchmann mit Ehefrau Elisabeth Solomonowna, aus dem Gouvernement Witebsk kommend, in Nischni Nowgorod unter dem Namen Moshe Swerdlow nieder. Nach der Geburt des Sohnes Jeschua-Salman Michailowitsch (1884) – dem späteren französischen General – wurde im Folgejahr Jakow Michailowitsch geboren.

Vater Moshe Swerdlow betrieb drei kleine Unternehmungen: eine Gravur-Werkstatt, einen Verlag sowie eine Druckerei. Jakow besuchte fünf Klassen eines Gymnasiums, wurde aber wegen revolutionärer Agitation verwiesen und vom Vater zur Ausbildung in eine Apotheke gegeben. Hier trat er 1901 in die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) ein und war neben seinem Beruf auch als Agitator in Kostroma, Jaroslawl, Kasan und weiteren Orten an der oberen und mittleren Wolga für die Partei unterwegs.

Zarismus

Wegen Teilnahme an der Beerdigung einer Studentin (B. I. Rjurkowa) wurde er am 5. Mai 1902 erstmals für 14 Tage inhaftiert. Von April bis August 1903 erneut inhaftiert, befand er sich bis Ende des Jahres unter Polizeiaufsicht.

Nach der Parteispaltung von 1903 schloss er sich der Fraktion der Mehrheitler (russisch: Bolschewiki) um Lenin an. Am 28. August 1905 erhielt er seine erste Parteifunktion im SDAPR-Stadtkomitee von Tscheljabinsk, wo er laut Parteiarchiv an drei Abstimmungen teilnahm. An der ersten und niedergeschlagenen russischen Revolution von 1905 bis 1907 nahm er im Raum von Jekaterinburg teil, wo er 1906 zum Vorsitzenden des Ural-Gebietskomitees der SDAPR (B) gewählt wurde. Im September 1907 zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt, die er in Jekaterinburg absaß, ging er anschließend nach Moskau. Hier wurde er auf Beschluss des Innenministers im März 1910 für drei Jahre in das Gebiet um Tomsk hinter dem Ural verbannt, konnte aber fliehen. Im November wurde er in Sankt Petersburg als „Agent des Zentralkomitees der Bolschewiki“ erneut arretiert.

1911 wurde Swerdlows Sohn Andrei von Klawdija Timofejewna Nowgorodzewa geboren, die 1904 in die SDAPR eingetreten war.

Diesmal für vier Jahre verbannt, versuchte er dreimal zu fliehen, wurde allerdings immer wieder gefasst. 1912 wurde Swerdlow im Alter von nur 26 Jahren von den Mitgliedern des Zentralkomitees (ZK) der SDAPR (B) entsprechend den Parteisatzungen als zusätzliches Mitglied ins ZK aufgenommen. Er gehörte der Redaktion der Parteizeitung Prawda (deutsch: Wahrheit) an, wobei er die Druckerei seines Vaters nutzen konnte. Während des Ersten Weltkriegs vertrat er wie Lenin die Auffassung, dass dieser Krieg ein auf beiden Seiten imperialistischer Krieg sei, der in allen Ländern in eine Revolution gegen die Herrschenden umgewandelt werden solle. Er forderte, dass die Sozialdemokraten die Arbeiter aller Länder dazu aufrufen sollten, sich als Soldaten über die Fronten hinweg zu verbrüdern.

1913 verbannte man ihn für fünf Jahre nach Turuchansk, wo er mit Stalin ein Haus bewohnte. Im gleichen Jahr kam Tochter Wera zur Welt. 1915 zog die Mutter seiner Kinder zu ihm. Mit der Februarrevolution 1917 begab er sich zunächst ohne seine Familie nach Moskau.

Zentralkomitee und die Oktoberrevolution

In Russland im März 1917 war er einer der Parteifunktionäre, die wie Lenin den Übergang zur sozialistischen Revolution forderten. Das ZK beauftragte ihn Mitte 1917, die organisatorische Leitung der Partei zu übernehmen. Der VI. Parteitag wählte ihn im August 1917 ins Sekretariat des ZK, dessen Vorsitz er übernahm. Er leitete die Parteiarbeit in Vorbereitung der Oktoberrevolution und führte den Vorsitz, als am 23. Oktober 1917 das Zentralkomitee der Bolschewiki in einer Sitzung den Beschluss fasste, „dass der bewaffnete Aufstand unumgänglich und völlig herangereift ist“[1]. Sein Klarname wurde hier erstmals wiedergegeben.

Auf dem Sowjetkongress unmittelbar nach der Machtübernahme der Bolschewiki vom 25. Oktober / 7. November 1917 war Swerdlow Fraktionsvorsitzender der SDAPR(B) und wurde zum Mitglied des Gesamtrussischen Zentralexekutivkomitees (GZEK) gewählt. Kurz darauf wurde er auf Lenins Vorschlag als Nachfolger Lew Kamenews dessen Vorsitzender. Swerdlow leitete somit als Sekretär des ZK die Partei und war als Vorsitzender des GZEK auch das Staatsoberhaupt Sowjetrusslands, während Lenin als Vorsitzender des Rats der Volkskommissare die Funktion des Regierungschefs ausübte. Die GZEK-Regierung verstand sich zunächst als Interimsherrschaft bis zum Zusammentreten der russischen verfassungsgebenden Versammlung. Swerdlow war einer der in Wizebsk gewählten bolschewistischen Abgeordneten der Versammlung.

