Die revolutionäre Jugend,

sie war die heißeste, reinste Flamme der bisherigen Revolution,

sie wird auch weiterhin die glühendste, unauslöschbare Flamme der Revolution des Weltproletariats sein“

[ Programm der K J I ]







Das



Programm



der



Kommunistischen Jugendinternationale



K J I



[1928 ]





Dieses historische und zugleich hochaktuelle Dokument wird zum ersten Mal im Internet veröffentlicht von der Komintern im Februar 2010. Es wurde im Original in deutscher Sprache geschrieben und ist...





Die Kommunistische Jugendinternationale bestand bereits seit 1919.

Sie war der Weltverband aller kommunistischen Jugendverbände bis zur Auflösung der Kommunistischen Internationale 1943.

Vor 1928 hatten bereits vier Weltkongresse der K J I stattgefunden:

Der 1. Kongress (1919) hat die Grundlage unserer Arbeit gegeben, der 2. Kongress (1921) hat unserer Bewegung die Grundlinie gegeben für die Arbeit unter den Massen der arbeitenden Jugend. Dieser Weltkongress (1928) hat, glaube ich, die wirklichen Wege und Mittel geziegt, wie wir die Massen der Arbeiterjugend zu erobern haben“ (Chitarow auf dem 5. Weltkongress 1928 in: Protokoll des 5. Weltkongresses der K J I . Berlin 1929, Seite 448 ).

Hohe Erwartungen standen also am Ende des 5. Weltkongresses der K J I . Die Kommunistische Jugendinternationale hatte 1928 ihren Höhepunkt erreicht. Die Ergebnisse des Kampfes und der Arbeit von neun Jahren weltproletarischer Jugendbewegung in fast allen Ländern der Welt wurden im Programm der K J I von 1928 zusammengefasst:



1

Der bewaffnete Aufstand ist das Mittel der Durchführung der Revolution:

Die Kommunisten erklären vor aller Welt, dass der bewaffnete Aufstand des Proletariats gegen die Bourgeoisie notwendig ist, um den Kapitalismus zu stürzen

und die proletarische Diktatur zu errichten“ (Programm der K J I , Seite 59 )



2

Die Revolution steht auf der Tagesordnung:

Die materiellen Voraussetzungen für den Sieg der Weltrevolution sind vorhanden. Es hängt vom Kampfwillen und der Macht der Arbeiterklasse

und der mit ihr verbündeten werktätigen und unterdrückten Schichten ab“ (Programm der K J I , Seite 29 )





3

Die Einheitsfronttaktik ist das Mittel, die Vorraussetzungen der Revolution, die Revolutionierung der Massen, zu schaffen:

Die Einheitsfronttaktik ist für die ganze Dauer der revolutionären Periode eines der wichtigsten Mittel zur revolutionären Mobilisierung und Gewinnung“ der Arbeitermassen (Programm der K J I , Seite 111 )





Es gibt keine einheitliche „Jugend“ - die Jugend ist in Klassen gespalten, ebenso wie auch die ganze heutige Gesellschaft. Die Aufgabe des KJV besteht darin, die Arbeiterjugend und unter ihrer Führung auch alle übrigen Schichten der werktätigen Jugend in den Kampf für die WELTREVOLUTION heinzuziehen und sie in diesem Kampf im Geiste des Kommunismus zu erziehen. Die kommunistischen Parteien leiten die Arbeit des KJV, die Komintern leitet die K J I, die der einheitliche weltumfassende kommunistische Jugendverband ist

(aus dem Vorwort zum Programm der K J I ).







VORWORT

des Exekutivkomitees der Kommunistischen Jugendinternationale, Moskau, Mai 1929.



Das Programm der Kommunistischen Jugentinternationale, welches wir nunmehr nach seiner Bestätigung durch das Präsidium des EKKI veröffentlichen, ist zweifelsohne das wichtigste Dokument der proletarischen Weltbewegung der Jugend. Es ist eine Verallgemeinerung, Zusammenfassung und Systematisierung alles dessen, was von der proletarischen Jugendbewegung in Jahrzehnten des Kampfes und der Arbeit auf theoretischem Gebiet geschaffen wurde. Die Theorie unserer Jugendbewegung ist im K J I – Programm vom Standpunkt der Gegenwart gegeben, d.h., in einer Gestalt, die dem Zeitalter der Weltrevolution entspricht. Die langjährigen Kampferfahrung der Avantgarde der Arbeiterjugend ist hier eine tief prinzipielle, allgemeine Begründung gegeben; der Kampf der proletarischen und der ganzen werktätigen Jugend um ihre Forderungen ist mit dem ganzen Kampf der Kommunistischen Internationale um die Weltrevolution koordniniert. In diesem Sinne ist das K J I – Programm ein Kampfprogramm der revolutionären Jugend aller Länder um die Weltdiktatur des Proletariats.

Das K J I – Programm ist ein Musterbeispiel richtiger Verbindung von Theorie und Praxis. Eine ganze Reihe theoretischer Dokumente liegt ihm zu Grunde. Die wichtigsten davon sind:



Doch die K J I beschränkt sich nicht darauf, dieses theoretische Erbe zusammenzufassen; sie bereicherte es durch ihre großen, in den Jahren der Revolution gesammelten Erfahrungen – Erfahrungen, die die sozialistische Jugendbewegung der Vorkriegszeit nicht haben konnte. Die Beteiligung der Jugend am bewaffneten Kampf, am unmittelbaren Kampf um die proletarische Diktatur, der Kampf in Kolonien und Halbkolonien, Illegalität, Kampf gegen den Faschismus und weißen Terror, endlich die Arbeit des K J V unter der proletarischen Diktatur und die Beteiligung der Jugend am sozialistischen Aufbau. Diese ganze gewaltige Erfahrung der revolutionären Praxis der kommunisten Jugendbewegung hat im K J I – Prorgamm ihre Verallgemeinerung und ihren vollendeten Ausdruck gefunden.



________________





In dem Programm der K J I sind zwei Leitgedanken, zwei Grundthesen enthalten, deren Verständnis den Schlüssel liefert zum Verständnis des gesamten Wesens der kommunistischen Jugendbewegung und aller ihrer Hauptprobleme. Das ist erstens die Beurteilung der Rolle der Jugend in der heutigen Gesellschaft und zweitens, im unmittelbaren Zusammenhang mit dieser Beurteilung, die Rolle des K J V im Klassenkampf des Proletariats und im ganzen System der revolutionären Organisationen.

Wie beurteilt die Bourgeoisie und zusammen mit ihr auch die Sozialdemokratie die Rolle der Jugend ? Es braucht nicht erst gesagt zu werden, dass diese Beurteilung widerspruchsvoll ist, ebenso widerspruchsvoll wie die ganze bürgerliche Wirklichkeit; dass sie durch und durch verlogen ist, ebenso verlogen wie die ganze bürgerliche Moral; dass der Unterschied hier zwischen Worten und Taten, zwischen der durch und durch verlogenen Phraseologie und der rauhen Wirklichkeit so krass in die Augen springt, dass man nicht besonders scharfsinnig sein muss, um ihn zu sehen.

Die Bourgeoisie und ihre Nachbeter aus dem sozialdemokratischen Lager reden fortwährend von der Jugend „überhaupt“, als würden sie die Tatsache nicht bemerken, dass es zweierlei „Jugend“ gibt: die Jugend der herrschenden Klasse, die zur Rolle der künftigen Ausbeuter erzogen wird und die schon jetzt von den Früchten der Ausbeutung lebt, und die ausgebeutete Jugend, die schon von den frühesten Jahren an in das Joch einer schonungslosen Arbeitslast gespannt wird -, die Jugend der unterdrückten Klassen, die mit ihnen ihr ganzes Schicksal teilt.

Die grenzenlose Süßholzraspelei über die „Jugend“, mit der die Bourgeoisie und die Sozialdemokratie sich so verschwenderisch an die Jugend wenden, hat nur den einen Sinn: die werktätige Jugend vom Klassenkampfe abzulenken, ihre Erziehung im Klassenkampf zu verhindern, sie zu einem willfährigen Objekt der Ausbeutung zu machen.

Die K J I zerreißt in energischer und rücksichtsloser Weise dieses die werktätige Jugend schlau einspinnende Netz und stellt sich als eine der zentralen Aufgaben das Ziel, dieser Jugend die Augen zu öffnen über ihre wirkliche Lage in der heutigen Gesellschaft Infolgedessen analysiert das Programm der K J I eingehend die wirtschaftliche und politische Lage der einzelnen Schichten der Jugend, es gibt besonders eine tief schürfende Analyse der Lage des jugendlichen Arbeiters, seiner Rolle im Produktionsprozess, im öffentlichen Leben und im Klassenkampfe. Es zeigt die Arbeiterjugend als einen unzertrennlichen und wichtigen Teil der gesamten Arbeiterklasse; es zeigt ihren Kampf als einen überaus wesentlichen Teil des proletarischen Klassenkampfes und als das Hauptmittel ihrer Klassenerziehung; es zeigt ihre Rolle als Führerin und Vorkämpferin aller übrigen Schichten der unterdrückten und ausgebeuteten Jugend.

Die KJ I hat es nicht nötig, der Jugend mit jenen schmeichelhaften Reden zu kommen, die die Bourgeoisie zur Verschleierung ihrer Klassenziele so verschwenderisch verteilt. Die revolutionäre proletarische Jugend braucht sich selbst und den eigenen Klassen – und Kampfgenossen nicht zu schmeicheln. Den Klassenfeinden gegenüber, auch wenn sie sich im „jugendlichen Alter“ befinden, kann sie nichts anderes empfinden als Zorn und Hass. Dass der Jugend die Zukunft gehört – das ist klar und erfordert keine weiteren Beweise, denn wem sollte sie denn sonst gehören ? Die Frage dreht sich vielmehr darum, welche Jugend diese Zukunft in ihre Hände nehmen wird: die ausgebeutete oder die ausbeutende Jugend ? Darin liegt der „kleine“ Unterschied. Das Programm der K J I erschließt der ausgebeuteten Jugend die Erkenntnis ihrer Klassenlage, weist ihr den Platz und die Aufgaben im Klassenkampfe an und entlarvt restlos das ganze verlogene Wesen der bürgerlichen, sozialdemokratischen und ihnen ähnlichen Lehren über die Jugend.

Die Erschließung des Erkenntnisses der Klassenlage der Jugend in der heutigen Gesellschaft – das ist der erste, der Haupt – und Zentralpunkt des Programms der K J I .

In unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Analyse und auf ihrer Grundlage definiert das Programm die Rolle und die Aufgaben des K J V. Dass zwischen uns und unseren Gegnern ein prinzipieller Unterschied in der Auffassung der Rolle der Jugendorganisationen übrhaupt besteht, geht ganz klar aus dem Unterschied in der Einstellung zur Rolle der Jugend in öffentlichen Leben hervor. Die Rolle des KJV aber braucht die Bourgeoisie nicht zu verstehen. Oder richtiger – sie verstehen sie ausgezeichnet und bekämpfen den KJV mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Aber auch in unseren eigenen Reihen war die Anschauung über die Frage der Rolle des KJV erheblichen Veränderungen unterworfen. Das wird klar, wenn wir untersuchen, wie die Frage der Rolle der Jugend und des KJV im Berliner Programm der K J I (1919) formuliert wurde.

In diesem Programm wurde der Jugend die Rolle der Avantgarde der revolutionären Bewegung beigelegt und die Beziehungen zwischen dem KJV und der Kommunistischen Partei wurden charakterisiert als die Beziehungen zwischen zwei gleichen, selbständigen, befreundeten Organisationen.

Im Punkt 4 des Berliner Programms heißt es:

Die Arbeiterjugend – ist der aktivste und revolutionärste Teil des Proletariats.“

Und daraus wird die entsprechende Schlussfolgerung gezogen ( Punkt 5 ):

Die organisatorischen Beziehungen zur Partei werden bestimmt durch zwei Grundprinzipien: 1. durch die Selbständigkeit der Jugend und 2. durch den engen Kontakt und die gegenseitige Unterstützung.

Die Beziehungen zwischen der Komintern und der K J I werden (Punkt 14 ) wie folgt definiert:

Die zentrale Führung der K J I steht in organisatorischer Verbindung mit der III. Internationale und arbeitet in engster Kampfeinheit mit ihr.“

Wiederum nichts von einer Führung und Unterordnung, sondern es ist nur von der organisatorischen Verbindung und dem Zusammenarbeiten im Kampfe die Rede.

Diese Formulierungen des Berliner Programms entsprechen durchaus der tatsächlichen Lage der Dinge in der kommunistischen Bewegung der damaligen Zeit. Die KJV-Organisationen spielten damals in vielen, wenn nicht in den meisten Ländern wirklich die Rolle einer Avantgarde, die Rolle von Pionieren der kommunistischen Bewegung. Sie bildeten die Kommunistischen Parteien und aus ihren Reihen gingen die ersten Kaders der Kommunisten hervor. Eine solche Lage der Dinge wirkte natürlich zurück auf die Ideologie und auf die ganze Einstellung der kommunistischen Jugendbewegung jener Zeit.

Kann man jedoch die Einstellung, die das Berliner Programm der K J I in der Frage der Rolle der proletarischen Jugend und ihrer Organisationen gegeben hat, als normal betrachten bzw. als eine Einstellung, die den Grundprinzipien der kommunistischen Bewegung und ihren Zielen entspricht ? Natürlich nicht. Diese Einstellung war geschichtlich unvermeidlich für eine bestimmte Periode, als die revolutionären Jugendorganisationen in einer Reihe von Ländern in erbittertem Kampf gegen die alten opportunistischen Parteien zur Entstehung gelangten und als sie die Fundamente der kommunistischen Bewegung zu legen hatten. Heute aber, wo diese Bewegung in der ganzen Welt herangewachsen, herangereift und erstarkt ist, wo sie kommunistische Parteien geschaffen hat, die wirkliche Führer des revolutionären Kampfes sind, mussten die Beziehungen zwischen KJV und KP und infolgedessen auch die Frage über die Rolle und den Platz des KJV im System der revolutionären Organisationen eine grundlegende Revision erfahren.

