Rote Hilfe Deutschlands

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rote Hilfe Deutschlands

 

 

(gegründet von der KPD im Jahre 1924 - und aufgelöst im Jahre 1938)

(wieder gegründet von der KPD/ML im Jahre 1975 - liquidiert im Jahre 1985)

(erneute Gründung von der deutschen Sektion der Komintern (SH)

am 1. Oktober 2014 unter dem neuen Namen

 

"Internationale Kommunistische Solidarität"

IKS

 

 

 

 

 

 

Vereinigt stehen wir - - gespalten fallen wir !

"Solidarität"

(Zeichnung von Käthe Kollwitz - 1932)

 

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ROTE HILFE DEUTSCHLNDS in BILDERN ...

 

 

SOLIDARITÄTSLIED

Bertolt Brecht

Refrain:
Vorwärts und nicht vergessen,
worin unsere Stärke besteht!
Beim Hungern und beim Essen,
vorwärts und nie vergessen:
die Solidarität!

1. Auf ihr Völker dieser Erde,
einigt euch in diesem Sinn,
daß sie jetzt die eure werde,
und die große Näherin.
Refrain:

2. Schwarzer, Weißer, Brauner, Gelber!
Endet ihre Schlächterei!
Reden erst die Völker selber,
werden sie schnell einig sein.
Refrain:

 


3. Wollen wir es schnell erreichen,
brauchen wir noch dich und dich.
Wer im Stich läßt seinesgleichen,
läßt ja nur sich selbst im Stich.
Refrain:

4. Unsre Herrn, wer sie auch seien,
sehen unsre Zwietracht gern,
denn solang sie uns entzweien,
bleiben sie doch unsre Herrn.
Refrain:

5. Proletarier aller Länder,
einigt euch und ihr seid frei.
Eure großen Regimenter
brechen jede Tyrannei!

 

Vorwärts und nicht vergessen
und die Frage konkret gestellt
beim Hungern und beim Essen:
Wessen Morgen ist der Morgen?
Wessen Welt ist die Welt?

Ernst Busch YOUTUBE.COM

 

 

 

DOKUMENTE DER RHD

- gegründet von der ruhmreichen KPD

Ernst Thälmanns, Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts

 

1924 - 1938

 

 

WAS IST DIE ROTE HILFE ?

"Sie organisiert den Kampf der Millionenmassen gegen das System des Blutterrors der weißen Henker.

Sie trägt die Schreie der Gefolterten aus den Zuchthäusern der kapitalistischen 'Zivilisation' in die Ohren der werktätigen Massen.

Sie alarmiert das Gewissen der proletarischen Öffentlichkeit.

Und täglich aufs Neue erschließt sie gewaltige Energien zur moralischen und materiellen Hilfeleistung.

So ist die ROTE HILFE die Verwirklichung der praktischen brüderlichen Solidarität der Werktätigen.

Die ROTE HILFE ist mehr denn je eine unentbehrliche Waffe für den Befreiungskampf der Werktätigen !"

Aus einer Broschüre der ROTEN HILFE DEUTSCHLANDS von 1931.

 

 

 

Aufruf des Exekutivkomitees der Internationalen Roten Hilfe

(veröffentlicht in der "ROTEN FAHNE" - Zentralorgan der KPD vom 26. 9. 1924)

 

 

Aufruf zur Gründung der deutschen Organisation der

"Internationalen Roten Hilfe"

"Rote Fahne" - Zentralorgan der KPD, Dienstag 5. August 1924

 

 

"Gründet überall Rote-Hilfe-Organisationen"

Aufruf in der "Roten Fahne" - Zentralorgan der KPD, Freitag 8. August 1924

 

 

 

WAS WILL DIE ROTE HILFE ?

herausgegeben vom Zentralverband der Roten Hilfe Deutschlands

(1931/32)

 

 

„Stets bereit! „
Die Kindergruppen der Roten Hilfe Anfang der 30er Jahre

Dem Hans-Litten-Archiv ist es gelungen, eine seltene historische Photographie von einer Kindergruppe der Roten Hilfe Dresden-Plauen Anfang der 1930er Jahre für seine Sammlung zu erstehen. Solche Pioniergruppen der Roten Hilfe wurden nach einer „Internationalen Kinderwoche“ im Mai 1931 von der Roten Hilfe Deutschlands (RHD) aufgebaut. Zur Begründung hieß es: „Durch die christlich-bürgerlichen, sozialdemokratischen und faschistischen Kinderverbände werden große Massen von Arbeiterkindern von der Klassenkampfideologie ferngehalten und der kapitalistischen Ausbeutung gefügig gemacht. Diesen Bestrebungen muss durch die Schaffung von revolutionären Arbeiterkinderorganisationen energisch entgegengetreten werden, um die Kinder der klassenbewussten Arbeiterschaft durch revolutionäre Erziehung für den politischen Kampf zu schulen und sie dem Einfluss der gegnerischen Kinderverbände zu entreißen.“

Die RH-Pioniere erfassten 10- bis 13-Jährige. Ältere wurden in Jugendgruppen zusammengefasst oder schlossen sich gleich den Ortsgruppen der Roten Hilfe. Zur Aufnahme in den Pionierverband gelobten die Kinder: „Ich, Rote Hilfe-Pionier, verspreche feierlich vor meinen Genossen, dass ich fest für die Sache der Arbeiterklasse im Kampf um die Befreiung der Arbeiter und Bauern und aller unterdrückten Völker eintrete; für die Befreiung der proletarisch-politischen Gefangenen, die in den Kerkern der Kapitalisten schmachten, kämpfen, ehrlich und unerschütterlich, das Vermächtnis Lenins und die Bestimmungen des Pionier-Verbands einhalten werde.“  Erst nach Ablegen des Versprechens waren die Pioniere berechtigt, die Uniform aus einem schwarzen Satin-Kittel mit gestickten RHD-Abzeichen auf der linken Brustseite, einem roten Pioniertuch  und einer roten Kordel als Gürtel zu tragen. Wie auch in den anderen Pioniergruppen lautete der Gruß der RH-Pioniere „Stets bereit!“

Außer in Bayern, wo Gesetze die politische Organisierung von Kindern verboten, gab es in allen Bezirken der Roten Hilfe Pionierabteilungen. Im Mai 1932 gehörten reichsweit 3466 Kinder zu 153 RH-Pioniergruppen, bis Ende 1932 wuchs die Zahl der Pioniere auf rund 6000 an.

Bei den Kindergruppenzusammenkünften nahmen neben politischen Referaten Spiele, Sport und Theater den meisten Raum ein. So veranstalteten die Pioniere im Berliner Wedding ein „Amateur-Roller-Traktoren-Rennen“ auf der Weberwiese. „Unsere Roller sollen die Traktoren darstellen, die mit größtem sozialistischem Tempo eine neue Welt erobern und aufbauen helfen, wie es in Sowjetrussland ist.“ Auch Mädchen nahmen an dem Rennen teil. „Bei uns gibt es keinen Unterschied zwischen Jungen und Mädchen. Bei uns gibt es nur einen Unterschied zwischen schlechten und guten Pionieren.“ Am Rande des Rennens verkauften die Pioniere Literatur der Roten Hilfe und sammelten Gelder für die Gefangenenhilfe.

Mit kleinen Theaterstücken und Rezitationen revolutionärer Verse beteiligten sich die Pioniere an Versammlungen und Demonstrationen der Roten Hilfe. Ein Stück mit dem Titel „Die Rote Hilfe“ führte auf kindgerechte Weise den Nutzen der Roten Hilfe vor. Fünf Mädchen und vier Jungen stellen sich hierzu in einem Halbkreis auf. Zuerst marschieren ein „Priester“ und ein „Polizist“ als „Eckpfeiler der bürgerlichen Gesellschaft“ auf. Ein Kind, dessen Vater für 10 Jahre ins Zuchthaus musste, scheitert mit seiner Suche nach Beistand hintereinander an der privaten Fürsorge, der Kirche, dem Roten Kreuz und anderen bürgerlichen Institutionen. Zuletzt erscheint ein kleinen Mädchens und bietet seine Hilfe an.

Hilfesuchendes Kind: „Du, Du bist selbst so arm und schwach.

Kleines Mädchen: „Ich habe aber eine große Schwester in Russland und in allen Ländern, die helfen Dir mit mir und die deutschen Arbeiter werden dafür sorgen, dass ich bald so groß und stark werde, dass ich Dir allein helfen kann.“

Hilfesuchende Kind: „Wer bist Du denn?“

Kleines Mädchen: „Ich bin die Rote Hilfe“.

