English - German - Italian - Spanish - Russian - French - Chinese

 

 

[ diese Webseite erscheint aus Anlass des 120. Geburtstags ]

am 2. Juli 2015

 

Hans Beimler

* 02. 07. 1895 - 01. 12. 1936

 

"Wir kennen keine Schwäche!

Wer hier verzagt, ist reif zum Überlauf!'

(Hans Beimler)

* * *

"Hans Beimler, Kamerad"

(LIED ERNST BUSCH)

 

 

 

"Seine Heimat musst er lassen,

Weil er Freiheitskämpfer war.

Auf Spaniens blut'gen Strassen

Für das Recht der armen Klassen :

Starb Hans, der Kommissar."

 

Hans Beimler Kamerad

Video

https://www.youtube.com/watch?v=5KjLSd5bJsk

Youtube-Video- Teil 1-4

(trotz revisionistischem "DDR"-Vorspann, den wir ablehnen, empfehlen wir den Film als sehenswert)

 

 

Hans Beimler

Verteidiger von Madrid

(aus dem Spanischen)

 

Vorwärts!

Rief er mit der letzten Stimme,

Als getroffen fiel Hans Beimler.

Und es hörten alle Spanier,

Und es hörten seine Deutschen

Und Franzosen, Italiener,

Und es hört Madrid, der Himmel,

Und es hört die heiße Kugel,

Die ihm durch sein Herz geschlagen -

Vorwärts!

Und er stürzte auf die Erde,

Auf Kastiliens freie Erde,

Der aus fremdem Land gekommen,

Hier sein Herzblut zu vergießen -

Vorwärts!

Ja, dass sie es drüben hören,

Dass es Kerkerdeutschland höre

Und die Henker, die das scharfe

Beil in alle Nacken schlugen,

Die sich nicht vor ihnen beugten -

Vorwärts!

Töne, brause, schreie, brülle,

Pfeil heraus wie eine Kugel

Über Erd und Meer und Himmel

Zu den Sternen, zu den Weiten,

Donnre, bis du wieder tönest

In den Herzen, aus den Herzen,

Bis die Welt von ihm erfüllt ist!

Vorwärts!

Und Madrid, den Ruf vernommen,

Wird ihn rufen aus Gewehren,

Bis die Läufe heiß vom Rufen.

Vorwärts

Pfeift der Zug durch Spaniens Felder.

Und es grüßen ihn die Dörfer,

Und es grüßen ihn die Städte;

Aus den Gärten, aus den Hainen

Grüßt es, mit umkränzten Fahnen

Grüßt Valencia den Toten:

Vorwärts!

Und das Grab Hans Beimlers grüßen

Brandend Kataloniens Wässer,

Seine Reben und Oliven.

Auf den Plätzen Barcelonas

Weht sein Ruf wie eine Fahne:

Vorwärts!

(nach Rafael Alberti)

 

 

Notizen aus Eriche Weinert: "Camaradas" [Spanienbuch - 1951]

(Fragment, 29. Oktober bis 28. November 1938)

 

Ein Kamerad vom Stab der Elften Brigade hat mir ein Päckchen Manuskripte mitgebracht. Es sind Versuche spanischer Soldaten, ihre Erlebnisse und Gefühle in Verse zu fassen. Die meisten sind in metrische Formen gebrachte Improvisationen und geben nicht viel mehr wieder als die bekannten politischen Losungen in poetischer Verkleidung. Manche tragen hymnischen Charakter und bedienen sich flammender Worte. Der Spanier liebt die Melodie seiner Sprache, er gibt sich ihr hin wie der Geiger seinem Instrument. Wie musikalisch schreitet zum Beispiel die Sprache in diesem Gedicht eines Leutnants beim Stabe (er ist kein Dichter)

"Onze Brigada!

Orgullo de luchadores,

Que acariciando la muerte

Y sin importarles nada.

Del peligro inmanente

Que significa a traidores

Fascistas, tener enfrente ..."

Dieser Stil, man könnte ihn einen heroischen nennen, zeichnet die meisten dieser Kampfgesänge aus. Eigentlich muss man sie hören, nicht lesen. Ich habe solche Lieder in den spanischen Kompanien vortragen hören. Ich sage Lieder, denn sie wurden gewöhnlich nicht deklamiert wie bei uns, sondern halb gesungen, wie ein Rezitativ. Gern werden Helden in diesen Gesängen verehrt, vor allem solche, die durch eine hervorragende Tat volkstümlich geworden sind. Mit einer besonderen Verehrung hängen die spanischen Kameraden der Elften an unserem Hans Beimler, der im Dezember 1936 vor Madrid gefallen war. Ein Kamerad Montana schreibt folgendes Gedicht, das ich in Deutsch hier wiedergebe, zum Gedenken Beimlers:

 

Zum Gedenken Beimlers

 

"Aus fernen Ländern bist du hergekommen,

Um auf der Erde Spaniens zu verteidigen

Dein Ideal, das Recht und Freiheit heißt,

Gegen den Henker, der das Blut aussaugt

Den Arbeitern, den Bauern, den Versklavten.

Ströme von Blut hat der Faschist vergossen,

Die Macht des alten Spaniens zu erhalten

Der Unterdrückung und des Kerkertods

Gegen das Spanien, das zur Freiheit schritt.

 

Aus fernen Ländern bist du hergekommen,

Um auf der Erde Spaniens zu verteidigen

Dein Ideal, das Recht und Freiheit heißt.

Für diese bist du vor Madrid gefallen,

Als Held, als Krieger, als Ermutiger

Der Ausgeraubten und Erniedrigten.

