Internationale Rote Hilfe

- IRA -

(1922 - 1938)

 

 

 

 

 

 

 

 

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Internationale Rote Hilfe

 

 

(gegründet von der Komintern im Jahre 1922 - und aufgelöst im Jahre 1938)

 

 

 

Vereinigt stehen wir - - gespalten fallen wir !

"Solidarität"

(Zeichnung von Käthe Kollwitz - 1932)

 

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SOLIDARITÄTSLIED

Bertolt Brecht

Refrain:
Vorwärts und nicht vergessen,
worin unsere Stärke besteht!
Beim Hungern und beim Essen,
vorwärts und nie vergessen:
die Solidarität!

1. Auf ihr Völker dieser Erde,
einigt euch in diesem Sinn,
daß sie jetzt die eure werde,
und die große Näherin.
Refrain:

2. Schwarzer, Weißer, Brauner, Gelber!
Endet ihre Schlächterei!
Reden erst die Völker selber,
werden sie schnell einig sein.
Refrain:

 


3. Wollen wir es schnell erreichen,
brauchen wir noch dich und dich.
Wer im Stich läßt seinesgleichen,
läßt ja nur sich selbst im Stich.
Refrain:

4. Unsre Herrn, wer sie auch seien,
sehen unsre Zwietracht gern,
denn solang sie uns entzweien,
bleiben sie doch unsre Herrn.
Refrain:

5. Proletarier aller Länder,
einigt euch und ihr seid frei.
Eure großen Regimenter
brechen jede Tyrannei!

 

Vorwärts und nicht vergessen
und die Frage konkret gestellt
beim Hungern und beim Essen:
Wessen Morgen ist der Morgen?
Wessen Welt ist die Welt?

Ernst Busch YOUTUBE.COM

 

 

 

Die Internationale Rote Hilfe

Von den zahlreichen Massenorganisationen der Kommunistischen Internationale war keine mehr bekannt oder aktiver als die Internationale Rote Hilfe (IRA).

Gegründet im Jahre 1922 wurde sie im Jahre 1938 von den revisionistischen Führern der Komintern aufgelöst.

Bis 1924 existierten die Sektionen der IRH in 19 Ländern. 1932 verfügte die IRH bereits über 70 nationale Sektionen, die etwa 14 Millionen Menschen (allein 9,7 Millionenin der UdSSR) umfassten. Die Spendenbeitrage waren enorm und die Hilfe sehr groß und umfangreich.

Auf ihrem Höhepunkt (1932-1933) erreichte die IRHd eine Mitgliedschaft von über vierzehn Millionen in über dreiundsiebzig nationalen Sektionen. Sie unterstützteTausende von Kommunisten und parteilosen Revolutionäre, die den Verfolgungen durch die bürgerliche Klassenjustiz und Weißen Terror" ausgesetzt waren. Die IRH verfügte über eine eigene Pressenund verbreitete ihre Propaganda in einem Dutzend Sprachen. Die IRH gab Flugblätter, Broschüren, Prospekte, Bücher und Zeitschriften heraus. Die Rote Hilfe Führung führte Protestdemonstrationen und Kampagnen der 1920er und 1930er Jahre durch : Sacco und Vanzetti, die schwarzen Jugendlichen in Scottsboro, Tom Mooney, der Reichstagsbrand Prozess, Ernst Thälmann, Antonio Gramsci, und der Spanische Bürger Krieg.

 

 

Vorsitzende des Zentralen Komitees der IRH:

 

Gründer: Julian Marchlewski (1922-1925).

Klara Zetkin hatte schon im Winter 1922 die Bemühungen ihres alten Freundes Julian Marchlewski um die Gründung der Roten Hilfe aktiv unterstützt:

"Es ist das unvergessliche Verdienst des Genossen Julian Marchlewski, die unabweisbaren Schlussfolgerungen aus dem Sieg des Roten Oktober, der Behauptung des Sowjetstaates und der Welt entzündenden Auswirkung dieser gewaltigsten Zeitereignisse gezogen zu haben. Seit seinen Jünglingsjahren ein ratsloser, leidenschaftlicher revolutionärer Kämpfer für die Befreiung der Schaffenden vom Joche des aussaugenden, zertretenden Kapitalismus, kannt er aus persönlicher Erfahrung den aufreibenden Guerillakrieg mit Spitzeln und Polizisten, den Schmutz und die Martern für Leib und Geist in den Gefängnissen des zaristischen Polens, die Unsicherheit, das Gehetztwerden, das Sorgen belastende Existenzringen der Emigration. Während der Jahre des imperialistischen Weltkrieges erlitt er in Deutschland die vielerlei Quälereien eines Konzentrationslagers für politisch verdächtige Ausländer und der Einkerkerung in eine Zelle des berüchtigten Berliner Polizeigefängnisses, weil er in Artikeln hoch- und landesverräterische Ideen verbreitet hatte. Als gründlich gebildeter Marxist erkannte er klar, scharf, dass die alten Methoden internationalen brüderlichen Beistands für revolutionäre Kämpfe und Kämpfer - so durch das Revolutionäre Rote Kreuz und unabhängig voneinander tätige Organisationen in den einzelnen Ländern - nicht mehr den rasch anwachsenden Anforderungen der revolutionsschwangeren Weltlage zu entsprechen vermochten. Die alten Formen internationaler Solidarität bedeuteten Zersplitterung, Schwächung der Leistungen. Die in ihnen und für sie wirkenden Kräfte bedurften internationaler einheitlicher Zusammenfassung und Leitung, straffer Zentralisation. Die Gründung einer weltumfassenden Massenorganisation internationaler brüderlicher Hilfe für Kettenmüde, Kämpfende, Hörige und Hasser des Kapitalismus war ein dringendes Gebot der Stunde. Von solchen Erwägungen geleitet, begründete Genosse Marchlewski am 13. September 1922 vor dem Vorstand der berühmten Gesellschaft alter Bolschewiki den Vorschlag, sofort eine eigene Organisation zur brüderlichen Hilfe für politische Gefangene in allen Ländern der Welt zu schaffen. Die leitenden Genossen der Gesellschaft stimmten dem Vorschlag begeistert zu und beschlossen sofort die Kampagne zur Organisierung eines Internationalen Roten Kreuzes. Die Genossen Marchlewski, Diwilkowski und Lepeschinski wurden in die Kommission gewählt, die für die Durchführung des Beschlusses sorgensollte. Am 30. November 1922 beschloss eine Vollsitzung des IV. Weltkongresses der Kommunistischen Internationale, entsprechend dem von Marchlewski inspirierten Antrag der alten Bolschewiki, die endgültige Konstituierung eines politischen Roten Kreuzes in allen Ländern und den internationalen Zusammenschluss dieser Hilfsorganisation. Die alte Benennung wurde mit Recht fallen gelassen und der Name gewählt: Internationale Rote Hilfe (IRH). Die Notwendigkeit der neuen internationalen Organisation wurde mit der stark steigenden Zahl der kommunistischen und parteilosen Gefangenen in allen Herrschaftsgebieten des Kapitalismus begründet wie mit der äußerst traurigen Lage dieser gefangenen. Genosse Marchlewski führte in dieser Tagung den Vorsitz, und er schrieb die zur Annahme gelangende Resolution. Zur Durchführung der beschlossenen Zentralisation wurden im februar des folgenden Jahres der Apparat und die gesammelten Gelder der "Kommission zur Hilfeleistung für die politischen Gefangenen in Polen" der "Internationalen Roten Hilfe" übergeben, wie das ein von Marchleski unterzeichnetes Rundschreiben gefordert hatte. Er wurde zum Vorsitzenden ihres Zentralkomitees gewählt, das am 21. März 1923 gebildet wurde. Ebenso führte er den Vorsitz eines besonderen Komitees, das zur Regelung der Fragen der politischen Emigration eingesetzt worden war. Es arbeitete in enger Fühlung mit der Internationalen Roten Hilfe und wurde dieser später ganz eingegliedert. Als Vorsitzender dieses Komitees befürwortete Marchlewski mit Erfolg, dass den politischen Emigranten aus Bulgarien ein Sowchos übergeben würde. Trotz zunehmenden schweren körperlichen Leidens betätigte er sich im Dienst der IRH als das, was er sein Leben lang war, als ein unermüdlicher, aufrechter, selbstlos hingebungsvoller Revolutionär. Er führte den Vorsitz bis zu seinem Tode im Jahre 1925. Bei einer Trauerversammlung, die das Zentralkomitee der IRH ihm zu Ehren veranstaltete, sagte Genosse Dombal: "Die Internationale Rote Hilfe ist eine Organisation, die dem Proletariat den Weg zu seinem Ziel erleichtert. Im Namen der Exekutive der IRH muss die große Bedeutung der Rote-Hilfe-Arbeit und das große Verdienst des Genossen Marchlewski hervorgehoben werden, der die IRH organisiert und entwickelt hat. Die Exekutive wird sich angelegen sein lassen, die Erinnerung an Genossen Marchlewski lebendig zu erhalten und auf ihn als auf eine der lichtesten und hervorragendsten Gestalten der internationalen Arbeiterbewegung hinzuweisen."