(gehen Hand in Hand ab)

Beliebt bei den RH-Pionieren waren die von der Internationalen Roten Hilfe organisierten Brieffreundschaften mit Gruppen der „Jungen Freunde der MOPR“, also der Roten Hilfe in der Sowjetunion. Schließlich gehörte es zu den Pflichten der RH-Pioniere, zusammen mit anderen Pionierverbänden, „den gemeinsamen Kampf zu führen, zu dem sich alle Pioniere in dem `Roten Schulvorposten´ zusammenschließen - dem Schulkampf gegen Schulfaschismus und prügelnde Lehrer, für Kinderspeisung, für freie Lehrmittel usw.“

Nick Brauns

Historische Quelle: „Die Kinder und die Rote Hilfe“

Die bekannte Revolutionärin, Schauspielerin und Photographin Tina Modotti (1896-1942) schrieb 1931 in der Funktionärszeitung der Roten Hilfe MOPR einen Beitrag über Arbeit der Internationalen Roten Hilfe (IRH) mit Kindern. Der vollständige Artikel und weitere Texte von Modotti über die Rote Hilfe sind auf der Website des Hans-Litten-Archivs veröffentlicht. (www.hans-litten-archiv.de)

 […] Im Schritt mit der wirtschaftlichen Ausbeutung und unmenschlichen Behandlung der Kinder in der Produktion geht die Verfolgung und Bestrafung der Kinder- aus dem proletarischen revolutionären Organisationen (Rote Pioniere usw.) vor sich. Es würde genügen, die Polizeiattacken, die brutale Mißhandlung und die verschiedenen Repressionen gegen den zweiten Internationalen Kinderkongreß anzuführen, der in Berlin im Sommer des Jahres 1930 tagte. Über 100 Kinder wurden in diesen Tagen in Berlin verhaftet; die Polizei überfiel selbst die Arbeiterwohnungen, wo die ausländischen Pionierdelegierten untergebracht waren: der sozialdemokratische Polizeipräsident in Halle verbot die Abhaltung des Kinderkongresses in diesem Ort auf Grund einer "hygienischen Gefahr". Die Einreise der russischen Delegierten nach Deutschland war verboten und der bayrische Unterrichtsminister erteilte entsprechende Instruktionen, die die Teilnahme an dem Kinderkongreß strengstens untersagten. In anderen Ländern sind die Verhältnisse nicht besser. In den USA wurde ein Sommerlager der Roten Pioniere von den Ku-Klux-Klan-Leuten mit Unterstützung der öffentlichen Behörden überfallen. Der wildgewordene Pöbel riß die von den Kindern aufgehißte rote Fahne herunter- und forderte die Hissung des amerikanischen Sternenbanners. Da die zwei jungen Mädchen Mabel Husa und Ailene Holmes zusammen mit den Kindern tapfer und fest sich weigerten, dieses zu erfüllen, wurden beide verhaftet. Eine Strafe von 3 Monaten Gefängnis wurde über sie verhängt. während das Kinderlager gänzlich zerstört und die Kinder vertrieben wurden. […]

Das Drangsal der Kinder infolge der Verfolgungen und des weißen Terrors gegen ihre Eltern bedarf keiner weiteren Beschreibung. Die IRH widmet besondere Aufmerksamkeit der Unterstützung der Waisen der Opfer des Klassenkampfes (RH-Kinderheime, materielle Hilfe usw.) Diese Waisen und die Kinder, deren Väter im Gefängnis sitzen oder ausgewiesen sind, haben somit nicht nur ihren Ernährer verloren, sondern sind auch den schändlichsten Schikanen ausgesetzt. Es wird eine Atmosphäre der Verachtung von den Lehrern in den Schulen und von den Nachbarn um sie gebildet; sie werden von den übrigen Kindern von oben herab betrachtet und erfreuen sich keines Vertrauens bei ihnen, weil ihre Väter im Gefängnis eingekerkert sind. Der moralische Effekt solcher Plackereien auf die Waisen und Kinder der Opfer des Klassenkampfes kann sehr gefährlich werden, sie könnten einem Gefühl der Minderwertigkeit ausgesetzt werden, wenn die Kinder noch nicht stark genug vom revolutionären Geist durchdrungen sind. Und hier kommt nun allen RH-Organisationen die direkte Aufgabe der Mobilisierung dieser Kinder zu. Es ist nicht nur die Pflicht der IRH, diese Kinder materiell zu unterstützen, sie muß auf für ihre moralische Erziehung verantwortlich sein. Wir dürfen nicht zulassen, daß die Waisen der Opfer des Klassenkampfes in die Hände der Bourgeoisie fallen, wie das mit den Waisen der ermordeten Ella May in Gastonia der Fall war.

Wie sind nun die Kinder durch die IRH zu mobilisieren und wie ist die IRH-Arbeit für sie interessant zu gestalten? Um gute Resultate auf diesem Gebiet zu erzielen, muß vor allen Dingen eine Kinderabteilung unter der Leitung eines Genossen (eventuell einer Frau, die am besten für die Arbeit unter den Kindern geeignet ist geschaffen werden. Man muß mit der Hineinziehung der Kinder der IRH-Mitglieder, der Kinder der Ermordeten, Eingekerkerten, Verfolgten, Ausgewiesenen usw. in die entsprechende Organisation beginnen. Darauf sind Kindergruppen zu schaffen, die jedoch nicht einfach ein Gegenbild der Gruppen für Erwachsene sein dürfen-, die Kindergruppen müssen genügend elastisch sein, um eine höchst bewegliche vielförmige Gruppierung nach dem Alter, den Eigentümlichkeiten der verschiedenen Schichten zu ermöglichen. Die Arbeit muß anziehend und der Mentalität der Kinder angepaßt sein: Kindersport, Spiele, Ausflüge, haben einen Teil des Programms zu bilden, wobei es sich erübrigt zu erwähnen, daß der Kulturarbeit die größte Aufmerksamkeit zu widmen ist. (Vorlesungen, konstruktive Kinofilms, revolutionäre Lieder usw.)

Bei allen internationalen Tagen und RH-Kampagnen können die Rote-Hilfe-Kindergruppen zu verschiedenen Zwecken ausgenützt werden, und zwar als Kinderdelegationen zum Besuch der politischen Gefangenen in den Kerkern, an den Gräbern der im Klassenkampf gefallenen revolutionären Märtyrer, Delegationen für Geldsammlungen und zur Verbreitung spezieller Unterschriftenlisten für verschiedene Zwecke. An allen öffentlichen revolutionären Demonstrationen müssen die RH-Kindergruppen in Massen mit speziellen RH-Kinderlosungen teilnehmen.
Die RH-Kinderabteilungen haben auch unter den bestehenden Kinderorganisationen zu arbeiten und RH-Gruppen in letzteren, wie z.B. in den Roten Pionier-, Sportorganisationen, Schul- und wirtschaftlichen Vereinen, zu schaffen, wobei der Hauptzweck der ganzen RH-Kinderarbeit in der Durchdringung aller Kinder mit dem Geist der Klassensolidarität und im Kampf gegen den Chauvinismus und gegen die Rassenvorurteile bestehen muß, die den Kindern von ihren bürgerlichen Eltern und den kapitalistischen Schullehrern eingeimpft werden. […]

Erschienen in MOPR, Berlin, Nummer 4/1931

 

 

 

 

 

DOKUMENTE DER RHD

- wieder gegründet von der KPD/ML

nach 50 Jahren

1975 - 1985

 

 

50 Jahre Rote Hilfe Deutschlands

1. Oktober 1974

(Zum 5o. Jahrestag der Gründung der RHD)


 

 

Programmatischer Aufruf

beschlossen von der zentralen Konferenz der Rote-Hilfe-Gruppen

am 12. / 13. April 1974 in Bochum

(Entwurf)

 

Die ROTE HILFE

ist eine proletarische Massenorganisation

im Kampf gegen die politische Unterdrückung:

"Sie organisiert den Kampf der Millionenmassen gegen das System des Blutterrors der weißen Henker.

Sie trägt die Schreie der Gefolterten aus den Zuchthäusern der kapitalistischen 'Zivilisation' in die Ohren der werktätigen Massen.

Sie alarmiert das Gewissen der proletarischen Öffentlichkeit.

Und täglich aufs Neue erschließt sie gewaltige Energien zur moralischen und materiellen Hilfeleistung.

So ist die ROTE HILFE die Verwirklichung der praktischen brüderlichen Solidarität der Werktätigen.

Die ROTE HILFE ist mehr denn je eine unentbehrliche Waffe für den Befreiungskampf der Werktätigen !"

So steht es in einer Broschüre der ROTEN HILFE DEUTSCHLANDS von 1931.

 

Eine solche ROTE HILFE brauchen heute das Proletariat und alle Werktätigen, um sich gegen die zunehmende politische Unterdrückung in Westdeutschland und Westberlin zur Wehr zu setzen und an dieser Front des Klassenkampfes die Kräfte für die sozialistische Revolution zu stärken.

Eine ROTE HILFE, die die ruhmreiche Tradition der ROTEN HILFE DEUTSCHLANDS der 20er und 30er Jahre wieder aufnimmt, die Hunderttausende in ihren Reihen organisierte und einen machtvollen Kampf gegen die politische Unterdrückung in der Weimarer Republik führte.