An einem schönen Tage im Dezember

Gab dir dein Bataillon die letzte Ehre.

 

Keiner der Unsren wird dich je vergessen,

Hans Beimler, nein, du bist nicht tot, du lebst

Als ein lebendiges Bild in unsrem Geiste.

In unsrem Herzen wirst du ewig leben.

Und deinem Beispiel schwören wir zu folgen

Im großen Kampf ums Recht des Proletariers,

Gegen den Feind, der ihm sein Glück zertritt.

Alle, mit erhobnen Fäusten,

Grüßen dich. Als unser Held,

Freiheitskämpfer ohnegleichen

Ist dein Name uns unsterblich!"

 

Ein anderer Kamerad, Asensio, von der Maschinengewehr-Kompanie, hat sogar ein kleines Epos über Hans Beimler geschrieben, im richtigen Romancero-Stil, in welchem er die ganze Biographie Beimlers unterbringt. Den Dichter, der von der gestalt seines Helden tief ergriffen scheint, hätte ich sein Gedicht gern selbst vortragen hören. Beim Lesen wird man an den Leierkasten- und Moritatenstil erinnert, der leicht ans Komische streift.

So erzählt er von der Kindheit Hans Beimlers:

 

"Und in seinen Kinderjahren

Hat er Liebe nur erfahren

Von der alten frommen Muhme,

Die ihm stets vom Christentume

Sprache und von der Religion.

Doch der Kamerad Hans Beimler

Sagte niemals sein Gebet,

Denn er lernte schon begreifen,

Wo der Weg zum Fortschritt geht."

 

Nachdem er Beimlers Lebzeit bei einem Schlosser und seine Matrosenjahre geschildert hat, zeigt er ihn als Kämpfer für die deutsche Arbeiterklasse und schließlich in den Händen der deutschen Faschisten im Konzentrationslager. Die Genauigkeit, mit der er das Martyrium in dachau schildert, lässt vermuten, dass Beimler den spanischen Kameraden einmal die Geschichte seiner Leiden und seiner Flucht aus Dachau im einzelnen erzählt hat.

 

"Als die neue Knechtschaft aufkam,

Da ergriffen sie Hans Beimler,

Warfen ihn ins Folterlager,

Wo sie ihn mit Füßen traten.

Eines Tages brachten sie

Ihn an eine andre Stelle,

Haben dort in dunkler Zelle

Ihn zu Tode fast gequält.

Einer von den großen Henkern

Schrie ihn an: Zieh deine Jacke,

Zieh die Weste, alles aus !

Schlug auf ihn mit einem Ziemer,

Kreischte wütend ihm ins Ohr:

Glaubst du, Hund, du bist noch immer

Deputierter wie zuvor?

Und nachdem sie ihn geschlagen,

Musste er im Folterlager

Immer Härtres nur ertragen.

Seine Kost war dünn und mager.

Damit wollten sie ihn schwächen,

Seine große Kraft zu brechen.

Einer brachte einen Strick,

Sprach: Nun häng dich selber auf!

Und am Ende musst e schwören:

Ja, ich häng mich selber auf.

Als sie nächsten Morgen kamen

Um zu schauen: Hängt er schon?

Fanden leer sie das Gefängnis,

Denn Hans Beimler war entflohn."

 

Dann berichtet der Dichter, wie Beimler nach Prag, dann nach Frankfurt kam, und besingt ihn zum Schluss:

 

"An dem Tag, an dem in Spanien

Sich erhob das Militär,

Da befand er sich in Frankreich.

Ohne Zögern kam er her.

Und am Neunten des August

Kam er an in Barcelona,

Trat in die Centuria ein,

Die nach Aragón marschierte.

Um die Mitte des November

Stand er, als Madrid bedroht,

Dort schon gegen die Faschisten

Grüßte: Freiheit oder Tod!

Dort am ersten des Dezember,

Als die Schlacht sich heiß entladen,

Eine Kugel traf Hans Beimler,

Unsren treuen Kameraden,

Vor Madrid ist er gefallen,

Von Faschistenhand erschossen.

Aber immer wird er leben

Im Gedenken der Genossen."

 

 

Dem Gedenken unseres gefallenen Brigadekommissars

1939

An Lenins Wort und Werk zur Tat entzündet,

Trat er, noch jung, zur Fahne der Partei,

Zum Heer, das die Entrechteten verbündet,

Um abzutun den Fluch der Sklaverei.

 

Er hat zu unsrer Fahne treu gestanden,

Als oft im Sturme sie zu stürzen schien,

Als sich Verrat und Niedertracht verbanden,

Die sich bemühten, sie herabzuziehn.

 

Er blieb ihr treu, als den Faschistenhorden

Sein starkes Herz zu brechen nicht gelang.

Er war im Kerker stärker noch geworden.

Kein Leiden gab es, das ihn niederzwng.

 

Im Kreis der unterirdischen Genossen

Hat er die Glut des alten Kampfes genährt.

Für Deutschlands Freiheit bis zum Tod entschlossen,

Hat er in schwersten Stunden sich bewährt.

 

Er hat sein Vaterland verlassen müssen.

In seinem Herzen trug er's in die Welt.

Mit Mut und Willen, Wissen und Gewissen,

Stand er im Kampf, wo er auch hingestellt.

 

Und als der Weltfeind Spanien überfallen,

Da war auch er beim großen Aufgebot,

Ein treuer Lamerad, ein Vorbild allen,

Ein internationaler Patriot.