 

Clara Zetkin (1925-1927).

"Die Internationale Rote Hilfe ist eine Tochter der proletarischen Weltrevolution"

(Clara Zetkin)

Klara Zetkin war Mitglied des Exekutivkomitees der Komintern und Leiterin des Frauensekretariats der Führung der III. Internationale. Sie war außerdem Mitbegründerin und ab 1925 - nach dem Tod des Genossen Marchlewski - Präsidentin der Internationalen Roten Hilfe. Sie wurde auf dem II. Kongress der IRH gewählt. Der Name Klara Zetkin war damals Symbol der internationalen Solidarität. Unter ihrer Leitung wurde die IRH zu einer Millionenorganisation. In ihrem Bericht zum 10. Jahrestag der Gründung der IRH teilte Klara Zentkin mit, dass die Internationale Rote Hilfe 11 1/2 Millionen Mitglieder habe. 1927 rief die Internationale Rote Hilfe Millionenmassen in allen Ländern auf, die beiden nach Amerikaausgewanderten Italiener Sacco und Vanzetti, die die USA-Justiz wissentlich falsch beschuldigte, einen Kassenboten ermordet und beraubt zu haben, vor dem elektrischen Stuhl zu retten. Diese Bewegung, in deren Verlauf es zu Proteststreiks und großen Straßenkundgebungen in fast allen Ländern Europas, in Südamerika und in den USA selbst kam, wurde zu einer machtvollen Demonstration gegen den Dollar-Imperialismus und seine Justiz. Sacco und Vanzetti konnten nicht vor dem Tod gerettet werden. Aber 5 jahre später wurden in Scottsboro (Alabama) 8 junge Schwarze dem Henker entrissen. Clara Zetkin verfasste einen Aufruf in Millionenauflage und vielen Sprachen zur Rettung der Schwarzen. Clara Zetkin wirkte bis an ihr Lebensende als Künderin der internationalen Solidarität mit den Opfern des Weißen Terrors und der reaktionären Klassenjustiz. Ihr letzter Appell an die Weltöffentlichkeit halt der Hilfe für die eingekerkerten und verfolgten Opfer der blutigen Hitlertyrannei, rief zum Kampf gegen den deutschen Faschismus.

 

 

Jelena Stassowa (1927-1937).

"Entscheidendes für ihre äußere und innere Entwicklung verdankt die Internationale Rote Hilfe der Genossin Jelena Stassowa, die ihre glühende, leidenschaftlich treibende Seele ist und der im Sekretariat der Exekutive ein wertvoller Stab internationaler Mitarbeiter aus verschiedenen Landessektionen zur Seite steht." (Clara Zetkin - 1932)

Nach ihrer Verhaftung und Verurteilung verbrachte Genossin Stassowa die Jahre 1913 bis 1916 in der Verbannung im südsibirischen Dorf Kuragino.

Im Revolutionsjahr 1917 wurde Stassowa Kandidatin, von 1918 bis 1920 Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Russlands (Bolschewiki), dabei Sekretärin des Petrograder Komitees. 1918 war sie Mitbegründerin und Präsidiumsmitglied der Petrograder Tscheka.

Im September 1920 wurde Stassowa Sekretärin des Präsidiums des Rates für „Propaganda und Tat der Völker des Ostens“ und Mitglied des Kaukasischen Büros des Zentralkomitees der Partei. Von 1921 bis 1925 arbeitete sie als Verbindungsfrau im Apparat der Kommunistischen Partei Deutschlands und Vertreterin des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale in Berlin.

1925 kehrte Stassowa in die Sowjetunion zurück und war bis 1937 Vorsitzende des sowjetischen Zentralkomitees der Internationalen Rote Hilfe und stellvertretende Vorsitzende des Exekutivkomitees der Organisation. In dieser Eigenschaft wurde sie 1932 auf dem Amsterdamer Antikriegskongress zum Mitglied eines Welt-Antikriegs- und Antifaschistischen Komitees und nahm 1934 an der Gründung eines Welt-Antikriegs- und Antifaschistischen Frauenkomitees teil.