Bereits der II. Kongress der K J I hat, nach einem langen Kampf auf dem Kongress, der dann in die Verbandsorganisationen übertragen wurde, das Prinzip der politischen Unterordnung des KJV unter die Führung der Kommunistischen Partei festgesetzt. Schon damals (1921) erschien ein solcher Beschluss als ganz unerlässlich, obwohl er auf den schärfsten Widerstand seitens der Mehrheit der damaligen Führer der kommunistischen Jugendorganisationen stieß, die noch voll und ganz in der Ideologie der Avantgarde lebten und von ihr befangen waren. Aber die Praxis hat gezeigt, dass auch die Formulierung des II. Kongresses ungenügend war. Und tatsächlich kam es so, dass die Beziehungen zwischen den Parteien und dem KJV weit enger wurden, als das in der Formel „politische Unterordnung“ zum Ausdruck kommt, und dass an die kommunistischen Parteien die Rolle der Führung der kommunistischen Jugendverbände überhaupt überging.

In der Tat, was bedeutet „politische Unterordnung“? Ist es etwa für uns Kommunisten nicht klar, dass die Politik – streng gesprochen – untrennbar ist von der Organisation und umgekehrt ? Schließt die politische Führung nicht etwa gleichzeitig auch die Führung der gesamten Tätigkeit der Organisationen überhaupt ein ? In der Praxis kam es dann ja auch so heraus. Die Kommunistische Partei führt den KJV bei seiner ganzen Arbeit, wobei diese Führung auf zweierlei Wegen verwirklicht wird: auf dem Wege der Aufsicht der Parteiorganisationen über die Tätigkeit der jeweiligen KJV-Organisationen (gegenseitige Vertretungen, Berichte des KJV vor der Partei usw.) und durch die im KJV tätigen Parteimitglieder (was ungefähr dem KJV-Funktionärskörper gleich kommt). So wurden die Beziehungen zwischen KP und KJV im neuen Programm der K J I formuliert:

Die Unterordnung des KJV unter die Führung der Kommunistischen Partei bedeutet keineswegs, dass der KJV auf seine organisatorische Selbstständigkeit verzichtet. Er bleibt organisatorisch selbständig, der er eine sich selbständig verwaltende Organisation mit gewählten Instanzen ist, mit einer breiten inneren Verbandsdemokratie und jene ganze Struktur des eigenen Innenlebens beibehält, die unbedingt notwendig ist zur höchsten Entfaltung der Initiative der Verbandsmitglieder, zu ihrer kommunistischen Erziehung zum Kampf.

Die Frage der gegenseitigen Beziehungen zwischen KJV und Kommunistischer Partei ist die Frage des Platzes des KJV in der revolutionären Bewegung. Diese Frage wird durch das Programm der K J I mit restloser Klarheit gelöst, und zwar in völliger Übereinstimmung mit jener Einschätzung, die es der Rolle der Jugend in der heutigen Gesellschaft zu Teil werden lässt. Ohne ein überflüssiges Lob zu spenden und ohne sich von der eigenen „Jugendlichkeit“ all zu sehr einnehmen zu lassen, aber auch ohne im Geringsten jene wertvollen Eigenschaften zu leugnen, die die proletarische Jugend besitzt (leichte Auffassungsgabe, grenzenlose Ergebenheit gegenüber der Revolution, revolutionärer, stürmischer Impuls), erkennen wir ganz klar an, dass die Führung der Kommunistischen Partei, d.h., der älteren Generation der Revolutionäre ( und zwar der Revolutionäre und nicht ganz einfach der „Älteren); alte Opportunisten und alte Ausbeuter schlagen wir ebenso wie junge) gehören muss. Wir anerkennen mit Klarheit, dass wir bei dieser älteren Generation und unter ihrer Führung im Tageskampf um die gemeinsamen Ziele in die revolutionäre Schule gehen müssen. Darin kann es für Kommunisten keinerlei Gegensätze zwischen den Generationen geben. Für sie gibt es kein Problem der „Väter“ und „Kinder“, wie es für die Bourgeoisie und alle in der bürgerlichen Ideologie heillos verfahrenen Elemente besteht.

Aber die Frage der Rolle des KJV wird zwar in erheblichem Grade bedingt, jedoch nicht erschöpft durch die Frage seiner Beziehungen zur Kommunistischen Partei. Hier erhebt sich vor allem die Frage des Verhältnisses des KJV zu den Massen der Arbeiterjugend und ferner auch zu allen übrigen Schichten der werktätigen Jugend.

Das Programm der K J I stellt fest, dass der KJV seinem Wesen nach eine „Schule des Kommunismus“, d.h., eine politische Massenorganisation der proletarischen Jugend in Stadt und Land ist. Das Programm, das diese Formel etwas eingehender erläutert, zerlegt sie in folgende Teile

a) Die Beteiligung der werktätigen Jugend an der „Politik“, d.h., am Klassenkampf, ist absolut notwendig und stellt den Haupthebel ihrer kommunistischen Erziehung dar; infolgedessen ist der KJV in Ausübung seiner Rolle als „Schule des Kommunismus“ für die Massen der Jugend die politische Kampforganisation, die Avantgarde der werktätigen Jugend (nicht aber aller Werktätigen, wie es in früheren Jahren hieß).

b) Als eine proletarische Organisation sichert der KJV der Arbeiterjugend in seinen Reihen die führende Rolle, ist aber gleichzeitig damit ( im größeren Umfange als die Kommunistische Partei, denn der KJV – ist eine erzieherische Organisation) bestrebt, auch die breiten Massen der übrigen Schichten der werktätigen Jugend zu erfassen; das Programm gibt eine eingehende Erläuterung der Politik des KJV gegenüber den verschiedenen Schichten der Jugend unter den verschiedenen Umständen.

      1. In seiner Eigenschaft als Avantgarde der werktätigen Jugend erfasst der KJV vor allem ihre fortgeschrittenen revolutionären Elemente, darf sich damit aber auf keinen Fall zufrieden geben, sondern muss bestrebt sein, in seinen Reihen die breiten Massen der werktätigen und vor allem der Arbeiterjugend zu erfassen, um imstande zu sein, seine Aufgaben als erzieherische Organisation und als „Schule des Kommunismus“ zu erfüllen; infolgedessen können die Beziehungen zwischen KJV und den Massen der werktätigen Jugend nicht die Beziehungen zwischen einer engen Avantgarde, einer Organisation von „Auserwählten“ und der breiten Masse sein. Diese Masse muss im KJV selbst sein und muss dort eine kommunistische Erziehung unter der Führung der fortgeschritteneren Elemente, d.h., vor allem der im KJV tätigen Parteimitglieder erhalten.

        d) Der Massencharakter des KJV schließt keineswegs die Zweckmäßigkeit des gleichzeitigen Bestehens anderer Massenorganisationen der proletarischen Jugend neben ihm ( gewerkschaftlicher, kultureller, militärischer usw.) aus, aber diese Organisationen können vom Standpunkte der Führung des Klassenkampfes der Arbeiterjugend aus nur die Rolle von Hilfsorganisationen des KJV spielen und müssen als „Transmission“ dienen, die der Verbindung zwischen dem KJV und den Massen einen noch breiteren Rahmen geben, als es ohnehin schon dem Massencharakter des KJV entspricht; der KJV muss hinarbeiten auf die Führung dieser Organisationen und die Gewinnung ihrer Mitglieder für seine eigenen Reihen.

e) Der Kampf der Arbeiter – und der gesamten werktätigen Jugend in der gegenwärtigen Epoche bedarf einer einheitlichen internationalen Führung einer Vereinigung im Weltmaßstab; infolgedessen vereinigen sich die KJV zu einem einheitlichen Weltverband – der Kommunistischen Jugendinternationale; infolgedessen trägt auch das Programm der K J I , das gleichzeitig das Programm jeder Landessektion ist, einen deutlich ausgesprochenen weltumspannenden Charakter. In diesem Programm sind zum ersten Male in der Geschichte der proletarischen Jugendbewegung alle wichtigen Erfahrungen gesammelt, ebenso werden Anweisungen für die Arbeit der KJV unter den allerverschiedensten Umständen gegeben ganz gleich ob in den fortgeschrittenen kapitalistischen Ländern, in den Kolonien und Halbkolonien oder in den Ländern des siegreichen Proletariats.

Das sind die einzelnen Teile, aus denen die Formel der K J I über die Rolle und das Wesen des KJV zusammengesetzt ist; so definiert das Programm der K J I die Rolle des KJV in der heutigen Gesellschaft, im Einklang mit jener Definierung, die es für die Rolle der Jugend überhaupt gibt. Kurz lässt sich das wie folgt zusammenfassen:

Es gibt keine einheitliche „Jugend“ - die Jugend ist in Klassen gespalten, ebenso wie auch die ganze heutige Gesellschaft. Die Aufgabe des KJV besteht darin, die Arbeiterjugend und unter ihrer Führung auch alle übrigen Schichten der werktätigen Jugend in den Kampf für die WELTREVOLUTION heinzuziehen und sie in diesem Kampf im Geiste des Kommunismus zu erziehen. Die kommunistischen Parteien leiten die Arbeit des KJV, die Komintern leitet die K J I, die der einheitliche weltumfassende kommunistische Jugendverband ist.

Das sind die grundlegenden, zentralen Gedanken über Rolle und Aufgaben der KJV in unserem Programm. Sie richtig zu verstehen und sich anzueignen, das bedeutet, das eigentliche Wesen unserer Bewegung selbst verstehen und damit den Schlüssel finden für das Verständnis aller ihrer übrigen Probleme. Denn alle übrigen Fragen im Programm ( wir sprechen natürlich nicht von den allgemeinen, im Geiste des Programms der Kommunistischen Internationale dargelegten Fragen die die Grundlagen des ganzen Programms überhaupt sind) nehmen eine untergeordnete Stellung ein; ihre Lösung ergibt sich unmittelbar aus jener Grundeinstellung, die durch das Programm der K J I in den zwei Hauptfragen: in der Frage der Rolle der Jugend und der Rolle des KJV gegeben wird.



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Auf den ersten Blick ist man versucht zu glauben, das Programm sei zu umfangreich. Und in der Tat: sein Umfang ist so bedeutend, dass es „mit einem Schlag“ nicht erfasst werden kann. Doch ein jeder, der sich die Mühe nimmt, es näher kennenzulernen, wird zugeben müssen, dass es nichts Überflüssiges enthält, das ohne Schaden für die Sache in Wegfall kommen könnte. Die Darstellung ist genügend sparsam, sie sagt in konzentrierter Form nur das, was in einem grundlegenden Dokument der internationalen kommunistischen Jugendbewegung gesagt werden muss. Wenn aber das Programm trotzdem so umfangreich ist, so erklärt es sich aus dem gewaltigen Wachstum unserer Bewegung, die gegenwärtig die ganze Welt erfasst hat, die sich im Gesamtkampf des internationalen Proletariats aktiv beteiligt und unter den mannigfaltigen Bedingungen ihre Organisation aufbaut.

Der Grundtext des Programms war in deutscher Sprache abgefasst. Bei der Übersetzung, wie auch bei der Ausarbeitung des Grundtextes waren wir vor allem bestrebt, die in einem so verantwortungsvollen Dokument notwendige genaue Formulierung zu wahren, um irgendwelchen Fehlauslegungen vorzubeugen. Doch da es sich um ein Jugendprogramm handelt, musste die Darstellung zugleich so populär wie möglich gehalten werden.

Wenn es trotzdem stellenweise Schwerfälligkeiten gibt, so ist der Grund dafür in der Schwierigkeit der gleichzeitigen Lösung beider Aufgaben zu suchen.

Das K J I – Programm ist ein geschlossenes Ganzes, zusammengeschweißt durch Einheit des Denkens und revolutionärem Willen. Darum kann es nicht in einzelne Teile zerlegt, stückweise studiert werden. Die einzelnen Teile – welche ihre Rolle in der Gesamtsumme der im Programm behandelten Fragen auch sein mag – können nicht außerhalb des Zusammenhangs mit dem Ganzen, mit dem Gesamtprogramm, begriffen werden. Wenn man uns daher fragen würde: was muss im Programm studiert werden, so kann die Antwort nur lauten: das ganze Programm von Anfang bis Ende – das ist die einzige Möglichkeit zum richtigen Verständnis des Wesens der kommunistischen Jugendbewegung. Da aber das Studium des Programms aufmerksame und systematische Arbeit verlangt, da ferner dieses Studium einen bedeutenden Teil der politischen Bildungsarbeit in allen kommunistischen Jugendorganisationen bilden wird, müssen Anweisungen über die Art und Weise des Studiums erteilt werden. Hier handelt es sich nicht nur und nicht hauptsächlich um die methodische Seite. In dieser Hinsicht haben die Organisationen Erfahrung genug, haben auch bestimmte Anweisungen, die jetzt ergänzt werden können und müssen. Es handelt sich vor allem darum, die Zentralpunkte des Programms, seine Hauptgedanken aufzufinden und die gegenseitige Bedingtheit seiner einzelnen Teile zu begreifen.