Heute nimmt die politische Unterdrückung in Westdeutschland und Westberlin wieder sprunghaft zu. Reaktionäre Notstands- , Ausländer- und Betriebsverfassungsgesetze, verstärkte Aufrüstung der Polizei und Bundesgrenzschutz zu Bürgerkriegs-Einheiten, Demonstrationsverbote, Einsatz von Knüppeln, Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten, Streiks werden zusammen geprügelt.

Es gibt immer mehr politische Entlassungen, Berufsverbote und Gewerkschaftsausschlüsse. Genossen der RAF werden brutal verfolgt, die Bourgeoisie betreibt eine wüste Hetze gegen Revolutionäre, besonders gegen Kommunisten und verhängt Terrorurteile in politischen Prozessen.

Poltische Gefangene werden mit "Modernen Methoden" in den Gefängnissen gefoltert.

Warum das alles?

Ist das ein Zeichen der Stärke der imperialistischen Unterdrücker und ihres Staates ?

Nein beileibe nicht.

Sie haben Angst, sie fürchten den anwachsenden Klassenkampf. Sie fürchten unseren Kampf aller Ausgebeuteten und Unterdrückten, den Kampf auch der ROTEN HILFE gegen das Unrecht und die Ausbeuterei des kapitalistischen Systems, unseren Kampf für einen Staat, in dem nicht Ausbeuter und Unterdrücker, sondern die Arbeiterklasse und ihre Verbündeten die Macht in der Hand halten und in dem alle Versuche, das alte System wieder herzustellen, mit eiserner proletarischer Faust nieder gehalten werden. Ein solcher Staat ist heute die Volksrepublik Albanien.

Solch einen Staat wollen auch wir, die ROTE HILFE hier mit erkämpfen, denn erst wenn die Unterdrücker auch hier beseitigt sind, wird die politische Unterdrückung beseitigt sein.

Die Sowjetunion und die DDR bezeichnen sich als "sozialistisch". Sie werden uns als "Vorbilder des Sozialismus" hingestellt. Aber wer 1968 die CSSR überfiel, das war kein sozialistischer Staat, das war ein imperialistischer Staat, der faschistische Unterdrückermethoden gegen die Völker und das eigene Volk anwendet. In der DDR und der Sowjetunion sind heute Regime an der Macht, die das Volk nach Art der Nazis unterdrücken.

Gerade seit 1966/67 hat sich, wie auch in der ganzen Welt, in Westdeutschland und Westberlin, der Klassenkampf sehr verschärft. Zahlreiche Streiks, immer mehr auch gegen den Willen der imperialistischen, arbeiterfeindlichen DGB-Führer, bis hin zu Auseinandersetzungen mit den Polizeihorden, den Kettenhunden des Kapitals, - so bei Ford in Köln, Hella-Lippstadt, Pierburg-Neuss. Bomben detonierten im Hauptquartier der amerikanischen Besatzerstreitkräfte in Frankfurt und Heidelberg, erbitterte Kämpfe der Bevölkerung von Nordhorn und Clausheide gegen den NATO-Bombenabwurfplatz. Erfolgreiche Straßenschlachten im Franfurter Häuserkampf.

Demonstrationen von Bauern, von Studenten, Solidaritätsaktionen mit den Kämpfen der Völker der Dritten Welt, gegen die imperialistischen Mächte USA und Sowjetunion. Massendemonstrationen gegen den Breschnew-Besuch, trotz Polizeiterror und Demonstrationsverbot in Dortmund.

All diese Kämpfe sind Zeichen des unerbittlichen Klassenkampfes zwischen Proletariat und Bourgeoisie auf unserem Boden. Und schon jetzt zeigt sich, dass das Proletariat die Bourgeoisie auf der ganzen Welt besiegen, und ihre Herrschaft vernichten wird. Haupttendenz ist die Revolution und der Vormarsch des Sozialismus !

Auf dem Hintergrund dieser für die Völker so ausgezeichneten Situation müssen wir die verzweifelten Versuche der Bourgeoisie sehen, ihren Untergang mit Blut und Terror hinauszuzögern.

Wie schon 1933 durch Hitler, wie erst vor Kurzem in Chile, so wollen die Herrschenden auch heute wieder die politische Unterdrückung gegen das Volk verschärfen, so treiben sie die Faschisierung voran, und wollen eine faschistische "moderne Notstandsdiktatur" einführen, um ihre Macht zu erhalten.

Dem weißen Terror der herrschenden Klasse, die mit aller Macht ihre Herrschaft behaupten will, setzt die ROTE HILFE die Waffe der proletarischen Klassensolidarität entgegen.

Die Waffe der Einheit von Tausenden und Millionen Werktätigen, unter Führung der Arbeiterklasse im Kampf für die Befreiung vom kapitalistischen Joch durch die bewaffnete Revolution.

Die ROTE HILFE ist eine revolutionäre Massenorganisation der Arbeiterklasse. Im Kampf gegen die politische Unterdrückung leistet sie ihren Beitrag zum Sturz der kapitalistischen Ausbeuterordnung und zur Errichtung der Arbeitermacht, des Sozialismus.

Es wurden in den letzten Jahren zahlreiche Terrorprozesse gegen Kommunisten und gegen andere Revolutionäre insbesondere gegen Genossen der RAF, inszeniert.

Genosse Mahler [dieser Verräter ist kurze Zeit später ins Lager der Faschisten übergewechselt - Anmerkung der Redaktion] wurde zu 12, Genosse Hoppe zu 10 Jahren Haft verurteilt. Zahlreiche Genossen, die bei der Demonstration am Roten Anti-Kriegstag 1972 in München festgenommen wurden, will die bürgerliche Klassenjustiz bis zu 18 Monate ohne Bewährung hinter Gitter sperren. Gegen 100e von Genossen laufen Verfahren wegen Unterzeichnung und Verteilung revolutionärer Flugblätter, in denen der Unterdrückungs- und Ausbeutercharakter des westdeutschen Imperialistenstaates aufgezeigt und die Notwendigkeit seines gewaltsamen Sturzes und der Errichtung der Arbeitermacht über die alten Ausbeuter propagiert wurde.

Gegen Presseverantwortliche der KPD/ML und anderer revolutionärer Organisationen werden serienweise Prozesse wegen "Beleidigung" und "Verunglimpfung" des Staates geführt, weil sie über dieses System die Wahrheit schreiben. Durch ungeheuerliche Geldstrafen gegen führende Kommunisten, wie gegen den Vorsitzenden der KPD/ML, den Genossen Ernst Aust, sollen revolutionäre Organisationen finanziell ruiniert und so im Kampf behindert werden. Gegen Genossen Ernst Aust wurden allein in den letzten 9 Monaten etwa 15 000 DM Geldstrafen verhängt.

Die Bourgeoisie verbietet Kundgebungen, Demonstrationen und Veranstaltungen von Kommunisten und fortschrittlichen Organisationen wie der CISNU (iranische Studentenorganisation), auf denen die Revolutionäre den Massen ihre Ansichten erläutern und für ihre Ziele eintreten.

Durch maßlosen Prozessterror versucht die Bourgeoisie eine Entwicklung aufzuhalten, die nicht aufzuhalten ist: Das Platzgreifen revolutionärer Anschauungen und Ziele unter den werktätigen Massen Westdeutschlands und Westberlins. Gegen all diese Angriffe nimmt die ROTE HILFE den Kampf auf unter der Lsoung:

Freiheit für die revolutionäre Agitation und Propaganda !

Mit wachsendem Terror begegnet die Bourgeoisie revolutionären Organisationen. Sie hat sich schon vor Jahrzehnten Mittel geschaffen, durch deren Anwendung sie jeden organisierten revolutionären Kampf, insbesondere den Kampf gegen die Kommunistische Partei, zerschlagen will:

Das KPD-Verbot und den Terrorparagraphen (Paragraph 129) - "kriminelle Vereinigung", der ausschließlich als Mittel gegen revolutionäre und fortschrittliche Organisationen eingesetzt wird, auch gegen die ROTE HILFE.

Die Unterdrücker wenden immer wütender ihren faschistischen Terror an, je mehr der Kampf voran schreitet und je organisierter und klarer das Ziel der Arbeiterklasse und aller Werktätigen - die Befreiung der Werktätigen vom Joch der kapitalistischen Knechtschaft durch die gewaltsame Revolution in unserem Land verfochten wird.

Gegen diese Versuche der Bourgeoisie, das Rad der Geschichte aufzuhalten und ihre Herrschaft durch Verfolgung und Terror noch ein Weilchen zu retten, kämpft die ROTE HILFE unter den Hauptparolen:

Weg mit dem KPD-Verbot !

Weg mit dem faschistischen Terrorparagraphen 129 !

Hände weg von den fortschrittlichen und revolutionären Organisationen !