 

Hier wurde ihm die Front zur Barrikade,

Ein Kampfgenosse, wie Hans Beimler war.

Und unvergessen bleibt er der Brigade

Als ihr getreuster, bester Kommissar.

 

Denkt an sein Wort: 'Wir kennen keine Schwäche!

Wer hier verzagt, ist reif zum Überlauf!'

Wer Furcht hat, dass die schwere Zeit ihn breche,

Der richte sich an diesem Vorbild auf!"

 

Hans Beimler war einer der ersten Häftlinge des Dachauer KZ.

Hier veröffentlichen wir einen kurzen Auszug aus der AIZ Nr. 1 / 1937

- "Die Hölle Dachau" (Hans Beimler - Befehl zum Selbstmord) -

"Sie hatten die Zellentür kaum 2 Minuten zugeschlossen, da wurde schon wieder aufgesperrt. - Der Mordbandit riss mich mit dem Wort: "Raus!" aus der Zelle und warf mich in die Zelle 4. Es war der erschütterndste Augenblick meines Lebens. Vor meinen Füßen auf dem Steinboden lag die zerschundene, mit dicken Beulen bedeckte Leiche meines langjährigen Kampfgenossen Fritz Dressel.

Der linke Arm lag ausgestreckt auf dem Boden, quer über den Vorderarm drei Schnitte, das Brotmesser daneben.

Es war alles aufgeklärt. Der Genosse wurde durch die unerhörte Quälerei in den Tod getrieben, gezwungen, Hand an sich zu legen, wie das an mir und auch an den Genossen Götz und Genossen Hirsch geschah. Er wurde dabei 'unvorsichtigerweise' von einem Sturmführer gefunden, als er noch nicht verblutet war. Sollte ich vielleicht so lange bei meinem toten Genossen in der Zelle gelassen werden - bis ich es ihm gleichtat? - Wenn sie mich auch nach wenigen Minuten wieder aus der Zelle holten und in 'meine' zurückbrachten - so sollte ich doch gleich erfahren, warum sie mich in die Todeszelle geworfen haben.

'So!' - sagte der Verbrecher, im Lager als Kommandant bezeichnet - 'so, jetzt hast du es wohl gesehen, wie man es macht. Du musst nicht glauben, dass du deshalb zu deinem Freund hineingekommen bist, um ihn nochmals zu sehen und von ihm Abschied zu nehmen, du sollst bloß sehen, wie man es macht, und dass er nicht so feig war. Er hatte mehr Charakter als du, feige Sau.'

Von mir gingen sie fort und wiederholten mit dem Genossen Götz dasselbe, wie er es mir durch Zuruf bestätigte.

Nach wenigen Minuten erschienen sie wieder bei mir. Der Kommandant: 'Also hast du dir's schon überlegt?' Worauf ich ihm erwiderte, dass sich meine Ansicht noch nicht geändert hat. Darauf sagte er zu mir:

'Ich will dir was sagen. Ich gebe dir bis 5 Uhr Zeit - jetzt ist es 3 Uhr, und wenn du es bis 5 Uhr nicht erledigt hast, dann wird's von uns erledigt!' Von mir raus, zu Götz rein.

Um 4 Uhr erschien wieder der Mörder Steinbrenner. 'Ich habe gehört, du willst dich aufhängen? Mir ist es gleich, was du machst, wenn du tatsächlich zu feige bist, das Messer zu benutzen. Weißt du, wie man das macht?'

Mit den Worten: 'Ich glaube, du bist nicht nur feige, sondern auch dumm,' ging er auf die Holzpritsche zu und nahm eine der beiden Wolldecken in die Hände. Die Wolldecke nach der breiten Seite betrachtend, meinte er: 'Das wird zu kurz' - drehte die Decke so, dass sie der Länge nach unten hing und mit der linken hand die Decke von außen in einer Breite von ungefähr 10 Zentimetern festhaltend, fügte er hinzu: 'Schau genau her, dass du das siehst, wie es gemacht wird!' - Bei diesen Worten fing er an, mit der rechten Hand einen Streifen in der Breite von 10 Zentimetern abzureißen.

'Siehst du' - sagte er - 'so wird's gemacht, wenn sich einer aufhängen will!'

Nachdem er den Streifen in der ganzen Länge der Decke heruntergerissen hatte, machte er in das eine Ende einen Knoten, dann eine Schleife und sagte: 'So, jetzt habe ich dir alles getan, was ich tun konnte, mehr kann ich dir nicht helfen. Also du brauchst bloß mehr den Kopf hineinzustecken, das andere Ende in das Fenster hineinhängen, und alles ist fertig. In zwei Minuten ist alles erledigt. Es ist doch nichts dabei - außerdem kommst du ja doch nicht lebendig aus der Zelle raus. Der Befehl des Herrn Kommandanten muss ausgeführt werden.'

So redete er auf mich ein - in einem Ton, als ob irgend jemand einen Freund zu etwas überreden will, was für einen Freund eine Wohltat wäre."

 

 

1933 gelang ihm die Flucht. So konnte er über die grausamen Erlebnisse im Konzentrationslager schreiben und findet sofort internationale Beachtung. Beimler zeigte so früh auf, was für eine Terror-Organisation die SS ist.