Dieses Thema ist ein sehr ausgedehntes und verlangt die Schaffung einer speziellen Literatur als Kommentar zum K J I – Programm. Zu diesem Zwecke erschienen schon: „Das Weltprogramm der revolutionären Arbeiterjugend im Kampfe um die Diktatur des Proletariats“ von Richard Schüller und das „Protokoll der Programmkommission des V. Weltkongresses der K J I“. Es wird außerdem ein „Methodischer Leitfaden zum Studium des Programms“ und ein Sammelbuch mit Aufsätzen über einzelne Probleme des Programms erscheinen. Unter Ausnutzung dieses Materials muss in jedem einzelnen Verband eine eifrige theoretische Durcharbeitung beginnen, muss eine große ideologische Arbeit zur „Verdauung“ des Programms einsetzen. Das K J I – Programm, das nunmehr in seiner endgültigen Gestalt vorliegt, muss einem mächtigen Aufschwung der theoretischen Arbeit des KJV zur Grundlage dienen.

Jedes KJV-Mitglied ist verpflichtet, das K J I – Programm durchzuarbeiten und sich zu eigen zu machen. Außerdem aber muss es lernen, diese scharf geschliffene ausgezeichnete Waffe für die kommunistische Arbeit unter breiten Massen der werktätigen Jugend zu gebrauchen.



Moskau, Mai 1929

Exekutivkomitee der Kommunistischen Jugendinternationale.





Das



Programm



der



Kommunistischen Jugendinternationale



K J I



[1928 ]





Der Kapitalismus hat Kinder und Jugend der Arbeiterklasse in großen Massen in den Produktionsprozess hineingerissen und sie in das Joch einer rücksichtslosen Ausbeutung gespannt. Von allen Teilen der Arbeiterklasse unterliegt die Arbeiterjugend im Kapitalismus der größten Ausbeutung. Der Kapitalismus hat in seiner imperialistischen Entwicklungstufe den Druck auf die Arbeiterjugend noch verschärft, aber zugleich innerhalb ihrer Reihen neue gewaltige Kräfte geweckt. Der Kampfwille und das proletarische Klassenbewusstsein der Arbeiterjugend wurden mächtig gefördert, ihr Drang nach Zusammenschluss vergrößert; im Rahmen des proletarischen Klassenkampfes entstanden die ersten proletarischen Jugendorganisationen.

Die ersten proletarischen Jugendverbände, die mit Entstehung des Imperialismus Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gebildet wurden, organisierten sich unter dem Zeichen des anti-militaristischen Kampfes, der Vertretung der wirtschaftlichen Interessen der Arbeiterjugend und der sozialistischen Erziehung ihrer Mitglieder. In dem Maße, in dem der Reformismus seine Macht in der Arbeiterbewegung ausbreitete, versuchte er auch die proletarische Jugend in seine Gewalt zu bekommen. Wo ihm das bis zu einem gewissen Grade gelang, war er bestrebt, sie von jedem Kampfe ferzuhalten und ihre Organisationen in reine Bildungsorganisationen zu verwandeln. Jedoch konnte er nur schwer den mit elementarer Kraft vorwärts drängenden Kampfwillen der Jugend zügeln. Die sozialistischen Jugendorganisationen waren schon vor dem Weltkriege eine Stütze des linken revolutionären Flügels in der Arbeiterbewegung.

Über die Grenzen der einzelnen Staaten hinaus erfordert der Kampf gegen den Kapitalismus die internationale Tätigkeit und Organisation der Arbeiterklasse. Bald erkannte auch die revolutionäre proletarische Jugend, dass ihr Kampf nur erfolgreich sein kann, wenn er international geführt wird. Trotz des Widerstandes der reformistischen Elemente der Sozialdemokratie schuf sie unter der Führung eines der besten Vorkämpfer des internationalen Proletariats, Karl Liebknecht, ihre jugendinternationale.

Schon im Jahre 1907 schlossen sich die proletarischen Jugendverbände zur „Internationalen Verbindung sozialistischer Jugendorganisationen“ zusammen. Auf ihrem Gründungskongress in Stuttgart wurden die Grundsätze der proletarischen Jugendbewegung im Sinne des revolutionären Marxismus festgelegt. Die „Internationale Verbindung Sozialistischer Jugendorganisationen“ leistete in der Vorkriegsperiode der sozialistischen Bewegung große Dienste bei der Gewinnung und sozialistischen Kampferziehung der Arbeiterjugend und insbesondere in der Bekämpfung des Militarismus.

Der imperialistische Weltkrieg und die Epoche der Weltrevolution, die er einleitete, haben die arbeitende Jugend in Stadt und Land aufs Tiefste aufgewühlt und aufgerüttelt. Sie haben Millionen jugendlicher Arbeitssklaven in den Kolonien aus ihrem dumpfen Schlummer geweckt und sie in die revolutionäre Kampffront eingereiht. Die Arbeiterjugend, die im Feuer des Weltkrieges und der Weltrevolution zum politischen Kampf auferstand, sammelte sich in Massen un die Fahne des Kommunismus.

Während im imperialistischen Kriege 1914 – 1918 fast sämtliche sozialdemokratische Parteien auf die Seite der Bourgeoisie übergingen, blieben die meisten proletarischen Jugendorganisationen und die Jugendinternationale den Grundsätzen des revolutionären Klassenkampfes treu. Die Fahne der Revolution, von den Parteien der II. Internationale geschändet und verraten, wurde von der proletarischen Jugend in Gemeinschaft mit den Bolschewiki wieder aufgerichtet. Selbst dort, wo die offziellen Führungen der Jugendverbände den verräterischen sozialdemokratischen Parteien folgten, bildeten sich in den Verbänden kräftige Oppositionsgruppen. Die proletarische Jugendbewegung befreite sich im Fegefeuer des imperialistischen Krieges immer mehr von ihren anfänglichen Schwierigkeiten und rang sich zu einer wirklichen bolschewistischen Einstellung durch. Da die Arbeiterklasse in den meisten Ländern keine revolutionäre Partei besaß, führten die Jugendorganisationen einen selbständigen politischen Kampf gegen den imperialistischen Krieg, gegen die Bourgeoisie und ihre sozialdemokratischen Helfershelfer, wobei sie in bedeutendem Grade den Boden für die Bildung revolutionärer proletarischer Parteien vorbereiteten.

Die Aufrichtung der proletarischen Diktatur in Russland und die Entstehung der Sowjetunion förderte gewaltig die revolutionäre Jugendbewegung auf der ganzen Welt. Die Jugendinternationale, die während des Krieges die Fahne der Revolution hochhielt, trat als eine der ersten der Kommunistischen Internationale bei, sie verwandelte sich in die Kommunistische Jugendinternationale, und Millionen jugendlicher Arbeiter und Werktätiger in den kapitalistischen Ländern, in der Sowjetunion und in den Kolonien kämpfen heute unter der Fahne und für die Losungen der K J I.

Die K J I ist die rechtmäßige Nachfolgerin der Jugendinternationale von Suttgart. Sie ist das Werk zehntausender junger Proletarier in allen Ländern, die während des mörderischen Weltkrieges für die Revolution kämpften und in mühseliger Arbeit allen Verrätern zum Trotz die Jugendinternationale aufbauten. Sie ist die Verkörperung des heroischen Ringens der jugendlichen Kämpfer, die Freiheit und Leben in den Schlachten der Revolutionen, im Kampfe gegen den Militarismus und weißen Terror, im Dienste der großen Sache ihrer Klasse geopfert haben.

Die K J I organisiert und führt den gemeinsamen Kampf der Arbeiter – und der armen Bauernjugend aller Länder und der werktätigen Jugend in den Kolonien gegen kapitalistische Ausbeutung und imperialistische Knechtschaft. Unter dem Banner des proletarischen Internationalismus, als eine wirkliche Weltorganisation der arbeitenden Jugend wirkt und kämpft sie in den Reihen der Kommunistischen Internationale. Der Kommunistischen Internationale die Jugend und damit die Zukunft zu sichern, ist ihre große Aufgabe. Denn die Bewegung, die die arbeitende Jugend hinter sich hat, ist unzerstörbar, ihr gehört die Zukunft und der Sieg.

In ihrem Programm verkündet die K J I ihre Weltanschauung, Grundsätze und Ziele.

Die K J I ist eine Sektion der Kommunistischen Internationale und steht auf dem Boden des Programms und des Statuts der KI. Auf dieser Grundlage ist ihr eigenes besonderes Programm aufgebaut, das ihre besonderen Aufgaben im Rahmen des Kampfes der KI für den Kommunismus festlegt.







DAS ZEITALTER DES



IMPERIALISMUS, DER KRIEGE UND DER



WELTREVOLUTION



Der Kapitalismus, dessen Joch heute auf der großen Mehrheit der Menschheit lastet, ist auf Grundlage des Privateigentums und der Entwicklung der Warenproduktion entstanden. Die kapitalistische Gesellschaft ist dadurch gekennzeichnet, dass in ihr die wichtigsten und entscheidenden Produktionsmittel Alleinbesitz (Monopol) der Klasse der Kapitalisten und Großgrundbesitzer sind und dass von diesen die Klasse der Lohnarbeiter (Proletarier), die der Produktionsmittel beraubt und dadurch gezwungen sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, ausgebeutet wird. Die Produktion um des Profites willen, der Wettbewerb (Konkurrenz) unter den einzelnen Kapitalisten führt zur Planlosigkeit und Anarchie der Produktion. Die kapitalistische Gesellschaft ist, wie jede auf Privateigentum und Ausbeutung beruhende Gesellschaft, in Klassen gespalten, von welchen das Proletariat und die Bourgeoisie die beiden grundlegenden Klassen sind. Zwischen ihnen findet ein fortwährender Kampf statt, der eine Folge ihres unüberbrückbaren Interessengegensatzes ist. Das Ausbeutungsverhältnis und die wirtschaftliche Herrschaft der kapitalistischen Klasse (Bourgeoisie) finden ihren politischen Ausdruck im bürgerlichen Staat. Der Staat ist in allen seinen Formen die Macht – und Gewaltorganisation der herrschenden Klasse. Der bürgerliche Staat, so verschieden auch seine Formen sein mögen ( Monarchie, Republik), ist nichts Anderes als die Gewaltorganisation der herrschenden kapitalistischen Klasse zur Aufrechterhaltung ihrer Ausbeutungsherrschaft und zur Unterdrückung der aufstrebenden Arbeiterklasse und aller Werktätigen.

Die Entwicklungsgesetze des Kapitalismus führten zu einer sich immer mehr steigernden Zusammenfassung (Konzentration und Zentralisation) des Kapitals, zur Bildung riesiger Kapitalistenverbände (Kartelle, Syndikate, Trusts), die die Alleinherrschaft (Monopol) über ganze Industrien und Produktionszweige erlangen. Das Industriekapital verwächst mit dem Bankkapital zum Finanzkapital, welches zur herrschenden Form innerhalb der kapitalistischen Wirtschaftsordnung wird. Damit verwandelt sich die Epoche der Herrschaft des Industriekapitals mit vorwiegend „freier Konkurrenz“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die letzte geschichtliche Epoche des Kapitalismus überhaupt, in den Imperialismus mit der monopolistischen Herrschaft des Finanzkapitals. An Stelle der in der Zeit des Industriekapitalismus vorherrschenden Warenausfuhr wird die Kapitalausfuhr ein wesentliches Merkmal des Imperialismus. Sie ist verbunden mit einem verschärften Kampfe zwischen den Kapitalistengruppen um billige Rohstoffquellen, Absatzmärkte und Kapitalanlagegebiete. Schon in der vor-imperialistischen Phase haben sich die kapitalistischen Staaten den größten Teil der Erde in Form von Kolonien und Halbkolonien und Einflussspären wirtschaftlich und politisch unterworfen. In der imperialistischen Periode ist die Teilung der Welt vollendet und es entbrennt der Kampf um die Neuverteilung.

Die verschiedenen nationalen kapitalistischen Gruppen bedienen sich in diesem erbitterten Kampf um die Neuverteilung, die Beherrschung der Welt, um die Kolonien, die Absatzmärkte, die Kapitalanlagen, um die Rohstoff – und Heizmaterialquellen der Staatsmacht. Unvermeidlich ruft dieser dauernde Kampf bewaffnete Zusammenstöße und imperialistische Kriege hervor, die zu Weltkriegen auswachsen.

Im Imperialismus erreicht das kapitalistische System die höchste Stufe seiner Entwicklung. Der Imperialismus steigert die Produktivkräfte der Weltwirtschaft ins Ungeheure und bringt die ganze Welt unter seinen Einfluss. Allein der Imperialismus erzeugt gleichzeitig Züge der schmarotzerhaften Entartung, der Verwesung, des Verfalls des Kapitalismus und führt so unausweichlich zum Untergang des ganzen kapitalistischen Systems. Das Finanzkapital, das immer mehr eine Alleinherrschaft ( Monopol ) auf allen Gebieten erlangt, beengt und behindert gerade dadurch eine höhere Entwicklung der Produktivkräfte im Rahmen der kapitalistischen Ordnung. Die ganze Macht ruht in den Händen einiger weniger Finanzgewaltigen (Finanzoligarchie), die wie Schmarotzer auf dem Gesellschaftskörper lasten. Der Imperialismus verschärft aufs Höchste die Gegensätze zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten, zwischen imperialistischen Staaten und Kolonien, er teilt die Menschheit in unterdrückte und unterdrückende Nationen und gebiert im Zusammenstoß aller dieser Gegensätze die Weltrevolution. Dabei erzeugt der Imperialismus eine so weit gehende Konzentration der Produktionsmittel, Vergesellschaftung der Arbeit, Wachstum der Arbeiterklasse und ihrer Organisationen, Revolutionierung der breiten Schichten der Ausgebeuteten, dass er damit alle Voraussetzungen für den Sieg des Sozialismus schafft.