 

Besonderen Verfolgungs- und Unterdrückungsmaßnahmen sind die Soldaten der Bundeswehr ausgesetzt. Die Bourgeoisie versucht mit allen Mitteln die fortschreitende Zersetzung ihrer Streitkräfte, auf die sie letzten Endes allein ihre Macht baut, zu verhindern. Die Auflehnung der Soldaten gegen unmenschliche Behandlung, Kadavergehorsam und hirnlosen Drill, gegen Militarismus und imperialistischen Krieg, wächst mächtig an. Mit Verfolgung und Terror gegen revolutionäre und fortschrittliche Soldaten will die Bourgeoisie den Kampf der Soldaten brechen. Die ROTE HILFE gibt allen, die wegen ihrer politischen Arbeit in der Bundeswehr verfolgt und terrorisiert werden, soldidarische Hilfe, und steht fest an ihrer Seite. Sie kämpft für die freien politische Betätigung in den Kasernen.

In den Gefängnissen der Deutschen Bundesrepublik gibt es von Tag zu Tag mehr politische Gefangene. Mit verbrecherischen Foltermethoden, die, wie die Isolationshaft, die völlige physische und psychische Vernichtung der Gefangenen bewirken sollen, will der Klassenfeind die revolutionäre Gesinnung dieser Menschen brechen und die Massen in ihrem Kampfwillen einschüchtern.

Die ROTE HILFE kämpft energisch gegen diese verbrecherischen Methoden des Klassenfeindes. Sie unterstützt die eingekerkerten Genossen, und verbindet sie nach Kräften über Kerkermauern hinweg mit der Massensolidarität des kämpfenden Volkes. So gibt die ROTE HILFE diesen Genossen die Kraft, auch unter schwierigsten Bedingungen im Kerker des Klassenfeindes den Klassenkampf fortzuführen. Die ROTE HILFE kämpft für die Verbesserung der Kampfbedingungen der eingekerkerten Genossen, aber ihr Ziel ist nicht nur die Verbesserung, sondern vor Allem die Aufhebung der Haft.

Unter der Parole

Freiheit für alle politischen Gefangenen !

kämpft sie für die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen. Unter dieser Hauptparole kämpft die ROTE HILFE in besonderem Maße auch gegen die barbarische Isolationsfolter. Ebenso kämpft die ROTE HILFE gegen die brutale Ausbeutung und oft unmenschliche Unterdrückung aller Gefangenen.

Besonderen Terror entfaltet die Bourgeoisie gegen unsere ausländischen Kollegen und Genossen. Durch das neue reaktionäre Ausländergesetz hat sie sich eine Handhabe gegen alle fortschrittlichen Ausländer zurecht gelegt, die an den Rassismus des Dritten Reiches erinnert. In Nacht- und Nebelaktionen werden ausländische Arbeiter und Studenten verhaftet, in Abschiebehaft genommen, und ihren faschistischen Henkern im Iran, der Türkei, Griechenland und anderswo ausgeliefert. So soll z.B. der deutsche Kommunist Sascha Haschemi, der einen persischen Vater hat, den Henkern des Schah ausgeliefert werden. Abgeschoben werden soll auch Baha Targün, ein türkischer Revolutionär und Streikführer beim Fordstreik in Köln, und viele Andere.

Die Generalunion palästinensischer Arbeiter (GUPA) und Studenten (GUPS) wurden bereits verboten, der CISNU, der anti-imperialistischen, patriotischen, iranischen Studentenorganisation, droht ebenfalls ein Verbot. In diesem Kampf greift die ROTE HILFE ein mit den Forderungen:

 

Kampf dem Abschiebungsterror gegen fortschrittliche Ausländer !

Sofortiges Asylrecht für verfolgte Kollegen und Genossen !

Hände weg von revolutionären und fortschrittlichen ausländischen Organisationen !

Weg mit den reaktionären Ausländergesetzen !

Neben der Unterstützung aller politisch verfolgten Ausländer in Westdeutschland unterstützt die ROTE HILFE nach Kräften den Kampf der Völker um ihre Befreiung von der mörderischen Unterdrückung und Ausplünderung durch den Imperialismus. besonders steht sie den Völkern und ihren revolutionären Befreiungsbewegungen, bzw den Arbeitern anderer Länder dort bei, wo die Bourgeoisie gegen die immer machtvolleren Kämpfe der Völker als letztes Mittel faschistischen Terror wie die Ermordung Salvador Puig Antichs in Spanien oder die Folterung und Ermordung von dutzenden Patrioten in Persien und in anderen Ländern einsetzt. Sie reiht sich ein in die Front der Arbeiter aller Länder und Völker der Welt zum Kampf gegen imperialistische Unterdrückung.

Hoch die internationale Solidarität !

Es lebe der proletarische Internationalismus !

 

Ein weiterer Ausdruck der verschärften Reaktion der Bourgeoisie auf das Anwachsen des revolutionären Klassenkampfes sind die zahlreichen politischen Entlassungen der letzten Zeit. Oppositionelle Betriebsräte wie Rudi Wischnewski bei Opel-Bochum, wie bei Bänninger in Gießen und anderen Orten, zahlreiche Kollegen, die sich beim Streik hervorgetan haben, oder als Revolutionäre bekannt sind, Jugendvertreter, die sich eingesetz haben, Genossen revolutionärer Organisationen: Immer wieder werden diese Kollegen und Genossen von den Kapitalisten in Zusammenarbeit mit den reaktionären Gewerkschaftsführern gefeuert, weil sich die Bourgeoisie nur noch durch diesen Terror gegen die immer stärkere revolutionäre Unruhe in den Betrieben zu helfen weiß.

Auch in anderen Bereichen werden zahlreiche Menschen wegen revolutionärer Gesinnung gefeuert und mit Berufsverboten bestraft, vor Allem zahlreiche Lehrer. Revolutionäre und fortschrittliche Rechtsanwälte werden mit allen möglichen Methoden terrorisiert, bespitzelt, unter Druck gesetzt, und unter fadenscheinigen Gründen von Verteidigungen ausgeschlossen.

Überall hier greift die ROTE HILFE ein. Sie unterstützt den Kampf für die sofortige Wiedereinstellung der Entlassenen, organisiert den solidarischen Kampf und schafft auch materielle Hilfe für entlassene Werktätige und ihre Familien, genauso wie sie das bei Angehörigen eingekerkerter Genossen tut.

Die Rote Hilfe ist keine Karitas, die Almosen gibt und Heftpflaster auf die vom Klassenfeind geschlagenen Wunden klebt. Sie ist vielmehr eine Kampforganisation gegen die politische Unterdrückung. Sie bettelt nicht um Gerechtigkeit beim Klassenfeind, die es sowieso nicht gibt, sondern sie ruft auf zur Rebellion gegen das blutige Unrecht des kapitalistischen Unterdrückungssystems. Sie beschränkt sich nicht auf die Verteidigung gewisser demokratischer, dem Klassenfeind abgetrotzter Rechte, sondern unterstützt offen alle Bestrebungen, die zum Sturz der Bourgeoisie durch das Proletariat führen. Die ROTE HILFE verlässt sich in ihrem Kampf nicht in erster Linie auf juristische und andere Spezialisten, sondern auf die gewaltige Kraft der proletarischen Massensolidarität.

In Betrieben, Kasernen, Schulen und Hochschulen organisiert die ROTE HILFE durch Unterschriften- und Geldsammlungen und Protestaktionen und andere Maßnahmen den Kampf gegen die Unterdrückung. In den Wohnvierteln und auf den Straßen führt sie Kundgebungen und Demonstrationen durch. Sie verwandelt die Säle der bürgerlichen Gerichte in Orte, an denen revolutionäre Tribunale gegen die politische Unterdrückung stattfinden. Sie klärt die Masse der Werktätigen über die politische Unterdrückung auf und organisiert sie zum solidarischen Kampf.

Die ROTE HILFE bekämpft die Lügen von der "Gerechtigkeit" bürgerlicher Gerichte, von der angeblich "neutralen" Haltung des Staates gegen den Klassenkampf, von der Möglichkeit der Versöhnung mit den Todfeinden, wie die D"K"P-Führer verbreiten. Sie bekämpft solche Illusionen, denn sie dienen dazu, die Unterdrückerherrschaft zu verewigen und das Volk weiter unter die Knute der Imperialisten zu pressen. Die D"K"P-Führer betreiben die Politik der Versöhnung mit dem Klassenfeind. Folgerichtig arbeiten sie mit ihm zusammen. Sie verschleiern systematisch das Wesen der politischen Unterdrückung, indem sie nur von einigen "Übergriffen", also Verstößen des Kapitals gegen seine eigenen Gesetze reden. Das sind Leute, die Revolutionäre denunzieren, und für ihren Rauswurf aus Betrieb und Gewerkschaft hetzerisch als "Chaoten" und "Maoten" bezeichnen, Leute, die ein faschistisches Regime wie den sowjetischen Sozialimperialismus als "Sozialismus" verkaufen wollen. Das sind Feinde der Revolution und Freunde der Unterdrücker. Sie und ihre Spießgesellen bekämpft die ROTE HILFE ! Solche Leute haben in unseren Reihen nichts zu suchen.

