Fiete Schulze

von den Nazi-Henkern geköpft

6. Juni 1935


"Es wird einen Kämpfer weniger geben ! Aber siegen werden wir trotzdem!"

(FIETE SCHULZE)

 

- Das waren die letzten Worte des Genossen Fiete Schulze vor dem bürgerlichen Klassengericht. Ohne die Spur eines Beweises wurde er dreimal zum Tode verurteilt und erhielt 260 Jahre Haftstrafe.

Am 6. Juni 1935 wurde er von den Nazi-Schergen geköpft. Wie sehr ihn die Bourgeoisie auch in der BRD fürchtet, zeigt sich daran, dass er 1971 vom Hamburger Senat zum vierten Mal und 1974 vom Bundesgerichtshof zum fünften Mal als "Mörder" von den Nazis rechtskräftig verurteilt worden sei. Und das, obwohl er bereits 1951 vom Hamburger Senat als Opfer des Naziterrors rehabilitiert und also frei gesprochen worden war. ( Erst im Februar 1981 (!!) wurde das Todesurteil gegen Fiete Schulze durch die Staatsanwaltschaft beim Hanseatischen Oberlandesgericht aufgehoben).

All das wirft ein grelles Licht auf die Verlogenheit der ach so "demokratischen" Bundesrepublik Deutschland, die heute noch am Verbotsurteil der KPD im Jahre 1956 fest hält, welches durch die Gründung der KPD/ML 1968 durchbrochen wurde.

Fiete Schulze wurde Opfer eines Gesinnungsurteils. Er wurde ermordet, weil er Kommunist war, weil er ein treues Mitglied und Führer der KPD Ernst Thälmanns war, weil er einer der tapfersten Führer im Hamburger Aufstand war und auf den revolutionären Barrikaden für die sozialistische Weltrevolution kämpfte. Er war leitender Funktionär des Rot-Front Kämpferbundes (RFB), der Selbstschutzorganisation der KPD gegen die Übergriffe der Nazi-Horden. Als Leiter des von der KPD organisierten Massenwiderstands gegen den SA-Terror war Fiete Schulze ab Herbst 1932 verantwortlich für die Abwehraktionen der Antifaschistischen Aktion, die Häuserschutzstaffeln und den nach seinem Verbot im Jahr 1929 illegal weiter geführten Roten Frontkämpferbund.

Fiete war sowohl als begeisternder Redner als auch mutiger Kämpfer ungemein populär innerhalb der Arbeiterschaft.

Fiete Schulze war in seiner Eigenschaft als kommunistischer Funktionär vor allem für die politisch idedologische Schulung der Miglieder des Rotfrontkämpferbundes (RFB) zuständig. Der Arbeiter Tönnies Hellmann schrieb später: “Ich war gespannt auf den ersten Tag und auf Fiete Schulze. Ich sehe ihn heute noch in das Zimmer reinkommen. Die erste Frage, die er mir stellte, war: “Was ist der Staat?” Ich war noch zu doof, ich konnte gar keine Antwort geben (..) Dann hat Fiete Schulze gesagt:”Der Staat ist das Ausführungs- und Unterdrückungsorgan der jeweils herrschenden
Klasse!” Den Satz hämmerte er uns richtig ein und am Ende haben wir den auch alle begriffen.”

Im Kampf gegen die Nazis standen die Kommunisten an vorderster Front und hatten die meisten Opfer zu tragen. Sie wurden von der GeStaPo gejagt, in Zuchthäuser und in die KZ-s gesteckt, bestialisch gequält, gefoltert, hingerichtet, ermordet oder vergast.

Fiete Schulzes Name kann man nicht in den Dreck treten.

Er ist und bleibt uns allen ein Vorbild für Treue und Ergebenheit zum Kommunismus – bis in den Tod hinein.

Zum Andenken an den Hamburger Schlosser, Fiete Schulze, veröffentlicht die deutsche Sektion der Komintern (SH) eine Broschüre über Fiete Schulze.