Bei der gewaltsamen Auflösung der Konstituierenden Versammlung durch die Bolschewiki im Januar 1918 und bei der Unterzeichnung des Friedensvertrages von Brest-Litowsk im März 1918 vertraten Lenin und Swerdlow dieselbe Position. Da die Mittelmächte infolge des Vertrages die Ukraine besetzten, die Bolschewiki aber die Ukrajinska Narodna Respublika wieder Russland einzufügen gedachten, empfing Lenin auf Vermittlung Swerdlows u. a. den Anarchisten Nestor Machno im Juni 1918 in Moskau. Lenin sondierte, ob man mit den Anarchisten zusammenarbeiten könnte.[2]

Im März 1918 leitete Swerdlow die Verhandlungen des VII. Parteitags, der die Umbenennung der Partei in Kommunistische Partei Russlands, KPR(B), beschloss. Im April d. J. wurde Swerdlow Vorsitzender einer Kommission, die die sowjetische Staatsverfassung der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik ausarbeitete, die dann im Juli 1918 vom Sowjetkongress beschlossen wurde.

Romanows

Am 9. Mai 1918 gab Swerdlow die Anweisung, die Zarenfamilie von ihrem bisherigen Haftort nach Moskau zu verlegen. Dazu sandte er Jakow Jurowski als Sonderkommissar mit 150 Rotarmisten nach Tobolsk. Dies ging auf einen Wunsch Kaiser Wilhelms II., vertreten durch Botschafter Wilhelm von Mirbach-Harff, zurück, der des Zaren Unterschrift auf dem Brest-Litowsker Vertrag wünschte. Lenin berücksichtigte diese Forderung, und das Reichsschatzamt des deutschen Kaiserreiches überwies den Bolschewiki im Juni 1918 insgesamt 43 Millionen Reichsmark (heutiger Wert 100 Millionen Euro), um deren Regierung zu stützen. In geringerem Umfang finanzierte die Entente im Gegenzug die Sozialrevolutionäre. Jurowski leitete den Zug der Zarenfamilie allerdings nach Jekaterinburg und arrestierte sie im Ipatjew-Haus. Im sogenannten „Haus zur besonderen Verwendung“ wurden sie am 16./17. Juli 1918 von einem Erschießungskommando unter Jakow Jurowski hingerichtet.

Die Hinrichtung der Zarenfamilie auf sowjetischem Gebiet durch die Tscheka, mit großer Wahrscheinlichkeit auf GZEK-Beschluss[3], forderte um diese Zeit weitere Opfer:

Roter Terror

Nach zahlreichen terroristischen Gewalttaten der antisowjetischen Bürgerkriegstruppen, bei denen Partei- und Staatsfunktionäre ermordet worden waren“ beschloss das GZEK am 6. Juli 1918 auf Vorschlag Swerdlows, mit „rotem Massenterror gegen die Bourgeoisie und ihre Agenten“ zu antworten. Am selben Tag wurde ein Oberstes Revolutionstribunal gegründet.

Am 18. Juli 1918 teilte Swerdlow dem Präsidium des GZEK nachträglich mit, dass sich weißgardistische Bürgerkriegstruppen im Anmarsch auf die Stadt Jekaterinburg befunden hatten; „es sei zu befürchten gewesen, dass die dort gefangen gehaltene frühere Zarenfamilie befreit und als lebendige Symbole des Kampfes der ausländischen Interventionstruppen und der Bürgerkriegstruppen gegen die Sowjetmacht benutzt werden könnten. Der Sowjet des Gebiets Ural habe daher den Befehl zur Erschießung des Zaren gegeben, der in der Nacht zum 17. Juli vollstreckt wurde“. Das Präsidium des GZEK billigte die Entscheidung des Gebietssowjets, der auch gleich alle weiteren Familienmitglieder, die im Ipatiew-Haus hingerichet worden waren, in seiner verspäteten Erklärung vom 19. Juli auflistete.

Am 27. August erteilte Swerdlow eine Genehmigung zum Tragen und Besitzen von Waffen „aller Art“. Am 30. August 1918 wurde ein Attentat auf Lenin durch die Sozialrevolutionärin Fanny Kaplan verübt. Swerdlow verhörte zusammen mit Jurowski F. Kaplan über Nacht in der Lubjanka. Am Folgetag übernahm er sofort die Leitung des Sownarkom. Das Dekret über den „roten Massenterror“ wurde am 5. September verabschiedet – einen Tag, bevor Lenin wieder im Amt erschien.[4]

Tod

Im Februar 1919, als sich Swerdlow in Vorbereitung des VIII. Parteitags auf Reisen zu verschiedenen Konferenzen befand, erkrankte er an der Spanischen Grippe. Er starb am 16. März 1919 in Moskau.