Jeder Arbeiter aber, jede Hausfrau, jeder Werktätige, jeder fortschrittliche Mensch, der den Kampf gegen politische Unterdrückung tatkräftig führen will, der sich aktiv in die breite Front der Klassensolidarität einreihen will, gehört unabhängig von Parteizugehörigkeit in die ROTE HILFE.

Mitglied ist, wer das Programm der ROTEN HILFE anerkennt und regelmüßig Beitrag bezahlt. Auf regelmäßigen Mitgliederversammlungen werden die verantwortlichen Leitungen gewählt und die Politik der ROTEN HILFE im Rahmen ihres Programms festgelegt.

Wir kämpfen darum, dass die vielen ROTE-HILFE-GRUPPEN, die es heute noch in Westdeutschland und Westberlin gibt, sich in einer einheitlichen ROTEN HILFE DEUTSCHLANDS zusammenschließen.

Nur eine solche fest zusammen geschlossene, zentralisierte, gegliederte Organisation vermag die vielfältigen und großen Kampfaufgaben auf die Dauer zu bewältigen, die vor uns stehen, vermag das Ziel zu verwirklichen, das wir uns gesteckt haben, eine ROTE HILFE, in der sich Tausende und Zehntausende von Werktätigen zusammen schließen zum Kampf gegen die politische Unterdrückung.

Die ROTE HILFE ist eine revolutionäre Massenorganisation der Arbeiterklasse.

Im Kampf gegen die politische Unterdrückung leistet sie ihren Beitrag zum Sturz der kapitalistischen Ausbeuterordnung, und zur Errichtung der Arbeitermacht, des Sozialismus.

(aus: "Rote Hilfe" Zeitung Nr. 24 von April/Mai 1974)

 

 

 

Vorwärts beim Aufbau der Roten Hilfe Deutschlands !


(aus: "ROTER MORGEN", Nr. 17 vom 27. April 1974)



Im Kampf gegen die Klassenjustiz, gegen jede Form politischer Unterdrückung gilt es, die Massen in einer breiten, proletarischen Massenorganisation zusammen zu schließen.

Die Tradition der ROTEN HILFE in den 20er und 30er Jahren ist unvergessen.

Anknüpfend an diese große Tradition hat unsere Parte im vergangenen Jahr überall in Westdeutschland und Westberlin in den spontan entstandenen Rote-Hilfe-Gruppen den Kampf um eine korrekte, revolutionäre Linie aufgenommen. Auf dem nationalen Kongress der Rote-Hilfe-Gruppen, der am 12. / 13. 4. 1974 in Bochum statt fand, konnte die proletarische Linie gegen alle Angriffe rechter und "linker" Spalter durchgesetzt werden.


Der Bochumer Rote-Hilfe-Kongress brachte einen großartigen Erfolg im Kampf um die korrekte Linie, um den nationalen Aufbau einer Roten-Hilfe-Organisation. Revisionistische, trotzkistische, anarchistische Elemente, die immer wieder versuchten, die Rote-Hilfe-Bewegung zu spalten, wurden hinaus gesäubert. Die Konferenz verabschiedete einen programmatischen Aufruf der Roten Hilfe, wählte einen provisorischen Bundesvorstand und beschloss die Einberufung eines Gründungskongresses der Roten Hilfe Westdeutschlands und Westberlins in absehbarer Zeit.

Immer mehr Rote-Hilfe-Gruppen haben sich in der letzten Zeit spontan gegründet, um den Kampf gegen Klassenjustiz und politische Unterdrückung aufzunehmen. Diese Bewegung zu vereinheitlichen und auf revolutionärer Grundlage auszurichten, muss das Ziel eines jeden Marxisten-Leninisten sein. Die Rote Hilfe Dortmund legt deshalb einen Entwurf eines Programmatischen Aufrufs vor, der das revolutionäre Programm einer Roten Hilfe zusammenfasst:

"Die Rote Hilfe ist keine Karitas, die Almosen gibt und Heftpflaster auf die vom Klassenfeind geschlagenen Wunden klebt. Sie ist vielmehr eine Kampforganisation gegen die politische Unterdrückung. Sie bettelt nicht um Gerechtigkeit beim Klassenfeind, die es sowieso nicht gibt, sondern sie ruft auf zur Rebellion gegen das blutige Unrecht des kapitalistischen Unterdrückungssystems. Sie beschränkt sich nicht auf die Verteidigung gewisser demokratischer, dem Klassenfeind abgetrotzter Rechte, sondern unterstützt offen alle Bestrebungen, die zum Sturz der Bourgeoisie durch das Proletariat führen. Die ROTE HILFE verlässt sich in ihrem Kampf nicht in erster Linie auf juristische und andere Spezialisten, sondern auf die gewaltige Kraft der proletarischen Massensolidarität. Die ROTE HILFE ist eine revolutionäre Massenorganisation der Arbeiterklasse. Im Kampf gegen die politische Unterdrückung leistet sie ihren Beitrag zum Sturz der kapitalistischen Ausbeuterordnung, und zur Errichtung der Arbeitermacht, des Sozialismus."



NIEDER MIT DEN SPALTERN DER ROTEN HILFE !



Seit Monaten tobte in der Roten-Hilfe-Bewegung ein harter Kampf um die Durchsetzung dieser korrekten Linie. Anarchisten, Trotzkisten, Revisionisten hatten sich zusammen gerottet gegen die Vorkämpfer der proletarischen Linie, gegen die Partei zur Spaltung der Roten Hilfe. Auf der Bochumer Konferenz entlarvten sie sich vollends als Anti-Kommunisten und Konterrevolutionäre. Die Verabschiedung des Programmentwurfs war verbunden mit ihrer Hinaussäuberung aus der Roten Hilfe.

Was sind das für "Rote Helfer", die die Rote Hilfe auf "Knastarbeit" beschränken und in eine linke Karitas umwandeln wollen ?

Was sind das für Elemente, die mit der Forderung "Freiheit für alle Gefangene" den Klassenkampf leugnen und auf der Bochumer Konferenz die Arbeiterklasse und ihre Vorhut, die Kommunistische Partei in unverschämten Worten beschimpfen: "Steckt euch doch eure Arbeiterklasse an den Hut ! Wo tobt denn hier der verdammte Klassenkampf?"

Was sind das für "Revolutionäre", die anti-kommunistische Resolutionen zusammen brauen ? Systematisch haben die Führer dieser konterrevolutionären Fraktionen in den letzten Monaten die Rote-Hilfe-Arbeit sabotiert. Sie weigerten sich, die Nummer 22 der Zeitung zu verkaufen. Sie wollten neu gegründete Rote-Hilfe-Gruppen aus der Konferenz ausschließen. Am tollsten trieben es die Rechtsopportunisten der ehemaligen RH-Gruppe München: Als der Staatsanwalt ihnen bei einer Anzeige wegen "krimineller Vereinigung" drohte, lösten sie ihre Gruppe einfach auf. Solche "Vorkämpfer" gegen politische Unterdrückung reisten in Bochum an und forderten Stimmrecht !

Als die trotzkistischen und revisionistischen Häuptlinge der RH Frankfurt und Bochum den Ausschluss der KPD/ML und ihrer Sympathisanten aus der Roten Hilfe forderten, entlarvten sie ihr konterrevolutionäres Wesen vollkommen. Diese Resolution kommt den Antikommunisten-Beschlüssen der DGB-Führung gleich. Sie konnte nur durch die Hinaussäuberung dieser Elemente beantwortet werden. Zweifellos wird das einige Rote Hilfe Gruppen vorübergehend organisatorisch schwächen. Insgesamt aber geht die Rote Hilfe aus diesem Kampf gestärkt und gereinigt hervor.



DIE NÄCHSTEN AUFGABEN DER ROTEN HILFE


Die Bochumer Konferenz hat die Frage "Reform oder Revolution" in der Roten Hilfe auf einem neuen Niveau gestellt. Auf der Seite der "Reform", auf der Seite der Konterrevolution hat sich eine bunte Reihe von Revisionisten, Anarchisten, Trotzkisten bis hin zur "Roten Hilfe e. V." (KPD/AO) zusammengefunden, die die Bewegung auf einen revisionistischen Kurs zerren wollen. Das wird ihnen nicht gelingen ! Denn die revolutionären Kräfte haben sich auf der Grundlage des Programmentwurfs zusammen geschlossen und werden sich noch enger zusammen schließen. Sie beschlossen, die Gründung einer einheitlichen, nationalen Roten Hilfe voran zu treiben und beauftragten einen provisorischen Bundesvorstand mit der Vorbereitung dieser entscheidenden Konferenz. Mit einer breiten Propagierung des Programmatischen Aufrufs wird die Rote Hilfe in der nächsten Zeit den Kampf gegen die rechten Spalter voran treiben und neue Kräfte gewinnen. Die Zeitung "Rote Hilfe", so beschloss die Konferenz, wird ab sofort regelmäßig erscheinen. Am 1. Mai wird die Rote Hilfe national die Roten Maidemonstrationen der KPD/ML unterstützen.