Beimlers Buch erschien noch im gleichen Jahr in Moskau, wurde auch in Deutschland illegal verbreitet, ins Englische übersetzt und fand weltweit Beachtung. Aber in der Bundesrepublik Deutschland war Beimlers Bericht in Originalfassung lange Zeit nicht verfügbar. Die erste neue Ausgabe erschien 1965 in der DDR. In Bayern konnte das Buch in der Bayerischen Staatsbibliothek gelesen werden, es gehörte zur Remota III, einer Sammlung von Büchern, die im Dritten Reich weggesperrt waren. 2002 bestand während einer Ausstellung der Bibliothek die Möglichkeit zur Ausleihe. Doch erst in diesem Herbst ist Beimlers Buch vom Münchner Gymnasial-Lehrer Friedbert Mühldorfer neu herausgegeben worden. Max Mannheimer, Präsident der Lagergemeinschaft Dachau, hat dazu das Vorwort geschrieben.

Hans Beimler wird 1895 in Haidhausen geboren. Im Ersten Weltkrieg zieht ihn die Marine ein, das Kriegsende erlebt er in Cuxhaven, wo Beimler sich am Matrosenaufstand im November 1918 beteiligt. Nach dem Krieg kehrt Beimler nach München zurück, seine revolutionären Ambitionen behält er und kämpft 1919 bei der Verteidigung der Münchner Räterepublik mit. Im gleichen Jahr tritt Beimler der KPD bei; er wird politisch aktiv, beendet seine Arbeit als Schlosser, leistet in Südbayern Parteiarbeit und wird 1932 in den Bayerischen Landtag gewählt.

Noch im Februar 1933, zwei Wochen nach der Machtübernahme, wettert Beimler öffentlich gegen die Nazis. Es dauert nicht lange, bis Beimler festgenommen wird. Die SS demütigt Beimler im KZ, bedroht ihn mit dem Tod. Beimler bleibt stark: "Für mich stand aber unumstößlich fest, dass ich erstens auf keinen Fall selbst Hand an mich lege, und dass ich mich zweitens nicht grausam in dem finsteren Dreckloch erwürgen und eventuell aufhängen lassen werde, so dass ich mich entschied, auf jeden Fall in der Nacht auszubrechen, und wenn die Bande mich dabei erwischt - lieber unter ihren Kugeln sterben will."

In der Nacht von 8. auf 9. Mai 1933 flüchtet Beimler, unterstützt von großem Glück und der illegalen KPD. Er schafft es über die Stationen München, Berlin und Tschechoslowakei in die Sowjetunion zu kommen. Innerhalb weniger Tage schreibt Beimler seine Erlebnisse auf. "Im Mordlager Dachau" verbreitet sich schnell, wird in internationalen Zeitungen zitiert. Mit seinem Buch zeigt Beimler früh auf, was für eine Terror-Organistion die SS ist.

Nach der Haft arbeitet Beimler drei Jahre lang für die kommunistische Partei in ganz Europa. Schließlich kommt er 1936 nach Spanien. Diesmal kämpft Beimler gegen den spanischen Faschismus, er organisiert den Widerstand gegen Franco im spanischen Bürgerkrieg mit, an dem sich Arbeiter aus ganze Europa beteiligen. Den Zweiten Weltkrieg erlebt Beimler nicht mehr. Am 1. Dezember 1936 wird Beimler in Madrid von feindlichen Scharfschützen erschossen.

Am 25. April 1933 wurde Hans Beimler, Leiter der KPD Südbayern, in das erst einen Monat früher eingerichtete Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Die SS steckte ihn in eine Einzelzelle. Dort fand er seinen Freund Fritz Dressel, Landtagsabgeordneten der KPD, vor - tot am Boden liegend. Beimler beschreibt diese Situation mit folgenden Worten: "Als die Mörder mich in die Zelle 4 geworfen und ich vor mir den toten Freund und Revolutionär nackt und den linken Arm mit den drei Schnitten am Handgelenk überquert - das Brotmesser daneben - auf dem Betonboden liegen sah, stand mir für den Augenblick der Verstand still - eben unfähig, überhaupt darüber im Augenblick zu erkennen, was das zu bedeuten hat." Diese Zeilen stammen aus Beimlers Buch "Im Mörderlager Dachau". Beimler gelang es, schon im Mai 1933 aus dem KZ zu fliehen - und seine Erlebnisse im sowjetischen Exil nieder zu schreiben.

 

Nach dem faschistischen Putsch gegen die rechtmäßige spanische Volksfrontregierung im Juli 1936 fuhr Hans Beimler als Beauftragter des ZK der KPD für die politische Arbeit unter den in Spanien lebenden deutschen Emigranten und den eintreffenden deutschen Freiwilligen Anfang August von Paris nach Barcelona. Er unterstützte den Aufbau der Centuria Thälmann, der ersten militärischen Einheit der deutschen Antifaschisten in Spanien, und hatte führenden Anteil an der Formierung der ersten Bataillone, die sich bei der Verteidigung Madrids auszeichneten. In der Gefechtsstellung des Ernst-Thälmann-Bataillons vor Madrid wurde Hans Beimler am 1. Dezember 1936 von einem faschistischen Scharfschützen tödlich getroffen.

Hans Beimler wurde zum Symbol der internationalen Solidarität im Kampf gegen Faschismus, um die Freiheit und den Frieden der Völker.


 

Das Hans-Beimler-Bataillon war eine Einheit der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg. Das Bataillon wurde bereits im März 1937 aufgestellt. Die offizielle Bennung des Bataillons erfolgte erst Ende April 1937. Namensgeber des Bataillons war Hans Beimler, der bei der Verteidigung des Universitätsviertels von Madrid am 1. Dezember 1936 gefallen war. Dem Bataillon gehörten vorwiegend Niederländer und Flamen sowie Skandinavier an.

