Bertolt Brecht

10. Februar 1898

14. August 1956

 

 

 

 

 


 

 

 

Grußadressen der Solidarität

 

Grußadresse der Komintern (SH) zum 120. Geburtstag von

Bertolt Brecht

10. Februar 1898 - 2. Februar 2018

 

Wir grüßen alle Brecht-Freunde auf der ganzen Welt zum 120. Geburtstag von Bertolt Brecht !

Die Veröffentlichung vieler seiner Werke in 14 (!!) Sprachen - das ist unsere Geburtstagsgeschenk für Bertolt Brecht und alle seine Freunde auf der ganzen Welt!

Brecht und die Novemberrevolution

In diesem Jahr feiern wir nicht nur den 120. Geburtstag von Brecht. Wir feiern auch den 200. Geburtstag von Karl Marx, dessen Hauptwerk "Das Kapital" den bereits heran gereiften Bertolt Brecht nach eigenen Worten wie folgt beeindruckt hat:

"Als ich Das Kapital von Marx las, verstand ich meine Stücke."

In der Novemberrevolution war Bertolt Brecht gerade einmal 20 Jahre alt geworden und hatte soeben sein Abitur in der Tasche. Im Ersten Weltkrieg waren inzwischen schon Millionen Menschen umgekommen. In einem Augsburger Lazarett komponierte er 1918 ein Lied, das er den verwundeten Soldaten mit seiner Gitarre vorgesungen hatte. Später schrieb Brecht darüber:

"Im Frühjahr 1918 durchkämmte der kaiserliche General Ludendorff zum letzten Mal ganz Deutschland von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt nach Menschenmaterial für seine große Offensive. Die Siebzehnjährigen und die Fünfzigjährigen wurden eingekleidet und an die Front getrieben. Das Wort "k.v.", welches bedeutete "kriegsverwendungsfähig", schreckte noch einmal Millionen von Familien. Das Volk sagte: 'Man gräbt schon die Toten aus für den Kriegsdienst'."

Brechts Lied hieß: "Legende vom toten Soldaten". Es beginnt mit dem Vers:

"Und als der Krieg im vierten Lenz

Keinen Ausblick auf Frieden bot

Da zog der Soldat seine Konsequenz

Und starb den Heldentod."

Brecht entlarvte in seinem Lied den imperialistischen Krieg und die verherrlichende Hurra-Propaganda vom "Heldentod für Kaiser und Reich". Wie tief dieses anti-militaristische Lied die Imperialisten getroffen haben musste, das sollte sich 20 Jahre später heraus stellen, als die Nazis Brechts Ausbürgerung ausgerechnet mit dem Verfassen dieses Liedes begründeten.

Später schrieb Brecht selbstkritisch über seine schriftstellerischen Lehrjahre:

"Mein politisches Wissen war damals beschämend gering; jedoch war ich mir großer Unstimmigkeiten im gesellschaftlichen Leben der Menschen bewusst, und ich hielt es nicht für meine Aufgabe, all die Disharmonien und Interferenzen, die ich stark empfand, formal zu neutralisieren. Ich fing sie in die Vorgänge meiner Dramen und in die Verse meiner Gedichte ein. Und das, lange bevor ich ihren eigentlichen Charakter und ihre Ursachen erkannte."

Das Ende des Ersten Weltkriegs und die Novemberrevolution erlebte Brecht noch im Lazarett. Er erlebte Anfang und Ende der bayerischen Räterepublik und durchschaute den Verrat der USPD-Führer. Von den Soldaten wurde Brecht als ihr Vertreter im Soldatenrat gewählt. Über die Niederlage der Revolution schrieb Brecht 1919 das Drama "Spartakus", das kurze Zeit später (ja, warum wohl?!) unter ganz anderem Namen "Trommeln in der Nacht" im Münchener Theater aufgeführt wird.

"Spartakus" handelt von der Novemberrevolution in Berlin.