Im Kampf gegen Revisionismus und Trotzkismus gilt es, die Rote Hilfe weiter aufzubauen und organisatorisch zu festigen. Eine Rote Hilfe, die die ruhmreiche Tradition der ROTEN HILFE DEUTSCHLANDS der 20er und 30er Jahre wieder aufnimmt, die Hunderttausende in ihren Reihen organisierte und einen machtvollen Kampf gegen die politische Unterdrückung, für den Sozialismus führte !

Die Bochumer Konferenz hat die Voraussetzungen zur Erfüllung dieser Aufgaben geschaffen.

 

 

 


 

 

Rede des Genossen

Ernst Aust

auf der Gründungsveranstaltung der Roten Hilfe Deutschlands

am 23. März 1975 in Hamburg

 

Liebe Freunde der Roten Hilfe Deutschlands !

Liebe Genossen !

Ich danke euch recht herzlich, dass ihr mir die Gelegenheit gebt, anlässlich eines so wichtigen Ereignisses wie der öffentlichen Wiedergründung der Roten Hilfe Deutschlands das Wort zu ergreifen.

Ich spreche hier praktisch in doppelter Eigenschaft. Einmal als Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten, also als Gast unserer Veranstaltung, zum Anderen aber auch als als Mitglied der RotenHilfe Deutschlands.

Das heißt natürlich nicht, dass ich mich irgendwie zweiteilen könnte, dass mein Standpunkt als Mitglied der KPD/ML im Widerspruch stünde mit meiner Mitgliedschaft in der Roten Hilfe Deutschlands. Im Gegenteil, als Kommunist ist es meine proletarische Pflicht, Mitglied der RHD zu sein, um mit ihr am Kampf gegen die zunehmende politische Unterstützung des werktätigen Volkes durch seine Peiniger und Ausbeuter, der sich verzweifelt gegen ihren unausweichlichen Untergang wehrenden Kapitalistenklasse, teilzunehmen.

Als Vorsitzender der KPD/ML möchte ich euch, den hier Versammelten und darüber hinaus allen Rote Hilfe - Mitgliedern die herzlichen, brüderlichen Kampfesgrüße unserer revolutionären Partei und ihres Zentralkomitees übermitteln. Die Wiedergründung der Roten Hilfe Deutschlands ist ein weiterer entscheidender Schritt auf dem Weg unserer Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung, für die Errichtung eines vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschlands.

 

Liebe Freunde, liebe Genossen !

Ich möchte nicht das wiederholen, was der Vertreter der RHD hier ausführte. Ich möchte nur einige Aspekte seiner Rede vertiefen bzw., neue Gesichtspunkte hinzufügen.

Wie wir als Mitglieder der RHD wissen, ist unsere Organisation im Kampf zweier Linien in der Zurückweisung falscher Ansichten und Auffassungen über die Rote Hilfe als einer Massenorganisation, als einer Organisation der Solidarität mit den Revolutionären, mit den gegen Ausbeutung und kapitalistische Diktatur kämpfenden Kräfte unseres Volkes entstanden. Wir haben in diesem Kampf die Auffassung jener bürgerlichen und kleinbürgerlichen Elemente zurück gewiesen, die die Rote Hilfe so zu sagen als eine "Knastologen-Hilfsorganisation" betrachteten, die mit ihrer Forderung "Freiheit für alle Gefangene" keinen Unterschied machten zwischen politischen Gefangenen und lumpenproletarischen Elementen.

Diese Auffassung, wie sie heute noch in einigen Zirkeln und anarchistischen Organisationen wie der "Schwarzen Hilfe" vertreten wird, beruht offensichtlich auf Marcusischen Überbleibseln der revolutionären Studentenbewegung, auf der Theorie, die nicht die Arbeiterklasse, sondern die Studenten bzw. Randgruppen der Gesellschaft wie eben das Lumpenproletariat als die revolutionäre Kraft betrachtet, die bereit ist, die Gesellschaft auf revolutionäre Weise umzugestalten.

In anderer Form drückt sich diese Auffassung auch heute noch in einigen studentischen Zirkeln aus, für die sich ein, nach ihrer Auffassung, "echter Arbeiter" dadurch auszeichnet, dass er ungewaschen, mit zerrissener Kleidung umher läuft oder recht oft "Scheiße" sagt.

Haben sie solch einen "Arbeiter" entdeckt, fallen sie über ihn her, um ihn als Renommierproletarier, als Aushängeschild, als Beweis für den proletarischen Charakter ihrer Organisation der Öffentlichkeit vorzuweisen. Wobei es ihnen egal ist, was dieser "Arbeiter" an Weisheiten und mögen sie noch so revisionistisch sein, von sich gibt. Sie handeln wir Leute, die, wie Stalin einmal sagte, staunend den Hintern des Proletariats betrachten. Begegnen sie aber einmal einem klassenbewussten oder gar marxistisch-leninistisch gebildeten Arbeiter, sehen sie in ihm keinen Arbeiter mehr, sondern einen Konkurrenten, der ihnen die angemaßte Führung der Arbeiterklasse streitig machen will. Trägt er gar einen Schlips oder hat kurze Haare, so ist ihnen völlig klar, dass es sich bei ihm nur um einen völlig verbürgerlichten Arbeiter oder gar um einen Faschisten handeln kann. Sie selber aber, kaum haben sie mal in einen Betrieb hineingerochen, betrachten sich schon als waschechte Proletarier und treten als solche auf. Doch sie können gewiss sein, das Proletariat weiß sehr wohl zwischen echten und selbstgestrickten "Proletariern" zu unterscheiden.

Warum, Freunde und Genossen, ist diese Unterscheidung zwischen Proletariat und Lumpenproletariat für uns heute so äußerst wichtig ?

Weil auch in unserer Organisation in dieser Frage noch keine völlige Klarheit herrscht. Sicher, die Auffassung, die Rote Hilfe als eine caritative Organisation zur Betreuung von Strafgefangenen zu betrachten, wurde zurück gewiesen. Doch immer noch herrscht, vor Allem unter unseren intellektuellen Freunden und Genossen, eine Tendenz zur Unterschätzung der Gefährlichkeit der lumpenproletarischen Schichten der kapitalistischen Gesellschaft. Gerade jetzt, wo die Vertreter der Bourgeoisie - wie kürzlich anlässlich der Sicherheitsdebatte im Bundestag - öffentlich angekündigt haben, verstärkt die revolutionären Organisationen, also auch die ROTE HILFE, mit ihren Agenten und Provokateuren zu unterwandern, ist besonders Wachsamkeit am Platze.

Das Lumpenproletariat rekrutiert sich aus verkommenen Elementen aller Klassen, also nicht nur des Proletariats, aus Vagabunden und Gammlern, Verbrechern und Prostituierten, Müßiggängern und Rowdies u. ä. Dieses Gesindel ist, wie Engels sagte, absolut käuflich und wird daher oft von der Reaktion zum Beispiel als Streikbrecher, Agenten, Provokateure in Dienst genommen. Wir haben es am Fall Ruhland gesehen. Und dieser Fall wird bestimmt nicht der letzte sein. Zumal die Bourgeoisie sich bemüht, den so genannten Kronzeugen, also den Verräter vom Dienst, dem man Straffreiheit, eine Belohnung und einen falschen Pass sichert, auch bei uns einzuführen.

Es ist ja nicht so, dass wir nicht wüssten, dass die Ursachen der Verbrechen, all dieser lumpenproletarischen Erscheinungen, der Kapitalismus ist, dass wir solchen Menschen, wenn sie zu uns kommen, die Tür weisen, sondern dass wir versuchen, ihnen die Zusammenhänge ihrer Not, ihres Elends zu erklären. Doch uns mit ihnen einlassen, sie organisieren können wir nicht. Oder wie sollte man beispielsweise die Prostetuierten organisieren ? Welche Forderungen sollten sie aufstellen ? Nein, das Lumpenproletariat ist wie die Erfahrung bewiesen hat, eine Schicht käuflicher Menschen, die nicht imstande sind, sich zu den Höhen des proletarischen Kampfes empor zu schwingen.