 

 

Leben und Wirken

Kindheit und Jugend

Geboren wurde Hans Beimler am 2. Juli 1895 in München. Er war Sohn eines Landarbeiters und besuchte in Waldthurn? (Oberpfalz?) die Volkschule. Später erlernte er das Schlosserhandwerk. In einer kurzen Selbstbiographie aus dem Jahr 1936 schrieb Beimler: „Geboren wurde ich auch einmal, und zwar am 2.Juli 1895 in München. Da meine Mutter eine ledige Köchin war, wurde ich mit drei Wochen meinen Großeltern, einer Schlossermeisterfamilie in Waldthurn, einem kleinen Marktflecken in der Oberpfalz, übergeben. In diesem Winkel, wo die Bevölkerung so gut katholisch wie die Not groß war, lebte ich bis zu meinem 16. Jahr. Selbstverständlich durfte ich kein Konditor werden, wenn alle meine `männlichen´ Verwandten bis zum Urgroßvater Schlosser waren. Ich wurde also auch Schlosser.“

Nach der Gesellenprüfung ging der Sechzehnjährige auf Wanderschaft und ließ sich schließlich in München nieder. Dort arbeitete er in den Konjunkturjahren vor dem Ersten Weltkrieg in der Rüstungsindustrie und später auf einer Hamburger Werft. 1913 trat er dem Deutschen Metallarbeiterverband (DMV) bei.

1914 wurde er als Soldat eingezogen und nahm am Ersten Weltkrieg als Matrose auf einem Minensuchboot teil, zunächst in der Ostsee, später in der Nordsee. Durch die Antikriegpropaganda des Spartakusbundes und die Oktoberrevolution in Russland wurde er zum Revolutionär. In Cuxhaven gehörte er 1918 dem Arbeiter- und Soldatenrat an. Die Novemberrevolution 1918 in Deutschland führte ihn unter den Roten Matrosen nach München. Dort trat er zunächst dem Spartakusbund, nach ihrer Gründung der KPD bei. Hans Beimler war einer der Mitgründer der KPD.

Weimarer Zeit: Politischer Aufstieg

Vom 13. April bis 3. Mai 1919 verteidigte er mit Münchener Arbeitern die Bayerische Räterepublik gegen Konterrevolutionäre und gründete die KPD-Ortsgruppe München. Deshalb war er nach der blutigen Niederschlagung der Bayerischen Arbeiterregierung zeitweise im Gefängnis. Nach seiner Haftentlassung arbeitete er wieder als Maschinenschlosser. Gleichzeitig war er in der Gewerkschaft aktiv und Vorsitzender der KPD in Nymphenburg, damals ein Vorort von München.

1921 folgte seine zweite Verhaftung. Er hatte versucht, einen Truppentransport durch eine Brückensprengung zu unterbinden, der helfen sollte einen Aufstand in Sachsen niederzuschlagen. Man verurteilte ihn zu zwei Jahren Festungshaft, die er bis 1923 auf der Festung Niederschönenfeld verbrachte. Entlassen arbeitete er in der Münchener Lokomotivenfabrik Krauss-Maffei (Sendling), wurde Mitglied des Betriebsrats und betätigte sich weiterhin als KPD-Agitator. Hier hatte er einen starken Einfluss auf die Arbeiterschaft und hier begann auch sein politischer Aufstieg.

1925 war er Teilnehmer der ersten deutschen Arbeiterdelegation, die in die Sowjetunion reiste – im Auftrag der Vollversammlung der Münchener Betriebsräte (vom 14. Juli bis 28. August 1925). Danach wurde er Gewerkschaftssekretär der Bezirksleitung Südbayern der KPD.

1928 übernahm Beimler die Leitung des Unterbezirks Augsburg, die er bis ins Frühjahr 1932 innehatte. Ebenfalls 1928 schloss die Verbandsleitung des Deutschen Metallarbeiterverbands Beimler aus. Seit 1932 wirkte Beimler als Politischer Sekretär der Bezirksleitung Südbayern der KPD. 1929 wurde er in Augsburg in den Stadtrat, im Frühjahr 1932 in den Bayerischen Landtag und im Herbst 1932 in den Reichstag gewählt. Im Augsburger Stadtrat war Hans Beimler bis 1931 Mitglied.

Im Juli 1930 heiratete Beimler. Centa Beimler (geb. 12. 3. 1909 – gest. 19. 8. 2000) hatte er als Sekretärin in der Redaktion der KPD-Zeitung „Neue Zeitung“ in München kennengelernt. Sie war seine zweite Frau.

Erfahrungen mit der Diktatur

Im Januar 1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland. Am 7. Februar 1933 nahm Hans Beimler an der vom Zentralkomitee der KPD einberufenen Tagung der Politischen Sekretäre, Instrukteure und Abteilungsleiter im Sporthaus Ziegenhals bei Berlin teil. Dort brach Ernst Thälmann mit der stalinistischen Sozialfaschismusthese und schlug einen gemeinsamen bewaffneten Aufstand mit den Sozialdemokraten vor. Noch bei den Märzwahlen 1933 nach Hitlers Machtantritt erhielt Hans Beimler 60.000 Stimmen in München-Oberbayern.

Nach dem Reichstagsbrand hielt sich Beimler wie viele andere Genossen zwar verborgen, doch seine geheimen Treffen mit politisch Gleichgesinnten wurden von einem der Beteiligten verraten. Am 11. April 1933 verhafteten die Faschisten Hans Beimler nach wochenlanger illegaler Arbeit und brachten ihn in das Münchener Polizeipräsidium und vierzehn Tage danach in das Konzentrationslager Dachau. Mit Hans Beimler wurde auch Simon Heim von den Nazis verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Er war der Wirt des Arbeiterheims, das die KPD Augsburg in der Wertachstraße gegründet hatte.