Ein Berliner Fabrikbesitzer und Kriegsgewinnler schimpft:

"Der Krieg hat mich auf den berühmten grünen Zweig gebracht. Der Sau Ende ist der Wurst Anfang. Die Regierung bekämpft zu lau die Aasgeier des Umsturzes. Die aufgepeitschten Massen sind ohne Ideale. Das Schlimmste aber die Frontsoldaten, verwilderte, verlotterte, der Arbeit entwöhnte Abenteurer, denen nichts mehr heilig ist."

Dem Fabrikbesitzer wird gemeldet , dass Spartakus den "roten Hexensabbath" mobilisiert, dass "Spartakus enorm Waffen gehamstert hat", dass "Zeitungen besetzt werden". Artilleriefeuer in Berlin. Die konterrevolutionäre Reaktion des Berliner Kapitalisten auf die Novemberrevolution trifft genau die historische Wahrheit: "Was unzufrieden ist, an die Wand!"

Obwohl die Novemberrevolution die Bourgeoisie in ihren Grundfesten bedroht, freut sich der Berliner Kriegsgewinnler auch noch über das Geschäft am Bürgerkrieg. Für ihn bedeutet die Niederschlagung der Novemberrevolution und der Wiederaufbau noch viel mehr Profit, als der mit der Herstellung von Granatkörben. Brecht charakterisiert aber nicht nur die Bourgeoisie in der Novemberrevolution, sondern auch das feige "Revoluzzertum" der Kleinbürger, welche die Revolution zum Scheitern brachten, welche nicht am Aufbau des Sozialismus interessiert waren, welche sich stattdessen mit der Zerstörung des verhassten alten Regimes auf halbem Wege der Revolution begnügten. Der Kleinbürger: "Schmeißt Steine auf mich, hier stehe ich: ich kann das Hemd ausziehen für euch, aber den Hals hinhalten ans Messer, das will ich nicht."

Kann man die Furcht des Kleinbürgertums vor der Revolution, den Verrat an der Revolution, besser asusdrücken, als es der junge Brecht hierbereits meisterhaft getan hat, und das im Alter von nur 21 Jahren?

Das Kleinbürgertum und das Lumpenproletariat warfen "Mond" und "Trommeln" ( diese Symbole des bewaffneten Aufstands der Spartakisten) in den Fluss, und zwar in den gleichen Fluss, in den die Bourgeoisie die Leichen der Führer der Spartakisten geworfen hatte - Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht !

* * *

Es ist kein Geheimnis, dass die Bourgeoisie stets nur das Schrifttum verbreitet, was ihren Profitinteressen dient und niemals das, was ihr schadet. Deswegen hat die Bourgeoisie stets darauf geachtet, dass gerade die späteren, offen kommunistischen Schriften des Kommunisten Bertolt Brecht in der Öffentlichkeit nicht allzu bekannt werden. Die Bourgeoisie formte sich lieber ihren "Bertolt Brecht" nach eigenem Bilde.

Brechts Bücher wurden von den Nazis verbrannt !

Und heute sind Brechts Bücher durch Copyright den Reichen zum Kauf und Verkauf - zum Profit machen vorbehalten.

Brecht würde die Frage stellen:

Was ist der Unterschied zwischen dem Verbrennen seines Buches auf dem Scheiterhaufen der Nazis und den Monopolisten, welche das Recht gekauft haben, sich an dessen revolutionären Inhalt kapitalistisch zu bereichern.

Es gibt also keinen wesentlichen Unterschied für die breite Masse der Ausgebeuteten und Unterdrückten.

Im Sinne von Bertolt Brecht, der gegen Ausbeutung und Unterdrückung gekämpft hat, veröffentlichen wir deswegen unentgeltlich das größte internationale Brecht-Archiv der Welt.

Wir haben im Sinne von Bertolt Brecht den Auftrag übernommen, in selbstloser und unentgeltlicher Arbeit seine Werke denjenigen zugänglich zu machen, welche (- wie wir übrigens selbst, die wir heute im Exil in Armut leben - genauso wie damals Bertolt Brecht) zu arm sind, um sich die Bücher zu kaufen.

Der Marxist Brecht gehört der ganzen Menschheit und nicht einpaar reichen Kapitalisten, die sich mit seinen anti-kapitalistischen Werken die Taschen füllen !