Wohin man gelangt, wenn man nicht zwischen Proletariat und Lumpenproletariat unterscheidet, wenn man wie Marcuse die Randgruppen unserer Gesellschaft zum revolutionären Subjekt erklärt, sehen wir an den Führern der Gruppe Rote Fahne (KPD/AO). Weil wir in unserem Wahlflugblatt in NRW unter Anderem schrieben, dass "wir für Ordnung sind, eine sozialistische Ordnung ohne Krisen und Inflation mit stabilen Preisen und Löhnen, in einem Land ..., in dem man wieder ohne Angst vor einem Überfall nachts durch menschenleere Parks gehen kann", schrieben sie, dass wir "im Stil der bürgerlichen Mobilisierung an reaktionärste kleinbürgerliche Instinkte" die Fragen des Schutzes "vor kriminellen Übergriffen" aufgriffen.

Nichts kann die Massenverachtung dieser selbst ernannten Führer des Proletariats besser kennzeichnen als solche Sätze. Was sollen wir denn der Rentnerin, der ein Dieb ihre Geldbörse mit ihrer Monatsrente entriss, sagen ? Nun, wein' man nicht Oma, du bist halt ein armes Opfer der kapitalistischen Gesellschaft ? Oder dem Kollegen, der von der Spätschicht nach Hause kommt und in der S-Bahn von Rowdies zusammengeschlagen wird, nur weil denen seine Nase nicht passt ? Nimm's nicht tragisch, Kollege, die Jungs haben halt in ihrer Kindheit eine autoritäre Erziehung genossen und dich nur als Vaterersatz zusammengeschlagen ?

Nein, wir werden sagen, dass das Verbrechen zum Kapitalismus gehört wie der Deckel zum Topf. Dass man es nur beseitigen kann, indem man den Sozialismus erkämpft, dass Gangster und Gauner Feinde des Volkes, des Sozialismus sind.

Wir halten uns an Lenin, der sagte:

"Für die Feinde des Volkes, für diese Feinde des Sozialismus und der Werktätigen darf es keine Schonung geben. Kampf auf Leben und Tod gegen die Reichen und ihre Kostgänger, die bürgerlichen Intellektuellen, gegen Gauner, Müßiggänger und Rowdies. Die Einen wie die Anderen, diese wie jene sind leibhaftige Brüder, Sprösslinge des Kapitalismus (...) einer Gesellschaft, in der Not und Elend Tausende und Abertausende auf den Weg des Rowgietums, der Bestechlichkeit, der Gaunerei stieß und sie aller menschlichen Züge beraubte (...). Die Reichen und die Gauner, das sind zwei Seiten ein und derselben Medaille, zwei Hauptarten von Parasiten, die der Kapitalismus groß gezogen hat, sie sind die Hauptfeinde des Sozialismus ..."

Überlassen wir den GRF-Führern, klassenbewusste Arbeiter, die genauso fühlen und denken wie Lenin, als "reaktionäre Kleinbürger" zu bezeichnen.

Kehren wir zum Thema zurück.

Wie wir wissen, fand im Kampf um die richtige Linie der RHD eine Zurückweisung weiterer falscher Ansichten statt; z.B. der falschen Ansicht derjenigen, die die ROTE HILFE zu einer Art Ersatzpartei machen wollten, die sich um alle möglichen Probleme wie um die Führung von Mieterstreiks, der Hausbesetzungen usw. kümmern sollte. Dies drückte sich auch im früheren Programm- und Statutvorschlag aus, der sogar eine Art Parteistrafe für nicht folgsame RH-Mitglieder vorsah. Dies war eine Verkennung des Charakters der ROTEN HILFE DEUTSCHLANDS als Massenorganisation mit einer konkreten Zielsetzung, nämlich der Schaffung einer breiten Front der Solidarität mit allen im Kampf gegen das kapitalistische Ausbeutersystem stehenden politisch verfolgten klassenbewussten Arbeitern und Revolutionären.

Nicht dass die ROTE HILFE sich nicht um Probleme wie Mieterstreiks, Hausbesetzungen, des proletarischen Internationalismus (z.B. der Forderung nach gleichen Rechten für ausländische und deutsche Arbeiter) kümmern soll.

Der Unterschied ist nur, dass sie es vom Standpunkt der Solidarität, des Schutzes der in diesen und anderen Kämpfen Verfolgten tut.

Um es an einem Beispiel zu erläutern. Ihr wisst, dass auch heute schon viele Arbeiter die Notwendigkeit des aktiven, des revolutionären Kampfes gegen das kapitalistische Gesellschaftssystem erkennen. Doch viele von ihnen haben noch Angst. Da ist ihre Familie, die Frau und die Kinder. Was soll aus ihnen werden, wenn er im Kampf aus dem Betrieb fliegt, ins Gefängnis wandert ? Verständlich, dass er sich Sorgen macht. Das ist die Realität. Hier einzugreifen, ist eine wichtige Aufgabe der ROTEN HILFE. Sie muss ihm die Sorge nehmen, die Gewissheit geben, dass er nicht mit dem Rücken zur Wand kämpft, dass hinter ihm eine Organisation steht, die dafür sorgt, dass, wenn er im Kampf verfolgt wird, durch die Solidarität der Tausenden die Existenz seiner Familie gesichert ist. Wenn man ihnen diese Sicherheit gibt, werden sich tausende neuer Kämpfer einreihen in die Front, die aktiv für den Sturz der kapitalistischen Ausbeuterordnung und die Errichtung des Sozialismus kämpft.

Ein weiteres Problem, eine weitere Realität ist die, dass die breite Masse der Bevölkerung der Bundesrepublik über das ganze Ausmaß der zur Zeit schon herrschenden Verfolgungen und des Terrors sowie den Grad der Faschisierung nur wenig informiert ist. Der gesamte in dieser Frage völlig gleichgeschaltete bürgerliche Presse- und Informationsapparat steht unserem Kampf um die Verbreitung der Wahrheit gegenüber. Deshalb müssen wir wieder und wieder möglichst am konkret nachprüfbaren Einzelbeispiel die bürgerliche Terrorherrschaft, den ständigen Abbau der demokratischen Rechte des Volkes entlarven.

Inzwischen wurden Programm und Statut der ROTEN HILFE DEUTSCHLANDS im Kampf gegen falsche sektiererische Auffassungen von der Rolle einer Massenorganisation verabschiedet. Dennoch gibt es einige ROTE HILFE - Mitglieder, die damit nicht zufrieden sind. Sie kritisieren, dass im Programm die KPD/ML erwähnt ist und zwar so, dass man daraus schließen könne, dass sie die Nachfolgeorganisation der revolutionären KPD und DIE kommunistische Partei der westdeutschen Arbeiterklasse sei. Das aber, so meinen sie, sei eine "Liquidierung des überparteilichen Charakters der RHD". Auf dieser Grundlage könne die RHD bestenfalls die "breiten Sympathisantenkreise der KPD/ML organisieren". Damit würde "die RHD in der Konsequenz zu einer Massenorganisation der KPD/ML". Ich möchte voraus schicken, dass es den RHD-Mitgliedern natürlich unbenommen bleibt, in der einen oder anderen Frage anderer Meinung zu sein, solange sie sich an die Beschlüsse ihrer übergeordneten Organe halten. Doch untersuchen wir die Vorwürfe:

Was den "überparteilichen Charakter" der ROTEN HILFE DEUTSCHLANDS betrifft, so heißt es im Programm klar und eindeutig:

"Jedermann kann unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit und über die Grenzen verschiedener Anschauungen hinweg Mitglied der ROTEN HILFE DEUTSCHLANDS sein, wenn er sich in die aktive revolutionäre Solidaritätsfront einreiht."

Damit ist die "Überparteilichkeit" der RHD prinzipiell gewahrt.

Eine andere Frage ist jedoch, ob die RHD als parteilose Organisation "unabhängig" und "neutral" sein soll.

Wenn sie das sein sollte, bräuchten wir keine RHD. Dann könnten wir ja gleich in die "Amnesty International" eintreten. Wer das erreichen wollte, müsste schon alle Marxisten-Leninisten aus der RHD ausschließen.

Auch der Vorwurf, durch die Erwähnung der KPD/ML im Programm und zwar als die Organisation, die zur Zeit, wie die Fakten beweisen, den wütendsten Angriffen der Bourgeoisie ausgesetzt ist, würde die RHD in der Konsequenz zu einer Massenorganisation der KPD/ML machen, sticht nicht. Eine Massenorganisation der KPD/ML ist heute zum Beispiel die ROTE GARDE, die Jugendorganisation der KPD/ML. Sie erkennt die politische Linie der KPD/ML an und ist eng mit ihr verbunden.

Daneben gibt es natürlich noch andere in ihrer überwiegenden Mehrheit parteilose Organisationen des Proletariats, wie z.B. Gewerkschaften, Genossenschaften, Kulturorganisationen, Mietervereinigungen usw. oder aber auch die RHD und die RGO, in denen Kommunisten arbeiten, um sie alle in einer Richtung den Klasseninteressen des Proletariats untergeordnet zu führen.