Diese revolutionäre Grundtendenz wird jedoch vorübergehend gehemmt durch Bestechung gewisser Teile des euopäischen, nordamerikanischen und japanischen Proletariats seitens der imperialistischen Bourgeoisie, durch Verrat der durch die revolutionäre Bewegung der Massen eingeschüchterten nationalen Bourgeoisie der kolonialen und halbkolonialen Länder. Die Bourgeoisie der imperialistischen Großmächte bringt ihre Vormachtstellung auf dem Weltmarkt und die Ausplünderung der Kolonien und Halbkolonien Extraprofite ein, die sie zur Erhöhung des Arbeitslohnes eines Teils „ihrer“ Arbeiter verwendet, um sie auf diese Weise an der Entwicklung des „vaterländischen“ Kapitalismus, an der Ausplünderung der Kolonien zu interessieren und für den imperialistischen Staat zu gewinnen. Auf diese Weise schafft der Imperialismus innerhalb der Arbeiterklasse eine Schicht mit gehobener Lebenslage und konservativer Einstellung, die Arbeiteraristokratie. Diese Arbeiteraristokratie und jene bürokratischen Spitzen der Arbeiterklasse (leitende Kaders der Gewerkschaften usw.), die immer mehr mit den kapitalistischen Staatseinrichtungen verwachsen, bilden die wirtschaftliche Grundlage des Reformismus in der Arbeiterbewegung, der Sozialdemokratie. Die Sozialdemokratie ist an den Imperialismus gebunden und hat sich als direkter Agent der Bourgeoisie in der Arbeiterklasse, als beste Stütze der kapitalistischen Ordnung erwiesen.

Aber die Verschärfung der imperialistischen Widersprüche, die Verschlechterung der Lage der breiten Arbeitermassen, die ungeheuren Kosten und Lasten der Kriege, die Vernichtung der Vorherrschaft einzelner Mächte auf dem Weltmarkt, die Abtrennung der Kolonien usw. , all das untergräbt die Grundlagen des Reformismus in den Massen.

Der Imperialismus ist ein verwesender, ein sterbender Kapitalismus. Er ist die letzte Etappe der kapitalistischen Entwicklung überhaupt. Er ist die Vorstufe der sozialistischen Weltrevolution.

Den Kapitalismus charakterisiert eine Ungleichmäßigkeit der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung der einzelnen Länder und Gebiete. Diese Ungleichmäßigkeit wird durch den Imperialismus noch verschärft. Deshalb ist die Weltrevolution kein einmaliges, einheitliches Geschehen. Sie umfasst eine ganze Epoche der Menschheitsgeschichte, die mit gewaltigen sozialen Kämpfen, Kriegen und Revolutionen ausgefüllt ist. Deshalb ist der Sieg des Sozialismus anfänglich in einigen wenigen Ländern und selbst in einem einzelnen Lande möglich, als eine Etappe zum Sieg des Sozialismus in der ganzen Welt.

Der erste imperialistische Weltkrieg von 1914 bis 1918 hat viele Millionen Tote und Verwundete gekostet, hat überall die Finanzen, die Industrie, den Transport untergraben und zerrüttet und den breiten Massen der Werktätigen Hunger und Elend gebracht. Er hat das gesamte kapitalistische System gewaltig erschüttert und seine allgemeine Niedergangskrise eingeleitet, die mit neuen gewaltigen Kriegen schwanger geht und die mit dem Sturze des kapitalistischen Weltsystems und mit dem Siege der Weltrevolution enden wird.

Die Weltrevolution hat mit dem siegreichen Oktoberaufstand des russischen Proletariats begonnen. Auf einem riesigen Gebiet Europas und Asiens, das ein Sechstel der Erde umfasst, hat die Arbeiterklasse die Macht erobert und die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken gebildet. In der Union der SSR wird der Sozialismus aufgebaut. Die UdSSR ist so zum Rückgrat der internationalen Arbeiterklasse geworden, die jetzt auch eine staatliche Stütze hat. Ihr lebendiges Beispiel wirkt rtevolutionierend auf die Massen der Werktätigen, ihr bloßes Bestehen zeigt die Todeskrankheit des Imperialismus.

Im Rahmen der Weltwirtschaft stehen sich jetzt zwei miteinander unversöhnliche gesellschaftliche Systeme gegenüber: das System des Imperialismus und das System des Sozialismus. Die bis an die Zähne bewaffneten und durch innere Klassenkämpfe und äußere Gegensätze zerklüfteten imperialistischen Mächte richten gemeinsam ihre Front gegen die UdSSR, den ersten proletarischen Staat, um den sich die revolutionären Kräfte der ganzen Welt sammeln. Der Imperialismus strebt danach, die UdSSR durch neue wirtschaftliche Blockaden und gegenrevolutionäre Verschwörungen, durch Interventionen und Kriege zu vernichten, gräbt sich damit aber nur selbst sein Grab, in das ihn die empörten Massen aller Länder stürzen werden.

Auf die russische Revolution folgte die Revolution in Finnland und die Welle der Revolutionen in Mitteleuropa, vor allem in Deutschland, Österreich und Ungarn. Die erste Welle der Revolution außerhalb der Sowjetunion, 1918/21, endete infolge des Verrats der Sozialdemokratie und des Fehlens starker und erprobter kommunistischer Parteien mit einer Niederlage des Proletariats. Die internationale Arbeiterklasse ging aus ihr mit zwei ungeheuren Errungenschaften hervor: die Sowjetunion und der Kommunistischen Internationale.

Der kapitalistischen Klasse ist es durch schärfste politische und soziale Reaktion und verschiedene, die Massen belastende Wirtschaftsmaßnahmen gelungen, in den meisten Ländern nach der ersten großen Welle der Revolution in der Nachkriegszeit eine teilweise und zeitweilige Festigung (Stabilisierung) des Kapitalismus zu erzielen. Aber unter den Bedingungen dieser Stabilisierung wachsen neue gigantische Widersprüche in einem Ausmaße, wie sie vor dem ersten Weltkrieg unbekannt waren.

Die Arbeiterklasse und die Werktätigen versuchen in neuen gewaltigen Kämpfen nicht nur die Kapitaloffensive abzuschlagen, sondern auch zur Gegenoffensive überzugehen. Deutschland, das wieder zu einer imperialistischen Macht geworden ist, ist der Schauplatz neuer schwerer Klassenkämpfe. Der Generalstreik und der Bergarbeiterstreik 1926 bewiesen die tiefe Krise des britischen Kapitalismus. Der Aufstand der Wiener Arbeiterklasse im Juli 1927 zeigte die revolutionäre Entwicklung in den Massen der europäischen Arbeiterschaft. Machtvolle Streiks und soziale Kämpfe von unerhörter Heftigkeit erschütterten alle kapitalistischen Länder. Die unterdrückten Völker der Kolonien und Halbkolonien haben sich in Millionen zum Befreiungskampf gegen nationale und soziale Knechtschaft erhoben. Die Revolution brach in China aus und bedroht aufs Schwerste die Grundfesten der imperialistischen Mächte. Syrien, Marokko, Indonesien entrollten die Fahne des Aufstandes. In Mittel – und Südamerika grollt und gärt es von Mexiko bis Argentinien.

Die bedrohte kapitalistische Klasse wendet immer mehr die Herrschaftsmethoden der unverhüllten Diktatur an. Die „demokratischen“ Rechte werden aufgehoben oder verstümmelt, der Parlamentarismus verfällt, die Rolle der ausführenden Gewalt im Staate wird vergrößert, der Machtapparat durch neue Gewaltorganisationen verstärkt. Unter besonderen Bedingungen nimmt diese Entwicklung der bürgerlich-imperialistischen Reaktion die Gestalt des Faschismus an. Der Faschismus bedient sich aller Mittel der sozialen Demagogie und nützt die Unzufriedenheit des verarmten Kleinbürgertums und des Bauerntums, sowie verschiedener herabgekommener (deklassierter) Schichten des Proletariats aus, um die revolutionäre Arbeiterbewegung nieder zu halten. Er ist nichts Anderes als die neueste Form der terroristischen Diktatur des Großkapitals. Bei Anwendung faschistischer Methoden maskiert sich die Bourgeoisie nötigenfalls durch eine Koalition mit der Sozialdemokratie, eine Koalition, die dazu bestimmt ist, den Kampfwillen der Werktätigen zu paralysieren und der Bourgeoisie die Erdrosselung des proletarischen Befreiungskampfes zu erleichtern.

Jedoch jeder Schritt, den der Kapitalismus zum Wiederaufbau seiner Wirtschaft und Macht unternimmt, wird um den Preis einer Steigerung der Ausbeutung der Werktätigen erkauft und führt so zu neuer Verschärfung der Klassengegensätze, die den Kapitalismus in seinen Grundlagen untergraben. Gleichzeitig vergrößert jede Veränderung der Kräfteverhältnisse zwischen den kapitalistischen Staaten die imperialistischen Gegensätze unter ihnen und bringt die Gefahr neuer imperialistischer Kriege und damit neue Erschütterungen der ganzen kapitalistischen Ordnung mit sich. Die Verschärfung des Druckes des Imperialismus gibt den nationalen Freiheitsbewegungen und Revolutionen in den Kolonien und Halbkolonien gegen den Imperialismus einen gewaltigen Anstoß. Der Imperialismus hat die Menschheit in eine Sackgasse geführt. Nur die proletarische Revolution kann sie befreien. Der Sturz des Kapitalismus ist so zur unmittelbaren Kampfaufgabe der internationalen Arbeiterklasse geworden.

Diese Aufgabe kann nur auf dem Wege der gewaltsamen Revolution gelöst werden.

Die allmähliche, stufenweise, demokratische Entwicklung aus dem Kapitalismus in den Sozialismus, von der die Sozialdemokratie schwätzt, widerspricht den grundlegenden Tatsachen und Gesetzen der Gesellschaftsentwicklung und ist nichts als ein Betrug, hinter dem sich die schamloseste Zusammenarbeit mit der Bourgeoisie an der Entfaltung und Festigung des kapitalistischen Systems versteckt.

Die proletarische Weltrevolution besteht aus einer Reihe verschiedenartiger Vorgänge: rein proletarische Revolutionen, bürgerlich-demokratische Revolutionen, die in proletarische Revolutionen umschlagen, nationale Befreiungskriege und koloniale Revolutionen. In ihrer Gesamtheit führen sie zur Weltdiktatur des Proletariats.

Die soziale Revolution kann nicht anders vor sich gehen als in Gestalt einer Epoche, die den Bürgerkrieg des Proletariats gegen die Bourgeoisie in den vorgeschrittenen kapitalistischen Ländern mit einer ganzen Reihe von demokratischen und revolutionären, darunter auch nationalen Befreiungsbewegungen in den unentwickelten, rückständigen und unterdrückten Nationen, verbindet“ (Lenin).

Die Arbeiterklasse kann sich nicht befreien, ohne das gesamte kapitalistische System zu stürzen und damit alle unterdrückten und ausgebeuteten Werktätigen zu befreien. Sie ist daher die bis ans Ende revolutionäre Klasse.

Die Arbeiterklasse muss die Werktätigen in Stadt und Land zum Kampfe gegen den Kapitalismus führen, muss im Bunde mit der armen Bauernschaft und den unterdrückten Massen in den Kolonien die Macht der Bourgeoisie stürzen, die proletarische Diktatur (Rätemacht) aufrichten, Großgrundbesitz, Banken, Transport und Industrie enteignen und in Staatsbesitz überführen (proletarische Nationalisierung). Das Proletariat bedient sich seiner Diktatur, um den Widerstand der Ausbeuterklassen rücksichtslos zu brechen und die proletarische Demokratie in den Räten (Sowjets) zu verwirklichen. Auf dieser festen politischen und sozialen Grundlage wird die Arbeiterklasse im Bunde mit den werktätigen Baeuernmassen den Sozialismus aufbauen und wird der Menschheit ermöglichen, zur kommunistischen Gesellschaftsordnung zu gelangen.

Die Arbeiterklasse kann dieses Ziel nur erreichen, wenn sie einen Führer in Gestalt der Kommunistischen Partei hat, die die am meisten fortgeschrittenen, opfermutigen und erprobten Elemente der Arbeiterschaft in ihren Reihen organisiert und die Interessen und Ziele der Arbeiterklasse als ganzes vertritt. Das Bestehen einer kommunistischen Partei ist in jedem Lande die Vorbedingung eines erfolgreichen Kampfes um die proletarische Diktatur.

Die materiellen Voraussetzungen für den Sieg der Weltrevolution sind vorhanden. Er hängt vom Kampfwillen und der Macht der Arbeiterklasse und der mit ihr verbundenen werktätigen und unterdrückten Schichten ab. Zu seiner Verwirklichung ist nötig, die Arbeiterklasse endgültig von allen reformistischen Illusionen zu befreien, den Einfluss der Sozialdemokratie zu zerstören und die werktätigen Massen zum Kampf unter der Leitung der KP und der KI zu sammeln.

Die Grundbedingung für die Eroberung der Macht ist die Gewinnung der Mehrheit der Arbeiterklasse für die Grundsätze und Ziele des Kommunismus. Die Strategie und Taktik der Komintern weisen dem Proletariat den Weg zum Sieg.







DIE ARBEITERJUGEND UNTER DER HERRSCHAFT DES IMPERIALISMUS



Der Klassencharakter der kapitalistischen Gesellschaft drückt sich mit aller Deutlichkeit in der heutigen Lage der Jugend und ihrer gesellschaftlichen Stellung aus. Die Klassenteilung findet ihren vollkommenen Ausdruck auch in der Jugend. Die Jugend der unterdrückten Klasse und die Jugend der herrschenden Klasse haben so wenig miteinander gemeinsam wie die ausgebeutete Klasse mit den ausbeutenden Klassen. Während die Jugend der herrschenden Klasse die Stellung einer bevorzugten Schicht von Müßiggängern einnimmt, die alle Vorzüge und Vorrechte einer sorgsamen Pflege und Schulung genießt, alle Gaben der Kultur, der Wissenschaft und Kunst empfängt und sich für die Rolle der ausbeuterischen und herrschenden Klasse vorbereitet, teilt die arbeitende Jugend in Stadt und Land in den kapitalistischen Ländern und in den Kolonien vollständig das harte Schicksal der erwachsenen Arbeiter: sie ist Gegenstand rücksichtsloser Ausbeutung. Das Wenige, das im bürgerlichen Staate an Erziehung für jugendliche Arbeiter vorhanden ist, dient ihrer Vorbereitung für die zukünftige Ausbeutung, zu der sie ihr ganzes Leben lang als Lohnsklaven des Kapitals, als bloßes Anhängsel der Maschine, verurteilt sind.