Es lebe der Genosse Fiete Schulze !

Es lebe die KPD Ernst Thälmanns !

Es lebe der Kampf gegen Faschismus und imperialistische Kriege auf der ganzen Welt !

Es lebe die gewaltsame sozialistische Weltrevolution !

Es lebe die bewaffnete Diktatur des Weltproletariats!

Es lebe der Weltsozialismus und Weltkommunismus !

Es lebe die Komintern (SH) !

 

 

22. Oktober 1894 - 6. Juni 1935

FIETE SCHULZE

(PDF)

 

„Es wäre eine schreiende Ungerechtigkeit, wenn dieser Mann mit dem Leben davon käme. Seine Zunge ist gefährlicher als die Kugeln derer, die auf seinen Befehl geschossen haben. Möge in diesem Angeklagten der volksfremde und volkszerstörende Kommunismus versinken, dessen vollendeter Ausdruck Fiete Schulze ist.“

(Zitat der faschistischen Klassenjustiz - 1935)

 

 

FLUGBLATT DER KPD

Das Todesurteil rief internationalen Protest hervor. Es kam zu Demonstrationen in Paris, Amsterdam und anderen Städten. Des weiteren protestierten Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Maxim Gorki, Heinrich Mann u.a. dagegen.
Trotz all dieser Solidaritätsbekundigungen wurde Fiete am 6. Juni 1935 morgens gegen sechs Uhr mit dem Handbeil vom Magdeburger Scharfrichter Carl Gröpler enthauptet. Ein Abschiedsbesuch seiner Angehörigen war ihm verwehrt worden.

 

RUF AN DIE WELT

Erich Weinert

nach der Hinrichtung Fiete Schulzes, Paris 1935

 

Sein Kopf ward abgeschlagen

Mit einem großen Hieb.

Sie konnten nicht ertragen,

Daß er am Leben blieb.

Denn diese reinste Flamme war

Selbst hinter Mauern noch Gefahr.

 

Sein Kopf ward abgeschlagen.

Die Henker wollten sehn,

Wie lang wir's noch ertragen

Schweigend dabeizustehn,

Wenn man der Besten uns beraubt.

Und schweigt ihr, dann fällt Haupt um Haupt.

 

Welt, zeig den feigen Schindern

Daß Fietes Blut uns mahnt,

Daß wir den Mord verhindern,

Den diese Bestie plant!

Zeigt dem verfluchten Regiment,

Daß unsre Glut nicht niederbrennt!

 

Ein Kopf ward abgeschlagen!

Welt, setz dich laut zur Wehr!

Die Faust an ihren Kragen!

Sie schlagen keinen mehr.

Wir packten oft sie beim Betrug,

Doch packten wir nicht fest genug.


Wollt ihr, daß man die treuesten

Genossen uns entriß?

Schlagt mit Millionen Fäusten

Den Henkern ins Gebiß!

Ein Kopf ward abgeschlagen, Welt!

Schlag zu, bevor der nächste fällt!

 

Erich Weinert, Rufe in die Nacht. Gedichte aus der Fremde 1933-1943, Berlin 1947

 

Fiete Schulze für uns bist du ein wahrer Held

(Gedicht von Konrad Klinger)

Hast du dich schon mal gefragt warum das Weltproletariat zusammenhalten sollte
nationale und soziale Befreiung vom NS-Faschismus ist was Fiete Schulze wollte
 Kennst du seine Worte, kennst du seinen Namen?
welches revolutionäres Vermächtnis Fiete Schulze hat, kann man nur ahnen

Fiete Schulze für uns bist du ein wahrer Held
Fiete Schulze , ein Freiheitskämpfer in dieser dunklen Welt
Fiete Schulze - revolutionärer Klassenkrieg für den Frieden
Fiete Schulze- ein Denkmal wollen wir dir schmieden