Im Gegensatz zu den ersten Organisationen wie Genossenschaften, Mieterverbände usw., die bereits vor der Gründung der Partei da waren, sind die RGO, die RHD direkt durch Mitinitiative der Genossen der KPD/ML entstanden. Was natürlich nicht heißt, dass sie, wie auch die ersten der Leitung der Partei formal unterstellt sein müssen. Es handelt sich nur darum, dass die Parteimitglieder, die diesen Organisationen angehören, als zweifellos einflussreiche Menschen alle Mittel der Überzeugung anwenden, damit die parteilosen Organisationen in ihrer Tätigkeit der Partei des Proletariats möglichst nahe gebracht werden und freiwillig ihre politische Führung anerkennen.

Deshalb sagt Lenin, dass "die Partei die höchste Form der Klassenvereinigung des Proletariats" ist, deren politische Führung sich auf alle anderen Formen der Organisation des Proletariats zu erstrecken hat.

Deshalb sagt Stalin: ..."ist die opportunistische Theorie von der *Unabhängigkeit' und 'Neutralität' der parteilosen Organisationen ... völlig unvereinbar mit der Theorie und Praxis des Leninismus."

Nun werden mir die Freunde, die die Kritik üben, entgegenhalten, das mag ja vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus alles schön und richtig sein. Aber es sind ja eben auch Nicht-Marxisten-Leninisten oder Menschen in der RHD, die die KPD/ML als die revolutionäre Vorhutpartei des Proletariats nicht anerkennen. Die z.B. - und das sagen sie wörtlich - "in einem Zirkel organisiert sind", werden sich auf "der Grundlage dieses Programms" der RHD nicht anschließen. Überhaupt, die Genossen, "die den Zirkeln ehemals nahe standen, oder noch immer nahe stehen", sind es, die ihnen die größte Sorge bereiten.

Freunde, hier ist die Stoßrichtung verkehrt. Die Aufgabe der RHD muss es doch sein, sich tief in den Massen, vor Allem den proletarischen, zu verankern. Sind die in den Zirkeln ? Meint man, dass ein Genosse der GRF zu uns kommt, wo die doch ihre eigene ROTE HILFE e.V. haben ?

Wenn er kommt, dann, weil er in Widerspruch zu der Politik seiner eigenen Führung gerät, dann stört ihn auch die Erwähnung der KPD/ML im Programm der RHD nicht mehr. Aber die breiten Massen, die wir für die Arbeit der RHD gewinnen müssen, wie kommen die denn ? Z.B. über die praktische Solidarität. Eine Familie, die erfährt, dass ihr Nachbar, den sie als aufrechten, ehrlichen und kameradschaftlichen Menschen kennen, wegen seiner politischen Überzeugung verfolgt wird, wird sich empören. Sie gilt es, für die ROTE HILFE zu gewinnen. Aber meint ihr, sie würde gleich Programm und Statut voll anerkennen ? Sich über alle darin angeschnittenen Fragen im Klaren sein ? Das wäre doch an der Wirklichkeit vorbei gedacht. Nein, sie wird erst einmal ihr rotes Heftchen in den Geschirrschrank legen und ihren Beitrag zahlen, weil es ihrem Gerechtigkeitsempfinden widerspricht, dass Menschen ihrer politischen Überzeugung wegen verfolgt werden.

Oder eine andere Frage.

Was meint ihr, was für die Massen das Wort "rot" im Namen der ROTEN HILFE bedeutet ?

Wer heute für "rot" ist, der stört sich auch nicht an der KPD/ML im Programm. Wer die KPD/ML im Programm streichen will, müsste auch logischer Weise das Wort "rot" im Namen der RHD streichen. Ihr seht worauf das hinaus läuft.

 

Liebe Freunde und Genossen,

wir sollten uns lieber jetzt der Praxis, dem Aufbau der ROTEN HILFE DEUTSCHLANDS zuwenden, anstatt uns in nutzlosen Diskussionen dieser Art zu verlieren. Überprüfen wir im Kampf an Hand unserer praktischen Arbeit Statut und Programm. Sollten sich Änderungen als notwendig erweisen, so haben wir jeder Zeit die Möglichkeit, sie auf der nächsten zentralen Delegiertenkonferenz zu beschließen. Die Genossen der Zirkel aber gewinnen wir meiner Meinung nach am ehesten dadurch, dass sie sehen, dass sich unsere Organisation über alle Meinungsverschiedenheiten hinweg am nachhaltigsten für die Verteidigung ihrer durch die Bourgeoisie verfolgten Genossen einsetzt.

Schreiten wir fort auf dem begonnenen Weg. Die Unterschriftenkampagne anlässlich der geplanten Ausweisung des Genossen Sascha zeigt, wie breit schon heute die Front der Solidarität ist.

Natürlich wird noch lange nicht jeder der weit über 20 000, der da seine Unterschrift gab, auch schon bereit sein, Mitglied der RHD zu werden. Doch nützen solche Kampagnen, uns immer tiefer in den Massen zu verankern und das Bewusstsein der notwendigen Solidarität mit der Vorhut des Proletariats zu verbreiten.

Es lebe die internationale Solidarität !

Vorwärts beim Aufbau der

ROTEN HILFE DEUTSCHLANDS !

 

Begeisterungsstürme nach der Rede des Genossen Ernst Aust

 


 

PROGRAMM und STATUT

1975

 

 

WORAUF MUSS MAN ACHTEN ?


 

 

 

ZEITUNGS-ARCHIV


 

Jahrgang 1974

Rote Hilfe Nr. 24 April/Mai 1974 - Programmatischer Aufruf - Entwurf (Artikel oben)

 

Jahrgang 1975

Rote Hilfe Extrablatt Februar/März 1975

Rote Hilfe Nr.1 April 1975

Rote Hilfe Nr.2 Mai 1975

Rote Hilfe Nr.3 Juni 1975

Rote Hilfe Nr.4 Juli 1975

Rote Hilfe Nr.5 August 1975

Rote Hilfe Extrablatt August 1975

Rote Hilfe Nr.6 September 1975

Rote Hilfe Nr.7 September 1975

Rote Hilfe Nr.8 November 1975

Rote Hilfe Nr.9 Dezember 1975

 

Jahrgang 1976

Rote Hilfe Nr.1 Januar 1976

Rote Hilfe Nr.2 Februar 1976

Rote Hilfe Nr.3 März 1976

Rote Hilfe Nr.4 April 1976

Rote Hilfe Nr.5 Mai 1976

Rote Hilfe Nr.6 Juni 1976

Rote Hilfe Nr.7 Juli 1976

Rote Hilfe Nr.8 August 1976

Rote Hilfe Nr.9 September 1976

Rote Hilfe Nr.10 Oktober 1976

Rote Hilfe Nr.11 November 1976

Rote Hilfe Nr.12 Dezember 1976

 

Jahrgang 1977

Rote Hilfe Nr.1 Januar 1977

Rote Hilfe Nr.2 Februar 1977

Rote Hilfe Nr.3 März 1977

Rote Hilfe Nr.4 April 1977

Rote Hilfe Nr.5 Mai 1977

Rote Hilfe Nr.6 Juni 1977

Rote Hilfe Nr.7 Juli 1977

Rote Hilfe Nr.8 August 1977

Rote Hilfe Nr.9 Oktober 1977

Rote Hilfe Nr.10 Dezember 1977

 

Jahrgang 1978

Rote Hilfe Nr.1 Januar/Februar 1978

Rote Hilfe Nr.2 März 1978

Rote Hilfe Nr.3 Mai 1978

Rote Hilfe Nr.4 Juni 1978

Rote Hilfe Nr.5 Juli 1978

Rote Hilfe Nr.6 August 1978

Rote Hilfe Nr.7 September 1978

Rote Hilfe Nr.8 Oktober 1978

Rote Hilfe Nr.9 November 1978

Rote Hilfe Nr.10 Dezember 1978

 

Jahrgang 1979

Rote Hilfe Nr.1 Januar 1979

Rote Hilfe Nr.2 Februar 1979

Rote Hilfe Nr.3 März 1979

Rote Hilfe Nr.4 April 1979

Rote Hilfe Nr.5 Mai 1979

Rote Hilfe Nr.6 Juni1979

Rote Hilfe Nr.7/8 Juli/August 1979

Rote Hilfe Nr.9 September 1979

Rote Hilfe Nr.10 Oktober 1979

Rote Hilfe Nr.11 November 1979

Rote Hilfe Nr.12 Dezember 1979

 

Jahrgang 1980

Rote Hilfe Nr.1 Januar 1980

Rote Hilfe Nr.2 Februar 1980

Rote Hilfe Nr.3 März 1980

Rote Hilfe Nr.4 April 1980

Rote Hilfe Nr.5 Mai 1980

Rote Hilfe Nr.6 Juni 1980

Rote Hilfe Nr.7/8 August 1980

Rote Hilfe Nr.9 September 1980

Rote Hilfe Nr.10 Oktober 1980

Rote Hilfe Nr.11 November 1980

Rote Hilfe Nr.10 Dezember 1980