Im Konzentrationslager Dachau erkennt Beimler die ganze Bosheit des Systems hinter der Biedermann-Maske. SS-Leute empfangen ihn und der Lagerkommandant SS-Sturmhauptführer Hilmar Wäckerle lässt ihm ein Schild mit den Worten „Herzlich willkommen!“ umgängen. Beimlers Parteifreund Michael Höllerzeder ist schon in Dachau eingesperrt und kann sein Entsetzen nicht verbergen, als er Beimler erblickt, der ihm anmerkt, dass er Schlimmes für ihn befürchtet. Sogleich wird Hans Beimler ohne Grund in Arrest gesteckt und dort misshandelt. Als er merkt, dass seine Lage immer lebensbedrohlicher wird, entschließt er sich zur Flucht.

Bei seiner Flucht in der Nacht vom 8. Auf den 9. Mai 1933 aus dem Konzentrationslager Dachau soll Beimler einen SS-Mann getötet haben, um in dessen Uniform zu flüchten. Zu seiner Flucht schrieb Beimler: „So wie Fritz Dressel wollte ich nicht sterben. Als die Mörder mich in die Zelle `vier´ geworfen hatten und ich vor mir den toten Freund und Revolutionär, den linken Arm mit den drei Schnitten am Handgelenk überquert, daneben das Brotmesser auf dem Boden liegen sah, stand mir für einen Augenblick der Verstand still, eben unfähig zu erkennen, was das zu bedeuten hatte. Mit den Händen vor den Augen wollte ich nicht wahrhaben, dass Dressel tot war. Als dann der Schlüssel zum Öffnen der Totenzelle angesetzt wurde und ich mit meinem endgültigen Schluss in der gleichen Zelle rechnen musste, da hatte ich auch schon wieder Kraft genug, allem was da kommen mochte, ins Auge zu sehen. Die Tatsache, dass ich mit der allergrößten Wahrscheinlichkeit das Lager nicht mehr lebendig verlassen würde, ließ mir nur die Wahl, wie ich sterben wollte. Für mich stand aber unumstößlich fest, dass ich erstens auf keinen Fall Hand an mich legen und dass ich mich zweitens nicht grausam in dem finsteren Dreckloch erwürgen und eventuell aufhängen lassen wollte, so dass ich mich entschied, auf jeden Fall in der Nacht auszubrechen, und wenn mich die Bande dabei erwischte, ... die Außenwelt dann durch die Mörder selbst erfahren muss, dass `der Kommunist Beimler auf der Flucht erschossen wurde´. So bereitete ich mich darauf vor. Ohne Erregung `verließ´ ich in der Nacht vom 8. auf den 9.Mai die Zelle, um jeden Augenblick die Kugel zu erwarten.“

In der Nähe von Dachau stößt er auf das Fuhrwerk eines Bauern, dem er folgt und das er unerkannt am Ende besteigt. So gelangt er bis zum Morgengrauen nach Moosach. Die Flucht Beimlers entsetzt die Nazis, die das Lager auf den Kopf stellen und mit Suchhunden nach ihm fahnden. Doch Beimler ist in München Fasanerie-Nord bei Parteifreunden untergetaucht. Danach beherbergt ihn der Polizist Friedrich Mäusle, was ihm den größtmöglichen Schutz bietet. Die Nazis suchen steckbrieflich nach ihm und setzen ein Kopfgeld auf ihn aus. Erst im Juni 1933 verlässt Beimler München auf Anraten der Partei, bleibt bis September in Berlin und dann in ein Sanatorium auf der Krim.

Übrigens wurde im April 1933 auch Beimlers Frau Centa verhaftet und in das Frauen-KZ Moringen verbracht. Nachdem sie dort freigekommen war, wurde sie 1942 erneut festgenommen und vom OLG München zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nach dem Krieg arbeitete Centa Beimler als hauptamtliche Funktionärin in der bayerischen KPD. Auch die Schwester Beimlers, Maria, war nach der Flucht von den Nationalsozialisten als Geisel genommen worden.

Beimler im Exil

Nach seiner Flucht tauchte Hans Beimler wie geschildert einige Wochen bei Gleichgesinnten in Bayern unter, bevor er sich zunächst in die UdSSR und dann über Paris nach Prag absetze, wo er das KPD -Büro leitete.

Schon im August 1933 erschien in Prag die von Beimler verfasste Broschüre „Im Mörderlager Dachau“. Darin enthüllte er vor der Weltöffentlichkeit als einer der ersten Augenzeugen die Gräueltaten der deutschen Faschisten. Das Buch bedeutete für die Nazis eine schwere Niederlage in ihrem internationalen Ansehen.

Beimler wollte schnell wieder seiner Heimat näher sein, um besser gegen die Nationalsozialisten kämpfen zu können, weshalb er am 20. Dezember 1933 mit einem Moskauer Flugzeug in Paris eintraf. Hans Beimler selbst war zum rückhaltlosen Einsatz bereit. Umso größer war seine Enttäuschung über die Gleichgültigkeit, mit der die maßgebenden Parteiinstanzen seine Vorschläge aufnahmen. In einem Bericht Beimlers vom 9. Februar 1934 an das Emigrantenbüro der Internationalen Roten Hilfe heißt es darüber: „Wir schreiben heute den 9. Februar und die Rote Hilfe hat bis heute keine einzige Versammlung in Paris organisiert. ... Es ist alles beim alten geblieben ... und ich habe weiter gewartet ... Unter dem Vorwand, dass die Arbeiter `versammlungsmüde´ seien oder weil `kein Dolmetscher zu finden ist´ ... werden Versammlungen nicht durchgeführt ... Ich muss erklären, dass man wohl auch jetzt wieder versucht, die Schlamperei auf mich abzuwälzen ... Ich soll der Sündenbock sein.“ Das Emigrantenbüro habe außer allgemeinen Redensarten nichts unternommen und damit sei der Zweck seiner Reise, etwas für die Rote Hilfe oder im Kampf gegen den Hitlerterror zu erreichen, ergebnislos geblieben.