Brecht hätte das jedenfalls niemals und Niemandem erlaubt. Das würde seiner moralischen Einstellung vollkommen widersprechen.

Sobald wir an der Macht sind, werden wir das kapitalistische Privateigentum an den materiellen und kulturellen Produktivkräften und Produktionsmitteln abschaffen, damit Bertolt Brecht endlich allen Menschen auf der Welt gehört, wodurch das noch bestehende Privateigentum an Bertolt Brecht total überflüssig geworden sein wird.

Proletarier aller Länder,

Einigt euch und ihr seid frei:

Eure großen Regimenter

Brechen jede (Copyright-) Tyrannei!

Vorwärts, und nicht vergessen

Die Frage an jeden gestellt

Sollen alle Brecht lesen oder vergessen ?

Wessen Brecht ist der Brecht ?

Wessen Welt ist Brechts Welt ?

Diese Welt ist unsere Welt !

10. Februar 2018

 

SPARTAKUS IN BERLIN

Ernst Busch/Hans Eisler

Ernst Busch spielte 1928 in der Dreigroschenoper von Bertolt Brecht.

 

 

 

 GEDICHTE UND LIEDER

 

Leben des Gallileo

 

 

Der Kaukasische Kreidekreis

 

 

Kalendergeschichten

 

 

Geschichten Vom Herrn Keuner

 

 

Der Gute Mensch von Sezuan

 

Die Gewehre der Frau Carrar

TEIL 1 

TEIL 2

 

Theaterstück über den Spanischen Bürgerkrieg

1937 geschrieben und

in Paris uraufgeführt

 

 

DAS EPISCHE THEATER

(1936 und 1939)

 

Brecht-Film:

Kuhle Wampe

 

 

 

youtube

MUTTER COURAGE

 

 

 

Bertolt Brecht - An die Nachgeborenen

(Aufnahme 1939)

 

 

Bertolt Brecht singt sein

'Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens'

- Kurt Weill

 

The Brecht Document 1

 

 

Popular Videos - Bertolt Brecht & Hanns Eisler

 

 

Popular Bertolt Brecht & Opera videos

 

Macky Messer

 

Hanns Eisler / Bertolt Brecht: Die Mutter

 

Weill, Brecht: Die Sieben Todsünden

 

GEDICHTE

 

 

Das Lied vom Klassenfeind | Bertold Brecht

 

 

Lob des Kommunismus - (Helene Weigel)

 

Die Teppichweber von Kujan-Bulak ehren Lenin

 

Bericht zum 1. Mai

 

 

 

 

Wer kämpft, kann verlieren.

Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

 

 

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf.

Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.

 

 

Die Schriftsteller können nicht so schnell schreiben, wie die Regierungen Kriege machen; denn das Schreiben verlangt Denkarbeit.

 

 

Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.

 

 

 

Bankraub ist eine Unternehmung von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.

 

 

 

Keinen verderben lassen, auch nicht sich selber, jeden mit Glück erfüllen, auch sich. Das ist gut.

 

 

 

 

Wissenschaft: Es ist nicht ihr Ziel, der unendlichen Weisheit eine Tür zu öffnen, sondern eine Grenze zu setzen dem unendlichen Irrtum.

 

 

 

 

 

Die Erfindungen für Menschen werden unterdrückt, die Erfindungen gegen sie gefördert.

 

 

 

Wenn die Wahrheit zu schwach ist, sich zu verteidigen, muß sie zum Angriff übergehen.

 

 

 

Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.

 

 

 

Es setzen sich nur so viel Wahrheiten durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein.

 

 

Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden.

 

Das Schlimmste ist nicht: Fehler haben, nicht einmal sie nicht bekämpfen, ist schlimm. Schlimm ist, sie zu verstecken.

 

 

 

Für die, deren Zeit gekommen ist, ist es nie zu spät!

 

 

 

Kinderhymne

Anmut sparet nicht noch Mühe

Leidenschaft nicht noch Verstand.

Daß ein gutes Deutschland blühe

Wie ein andres gutes Land.