Von 1930 bis 1934 war Stassowa zudem Mitglied der Zentralen Kontrollkommission der KPdSU, von 1935 bis 1943 Mitglied der Internationalen Kontrollkommission der Komintern.

 

Clara Zetkin

Werk und Weg der Internationalen Roten Hilfe

10 Jahre Kampf und Solidarität

1932

 

 

 

 

Clara Zetkin

Künderin der internationalen Solidarität

(Luise Dornemann "Lebensbild von Clara Zetkin" - Kapitel XII)

 

 

 

Aufruf des Exekutivkomitees der Internationalen Roten Hilfe

(veröffentlicht in der "ROTEN FAHNE" - Zentralorgan der KPD vom 26. 9. 1924)

 

 

Rote Hilfe

Vergesst nicht die Opfer des Kampfes!

An alle Arbeiter!

Der 1. Mai ist der Tag, an dem die revolutionären Arbeiter der Welt feiern. Es ist der Tag, an dem sie zu Hunderten und Tausenden in allen Ländern zusammen kommen, wo das Proletariat von den habgierigen Kapitalisten niedergeworfen ist, um sich dem Befreiungskampf zu widmen. Er wird dabei der Helden ehemaliger Kämpfer gedacht und, indem sich die Arbeiter an jenen ein Beispiel nehmen, geloben sie, fortzukämpfen, bis die Idee und Ziele dieser gefallenen Helden verwirklicht werden.

Der 1. Mai 1924 fällt in der Epoche der Reaktion. Der weisse Terror wütet in fast allen Ländern Europas. Die „Demokratie" der Bourgeoisie, deren wahres Antlitz sich im Faschismus zeigt, liefert den Arbeitern den Beweis, dass das wahre Wesen des Kapitalismus Gewalt ist, die die Kapitalisten bis zum Aeussersten anwenden werden, um die Arbeiter niederzuhalten.

Verarmt und zur Verzweiflung getrieben, sehen die Arbeiter ihre einzige Hoffnung in ihren revolutionären Parteien und in den Gewerkschaften. Die Kapitalisten kennen wohl die Macht dieser Institutionen und suchen sie zu vernichten, wodurch sie die Arbeiter selbst zu vernichten hoffen. Die Macht des Faschismus ruft die Gegenaktion der Arbeiterklasse hervor. Gemeinsam mit der ausgebeuteten Bauernschaft mobilisieren die Arbeiter ihre Reihen zum entscheidenden Kampf.

Bei diesen Kämpfen verliert die Arbeiterschaft oft Hunderte und Tausende heldenmütiger Kämpfer. Tausende und Abertausende revolutionärer Arbeiter fallen ins Grab, von den kapitalistischen Regierungen hingeschlachtet. In den Kasematten Europas, Asien, Afrikas und Amerikas schmachten Tausende von revolutionären Arbeitern und Bauern und erleiden die fürchterlichsten Foltern, die die kapitalistische Bosheit ersinnen kann, während ihre Familien Hungers sterben.

Der 1. Mai ist der Tag, an dem wir dieser Helden gedenken müssen. Die „INTERNATIONALE ROTE HILFE" ruft Euch auf, Euren Teil zur Unterstützung dieser Kämpfer und ihrer Familien beizusteuern. Sammelt Mittel! Agitiert in den Betrieben und Bergwerken, auf den Schiffen und Feldern! Schliesst Euch der Landessektion der „INTERNATIONALEN ROTEN HILFE" an! Das ist Eure Pflicht. Das ist die wichtigste Aufgabe der internationalen Solidarität.

Bleibt eingedenk der heldenhaften Kämpfer in den kapitalistischen Kerkern!

„Internationale Rote Hilfe"

Zentral-Komitee.

Rote Hilfe Bulletin des Exekutivkomitees der „Internationalen Roten Hilfe", Jahrgang 1, Nr. 1, Deutsche Ausgabe vom Mai 1924.

 

 

 

Dokumente der

INTERNATIONALEN ROTEN HILFE

 

Vor der Justiz des Feindes

a) die juristische Hilfe der IRH

b) Resolution des 1. Weltkongresses der IRH

über die Organisierung der juristischen Hilfe (1932)

(erscheint in Kürze)

 

 

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ROTEN HILFE DEUTSCHLANDS

(RHD) ...

 



 

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