Manifest

der

Roten Sport Internationale

(RSI)

 

EKKI der Sportintern

 

21. November 1924

- Übersetzung aus dem Englischen -


An die Arbeitersportler aller Länder!

An alle Arbeiter und Arbeiterinnen in Stadt und Land!



Der Dritte Weltkongress der Roten Sport International beschließt dieses Manifest im Namen der Delegierten, die aus einundzwanzig Ländern hier auf dem Kongress vertreten sind. Wir rufen alle Turn- und Sportorganisationen der Arbeiter aller Länder auf, unserer internationalen Vereinigung des proletarischen und bäuerlichen Sportorganisationen beizutreten - der Roten Sport Internationale.

Die Bourgeoisie setzt alles daran, um die unterdrückten Klassen unter ihrer Herrschaft zu halten. In den Händen der Bourgeoisie sind Turn-und Sportorganisationen Werkzeuge des bürgerlichen Militarismus und Faschismus. Die Jugendlichen sollen im Dienste der Reaktion sowohl im Heimatland als auch in anderen Ländern zum Kampf gegen das Proletariat herangebildet und eingesetzt werden.

Die Bourgeoisie hat die politische Bedeutung der Turn-und Sportorganisationen erkannt, und betrachtet sie als ein Mittel, um das Proletariat mit der bürgerlichen Ideologie zu vergiften. Sie benutzt sie zur aktiven Verteidigung der bürgerlich-kapitalistischen Interessen, sowohl in den täglichen Wirtschaftskämpfen (Werkssport, Vereine unter kapitalistischer Kontrolle, Streik, technische Hilfsmittel, etc.), als auch in den gegenwärtigen und zukünftigen politischen Kämpfen (chauvinistische, nationalistische Organisationen, militärische Ausbildung der jungen, nationalen Miliz, etc.).

Als Gegenmittel sind die proletarischen Turn-und Sportorganisationen für den Klassenkampf des Proletariats zu einem wichtigen Faktor geworden. Sie dienen dem weltweiten Kampf der Arbeiter und armen Bauern zur Errichtung einer proletarischen sozialen Ordnung.

In der Atmosphäre des Klassenkampfes kann es keine "Neutralität" und keine "unpolitische Haltung" für die Arbeiter geben - auch nicht im Hinblick auf dem Gebiet des Sports. Zusammenarbeit mit der Bourgeoisie und friedliche Koexistenz der Klassen innerhalb der bürgerlichen Organisationen sind gleichbedeutend mit Verrat an den proletarischen Interessen.

Das Proletariat steht schweren wirtschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen gegenüber. Der Dritte Weltkongress der Roten Sport- Internationale gibt daher die folgende Kampflosung aus:

Proletarier müssen den Klassenkampf auch im Bereich des Sports organisieren und müssen sich von jeglichen Bindungen zu bürgerlichen Organisationen und der bürgerlichen Ideologie frei machen.

Die vom Proletariat organisierte Einheitsfront in der Sportbewegung stärkt die gesamte Front der Arbeiter und Bauern im Kampf für den Sieg über die kapitalistische Welt.

Die Führer der reformistischen Luzerner Sport Internationalen sabotieren die Einheitsfront der Arbeiterkämpfe gegen die Bourgeoisie, indem sie versuchen, die Einheit der proletarischen Turn-und Sportorganisationen zu zerstören.

Die Luzerner Arbeiter-Sport-Internationale ist im wahrsten Sinne des Wortes keine internationale Organisation des Klassenkampfes.

Die Führer der Luzerner Sport-Internationale erheben Einwände gegen die Einladung der Roten Sportinternationale zur ersten Arbeiter-Olympiade in Frankfurt-am-Main. Sie haben die Einladung der revolutionären Arbeiterturnsportorganisationen abgelehnt, obwohl große Teile der Mitglieder der Internationale Luzerns für die Annahme der Einladung waren. Im Jahre 1920 hatte sich Luzern geweigert, Beziehungen zu den proletarischen Sportorganisationen der Sowjetunion aufzunehmen. Die Führer aus Luzern haben die Verhandlungen über die Vorbereitungsarbeiten zur proletarischen Weltolympiade abgebrochen.

Sie haben sich geweigert, die Zusammenlegung der beiden Internationalen zu verhandeln und beharren auf eine Vereinigung ausschließlich auf den diskreditierten Grundlagen des Luzerner Programms, und das ohne vorherige Aussprache und Rücksprache mit den eigenen Mitgliedern.