Daß die Völker nicht erbleichen

Wie vor einer Räuberin

Sondern ihre Hände reichen

Uns wie anderen Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter

Andern Völkern wolln wir sein

Von der See bis zu den Alpen

Von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dies Land verbessern

Lieben und beschirmen wir’s

Und das liebste mag’s uns scheinen

So wie andern Völkern ihrs.


 

 

 

"Nur Gewalt hilft dort, wo Gewalt herrscht"

 

 

 

 

 

 

Als ich Das Kapital von Marx las, verstand ich meine Stücke. .

 

 

 

 

 

Der Terror verstärkt die Feigheit und den Mut, zwei Eigenschaften die für die Diktatoren sehr gefährlich sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.

 

 

 

 

 

 

ÜBER BERTOLT BRECHT

 

 

Biographische und bibliographische Daten

 

 

 

Über Bertolt Brecht

(zum 80. Geburtstag)

RADIO TIRANA

vom 10. 2. 1978

 

 

Ich benötige keinen Grabstein, aber
Wenn ihr einen für mich benötigt
Wünschte ich, es stünde darauf:
Er hat Vorschläge gemacht. Wir
Haben sie angenommen.
Durch eine solche Inschrift wären
Wir alle geehrt ...

 

 

Zum 20. Todestag von Bertolt Brecht

"Und weil der Mensch ein Mensch ist ..."

ROTER MORGEN

Nr. 33 und 34

vom 14. und 21. August 1976

 

Verfasser: ERNST AUST

 

 

 

Zum 80. Geburtstag von Bertolt Brecht

"Vorwärts, und nicht vergessen..."

    Roter Morgen

    Nr. 6 - 10. Februar 1978

 

 

 

Zum 115. Geburtstag von Bertolt Brecht

 

 

 

 

 

 

1929 - 1932

BRECHT's Arbeit im Bündnis mit dem revolutionären Proletariat

TEIL 1

TEIL 2

(PDF)

 

 

 

 

 

 

GEDICHT 

14. August 1956 - 14. August 2016

 

Bertolt Brecht ist geboren als revolutionärer Klassenkrieger  
Er kämpfte für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland!
Deshalb sagt die Komintern (SH) immer wieder
Die sogenannten "Brechttage" in Augsburg bringen über Bertolt die größte Schand


Denn Bertolt Brecht steht für ein vereintes, unabhängiges sozialistisches Deutschland
Bertolt Brecht und seine Gedichte stehen für proletarischen Aufstand
"Brechtfestival" habt ihr euch in Augsburg genannt  
Doch eurer antikommunistischer Blödsinn wird bald verbannt!   


Wir wollen hier in Augsburg u. anderswo keine Bonzenschweine, diese kapitalistischen Parasiten  
Merkt ihr denn nicht , wie sie uns betrügen?  
Sie nutzen Proletarier aller Länder aus bis sie am Boden liegen
Doch die sozialistische Weltrevolution wird am Ende siegen   


Denn Bertolt Brecht steht für ein unabhängiges, vereintes und sozialistisches Deutschland 
Bertolt Brecht und seine Gedichte stehen für proletarischen Aufstand
"Brechtfestival" habt ihr euch in Augsburg genannt  
Doch eurer antibolschewistischer Blödsinn wird bald verbannt!   


Bonzen und Weltkapitalisten meinen sie können wie sie wollen schalten und walten
Deshalb müssen Bauern und Proleten  das Klassenbewußtsein erhalten
bevor der Imperialismus und bourgeoise Elemete es zerstört  
Denn working class und Bauern begreifen schon lange  
dass auch revisionistisches u. sozialifaschistisches Pack nicht zu uns u. Bertolt Brecht gehört
Bertolt Brecht - Lieder und Gedichte für den proletarischen Manne    


Denn Bertolt Brecht steht für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland 
Bertolt Brecht und seine Gedichte stehen für proletarischen Aufstand
"Brechtfestival" habt ihr euch in Augsburg genannt  
Doch eurer antibolschewistischer Blödsinn wird bald verbannt!