Nazi -und G7 Faschismus soll zerschmettert sein, hörst du den großen Knall?
Auch Stalin war stolz auf Fiete Schulze, unser sowjetischer Marschall
Für Fiete Schulze war Imperialismus das letzte, er wußte was er wollte
Doch der europäische Faschismus versklavte die Völker und sein Schicksal rollte


Fiete Schulze für uns bist du ein wahrer Held
Fiete Schulze , ein Freiheitskämpfer in dieser dunklen Welt
Fiete Schulze - revolutionärer Klassenkrieg für den Frieden
Fiete Schulze- ein Denkmal wollen wir dir schmieden


Im Niedergang ist die bürgerlich-revisionistische Welt
Fiete Schulze, stolz und ungebrochen sein Klassenbewußtsein noch erhält
So saß er bei den Nazifaschos in seiner Einzelhaft
Von der Außenwelt abgeschottet , Weltkapital fürchtet wohl seine Kraft

Fiete Schulze für uns bist du ein wahrer Held
Fiete Schulze , ein Freheitskämpfer in dieser dunklen Welt
Fiete Schulze - revolutionärer Klassenkrieg für den Frieden
Fiete Schulze- ein Denkmal wollen wir dir schmieden


Das Leben als Hamburger Arbeiterführer, gebrochen war sein Wille nicht
Fiete Schulze wurde feige hintergangen, finsterste Reaktion nahm ihn das Licht
ein Strick um seinen Halse, bürgerliche Klassenjustiz kennt keinen Halt
Imperialismus hält Völker gefangen, sie machten ihn einfach kalt !

Fiete Schulze für uns bist du ein wahrer Held
Fiete Schulze , ein Freiheitskämpfer in dieser dunklen Welt
Fiete Schulze - revolutionärer Klassenkrieg für den Frieden
Fiete Schulze- ein Denkmal wollen wir dir schmieden
 

Eins ist klar , es war ein politisch motivierter Mord
Drum sozialistische Weltrevolution an jeden Ort
feige war es, egal was sie der Klassenjustiz gaben für diese Schreckenstat
bloß vergesst nicht, Mord verjährt nicht, auch für euch kommt der Tag!


Fiete Schulze für uns bist du ein wahrer Held
Fiete Schulze , ein Freiheitskämpfer in dieser dunklen Welt
Fiete Schulze - revolutionärer Klassenkrieg für den Frieden
Fiete Schulze- ein Denkmal wollen wir dir schmieden

 

* * *

 

Fiete Schulze war einer der Arbeiterführer des Hamburger Aufstands 1923

Er schrieb den folgenden Aufruf:

"An die Bevölkerung des Amtsbezirkes Schiffbek.


In ganz Deutschland ist die Arbeiterschaft in den Kampf um
die Macht eingetreten. In großen Teilen Deutschlands ist die
Macht in den Händen der Arbeiter. Auch in Schiffbek befindet
sich die Macht in den Händen der Arbeiterschaft. Ein provisorischer Aktionsausschuß ist am Ort gebildet, dem die Vollstreckungsgewalt übertragen ist. Es ergeht an die Bevölkerung die dringende Mahnung, jegliche Plünderung zu verhindem und zu unterlassen, da sich der Vollzugsausschuß gezwungen sieht, Plünderungen mit der Todesstrafe zu ahnden. Der Vollzugsrat wird die Versorgung der werktätigen Bevölkerung mit allen Mitteln sicherstellen.
Um weitere Zwischenfälle zu vermeiden, fordert der Vollzugsrat alle diejenigen, welche im Besitze von Schuß-, Stoß- und Hiebwaffen und Munition sind, auf, sich bis heute abend
5 Uhr bei dem Vollzugsausschuß unter Angabe der Zahl und
Art der Waffen zu melden. Nichtbefolgung dieser Anordnung
zieht schwere Strafen nach sich.


Arbeitsbrüder!

Der Sieg ist unser!

 

Nun gilt es, das Errungene zu verteidigen und auszubauen. Darum fordert der Vollzugsausschuß die wehrfähigen Arbeiter auf, sich für den proletarischen Selbstschutz bis heute nachmittag 4 Uhr in der Wache, Hamburgerstraße 23, zu melden.