Von seinen Exilorten Zürich, Prag und Paris aus hielt er im Auftrag des Zentralkomitees der KPD Verbindung zur illegalen Organisation in Bayern und unterstützte deren Zusammenarbeit mit Sozialdemokraten und Katholiken gegen die Faschisten.

Im November 1934 wurde Beimler ausgebürgert.

1935 lernte er in Amsterdam die Jüdin Antonia Stern kennen, mit der ihn eine enge Beziehung verband und die nach dem Krieg in Artikeln an Hans Beimler erinnert hat.

Ab Juli 1935 leitete er die "Rote Hilfe für das illegale Deutschland" in Zürich und unterstützte so die kommunistische Illegalität in Süddeutschland. Durch seine Arbeit für die Rote Hilfe kam es wieder zu Spannungen mit der Parteibürokratie. Im Wesentlichen bestand seine Tätigkeit aus karitativer Anteilnahme. Für viele Menschen schrieb er Lebensläufe, die eine Ausreise in Exilländer ermöglichten und organisierte ihren Alltag oder die Flucht. Ein „Schützling“ schrieb damals über ihn: „In seinem Benehmen war er äußerst einfach, natürlich und bescheiden. Wenn man ihn kennen lernte, wäre man nie auf den Gedanken gekommen, einen `Prominenten´ der Partei, einen der bekanntesten revolutionären Kämpfer vor sich zu haben ... Er war meist still, folgte der Unterhaltung mit dem ihm eigenen gütigen, etwas verschmitzten Lächeln, bildete sich aber dabei ein genaues Urteil über den anderen, mit dem er meist das Richtige traf ... Seine von der früheren Schlosserarbeit her gehärteten Hände waren gute Hände, zu denen man sofort Vertrauen fasste. ... Wer Rat und Hilfe brauchte, kam zu ihm ... Er machte dann nicht viele Worte, doch übertrug sich seine große menschliche Wärme, seine innere Sicherheit und Ruhe auf jenen, und ich sah keinen, der mutlos von ihm ging ... Es musste schon etwas Besonderes sein, um ihn aus seinem harmonischen Gleichgewicht zu bringen. Dann aber war er auch wie ausgewechselt ... Sein Gesicht wurde hart, verschlossen, wie aus Stein gemeißelt. Die ausgeprägten Backenknochen traten noch mehr hervor ... Aus solchen Augenblicken weiß ich, dass es in ihm Härten, rasende Energien gab, die einmal entfesselt, den anderen unerbittlich treffen konnten ... Aber nie ging es ihm um die eigene Person, sondern stets nur um die Sache, der sein Leben galt.“ Parteibürokraten in Zürich waren ihm jedoch missgünstig gesinnt und machten ihn für Fehler seines Vorgängers verantwortlich, auf die er hingewiesen hatte, ohne bei den zuständigen Instanzen in Paris Gehör gefunden zu haben. Schließlich wurde er seiner Funktion enthoben und kaltgestellt, was ihn tief kränkte.

Spanischer Bürgerkrieg und Tod

Während des Juli 1936 putschten die Franco-Faschisten in Spanien gegen die rechtmäßige Volksfrontregierung. Schon im August 1936 fuhr Hans Beimler als Beauftragter des Zentralkomitees der KPD für die politische Arbeit unter den in Spanien lebenden deutschen Emigranten und den eintreffenden deutschen Freiwilligen von Paris nach Barcelona. Dort unterstützte den Aufbau der Centuria Thälmann, der ersten militärischen Einheit der deutschen Antifaschisten in Spanien. Außerdem beteiligte er sich an der Formierung der ersten Bataillone, die sich bei der Verteidigung Madrids auszeichneten.

Als Kämpfer an der spanischen Front gegen die Faschisten schrieb er: „... Die Stimmung an der Front wie im Hinterland ist unbeschreiblich ... wer da an einem Sieg der Volksfront über die Faschisten zweifelt, ist blind...“ Damit hatte er sich bitter getäuscht. Aber er hat andere Qualitäten als die Zukunft richtig vorherzusehen: Er ist nicht nur Vorgesetzter, sondern auch Kamerad und Freund. Man kann sich auf ihn verlassen.

Mit den Waffenlieferungen aus der Sowjetunion an die Volksfront trafen auch GPU-Agenten ein, um eine stalinistische Linie unter den Revolutionären und Republikanern durchzusetzen, wandelte sich die Stimmung von Begeisterung in Bedrückung. Es setzte ein reaktionärer Kurs ein und Andersdenkende in den eigenen Reihen wurden verfolgt, etwa Sozialisten, Anarchisten, Poumisten oder Trotzkisten. Viele wurden verhaftet und ermordet. Weil sich Hans Beimler diesem Kurs nicht anpasste, gegen ihn Widerstand leistete, kam er in die Gefahr von moskauhörigen Funktionären des „Colons“ (Sitz der Ausländerabteilung der KP in Barcelona) seiner aufrechten Haltung wegen beseitigt zu werden.