 

 

Für Bertolt Brecht

GEDICHT

Diese Worte sind nur für dich

 

Ich möchte  euch an jemanden erinnern,
ohne dabei über die ganze Scheiße auf der Welt zu wimmern.
Ich sehe die Spartakusfahnen, der Freiheitskampf
und nur für uns standst du deinen Mann!
Ist die Rede vom Klassenkampf , denkt jeder gleich an dich!
Unser Leben ist der Weltbourgoisie und Weltreaktion scheißegal !
Ich frage mich die ganze Zeit ist das noch normal ?

Ref:  Diese Worte sind  nur für dich.
Wenn wir deine Gedichte hörten, war das unser größtes Glück.
Du warst und bist der Mensch, der immer zur Arbeiterklasse hält!
Auch wenn es uns allen dreckig geht,
auch wenn der Betrieb und die Fabrik nicht mehr steht...

Und wenn wir deine Lieder singen,
Ja dann denken wir an die ganzen schönen Dinge.
Keiner, wie du, hatte so viel Herz.
Als du von uns gingst, war das der größte Schmerz.
Du wolltest keinen König in irgendeinem Staat.
Für das Proletariat war deine Treue, du warst ein roter Soldat.
Uns hast du gezeigt, was wirklich wichtig ist,
nichts war besser als dein Gedicht.

Diese Worte  sind  nur für dich.
Wenn wir deine Gedichte hörten war das unser größtes Glück.

Und was ist nun geblieben?
Das Kapitalsystem stopft uns voll mit Lügen.
Wir wissen, du hattest es nicht leicht gehabt.
Doch für den Klassenkampf warst du niemals zu schwach.
Wir hoffen nur, es geht dir gut,
denn wir wissen, was tief in deinen Herzen ruht.
Eine Truhe mit deinen Namen drauf
und dort kriegen wir deine Kampfeserfahrungen raus!


Dieses Gedicht ist nur für dich
und ein jeder weiß,  du denkst an uns nicht, nur an mich.
Und wenn es um dich dunkel ist,
dann sind wir alle da, die komplette Mannschaft, und geben dir Licht!
Dieses Gedicht ist nur für dich.
Wir hoffen das du glücklich drüber bist.
Doch wenn es um dich dunkel ist,
dann sind wir alle da, die komplette Mannschaft und geben dir Licht!

 

 

 

WERKE

Dramen:

"Baal" (1918)
"Trommeln in der Nacht" (1922)
"Im Dickicht der Städte" (1924)
"Leben Eduards II. von England" (1924 mit Lion Feuchtwanger, nach Marlowe)
"Mann ist Mann" (1927)
"Die heilige Johanna der Schlachthöfe" (1932)
"Die Gewehre der Frau Carrar" (1937)
"Der unaufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" (1941)
"Leben des Galilei" (1943)
"Die Geschichte der Simone Machard" (1943 mit Lion Feuchtwanger)
"Herr Puntila und sein Knecht Matti" (1948)
"Der kaukasische Kreidekreis" (1949)
"Die Tage der Kommune" (1949)

Gedichte und Lieder: -

"Hauspostille" (1927)
"Svendborger Gedichte" (1939)
"Hundert Gedichte" (1951)
"Gedichte, Auswahl" (1955)
"Gedichte und Lieder" (1956)
"Lieder und Gesänge" (1957)
"Gedichte sieben" (1961 ff)

 

Romane:

"Dreigroschenroman" (1934)
"Die Geschäfte der Herrn Julius Cäsar" (1957)

 

Tragödien:

"Mutter Courage und ihre Kinder" (1941)

 

Erzählungen: -

"Geschichten von Herrn Keuner" (1958)

Operntexte und Hörspiele:

"Dreigroschenoper" (1928 nach J. Gay)
"Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" (1929)
"Das Verhör des Lukullus" (Hörspiel 1939 als Oper. 2. Fassg. u.d. T. "Die Verurteilung des Lukullus" 1951)

 

Komödien:

"Schweyk im Zweiten Weltkrieg" (1944)

 

Szenen:

"Furcht und Elend des Dritten Reiches" (1945)

Lehrstücke: -

"Der gute Mensch von Sezuan" (1942)

 

 

LEBENSLAUF

1898

Bertolt (Eugen Bethold Friedrich) Brecht wird als Sohn eines kaufmännischen Angestellten der Haindl'schen Papierfabrik und dessen Frau Sophie (geb. Brezing) am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren.