Wenn die Lage der erwachsenen Arbeiter unter dem Kapitalismus eine außerordentlich schwere ist, so ist die Lage der Arbeiterjugend vollends unerträglich.

Schon in frühen Kinderjahren sind Söhne und Töchter der Arbeiterfamilien der Gegenstand der kapitalistischen Ausbeutung. Die Kinderarbeit ist, mit Ausnahme der Sowjetunion, noch in furchtbarstem Umfange und unter den grausamsten Formen über die ganze Erde verbreitet.

Der Lehrling der alten Zeit, der selbst Anwärter auf eine Meisterstelle war, ist unwiderruflich verschwunden.

Das Lehrlingswesen ist heute nur noch Vorwand für eine verschärfte Ausbeutung der Jugendlichen und in den kapitalistischen Ländern im Schwinden begriffen. Dank der Entwicklung der industriellen Technik ist es den Kapitalisten möglich, Massen von Kindern und Halbwüchsigen als Ungelernte in die Produktion zu ziehen. Das Erlernen eines Berufes ist besonders erschwert für die Mädchen. Die Kapitalisten nutzen die bürgerlich-reaktionären Vorurteile über die Frauenarbeit in der Produktion aus, indem sie die Mädchen von der Berufsausbildung fern halten und ihre Ausbeutung verstärken. Aber auch in den Fällen, wo Mädchen Zutritt zur Berufslehre haben, ist die Lehrfrist für sie länger und die Entlohnung noch niedriger als bei der männlichen Jugend.

Nur noch eine kleine Oberschicht der proletarischen Jugend wird vom Kapitalismus beruflich ausgebildet, mit dem Ziel, aus ihnen Vorarbeiter, Werkmeister und technisch hoch qualifizierte Arbeiter zu machen. Aber selbst diese dünne Schicht, deren berufliche Ausbildung auf Kosten der großen Massen der Arbeiter erfolgt, schrumpft mit der Entwicklung des Kapitalismus immer mehr zusammen, wenn auch ihre Ausbildung stellenweise eine höhere Qualifikation annimmt. Eine Arbeiteraristokratie im eigentlichen Sinne gibt es in der Arbeiterjugend nicht.

Die Arbeit der Kinder und Jugendlichen ist billiger als die Arbeit der Erwachsenen. Doch ist die Arbeitsleistung in der Regel keinewegs geringer als die der Erwachsenen. Die modernen Produktionsmethoden führen dazu, dass in vielen Industrien die Arbeit der Jugendlichen gleich der der Erwachsenen ist. In den meisten Fällen, in denen jugendliche Arbeiter Arbeitsleistungen vollbringen, die jenen der Erwachsenen gleich sind, werden sie aber bedeutend geringer bezahlt, oder die Jugendlichen werden unter verschiedenen Vorwänden zur Arbeit angehalten, ohne entlohnt zu werden (Lehrlingszüchterei, Nebenarbeit usw.). Aber sogar, wo die Arbeitsleistung des jugendlichen Arbeiters geringer ist als die der Erwachsenen, zieht der Kapitalist durch die besonders niedrigen Löhne für Jugendarbeit aus der Arbeit der Jugendlichen einen verhältnismäßig größeren Mehrwert. Das Kapital nützt die Unorganisiertheit und geringere Widerstandskraft der Kinder und Jugendlichen, sowie zünftlerische, rückständige Einstellungen in der Arbeiterschaft selbst aus, um den Preis der Jugendarbeit zu drücken. Die Jugend müsste infolge ihrer körperlichen Schwäche und der Notwendigkeit ihrer Erziehung und Ausbildung besonders günstige Arbeitsbedingungen genießen, aber der Kapitalismus kehrt diesen Umstand in sein Gegenteil um: gerade weil die Jugend unentwickelt und schwächer ist, wird sie vom Kapitalismus noch mehr ausgenutzt und ausgebeutet. Lange Arbeitszeit, die im Allgemeinen ( durch Nebenarbeiten, Schulzeit, Lehrlingswesen) die Arbeitszeit der Erwachsenen übertrifft, niedrige Arbeitslöhne, Nachtarbeit und Arbeit in gesundheitsschädlichen Betrieben, ganz ungenügender Schutz gegen Unfälle, völlige Vernachlässigung der beruflichen Ausbildung der breiten Jugendmassen, barbarische Behandlung durch Unternehmer und Meister, Massenarbeitslosigkeit, die durch das Fehlen jeglicher Unterstützung noch besonders drückend wirkt – das ist das traurige Los der Arbeiterjugend unter dem Kapitalismus.

Eines der größten Hindernisse im Kampfe um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für die Jugend ist die zünftlerische Einstellung vieler erwachsener Arbeiter, die von den reformistischen Gewerkschaftsführern mit allen Mitteln unterstützt wird. Sie sehen in den jugendlichen Arbeitern oft nur Konkurrenten und zeigen Gleichgültigkeit ihrer Lage gegenüber. Der Kapitalismus nutzt die zünftlerischen Stimmungen geschickt aus, um jugendliche und erwachsene Arbeiter zu entzweien und einerseits die Löhne der Arbeiterjugend niedrig zu halten und ihre Arbeitsverhältnisse rücksichtslos zu verschlechtern, andererseits aber durch die billgere Jugendarbeit auf die Löhne und Lebenshaltung der erwachsenen Arbeiter zu drücken.

Besonders schlimm sind die Arbeitsverhältnisse der Jugend in der Kleinindustrie und im Handwerk, die sich vor der Konkurrenz der Großindustrie durch schonungslose Ausbeutung der Lehrlinge zu retten suchen und in denen daher das „Lehrlingswesen“ als Deckmantel der Ausbeutung noch stark verbreitet ist. Das gilt besonders für die rückständigen Länder und die Kolonien. Die Lehrlinge im Handwerk und in den kleinen Werkstätten sind ganz der Willkür der Unternehmer oder Meister ausgeliefert.

Die jugendlichen Arbeiterinnen sind für den Kapitalismus der Gegenstand einer besonders brutalen und niederträchtigen Ausbeutung . Ihre Lage ist noch schlimmer als die der jugendlichen Arbeiter. Eine Reihe von Industrien und Erwerbszweigen verwendet fast ausschließlich Frauenarbeit. In der Textilindustrie, als Hausgehilfen usw. werden meist Mädchen bei langer Arbeitszeit und jämmerlichen Löhnen, die noch niedriger sind als die der Jungarbeiter, beschäftigt. Die Anwendung der Mädchenarbeit steigt, und das auch in den gesunheitsschädlichen Industrien. Besonders schändlich ist die Abhängigkeit vom Unternehmer und Meister, in die die jungen Arbeiterinnen gebracht werden. Tausende von Mädchen aus der Arbeiterklasse und der Bauernschaft werden durch unerträgliche wirtschaftliche Verhältnisse auf den Weg der Prostitution getrieben.

Die Not der Arbeiterjugend wurde während des Weltkrieges und in der folgenden Zeit noch bedeutend verschärft. Große Massen der halbwüchsigen Jugend wurden als Kanonenfutter an die Front geschickt, und zu ihrem und der erwachsenen Arbeiter Ersatz neue Armeen von Kindern und Jugendlichen beiderlei Geschlechts in die Kriegsindustrie hineingezogen. Dort unterlagen sie, ohne eine Ausbildung zu erhalten, der größten Ausbeutung, die selbst die wenigen bestehenden spärlichen Schutzgesetze aufhob. Zwar wurden der Bourgeoisie nach dem Weltkriege durch den revolutionären Kampf der Arbeiterklasse einige sozialpolitische Maßnahmen und Gesetze zum Schutz der Arbeiterjugend abgerungen, aber diese wurden von ihr entweder schon wieder zunichte gemacht oder sie wurden nicht eingehalten. In ihrem Bestreben, die Krise zu überwinden, die Stabilisierung des Kapitalismus herbeizuführen und alle Kosten der Zerstörungen des Weltkrieges auf die Schultern der Arbeiterklasse abzuwälzen, verschärft die Bourgeoisie die Ausbeutung der Arbeiterschaft und besonders ihrer Jugend. In zahllosen Angriffen sucht sie deren Lage und Lebenshaltung auf ein lange nicht mehr gekanntes tiefes Niveau herabzudrücken.

Die kapitalistische Rationalisierung trifft in ihren schädlichen Auswirkungen (Lohnsenkung, Massenarbeitslosigkeit, Arbeitszeitverlängerung, Abbau des sozialen Schutzes, ungeheure Vergrößerung der Arbeitsintensität) besonders schwer die Arbeiterjugend. Als besondere Folge für die Jugend bringt sie weitere Verringerung des Lehrlingswesens in der Industrie, da sie auf noch größere Ersetzung gelernter Arbeiter durch ungelernte und angelernte Arbeiter ausgeht. Gleichzeitig vergrößert sie die Rolle der Arbeiterjugend im Gesamtprozess der Produktion. Zwischen dem jugendlichen Arbeiter am laufenden Band und Lehrling von ehemals besteht ein gewaltiger Unterschied. Er spielt jetzt eine weit größere Rolle und ist noch mehr als früher zu einem unentberhlichen Bestandteil des Produktionsprozesses geworden. Das steht jedoch nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass eine chronische Massenarbeitslosigkeit unter der Arbeiterjugend herrscht. Sie trifft vor allem die Schulentlassenen, die von vorn herein keine Verwendung im Produktionsprozess finden und dadurch deklassiert werden.

Auch die werktätige Jugend leidet in den kapitalistischen Ländern unter einer grausamen Ausbeutung. Die Kinderarbeit auf dem Lande ist eine allgemeine Erscheinung. Nicht nur sind die kleinen Bauern durch ihre schlechte wirtschaftliche Lage gezwungen, die Mitarbeit ihrer Kinder in Anspruch zu nehmen, sondern die Kinderarbeit ist auch als Lohnarbeit weit verbreitet. Die Arbeits – und Lebensbedingungen der Landarbeiterjugend sind im Allgemeinen schlimmer als die der industriellen Jugend. Die Jugend der armen Bauern ist zu harter Arbeit ohne Ausbildung verurteilt und oft gezwungen, in den Städten Arbeit zu suchen. Da aber in der jetzigen Niedergangsperiode des Kapitalismus eine dauernde Massenarbeitslosigkeit herrscht, füllen sie in den meisten Fällen das Heer der Arbeitslosen oder sind gezwungen, in die Armee einzutreten oder auszuwandern.

Der Militarismus, der zu dem Zwecke der imperialistischen Kriegsführung und der Unterdrückung der werktätigen Massen im eigenen Land und in den Kolonien dient, nimmt seine Soldaten vor allem aus der Mitte der Arbeiter – und Bauernjugend. Die Militarisierung soll die Arbeiterjugend zum Kanonenfutter für die imperialistischen Kriege machen und in vielen Ländern erfasst sie in der Form der militärischen Vorbereitung die Jugend schon im Schulalter. Die kapitalistische Kaserne sucht aus jungen Arbeitern Automaten zu machen, die sich gehorsam gegen ihre Klassenbrüder im In – und Auslande abrichten lassen. Es ist das Blut der Arbeiter – und Bauernjugend, das die Schlachtfelder der imperialistischen Kriege tränkt.

Die Lage der Arbeiterjugend in den Kolonien und Halbkolonien ist noch bedeutend schlimmer als die der Jugend in den kapitalistischen Ländern. Das Jungproletariat schmachtet dort unter dem doppelten Druck einer unerhörten ausländischen und einheimischen Ausbeutung, welche auch noch oft feudale und patriarchalische Formen hat. Die weite Verbreitung des Kleinhandwerks und des kleinen Handels, die einen schweren Kampf um ihre Existenz führen, bringen eine derart unbarmherzige Ausbeutung mit sich, wie sie der arbeitenden Jugend Europas und Nordamerikas bereits unbekannt ist. Die Kinderarbeit ist dort allgemein. In Verbindung mit dem Wachstum der Industrie (vor allem der Leichtindustrie) in den Kolonien werden immer größere Massen von Kindern und Jugendlichen auf die schonungsloseste Weise in die Produktion gerissen. Kinder von vier bis fünf Jahren an arbeiten 15 bis 18 Stunden in dumpfen Fabrikräumen, an den Webstühlen und erzeugen Mehrwert für die Bankherren in London, New York und Paris. Der „Arbeitslohn“ ist ein blutiger Hohn. Allgemein verbreitet sind Züchtigungen der Kinder und jugendlichen Arbeiter durch Meister und Unternehmer.

Entsetzlich schwer ist das Los der werktätigen ländlichen Jugend in den Kolonien und Halbkolonien. Der Imperialismus bringt eine fortschreitende Verelendung der Landbevölkerung mit sich und verwandelt die Masse der armen und landlosen Bauernschaft und Bauernjugend in Paupers, die eine elende Bettelexistenz fristen und von denen viele ebenso oft Zuflucht in den Söldnerheeren wie unter den Banditen suchen. Die Arbeitsbedingungen für die Landarbeiter auf den großen Gütern und Plantagen unterscheiden sich kaum von der Sklaverei.