Bundesarchiv Bild 183-Z0806-036, Spanien, Internationale Brigaden

Heinz Priess (l.) war Spanienkämpfer. Er kämpfte im "Hans Beimler Bataillon" u. a. 1937 an der Guadalajara-Front, hier mit anderen Interbrigadisten.

In der Gefechtsstellung des Ernst-Thälmann-Bataillons vor Madrid wurde Hans Beimler am 1. Dezember 1936 tödlich getroffen. Er beschritt eine Hohlgasse, um die Stellungen der Thälmann-Brigade zu besichtigen. In dieser Gasse fanden er und sein Kamerad Louis Schuster den Tod. Der zweite Begleiter, Richard Staimer, später der Schwiegersohn Wilhelm Piecks, entkam.

Vom Tag Beimlers Aufbahrung in Madrid bis zu seiner Beisetzung auf dem Bergfriedhof Montjuïc in Katalonien sollen mehr als zwei Millionen Spanier von ihm Abschied genommen haben.

Bundesarchiv Bild 183-82593-0001, 'Porträt Hans Beimler' von Jürgen Peters

"Porträt Hans Beimler" von Jürgen Peters. Zentralbild Eckleben 27.4.61. Ausstellung von Werken der Bildenden Kunst für die Arbeiterfestspiele in Berlin. Eine Ausstellung von Werken Berliner Berufs- und Laienkünstler, die von Berliner Betrieben für den Kunstpreis des FDGB vorgeschlagen wurden und für die grosse Kunstausstellung bei den Arbeiterfestspielen vorgesehen waren, wurde am 23.4.61 in den Räumen des Märkischen Museums eröffnet. Die Ausstellung, die Werke von 25 Berufskünstlern und Arbeiten von ungefähr 100 Laienschaffenden zeigte, sollte nicht nur einen Überblick über das Schaffen der Berliner Künstler vermitteln, sondern den Mitgliedern von künstlerisch tätigen Zirkeln in den Betrieben Anregung für ihre eigenen Arbeit geben. Ein Holzschnitt von Laienkünstler Jürgen Peters.

Über Hans Beimler hat Ernst Busch ein Lied verfasst, das so genannte „Beimlerlied“. Von März 1937 bis Juli 1938 nahm Ernst Busch als singender Truppenbetreuer am Spanischen Bürgerkrieg teil. In dieser Zeit avancierte er zum Vorsänger der Internationalen Brigaden. Er gab das „Spanienliederbuch“ (Canciones de las Brigadas Internacionales) heraus, für das er das „Hans-Beimler-Lied“ selbst verfasst hatte. In der fünften Auflage der Canciones de las Brigadas Internacionales, erschienen in Barcelona 1938, stand das Beimler-Lied auf Seite 31.


 

 

 

 

Aus dem Nachruf des ZK der KP Spaniens und

aus dem Nachruf des ZK der KPD

und zum 40. Todestag - Roter Morgen vom Dezember 1976

zum Tode des Genossen Hans Beimler

Dezember 1936

 

 

 

Aus dem Nachruf des ZK der KP Spaniens

zum Tode des Genossen Hans Beimler

 

 

 

Hans Beimler - gefallen vor Madrid

 

 

 

 

Ernst Busch:

Hans Beimler, Kamerad

 

 

Hans Beimler

Text: Ernst Busch; Musik: "Ich hatt´ einen Kameraden"




Vor Madrid im Schützengraben (spätere Fassung: "Vor Madrid auf Barrikaden")
In der Stunde der Gefahr
Mit den eisernen Brigaden, (spätere Fassung: "Mit den Inter-Kampf-Brigaden")
Sein Herz voll Hass geladen,
/: Stand Hans, der Kommissar. :/

Seine Heimat musst er lassen
Weil er Freiheitskämpfer war
Auf Spaniens blut'gen Strassen
Für das Recht der armen Klassen
/: Starb Hans, der Kommissar. :/

Eine Kugel kam geflogen
Aus der "Heimat" für ihn her
Der Schuss war gut erwogen
Der Lauf war gut gezogen -
/: Ein deutsches Schiessgewehr. :/

Kann dir die Hand drauf geben (spätere Fassung: "Kann dir das Wort drauf geben")
Derweil ich eben lad' (spätere Fassung: "Vencerá la libertad!")
Du bleibst in unserm Leben (spätere Fassung: "Und du wirst weiterleben")
Dem Feind wird nicht vergeben (spätere Fassung: "in uns und unserm Streben -")
/: Hans Beimler, Kamerad. :/



Text: Ernst Busch
Musik: trad. (nach der Weise von "Ich hatt' einen Kameraden")


Zitiert nach Ernst Busch (Hrsg.): Canciones de las Brigadas Internacionales. 5. Aufl., Barcelona 1938, S. 31. Neuere Fassung zitiert nach Ernst Busch: Spanien - Venceremos. Aurora 5 80 023. Hrsg. 1967.

 

 

Hans Beimler Videofilm

(Bild anklicken)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spanische Freiheitskämpfer und Angehörige der Internationalen Brigaden halten Ehrenwache am Sarge des Genossen Hans Beimler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

* * *

Denkmal der Internationalen Brigaden

 

 

 

Brigada Internacional ist unser Ehrenname

40-50 000 Brigadekämpfer aus 53 Nationen:

die einzelnen Internationalen Brigaden bestanden aus jeweils 10 000 bis 15.000 freiwilligen Soldaten.