Nachwirkung

Swerdlows Aufstieg, den ihm innerhalb der revolutionären Bewegung in jungen Jahren der Parteiführer Lenin ermöglicht hatte, wurde in der Literatur mit dem Aufstieg von Antoine de Saint-Just an der Seite von Robespierre nach der Französischen Revolution verglichen. Seine jüdische Herkunft wurde seinerzeit von Rechtsnationalen und Antisemiten zur Diskreditierung der bolschewistischen Regierung als jüdisch dominiert verwendet.

Swerdlow war der erste sowjetische Politiker, der auf dem Roten Platz vor der Kremlmauer ein Ehrengrab erhielt. Die Kommunistische Swerdlow-Universität wurde nach ihm benannt. 1924 wurde Jekaterinburg, der Ort des Zarenmordes, zu seinen Ehren in Swerdlowsk umbenannt. Im Zentrum der Stadt steht noch immer ein Denkmal Swerdlows. Die Stadt heißt seit 1991 (Jelzin-Beschluss) wieder Jekaterinburg, das Gebiet weiterhin Oblast Swerdlowsk.

Nach Swerdlow wurde in den 1950er Jahren die Swerdlow-Klasse benannt, eine Klasse Leichter Kreuzer der UdSSR (Artillerieschiff), die seitens der NATO ein Wettrüsten im Kriegsschiffbau nach sich zog.

Swerdlows Sohn Andrei (1911–1969) war NKWD-Agent.


 

 

 

 

LENIN ÜBER SVERDLOV

 

 

 

 

Gedenkrede zum Tod von J. M. Swerdlow

18. März 1919

 

Lenin V.I., Speech in memory of Ya. M. Sverdlov at an emergency meeting of the All-Russian Central Executive Committee on March 18, 1919. Complete. collected cit., vol. 38, pp. 74–79. Ed. 5th

Lenin V.I., Speech at the funeral of Ya. M. Sverdlov on March 18, 1919. Chronicler recording. Full collected cit., vol. 38, p. 80. Ed. 5th

V.I. Lenin, Speech at the opening of the [VIII] congress [RCP (b)] March 18, 1919 Full. collected cit., vol. 38, p. 127.

V.I. Lenin, Report of the Central Committee [at the VIII Congress of the RCP (B.]) March 18, 1919. Complete. collected cit., vol. 38, pp. 142, 146–147.

Lenin V. I, On the candidacy of M. I. Kalinin for the post of Chairman of the All-Russian Central Executive Committee. Speech at the XII meeting of the All-Russian Central Executive Committee March 30, 1919 Complete. collected cit., vol. 38, p. 223.

Lenin V.I., In memory of the Chairman of the All-Russian Central Executive Committee, comrade Yakov Mikhailovich Sverdlov. Full collected cit., vol. 38, p. 229. Ed. 5th

V.I. Lenin, Speech at a meeting of the memory of Ya. M. Sverdlov, March 16, 1920 A brief newspaper report. Full collected cit., vol. 40, p. 225.

V.I. Lenin, Report of the Central Committee [at the 9th Congress of the RCP (B.]) March 29, 1920. Complete. collected cit., vol. 40, p.

 

 

 

Am 16. März 1919 besucht Lenin den schwer erkrankten Swerdlow im Kreml

Am 18. März hält Lenin in der außerordentlichen Sitzung des Gesamtrussischen Zentralexekutivkomitees eine Rede zum Gedenken J. M. Swerdlows.

Nach der Sitzung begibt sich Lenin mit dem Trauerzug auf den Roten Platz. Er spricht am Grabe J. M. Swerdlows.

 

 

 

 

Sverdlov Funaral (1)

 

Sverdlov Funaral (2)

 

 

Funeral Ya. M. Sverdlov (3)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Memorial plaque

in honor of assigning Y. M. Sverdlov to Ekaterinburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Novgorod monument

 

Opening of the monument to Ya. M. Sverdlov in Gorky. 1957

 

 

 

 

 

 

Tombstone near the Kremlin wall

 

Sverdlov Communist University

The Sverdlov Communist University was a school for Soviet activists in Moscow, founded in 1918 as the Central School for Soviet and Party Work. After the death of the Bolshevik leader Yakov Sverdlov, the institution was named after him. Its founding rector was Vladimir Nevsky.The curriculum was more concerned with the speedy training of party militants rather than in developing any depth of knowledge. Many of the intake had had little formal education however literacy was an entry requirement. However there was a Rabfak attached where prospective entrants could receive some preparatory education. Sverdlov was working on developing these courses at the time of his death. When it opned several week later on 1 June 1919, it was named in his honour.The main reason for the creation of the institution was the delivery of the "Short Courses" which could be completed in 10–14 days. These were concerned with basic training in propaganda work.


 

 

 

SVERDLOV - FILM (1940)