Während der Kapitalismus von der Arbeiterjugend derart ungeheure Opfer an Arbeit und Blut fordert, versagt er ihr jedoch die elementarsten politischen Rechte. Durch Festsetzung einer hohen Altersgrenze für die Teilnahme an den Wahlen beraubt er die arbeitende Jugend des aktiven und passiven Wahlrechts zu den Körperschaften der bürgerlichen Demokratie. Auch die Beteiligung an den Betriebsräten, dort wo sie gesetzlich bestehen, ist der Arbeiterjugend nicht gestattet. Der Lehrling befindet sich, besonders im Handwerk, in einer ausschließlichen Abhängigkeit vom Unternehmer. In vielen Ländern besteht das reaktionäre Verbot der Organisierung jugendlicher Arbeiter unter einer bestimmten Altergrenze in den Gewerkschaften und der Teilnahme von Lehrlingen an Streiks,ebenso ein Verbot der Organisierung jugendlicher Arbeiter in politischen Organisationen und ihrer Teilnahme an politischen Versammlungen, Demonstrationen usw. In vielen Ländern bestehen besondere Ausnahmegesetze gegen die kommunistische Jugend – und Kinderbewegung. Aber auch ohne besondere Gesetze wird der KJV in vielen Ländern durch ständige Verfolgungen im Zustand der Halblegalität gehalten. Die so genannten „Schund – und Schmutzgesetze zum Schutze der Jugend“ geben den kapitalistischen Behörden reichliche Gelegenheit zur Verfolgung der revolutionären Jugendpresse und Jugendorganisationen. Die Unternehmer verfolgen mit brutalen Mitteln die aktiven Elemente der Arbeiterjugend in den Betrieben. Die Klassenjustiz und die übrigen Unterdrückungsorgane des kapitalistischen Staates wüten gegen die revolutionäre Arbeiterjugend. Mit der Verschärfung der Klassengegensätze wird die reaktionäre Offensive gegen die Arbeiterjugend und ihre Organisationen immer schlimmer. Faschismus und weißer Terror führen einen Vernichtungsfeldzug gegen jede nicht-faschistische Jugendorganisation. Klassenbewusste proletarische Soldaten und Matrosen in den imperialistischen Armeen werden aufs Schlimmste verfolgt. Unzählig sind die Opfer, die die arbeitende Jugend im Kampfe um die einfachsten und grundlegendsten Forderungen und Rechte bringen muss.

Eng verbunden mit der wirtschaftlichen Knechtung der Arbeiterjugend gehen die Bemühungen der Bourgeoisie, sie auch geistig zu beherrschen. Das Bürgertum führt einen systematischen Kampf um die geistige Knechtung der Arbeiterjugend. Die bürgerliche Schule gibt der Arbeiterjugend nur solche Kenntnisse und in solchen Ausmaßen, die es ermöglichen, aus ihr fähige und untertänige Sklaven des Kapitalismus in der Fabrik, im Büro, in der Armee und im öffentlichen Leben zu machen. Diesem Zweck dient die Volks – und Fortbildungsschule. Der Zutritt zur Mittel – und Hochschule steht im Allgemeinen nur den Kindern der Bourgeoisie und Teilen des Kleinbürgertums offen. Diese Schulen sind dabei gemäß ihrer ganzen Anlage und ihrem Lehrplan nichts anderes als Anstalten zur Erziehung der „Kaders“, der Kommandanten und Offiziere der bürgerlichen Gesellschaft auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet. In den Kolonien und auch in manchen zurück gebliebenen kapitalistischen Ländern gibt es überhaupt keine Schulen für die proletarischen Kinder.

Der Erziehung der Jugend im kapitalistischen „Untertanen“geiste dient eine umfangreiche Literatur, die bürgerliche Presse, die Religion, die bürgerliche Kunst, Schundliteratur, Kinos, Vergnügungsanstalten usw. Besondere bürgerliche und reformistische Jugendorganisationen, die in den verschiedensten Formen auftreten ( Bildungs -, Vergnügungs -, Wander -, Sport - , militärische, politische, religiöse, sogar freidenkerische Organisationen, Werksportvereine, Boy Scouts), arbeiten unter der werktätigen Jugend im Auftrage und im Sinne der Bourgeoisie an ihrer geistigen Vergiftung.

Die Krise des Kapitalismus, die die Ausbeutung und die Leiden der arbeitenden Jugend in ungeheurem Maße vergrößert, schafft zugleich wirksame Bedingungen sowohl für ihre Einbeziehung in den Klassenkampf, in dem sie Seite an Seite mit ihren erwachsenen Brüdern steht, als auch für ihren Zusammenschluss zum Kampfe um ihre besonderen Forderungen.

In diesem Kampfe kommt der Arbeiterjugend als Teil der Arbeiterklasse und gemäß ihrer Stellung im Produktionsprozess die gleiche Rolle zu, wie der Arbeiterklasse unter der Masse der Werktätigen: sie ist berufen, die Führerin zu sein, ihre Aufgabe ist es, die anderen Schichten der werktätigen Jugend, vor allem der armen Bauernjugend und die werktätige Jugend in den Kolonien für den Kampf gegen Imperialismus zu gewinnen, zu organisieren und zum Sieg zu führen.







DAS ENDZIEL DER K J I - DER WELTKOMMUNISMUS



Das Endziel der KI und der K J I ist der Weltkommunismus.

In ihm ist das Privateigentum abgeschafft und sind die Klassen verschwunden. An ihrer Stelle tritt die Arbeitsgenossenschaft aller und die planmäßige gesellschaftliche Organisation der Wirtschaft. Der Staat stirbt mit den Klassen ab. Jede Form der Unterdrückung eines Menschen durch den anderen wird beseitigt. Dank der Beseitigung der Klassen und der ungeheuren Entfaltung der Produktivkräfte unter der kommunistischen Ordnung verschwindet die Unsicherheit der Existenz, die Teilung in Arme und Reiche und Armut und Elend überhaupt. Es verschwinden alle Reste der nationalen und Rassenungleichheit sowie der sozialen Ungleichheit der Geschlechter. Der Gegensatz zwischen körperlicher und geistiger Arbeit ist beseitigt. Es herrscht allgemeiner Wohlstand und eine Blüte der Kultur. Der kommunistische Grundsatz: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen“, wird zur Wirklichkeit. Eine einheitliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Ordnung umfasst die gesamte Welt. Die Kämpfe zwischen Klassen und Völkern, die Kriege mit ihrer Vernichtung zahlloser Menschenleben und unschätzbarer Reichtümer verschwinden jetzt auf immer. Nun verwendet die Menschheit alle Kräfte auf den Kampf mit der Natur, auf die Höherentwicklung und Steigerung der planmäßigen Produktion, der Wissenschaft und der Kultur. Die Menschheit macht den Sprung aus dem „Reiche der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit“ (Engels).

Zusammen mit ihren erwachsenen Klassengenossen strebt die Arbeiterjugend diesem Ziel zu. Alle ihre Kämpfe und Anstrengungen sind letzten Endes auf seine Verwirklichung gerichtet. Der Weltkommunismus sichert auch der Jugend eine so strahlende Zukunft, dass gegen sie die heutige Lage der vom Imperialismus ausgebeuteten und unterdrückten arbeitenden Jugend wie ein düsterer Schatten oder unglaubwürdiger böser Traum erscheinen wird.

Aber schon im Sozialismus, das heißt, auf jener Entwicklungsstufe der Gesellschaft, zu der die proletarische Diktatur führt und die dem vollendeten Kommunismus vorangeht, erfährt die Lage der Jugend eine grundlegende Umwälzung. Der Sozialismus ist die Vorstufe des Kommunismus. In ihm sind die Produktivkräfte noch nicht in dem Maße entwickelt, dass eine Verteilung der Arbeitsprodukte gemäß den Bedürfnissen eines jeden möglich wäre. Die Verteilung erfolgt vielmehr noch nach geleisteter Arbeit. Im Sozialismus sind trotz Aufhebung der Klassen noch Reste der Klassenscheidung, der bürgerlichen Rechtsauffassung und des proletarischen Klassenstaates, sowie der Unterschied zwischen Stadt und Land noch nicht ganz verschwunden. Aber diese Überreste der alten Gesellschaft verschwinden in dem Maße, wie sich die von den Fesseln des Kapitalismus befreite Menschheit die Naturkräfte unterwirft, sich selbst im kommunistischen Geiste neu erzieht und vom Sozialismus zum vollendeten Kommunismus fortschreitet.

Die Aufrichtung der sozialistischen Gesellschaft verlangt und ermöglicht eine völlige Umwälzung der Verhältnisse der Jugendarbeit: ihre sozialistische Umorganisierung. Die sozialistische Umorganisierung der Jugendarbeit ist die Verbindung von produktiver Arbeit mit Unterricht und Erziehung und die Umgestaltung der gesamten Jugendarbeit vom Standpunkte und zu dem Zwecke der Erziehung zu allseitig entwickelten Mitgliedern der sozialistischen Gesellschaft. In Verbindung damit verwirklicht der Sozialismus die Abschaffung der Lohnarbeit der Jugendlichen und ihre gesellschaftliche Versorgung. Dieses Ziel wiesen die großen Meister des Proletariats, Marx und Lenin. Marx sagte:

Aus dem Frabriksystem entspross der Keim der Erziehung der Zukunft, welche für alle Kinder bei einem gewissen Alter produktive Arbeit mit Unterricht und Gymnastik verbinden wird, nicht nur als eine Methode zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktion, sondern als die einzige Methode der Produktion vollwertiger entwickelter Menschen.“

Und Lenin lehrte:

Es ist unmöglich, sich das Ideal der zukünftigen Gesellschaft vorzustellen, wo der Prozess der produktiven Arbeit und des Unterrichts der jungen Generation nicht verbunden würde. Weder Unterricht und Erziehung ohne produktive Arbeit, noch produktive Arbeit ohne Unterricht und Erziehung können auf das Niveau gebracht werden, das durch das moderne technische und wissenschaftliche Wissen gefordert wird.“

So erhält die Arbeiterjugend, die unter dem Kapitalismus nur Gegenstand der Ausbeutung war, im Sozialismus eine ganz andere gesellschaftliche Stellung und Rolle. Die sozialistische Gesellschaft verwendet die größte Sorgfalt darauf, der Arbeiterjugend ihren Schutz und ihre Fürsorge zu geben. Die Schwäche und Unreife der Jugend in körperlicher und geistiger Hinsicht, die im Kapitalismus zu ihrer besonderen Ausbeutung ausgenutzt werden, sind in der sozialistischen Gesellschaft Gegenstand besonderen Schutzes. Unter der sozialistischen Organisation der Produktion verwandeln sich die Ursachen so vielen Elends der Arbeiterjugend im Kapitalismus in ebenso viele Mittel zur Vervollkommnung ihrer Erziehung und Hebung ihrer Lage: die Vereinfachung der Arbeitsvorgänge durch die Maschine und die Fortschritte der Wissenschaft und Technik. Die fortschreitende Vereinfachung der Arbeitsvorgänge macht es möglich, die Arbeit und die Ausbildung an den einzelnen Maschinen und in den einzelnen Industrien von Zeit zu Zeit zu wechseln und so den Menschen allseitig zu entwickeln und zu erziehen. Die verhängnisvolle Trennung von körperlicher und geistiger Arbeit verschwindet. War der Mensch im Kapitalismus jahraus jahrein an eine öde und aufreibende Teilarbeit gefesselt, so ist er jetzt imstande, den Gesamtvorgang der gesellschaftlichen Produktion klar zu überblicken und bewusst zu beherrschen. Aus einem bloßen Anhängsel der Maschine wird der junge Arbeiter so zu ihrem Beherrscher, zum freien Menschen.

Die ersten grundlegenden Schritte zur sozialistischen Reorganisierung der Jugendarbeit, zu ihrem völligen Schutz und zur sozialistischen Neuerziehung unternimmt die Arbeiterklasse schon nach Übernahme der Macht. Diese grundlegenden Schritte werden im Verlaufe des Aufbaus des Sozialismus immer weiter fort entwickelt. Der Sturz der kapitalistischen Gesellschaft, die Diktatur des Proletariats, sie sind der Weg zur endgültigen Befreiung der arbeitenden Jugend, zum Sozialismus und Kommunismus.







DIE NOTWENDIGKEIT UND DIE ROLLE DES



KOMMUNISTISCHEN JUGENDVERBANDES



Die Arbeiterklasse hat ein grundlegendes Interesse daran, die Arbeiterjugend zum Klassenbewusstsein zu erwecken, sie in den Klassenkampf einzureihen und sich einen ständigen Zustrom neuer und frischer Kräfte zu sichern, die den Kampf bis zur völligen Befreiung der Arbeiterklasse fortsetzen werden.

Insbesondere bedarf die Kommunistische Partei, die Führerin der Arbeiterklasse, einer Reserve, die ihren Reihen die Verstärkung und Ablösung durch junge Kräfte sichert, einer Vorschule, die die junge Arbeitergeneration für die KP erzieht, und einer Organisation, um die Massen der arbeitenden Jugend in den Kampf um den Kommunismus zu führen. Die allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Arbeiterklasse, wie die besondere Lage der Arbeiterjugend im Kapitalismus, führen diese selbst zur aktiven Anteilnahme am Klassenkampfe des Proletariats und fordern von ihr im Rahmen der Erfüllung der allgemeinen proletarischen Kampfaufgaben auch einen besonderen Kampf für die Umwälzung der Bedingungen ihrer eigenen Arbeit und ihrer Erziehung. Die physischen und geistigen Eigenarten der Jugend erfordern ihre Erziehung und ihre Arbeit in besonderen Organisationen, die die Möglichkeiten der vollen Entfaltung ihrer Initiative und Selbständigkeit sichern. Alle diese Umstände machen die Bildung eines kommunistischen Jugendverbandes in jedem Lande notwendig.