Sie sind entschlossen, eine wirklich proletarische Weltolympiade zu boykottieren, weil das ihren Bemühungen widerspricht, mit der Bourgeoisie zusammenzuarbeiten.

Werktätige Männer und Frauen in der ganzen Welt, fallt nicht herein auf diese Provokateure ! Verhindert die Spaltung eurer Organisationen. Die Luzerner Führer versuchen, Keile zwischen die proletarischen, revolutionären Mitglieder und ihre Organisationen zu treiben.

Alle Turner und Sportler der Arbeiterklasse müssen den Machenschaften der verräterischen Führer in geschlossener Einheitsfront entgegentreten.

Turner und Sportler der Arbeiterklasse!

Die Rote Spor-Internationale und ihr Dritter Kongress ruft euch zu:

Erhebt eure mächtige Stimme gegen die Sabotage der Einheitsfront!

Ohne die Rote Sport-Internationale wird es keine echte Olympiade geben!

Auf dem Dritten Weltkongress der Roten Sport-Internationale haben sich Vertreter aus allen Teilen der Welt versammelt. Auffallend ist die Abwesenheit der Vertreter der Ost-und Kolonialvölker auf unserem Weltkongress. Ihre Anwesenheit würde unsere Kampffront erheblich erweitert haben. Viele Millionen der kolonialen und östlichen Völker sind bereits mitten um Kampf für Emanzipation und für die Organiserung einer Sport-und Turnbewegung, die sie in ihrem Kampf unterstützen würde. Das ist von größter Bedeutung.

Die Rote Sport-Internationale begrüßt den Kampf der kolonialen und östlichen Völker "für Emanzipation gegen den Imperialismus und unser Dritter Kongress fordert die Organisation und Konsolidierung der revolutionären Sport-und Turnbewegung in diesen Ländern.

Die Rote Sport-Internationale ist die einzige wirkliche Weltorganisation der proletarischen Turner und Sportler.

Das Rote Sportintern lenkt die Aufmerksamkeit der Massen auf die Täuschungsmanöver der Bürokraten aus Luzern und fordert alle Proletarier auf, ihre Anstrengungen zu erhöhen im Kampf für ein gemeinsames Vorgehen.

Die Wiener Entscheidung der sechs Luzern Führer muss für ungültig erklärt werden. Dies wird den Weg für eine echte internationale proletarische Organisation frei machen.

Werktätige Männer und Frauen, proletarische Turner und Sportler:

Wenn die Luzerner Führer eure Forderungen ablehnen und sich weigern, eine wirkliche Arbeiter Welt-Olympiade zu organisieren, müsst ihr alles tun, um selber eine mächtige Rote Welt-Olympiade zu organisieren. Diese Rote proletarische Welt-Olympiade wird die Einheit der proletarischen Turner und Sportler gegenüber der Bourgeoisie proklamieren.

Die Rote Sport-International lädt hiermit alle proletarischen Turn-und Sportorganisationen der ganzen Welt, sowie alle anderen proletarischen Organisationen ein, sich an der Roten Welt-Olympiade zu beteiligen - an der Roten Welt-Spartakiade.

Die Rote Spartakiade verkündet die Solidarität des internationalen Proletariats in seiner Gegnerschaft zur Bourgeoisie.

Es wird eine neue Phase in der großen Epoche der mächtigen proletarischen Bewegung auf dem Gebiet der Körperkultur eintreten, nicht nur in Europa und Amerika, sondern auch unter den versklavten und unterdrückten Kolonial- und östlichen Völker.


ES LEBE DER KAMPF gegen die bürgerlichen Turn-und Sportorganisationen!

Gegen den bürgerlichen Militarismus und Faschismus!


ES LEBE

die Kultur der körperlichen Ertüchtigung des Proletariats als Mittel des Klassenkampfes!


ES LEBE DER GESUNDE PROLETARISCHE SPORT!


Ein dreifaches HOCH für die Einheit der internationalen proletarischen Turn-und Sportbewegung!


Ein Hoch auf die internationale Solidarität und gemeinsamen Aktionen der revolutionären Arbeiterbewegung für die Befreiung der Arbeiterklasse vom kapitalistischen JOCH!


Ein Hoch auf die

ROTEN SPORT- INTERNATIONALE!

 

Im Auftrag des 3. Weltkongresses der Roten Sportintern, des Präsidiums des Exekutivkomitees Y.C.T.

 


November, 1924

 

 

 

 

Spartakiade - Prokofiev