 

1904

Brecht besucht für vier Jahre die Volksschule und wechselt schließlich auf das Städtische Realgymnasium Augsburg.

 

1914

Die ersten Gedichte erscheinen in den „Augsburger Neusten Nachrichten" unter dem Pseudonym "Berthold Eugen".

 

1917

Im ersten Weltkrieg macht Brecht sein Notabitur und schreibt sich daraufhin an der Universität in München für Medizin und Naturwissenschaften ein. Doch dieses Studium nimmt er nicht ernst, denn er will an erster Stelle literarisch arbeiten.

 

1918

Im März organisiert er eine persönliche Totenfeier für Frank Wedekind in einer Kneipe in Augsburg. Sieben Monate später (1.Oktober ) wird er als Lazarettsoldat in ein Augsburger Seuchenlazarett einberufen. Seine Freunde sind Lion Feuchtwanger und Johannes R. Becher. Brecht beginnt an der Arbeit zu „Baal" . 

 

1919

Am 30. Juli wird ein unehelicher Sohn von Brecht geboren. Er schreibt jetzt Theaterkritik für den „Volkswillen" und wird Mitglied einer literarischen Gruppe im "Cafe Stephanie" in München. In diesem Jahr tritt er auch das erste Mal als Statist im Theaterstück von Trude Hesterbergs „Wilder Bühne" auf. Gleichzeitig beginnt er das Theaterstück „Trommeln in der Nacht".

 

1920

Im Mai stirbt Brechts Mutter Sophie. Ein Jahr später arbeitet er für den „Münchener Merkur", indem er Kurzgeschichten schreibt. Von dem Geld, das er sich damit verdient, macht er eine Reise nach Berlin, wo er Arnolt Bronnen kennen lernt. 

 

1922

Am 29. September wird das kritisch-engagierte, linksorientierte Stück „Trommeln in der Nacht" während der Münchener Kammerspielen uraufgeführt. Daraufhin druckt und verkauft man sein erstes Drama „Baal", das schon seit zwei Jahren vorlag, aber aus Angst vor Verbot nicht aufgelegt worden ist.

Kurz darauf, am 4. November, heiratet Brecht Marianne Zoff, mit der er eine Tochter hat. Er siedelt nach Berlin über und arbeitet mit Carl Zuckmayer unter Max Reinhard als Dramaturg am "Deutschen Theater".

 

1923

Beim Hitlerputsch ist Brecht zusammen mit seinem Freund Lion Feuchtwanger auf der Liste der Verhafteten.

 

1926

Die „Hauspoststille" erscheint, eine Sammlung von Brechts Gedichten aus den Jahren 1915-1926. Brecht beschäftigt sich mit dem Marxismus und stellt seine Arbeit immer mehr in den Dienst der Arbeiterklasse. Obwohl er mit den revolutionären Zielen der KPD einer Meinung ist, tritt er nie dieser Partei bei.

Am 3. November bekommen Helene Weigel und Bertolt Brecht einen Sohn. Daraufhin läßt sich Brecht von seiner ersten Frau Marianne Zoff scheiden.

 

1928

Brecht bekommt den Auftrag, zusammen mit Kurt Weill das Stück „Beggar's Opera" umzuschreiben.  Aus dieser Umgestaltung entsteht das Stück „Die Dreigroschenoper", das im Theater am Schiffsbauerdamm in Berlin uraufgeführt wird und großen Erfolg hat. Die „Dreigroschenoper" wird als erstes Stück Brechts angesehen, das zum sogenannten "epischen Theater" gehört.

 

1929

Am 10. April 1929 heiratet Brecht Helene Weigel, die inzwischen ein zweites Kind von ihm hat.