Nur ein kommunistischer Jugendverband kann in der heutigen Epoche der Weltrevolution die Aufgabe erfüllen, die Klassenorganisation der Arbeiterjugend zu sein. In der Auffassung über die Rolle der Jugend und Jugendorganisationen überhaupt bestehen zwischen den Kommunisten einerseits und der Sozialdemokratie und dem Bürgertum andererseits grundsätzliche Unterschiede. Zwischen Bürgertum und Sozialdemokratie gibt es hierbei einige unwesentliche Schattierungen, aber in der Grundauffassung stimmen sie überein. Die Sozialdemokratie räumt den Jugendorganisationen meist nur die Rolle der „reinen“ Erziehungs – und Kulturorganisation ein. Sie verwirft ihre aktive Beteiligung am politischen, d.h., am Klasenkampfe, sie will ihr darin weder allgemeine noch besondere Aufgaben zuerkennen. Sie erklärt, dass die Jugend zur aktiven Beteiligung am politischen Kampfe unreif ist. Die Sozialdemokratie hat an die Stelle des Klassenkampfes die Klassenzusammenarbeit gesetzt und sie sucht daher auch die Arbeiterjugend im Sinne des Klassenfriedens zu erziehen.

Der Faschismus und die faschistischen Organisationen treten offen für die anti-proletarische militärische Erziehung und für die Tätigkeit ihrer Jugendorganisationen als Gewalttruppen ein. Aber soweit die bürgerlichen Jugendorganisationen nicht rein militärische und offene Kampforganisationen sind, erklären auch sie, dass sie die aktive Beteiligung der Jugend am politischen Kampfe ablehnen. In Wirklichkeit ist das nur ein Deckmantel. Die Grundlage dieser „Theorie“ und das Kennzeichen dieser Methode, die für die angebliche „Erziehung“ angewendet wird, ist ähnlich wie in dem gesamten bürgerlichen Schul – und Erziehungssystem, die Verhüllung des wahren Wesens der Klassenteilung und Klassenherrschaft in der kapitalistischen Gesellschaft und die Arbeit für „Volksgemeinschaft“, das „Vaterland“ usw., d.h., für die Bourgeoisie. Die falschen lügnerischen Schlagworte der bürgerlichen und sozialdemokratischen Jugendorganisationen stehen im schreienden Widerspruch zur realen Wirklichkeit der Klassengesellschaft und des Klassenkampfes und zur wahren Rolle dieser Organisationen als Diener der Bourgeoisie.

Die Sozialdemokratie wünscht nicht, dass die Arbeiterjugend sich mit den wirklichen Zuständen der Klassengesellschaft und mit den harten Tatsachen des Klassenkampfes vertraut macht. Sie will verhindern, dass die Jugendlichen zu bewussten Klassenkämpfern heranwachsen und will sie ganz in den Bann der Klassengemeinschaftspolitik ziehen. Dem entspricht auch, dass die Sozialdemokratie das Geschwätz von der „Jugend“ überhaupt, ohne Unterschied der Klassen, unterstützt, was nur die Tatsache ihrer Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Organisationen verschleiern soll. Dementsprechend stellen die Sozialdemokraten ihren Jugendorganisationen auch die utopische und kleinbürgerliche Aufgabe, der Schaffung des „neuen Menschen“ durch Kulturarbeit in den Jugendorganisationen noch innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft, d.h., losgelöst von jeder Beziehung zur Klassengesellschaft und zur Wirklichkeit überhaupt. Tatsächlich aber wird von diesen Organisationen eine kleinbürgerliche Erziehungsarbeit mit bestimmter politischer Richtung geleistet, die die Jugend zu Sozialdemokraten, d.h., zu Helfershelfern der Bourgeoisie, machen und vom Klassenkampfe ablenken soll.

Der KJV verwirft entschieden die heuchlerische Losung der Bourgeoisie und der Sozialdemokratie: die Jugend müsse außerhalb der Politik stehen. Die energische Beteiligung der Arbeiterjugend, die in der gesellschaftlichen Produktion ein wichtiger Faktor ist, an dem politischen Kampfe ihrer Klassen bedeutet einen mächtigen Kräftezuwachs für den proletarischen Klassenkampf und ist die Grundlage der kommunistischen Erziehung der Jungarbeiterschaft.

Der KJV ist eine politische Organisation. Der KJV ist eine Organisation der Kampferziehung. Seine Weltanschauung, die Anschauung des Marxismus – Leninismus, erlaubt keine Trennung von Theorie und Praxis, sie sieht keinen Gegensatz zwischen Erziehung und Kampf. Die Grundlage der kommunistischen Erziehung ist der Kampf.

Die allgemeine Aufgabe der Jungkommunisten ist es, „den Kommunismus zu lernen“ (Lenin). Der KJV ist die Schule des Kommunismus für die werktätige Jugend, aber die heranwachsende junge Generation kann den Kommunismus nur lernen, „indem sie jeden Schritt in ihrer Erziehung und Bildung mit dem nimmer stillestehenden Kampfe des Proletariats und der arbeitenden Massen gegen die alte ausbeuterische Gesellschaft verbindet … Die Grundlage der kommunistischen Sittlichkeit besteht in dem Kampfe um die Festigung und Vollendung des Kommunismus. Und hierin besteht die Grundlage der kommunistischen Erziehung, der kommunistischen Bildung und Lehrmethoden. Das ist die Antwort auf die Frage, wie man den Kommunismus lernen muss“ (Lenin).

Dieser Kampf ist die organisierte Teilnahme des KJV am allgemeinen Klassenkampf des Proletariats und der Werktätigen und in seinem Rahmen die Vertretung und Verfechtung der besonderen Forderungen, und um die Interessen der arbeitenden Jugend auf allen Gebieten ihres Lebens und Kampfes, vor allem der Kampf gegen den Militarismus und imperialistischen Krieg und für die wirtschaftlichen Forderungen der Arbeiterjugend.

Der KJV wendet sich gegen die Ideen des „Jugendsyndikalismus“, die den selbständigen und isolierten Kampf der Arbeiterjugend für möglich halten. Der KJV ist ein Teil der gesamten kommunistischen Bewegung. Die KP ist die Führerin der kommunistischen Bewegung und der Arbeiterklasse in ihrer Gesamtheit; eine zweifache Führung, ein Nebeneinanderbestehen von zwei kommunistischen Parteien kann es nicht geben. Der KJV, der organisatorisch selbständig ist, arbeitet unter der Leitung der KP und KI und anerkennt das Programm und die Taktik der KI und der KP. Der KJV unterordnet sich den Weisungen der KP und der KI als der obersten Instanz der kommunistischen Weltbewegung.

Dem Wesen des KJV als Massenschule des Kommunismus der arbeitenden Jugend entspricht, dass nicht jedes Mitglied des KJV damit auch schon Mitglied der KP ist. Der KJV nennt sich „kommunistisch“ eben deshalb, weil er, wenn auch formal keine Parteiorganisation, dennoch eine kommunistische Organisation ist. Seinem Wesen als kommunistische Erziehungsorganisation entspricht, dass der KJV keineswegs einer „jungen“ KP gleichen darf. Seine Erziehungsaufgaben und sein Wesen als Erziehungsorganisation begründen eine Verschiedenheit in den Methoden und einzelnen Aufgaben gegenüber jenen der Partei und geben der Tätigkeit des Verbandes einen bestimmten jugendmäßigen (der Jugend angepassten und der Jugend verständlichen) Charakter.

Der KJV ist keine Organisation der „Ausgewählten“, er ist eine Massenorganisation. Seine Aufgabe ist es nicht nur, die fortgeschrittenen Elemente, sondern die breiten Massen der arbeitenden Jugend in seinen Reihen organisatorisch zu erfassen. Und über die organisatorische Erfassung hinaus muss der KJV durch verschiedene Mittel (Agitation und Propaganda, Presse, Aktionen, verschiedene Hilfsorganisationen usw. ) seinen Einfluss und seine Führung auf die Massen erstrecken. Er muss danach streben, die Mehrheit der Arbeiterjugend und der anderen entscheidenden Schichten der werktätigen Jugend zu erobern. Das ist eine der unerlässlichen Bedingungen des Kampfes um die Diktatur des Proletariats. Noch mehr betont wird der Massencharakter des Verbandes unter den Bedingungen der proletarischen Diktatur. Dann hat der KJV die Aufgabe, die gesamte Arbeiterjugend und die besten Teile der werktätigen Jugend überhaupt in seinen Reihen zu organisieren.

Unter allen Bedingungen ist der KJV als kommunistische Erziehungsorganisation und Vorschule der Partei eine bedeutend breitere Organisation als die Kommunistische Partei. Seine Reihen stehen unter legalen Verhältnissen jedem jungen Arbeiter und jeder jungen Arbeiterin offen. Der KJV soll daher streben, in zahlenmäßiger Stärke die KP zu übertreffen. Auch ist der KJV in Bezug auf seine soziale Zusammensetzung breiter eingestellt, weil er als Erziehungsorganisation mehr als die Partei streben kann und muss, halbproletarische und andere werktätige Elemente in Stadt und Land in seinen Reihen zu erziehen.

Der KJV ist seiner politischen Rolle nach eine Organisation der Arbeiterjugend in Stadt und Land. Deswegen strebt der KJV danach, den Arbeiterelementen die führende Rolle im Verband zu geben und in den Ländern mit einer Industriearbeiterschaft die Mehrheit seiner Mitglieder aus der Arbeiterjugend zu gewinnen. Diese proletarische Mehrheit des Verbandes soll insbesondere im Kader (Funktionärstamm) gesichert sein. Unter Wahrung der Führerrolle des proletarischen Elements ist der KJV bestrebt, die werktätige Jugend auch anderer Schichten in die Reihen des Verbandes zu ziehen, so den revolutionären Teil der Jugend der armen Bauern. Weiter nimmt der KJV auch einzelne Elemente aus der Jugend des proletarisierten Kleinbürgertums und der Mittelbauern auf, die durch ihre Tätigkeit ihre Hingabe an die Revolution beweisen. Erst unter der proletarischen Diktatur, sobald die Aufgabe gegenüber der Mittelbauernschaft nicht mehr Neutralisierung, sondern das Bündnis ist, kann der KJV in breiterem Ausmaße Mitglieder aus den Reihen der Mittelbauernschaft aufnehmen. Wenn der KJV auch nur einzelne erprobte Elemente aus den kleinbürgerlichen Mittelschichten aufnimmt, so muss er doch unter ihnen einschließlich der studierenden Jugend der Mittelschichten (Dem Studententum) eine bestimmte Arbeit zu ihrer Beeinflussung führen.

Ist der KJV eine Massenorganisation, so schließt das doch nicht die Zweckmäßigkeit des Bestehens parteiloser Massenorganisationen der Arbeiterjugend und der arbeitenden Jugend überhaupt aus. Gerade um die Massen zu erobern und den KJV selbst zur Massenorganisation zu entwickeln, ist unter bestimmten Verhältnissen auch die Gründung solcher besonderen Organisationen der Jugend für besondere Gebiete und Aufgaben notwendig. Diese Hilfsorganisationen sind eine Art „Transmissionsriemen“, die den KJV enger mit den Massen verbinden. Sie können selbständige Organisationen sein oder im Anschluss und im Rahmen von Massenorganisationen der gesamten Arbeiterschaft gebildet werden ( Organisationen vom Typus der Roten Jugendfront, besondere Formen der gewerkschaftlichen Organisation der Jugend – Jugendkommissionen oder Jugendsektionen - Sportorganisationen, proletarische Freidenkerorganisationen, kulturelle Organisationen verschiedenen Typus, Bauernjugendorganisationen usw.). Die Bildung solcher besonderen Jugendorganisationen oder Organisationen in oder bei bestehenden Massenorganisationen der gesamten Arbeiterschaft (Gewerkschaften, Sportorganisationen, Roter Frontkämpferbund usw.) darf nicht eine Trennung der Jugendlichen von den erwachsenen Arbeitern herbeiführen. Die Hilfsorganisationen beeinträchtigen das Leben des KJV als Massenorganisation und Führer der gesamten arbeitenden Jugend nicht; der KJV strebt, über sie die tatsächliche Führung (durch Fraktionen, Abkommen, Zusammenarbeit usw.) zu erlangen und die in ihnen organisierten Jugendlichen für den KJV zu gewinnen. Das grundlegende Ziel und der Zweck der Arbeit in solchen Hilfsorganisationen ist die Entwicklung des KJV selbst zu der Massenorganisation der gesamten arbeitenden Jugend.

Die konkreten Aufgaben des KJV in der Arbeit der Partei bestehen in einer unermüdlichen Agitation für die Kampfziele der KI, in der Unterstützung der KP bei ihrer gesamten täglichen Arbeit und in ihrem Kampf, in seiner Teilnahme an allen revolutionären Aktionen des Proletariats, Besprechung und Klarlegung der aktuellen politischen Ereignisse und der nächsten Aufgaben des proletariats und seiner aktiven Beteiligung an den Parteidiskussionen. Der KJV lehnt die Theorie der „Neutralität“ des Jugendverbandes im politischen Kampf innerhalb der Partei ab. Die Beteiligung des KJV an dem gesamten Leben der Partei dient gleichzeitig sowohl dem Zweck der Stärkung der Parteiarbeit wie der Aufgabe der Erziehung der Mitglieder des KJV zu Mitgliedern der Partei. Die politische Aktivität darf nicht nur auf die oberen Funktionärkader des KJV beschränkt bleiben, sondern muss die gesamte Organisation durchdringen.