Arbeiter und Arbeiterinnen!

Schließt Euch zusammen zum Schutze des Arbeiterstaates Deutschland.

Es lebe Sowjetdeutschland!
Es lebe das Bündnis der Sowjetstaaten der Welt!
Es lebe die Weltrevolution!

 

Schiffbek, den 23. Oktober 1923.
Der provisorische Vollzugsausschuß "

 

 

Der Arbeiter Fiete Schulze

(1894-1935)

(F.C. Weiskopf: Schulze, aus: Der Sozialismus - Deine Welt, Verlag Neues Leben, Berlin, 1975, S.166.9

 

Der Mann, von dem hier berichtet werden soll, führte einen Namen, der neben Müller und Meier als gewöhnlichster deutscher Name gilt. Er hieß Schulze, Fiete Schulze. Sein Vater war Arbeiter in Fischbeck bei Hamburg gewesen, und er selbst war Arbeiter in Fischbeck bei Hamburg. Aber vielleicht lebte der Vater auch in Barmbeck und Fiete in Altona... das tut wenig zur Sache. Er war ein Arbeiter. Zu seinem Leben gehörte die Unsicherheit des Arbeitsplatzes ebenso selbstverständlich wie der Wille, für eine bessere Ordnung zu kämpfen, und die Erkenntnis, daß dieser Kampf nur in der Gemeinschaft mit anderen Gleichgesinnten möglich ist.

Er war ein Feind der Nazis, bevor sie zur Macht gelangten, und er blieb ihr Feind auch, nachdem sie ihr Drittes Reich aufgerichtet hatten. Zwei Jahre lang stand er in den ersten Reihen der Untergrundkämpfer. Dann fing ihn die Gestapo. Vor Gericht hielt er sich so tapfer, daß ihm sogar die Nazi-Richter ihre grollende Bewunderung nicht versagen konnten. Sie verurteilten ihn zu insgesamt dreihundert Jahren Zuchthaus; das waren, da Schulze achtunddreißig Jahre zählte, sieben ganze Leben, die ihm so abgesprochen wurden. Sie verurteilten ihn weiter dreimal zum Tode und zweimal zum Verlust dessen, was sie Ehre nannten. Den Kopf schlugen sie ihm – sie konnten nicht anders – nur einmal ab. Bevor dies geschah, rief Schulze, der als letzten Wunsch sich die Teilnahme des Gerichtshofes an der Hinrichtung ausgebeten hatte, mit fester Stimme: «Ein Kämpfer weniger, aber wir werden die Sieger sein!»

Um die Worte des Verurteilten zu übertönen, begannen die Trommler der SS-Abteilung, die den Richtplatz absperrte, einen Wirbel zu schlagen. Auch wurde Fiete Schulze zu weiteren Rufen keine Zeit gelassen. Die Henker stürzten sich auf ihn, und er wurde in der nächsten Minute, wie es das Urteil verlangte, «vom Leben zum Tode befördert». Die Gestapo ließ den Leichnam verbrennen und die Asche, unbekannt wo, einscharren. Aber acht Jahre später, im Kriegssommer 1943, öffnete der Tote seinen Mund wieder: In der von englischen Bombern zertrümmerten Stadt tauchten Flugblätter auf, die den Hamburgern einige von Hitlers Prahlereien über die sichere Vernichtung Londons in Erinnerung brachten und sie zum Sturz der braunen Tyrannei aufriefen. Die Flugblätter waren gezeichnet: «Gruppe Fiete Schulze»..

 

 

FIETE SCHULZE LEBT !

(PDF)

 

"Dreimal forderte der Staatsanwalt mein Leben. Ich gehöre zu denen die nur einmal sterben. Wenn ich aber vier Leben hätte, wahrlich, wenn sie mir drei nähmen, ich setzte das vierte ein, wenn es nur beiträgt zur Rettung meines Volkes."