 

1930

In Leipzig wird die Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" aufgeführt, die in einem Theaterskandal endet. In Zusammenarbeit mit mehreren Freunden entstehen die Lehrstücke: „Der Ozeanflug", „Die Maßnahme", „Die Ausnahme", „Regel!", „Die heilige Johanna der Schlachthöfe" und „ Der Jasager und der Neinsager".

 

1931

Brecht beginnt die Arbeit am Film „Kuhle Wampe oder wem gehört die Welt" .

 

1932

Der Film „Kuhle Wampe" wird am 31. März 1932 von der Filmprüfstelle Berlin wegen kommunistischer Handlung verboten. Nach großen Protesten in der Öffentlichkeit führt man ihn in einer geschnittenen Fassung im Mai zum erstenmal auf.

 

1933

Am 28. Januar wird das Theaterstück „Die Maßnahme" von der Polizei unterbrochen und gegen die Veranstalter ein Verfahren wegen Hochverrats eingeleitet. In Darmstadt lehnt der oberste Stadtrat das Theaterstück „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe" ab. Einen Tag nach der Machtübernahme der Nazis verläßt Brecht mit seiner Familie und ein paar Freunden Deutschland und flieht ins Exil nach Dänemark. Am 10. Mai verbrennen die Nationalsozialisten alle Bücher von ihm. 

Brecht arbeitete von nun an für verschiedene Emigrantenzeitschriften wie z.B. „Die Sammlung" (Amsterdam), „Die neue Weltbühne" (Prag) ,„Neue deutsche Blätter"(Prag), „Unsere Zeit" (Paris).

 

1935

Im Frühjahr reist Brecht nach Moskau, wo er sich mit Erwin Piscator , Carola Neher, Bernhard Reich, Sergej Tretjakov, Asja Lacis, und Gordon Craig trifft. Am 8. Juni erkennt man Brecht die deutsche Staatsbürgerschaft ab. Anschließend hält er auf dem Internationalen Schriftstellerkongreß in Paris eine Rede. 

 

1937

Nach dem Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieg entsteht das Stück „Die Gewehre der Frau Carrar". Außerdem schreibt Brecht aus mehreren Einaktern das Stück „Furcht und Elend des Dritten Reiches".

 

1938

Einige Novellen erscheinen unter dem Titel „Der Messingkauf", außerdem das Theaterstück „Das Leben des Galilei". Einige Szenen aus dem Stück „Furcht und Elend des Dritten Reich" werden aufgeführt.

 

1939

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges flieht Brecht wegen der Kriegsgefahr nach Schweden. Doch schon zu diesem Zeitpunkt bereitet er seine Flucht in die USA vor. In Schweden wohnt er etwa ein Jahr bei der Bildhauerin Ninan Santesso auf der Insel Linigö bei Stockholm.

 

1940

Als die Deutschen Truppen im April 1940 in Dänemark und Norwegen einmarschieren, geht Brecht nach Finnland, wo er von Juli bis Oktober auf dem Bauernhof der Dichterin Hella Woulijoki lebt. Von dort aus flieht er vor den finnischen Faschisten mit dem Sibirienexpress über Moskau nach Los Angeles. Dort wohnt er mit seiner Familie in dem Stadtteil Santa Monica in der Nähe von Hollywood. Brecht hält den Kontakt zur Emigrantenkolonie weiter aufrecht, trifft sich mit mehreren Emigranten und wird Mitglied der Vereinigung „Council for a Democratic Germany". Er setzt sich dafür ein, daß sich die deutschen Emigranten kurz vor Ende des Krieges in einer Organisation vereinigen. Doch dies ist vergebens, denn die Vorstellungen der Emigranten sind unterschiedlich. 

Gleichzeitig entstehen die Stücke: „Der kaukasische Kreidekreis" und „Schwejk im Zweiten Weltkrieg".

 

1945 -

Durch den Atombombenabwurf über Hiroshima und Nagasaki (6. August ) ändert Brecht sein Konzept in dem Stück „Galileo Galilei". In diesem Stück, das als erstes in Dänemark aufgeführt wird, stellt Brecht einen unabhängigen Wissenschaftler dar. In der zweiten - amerikanischen Version - wird die wissenschaftliche Arbeit als Instrumentarium gesehen, das nur einer politisch versagenden Regierung dient. Daraufhin wird Brecht vor einem Komitee wegen "unamerikanischen Verhaltens" verhört.  

Nach dem Krieg wird in New York das Stück „Furcht und Elend des Dritten Reiches" aufgeführt.  

 

Schon nach Ende des 2. Weltkrieges versucht Brecht nach Deutschland zurückzugelangen. Er fliegt in die Schweiz. Dort hat er ein Haus am Zürcher See, wo er auf seine Einreisegenehmigung nach Westdeutschland wartet. Doch diese Genehmigung wird ihm verweigert und daraufhin fährt er mit einem tschechischen Pass über Prag nach Ostberlin, weil man ihm dort die besten Voraussetzungen für seine Theaterarbeit bietet. Dort übernimmt Brecht die Generalintendanz des "Deutschen Theaters".

 

1949 -

Am 11. Januar 1949 ist die Uraufführung des Theaterstückes „Mutter Courage". Kurz darauf gründet Brecht mit seiner Frau Helene Weigel das „Berliner Ensemble", das von der Regierung der DDR großzügig unterstützt wird. Die Arbeit mit dem Ensemble ist zu dieser Zeit eines der besten Theaterexperimente der Welt.  

Die ersten Stücke des „Ensembles" sind „Herr Puntila und sein Knecht Matti". Brecht leitet als Spielleiter des Theaters die künstlerische Arbeit, erprobte seine Theorie des epischen Theaters und erarbeitete mit seinen Mitarbeitern Modellinszenierungen.

 

1950

Brecht gründet zusammen mit anderen Intellektuellen die "Deutsche Akademie der Künste". Seine Frau Helene Weigel und er erhalten am 12. April die österreichische Staatsbürgerschaft. Sie wohnen zu der Zeit in einem Haus im Stadtteil Buckow, eine Stunde von Berlin entfernt.

 

1951

Am 17. März 1951 führt Brecht mit seinem Ensemble das Stück „Das Verhör des Lukullus" auf. Dieses wird aber durch die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschland) im Text geändert. Im Oktober erhält Brecht den Nationalpreis 1. Klasse.

 

1953 -

Drei Jahre später, im Mai, wählt man Brecht zum Präsidenten des PEN-Zentrums Ost und West. Er gerät in kulturpolitischen Fragen mit der Staatsführung aneinander. Bei der Unruhen in der DDR am 16. und 17. Juni 1953 erklärte er zwar seine Solidarität mit der SED und schließt sich den Zielen des Aufstandes an, jedoch ist dies aus westlicher Sicht eine Provokation. Einige Zeit später distanziert er sich allerdings in seinen „Buckower Elegien" von der SED.

 

1954 -

Das „Berliner Ensemble" bezieht im März 1954 das Theater am Schiffsbauerdamm wo Brecht seinen ersten Theaterauftritt hatte. Er wird Vizepräsident der Deutsche Akademie der Künste.

Ende Juli gewinnt das Ensemble auf dem Festival de Paris mit der Aufführung von „Mutter Courage" den ersten Preis. Am 18. Dezember wird Brecht der Stalin-Friedenspreis in Moskau für Frieden und Verständigung zwischen den Völkern verliehen.

 

 

1955 -

Bertolt Brecht hält 1955 eine Rede im Deutschen Friedensrat in Dresden mit dem Ziel, gegen die Pariser Friedensverträge zu protestieren. Am 15. Mai desselben Jahres schreibt er einen Brief an die Deutsche Akademie der Künste; einen Brief, der im Falle seines Todes Begräbnisanweisungen enthält. Im Juni kann das Ensemble erneut einen Preis auf dem Festival de Paris mit dem Stück „Kaukasischer Kreidekreis" gewinnen.  

 

1956 -

Am 14. August 1956 um 23:45 Uhr stirbt Brecht an den Folgen eines Herzinfaktes. Er wird auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin beigesetzt.

 

Bertolt Brecht wurde im Jahre 1954

mit dem "Lenin-Friedenspreis" ausgezeichnet.