Zwischen der Beteiligung des KJV am Parteileben und den besonderen Jugendaufgaben besteht kein Gegensatz. Der KJV führt vielmehr seinen Kampf um die besonderen Forderungen, Losungen und Ziele der Arbeiterjugend als einen Teil des gesamten kommunistischen Kampfes, als einen Teil der allgemeinen politischen Tätigkeit. Der KJV begnügt sich aber nicht damit, die allgemeinen politischen Fragen in die Massen der arbeitenden Jugend zu bringen. Er untersucht, wie sich die allgemeinen politischen Momente auf die Jugend auswirken, und leitet aus ihnen die konkreten politischen, militärischen und kulturellen Fragen und Forderungen der Arbeiterjugend und der anderen Schichten der werktätigen Jugend ab. In lebendiger Anknüpfung an die großen allgemein-politischen Fragen, die die ganze Arbeitermasse und die Werktätigen überhaupt berühren, entwickelt so der KJV eine „Jugendpolitik“, einen besonderen Kampf in den Jugendfragen. Seine Hauptaufmerksamkeit wendet er dem Kampf gegen den Militarismus und imperialistischen Kireg und für die wirtschaftlichen Forderungen der Jugend zu.

Unermüdlich kämpft der KJV für die unmittelbaren Teilforderungen der Arbeiterjugend und armen Bauernjugend, der Soldaten und Matrosen, der werktätigen Massen in den Kolonien, indem er seine Forderungen auf das Engste mit dem Kampf um die allgemeinen politischen Losungen des Kommunismus und die Endziele verbindet. So benutzt er sie zur Sammlung der Massen der Arbeiterjugend, zu ihrer Mobilisierung für die revolutionären Kämpfe um die kommunistischen Losungen. So kämpft der KJV gemeinsam mit der KP gegen alle Ausnahmegesetze für Lehrlinge, Jugendliche und Jugendorganisationen der Werktätigen, die sie in ihren politischen und wirtschaftlichen Rechten beschränken, und für das volle Recht der Versammlung, Presse und der politischen und wirtschaftlichen Organisationsfreiheit der Arbeiter – und Bauernjugend, Soldaten und Matrosen. Er fordert das aktive und passive Wahlrecht in Parlamenten, Gemeinderäten usw. für beide Geschlechter vom 18. Lebensjahr an.

Im Zeitalter des Imperialismus und der Weltrevolution, in dem der Kampf gegen das Weltsystem des Imperialismus und für die Diktatur des Proletariats geführt wird, ist die internationale Organisierung und Leitung des Kampfes der Arbeiterklasse von ausschlaggebender Bedeutung. Auch für die Arbeiterjugend besteht daher die dringende Notwendigkeit, sich in die internationale Kampffront einzureihen, wie auch ihre eigenen Anstrengungen und Kämpfe im Rahmen des proletarischen Klassenkampfes international zusammenfassen und zu leiten. Daher schließen sich die KJ V aller Länder zur Kommunistischen Jugendinternationale zusammen, die selbst ein Teil der Weltpartei des Kommunismus, der Kommunistischen Internationale ist.







GRUNDSÄTZE DES ORGANISATORISCHEN AUFBAUS





Der organisatorische Aufbau der kommunistischen Jugendorganisationen entspricht ihrer revolutionären Rolle und ihren Aufgaben im Klassenkampf. Die sozialdemokratischen Organisationen, die schon in der Vorkriegszeit auf die revolutionären Methoden des Klassenkampfes verzichtet haben, schufen einen Aufbau der Organisation, der der reformistischen Einstellung und besonders den Parlamentswahlen angepasst ist und daher die Mitglieder nach ihrem Wohnort zusammenfasst. Diese Organisationsform sichert nicht die führende Rolle des Arbeiterkerns, ist nicht geeignet, für die Entfesselung und Führung revolutionärer Massenkämpfe. Der gesamten Einstellung der Reformisten entspricht es auch, dass der Aufbau der sozialdemokratischen Organisationen nicht auf der Grundlage des Zentralismus und der straffen Disziplin beruht und zu gleicher Zeit auch die Entwicklung der innerparteilichen Demokratie nicht fördert. Der Kommunistische Jugendverband bricht entschieden mit diesen Formen und schafft eine Organisation, die fähig ist, die breitesten Massen der arbeitenden Jugend zusammenzufassen und sie in den Kampf zu führen, sowie den Arbeiterelementen im Verband die führende Rolle zu sichern. Die Grundlage des KJV bilden daher die Betriebszellen, die die Verbandsmitglieder nach ihrer Arbeitsstelle zusammenfassen und alle Aufgaben der Grundeinheit der Organisation des Verbandes sowohl in Bezug auf die Arbeit unter den Massen wie auch innerhalb der Organisation erfüllen. Die Mitglieder des KJV, die wegen ihrer Arbeitsverhältnisse nicht in Betriebszellen zusammengefasst werden können, werden in Straßenzellen organisiert. Auch die Straßenzellen sind Grundeinheiten der Verbandsorganisationen, aber das Schwergewicht und die Hauptrolle liegt bei den Betriebszellen.

Die Organisation der Kommunistischen Jugendverbände ist gemäß den Grundsätzen des demokratischen Zentralismus aufgebaut. Sie verbindet die größtmögliche Selbsttätigkeit und Aktivität der Mitglieder der Organisation mit strenger Disziplin. Innere Verbandsdemokratie bewirkt, dass alle Mitglieder an dem Leben des Verbandes teilnehmen und an der Bestimmung seiner Richtlinien mitwirken. Dies erfolgt (soweit es nicht strenge Illegalität unmöglich macht ) durch Wahl der leitenden Körperschaften. Abhaltung breiter Verbandskonferenzen und Kongresse, durch Führung von Diskussionen über bestimmte Fragen zur Vorbereitung der Beschlussfassung durch den Verband. Die unteren Körperschaften unterordnen sich nicht höheren, die Führung im Verband ist streng zentralisiert und alle Mitglieder sind verpflichtet, die Beschlüsse der Organisation durchzuführen und ihre Pflicht ihr gegenüber zu erfüllen. Nur als eine streng zentralisierte Organisation kann der KJV in Gemeinschaft mit der KP einen revolutionären Kampf für die Interessen der Arbeiterjugend und für die allgemeinen Ziele des Kommunismus führen. Die proletarische Demokratie, die in den KJVs herrscht, steht in schroffem Gegensatz zur Herrschaft der Bürokratie in den sozialdemokratischen Organisationen.

Obwohl der KJV organisatorisch selbständig ist, besteht zwischen ihm und der KP die engste organisatorische Verbindung. Diese wird hergestellt durch die gegenseitige Vertretung auf allen Stufen der Organisation. Um die Führung des KJV durch die Partei zu sichern, ist das Bestehen eines genügenden Parteikerns im KJV notwendig. Dies wird vor allem dadurch erreicht, dass die überwiegende Mehrheit der Funktionäre (Kaders) als Mitglieder der KP angehören.

Der KJV sichert gemäß seiner politischen Rolle und seines sozialen Wesens als Organisation der Arbeiterjugend die führende Rolle des Arbeiterkerns und mit Ausnahme der Länder ohne Industrie die Arbeitermehrheit im Verbande. Besonders in den kolonialen Ländern mit zahlreicher Bauernschaft ist es von entscheidender Bedeutung, die führende Rolle des Arbeiterkerns in den leitenden Stellen des Verbandes zu sichern.

Um seinen führenden Einfluss auf die Jugend in den Massenorganisationen der Arbeiterschaft und arbeitenden Jugnd zu erstrecken (in Gewerkschaften, Sportverbänden, verschiedenen Hilfsorganisationen usw. ) fasst der KJV seine Mitglieder in diesen Organisationen zu Fraktionen des KJV zusammen. Die Fraktionen sind das Sprachrohr und wichtigste Instrument des KJV in diesen Organisationen. In den KJV- Fraktionen herrscht strengste Disziplin, die hier um so notwendiger ist, als die Fraktionen in parteiloser oder gar feindlicher Umgebung arbeiten. Die Fraktionen sind voll der Führung der Organisation des KJV untergeordnet.

Der KJV begrenzt seine Tätigkeit nicht durch den Rahmen der „Legalität“, die ihm die Bourgeoisie gewährt. Der KJV ist in seinem Kampf gegen den Kapitalismus stets gezwungen, seine offene legale Tätigkeit mit illegaler und halblegaler Arbeit zu verbinden und daher in der Lage, die Schranken zu übersteigen, die ihm die bürgerliche Legalität setzt.

Der KJV ist sich stets dessen bewusst, dass er von allen Seiten von Feinden umgeben ist und dass stets der Moment kommen kann, wo die Bourgeoisie ihn in die Illegalität drängt. Er bereitet sich daher technisch und politisch auf diese Möglichkeit vor und schafft sich auch unter legalen Umständen einen illegalen organisatorischen Apparat, der eine der grundlegenden Voraussetzungen dafür ist, dass der Verband im Falle einer aufgezwungenen Illegalität seine Arbeit fortsetzen kann. Auch in der Illegalität muss der KJV eine Massenorganisation bleiben, d.h., er darf den Kontakt mit den Massen und den führenden Einfluss auf sie nicht verlieren. Zu diesem Zwecke schafft er verschiedene legale, darunter auch politische Organisationen der arbeitenden Jugend. Aber diese Organisationen betrachtet der KJV nur als legale Arbeitsformen des illegalen KJV . Die Hauptaufgabe ist die Sicherung der Führung und die Entwicklung des KJV selbst. Selbst der stärkste Druck des kapitalistischen Terrors, die Auflösung aller legalen Jugendorganisationen kann nicht verhindern, dass der KJV selbst unter den Massen weiter arbeitet und unermüdlich für seine Ziele wirkt.

Die Kommunistische Jugendinternationale ist im Gegensatz zur Sozialdemokratischen Jugendinternationale, die nur eine lockere Föderation ist, auf den Grundsätzen des internationalen Zentralismus aufgebaut. Ihre Beschlüsse sind für die nationalen Sektionen höchstes Gesetz, denn die K J I stellt einen einheitlichen internationalen kommunistischen Jugendverband dar.









DIE STELLUNG DES KJV ZUM KRIEGE



- SEINE REVOLUTIONÄRE ANTI- MILITARISTISCHE ARBEIT





Der Militarismus bildet einen der stärksten und wichtigsten Bestandteile der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Auf der imperialistischen Entwicklungsstufe des Kapitalismus wächst der Militarismus zu gewaltigen, bisher nie gekannten Ausmaßen an und sucht durch das ausgedehnte Netz seiner Organisationen unmittelbar oder mittelbar die gesamte Bevölkerung zu erfassen. Der Militarismus beschränkt sich nicht darauf, militärische Formationen zu schaffen, sondern ist bestrebt, das ganze Leben der Bevölkerung zu militarisieren und seinen Zwecken dienstbar zu machen. Der Militarismus dient einem zweifachen Zwecke: einerseits findet er seine Anwendung als Waffe gegen die Werktätigen im eigenen Lande, gegen die unterdrückten Kolonialvölker und gegen die Sozialistischen Sowjetrepubliken, andererseits gegen die imperialistischen Konkurrenten.

In der Epoche der Weltrevolution wendet sich der Militarismus offener als jemals gegen die Arbeiterklasse und die unterdrückten Kolonialvölker, insbesondere wird er ein Kampfmittel gegen die Sowjetunion und ein Werkzeug des weißen Terrors. Eine Reihe von Reorganisationsmaßregeln werden von der Bourgeoisie durchgeführt, um die kapitalistische Armee den Aufgaben der neuen Epoche anzupassen. Immer mehr gehen die imperialistischen Staaten dazu über, die Zahl der einberufenen Soldaten in Friedenszeiten zu verringern, die Zahl der im Solde stehenden Berufssoldaten (Kaders) zu vergrößern und dafür ein umfangreiches System von Reserven und zur Militarisierung der gesamten Bevölkerung zu schaffen. Dadurch sollen die imperialistischen Armeen beweglicher, gebrauchsfähiger gegen die werktätigen Massen und mächtiger gemacht werden. In die Vorbereitung der imperialistischen Kriege wird jetzt auch die gesamte Zivilbevölkerung einbezogen.

Die Bekämpfung des Militarismus stellt daher den Kampf gegen eines der machtvollsten Werkzeuge der Klassenherrschaft der Bourgeoisie dar. Es ist die große Masse der werktätigen Jugend in Stadt und Land, aus deren Reihen der Militarismus seine Opfer presst, das Menschenmaterial, mit dem er Heere und Schlachtfelder füllt. Sie sucht der Militarismus bereits vom frühen Kindesalter an zu vergiften und ideologisch und organisatorisch in seinen Bannkreis zu ziehen. Daher ist es vor allem Aufgabe der KJVs, einen unermüdlichen Kampf gegen den Militarismus zu führen und eine energische anti-militaristische Tätigkeit in den Massen der Arbeiter – und Bauernjugend, innerhalb und außerhalb der Armee zu entfalten.

Die Sozialdemokratie hat besonders in der Frage des Militarismus ihren Übergang in das Lager des Bürgertums bewiesen. Nach ihrem großen Verrat im imperialistischen Weltkriege kämpft sie heute nicht nur nicht gegen den Militarismus, sondern sie unterstützt ihn tatkräftig. Trotz des Gebrauchs heuchlerischer pazifistischer Phrasen ist diese Unterstützung immer offener geworden. Die Sozialdemokratie bekennt sich unverhüllt zum Prinzip der Verteidigung des bürgerlichen Vaterlandes und damit zur Notwendigkeit des Militarismus; ja sie nimmt an seiner Stärkung und an seiner Reorganisierung aktiven Anteil. Die Sozialistische Jugendinternationale und die sozialistischen Jugendorganisationen teilen vollständig diese Politik der sozialdemokratischen Parteien und ergänzen sie noch durch die betrügerischen Lehren von der „Bekämpfung“ und „Überwindung“ des Krieges durch Erziehung der Kinder und Jugend der Arbeiterklasse im pazifistischen Geiste.

Vor den Massen gebraucht die Sozialdemokratie als Deckmantel gemeinsam mit kleinbürgerlichen und bürgerlichen Kreisen, ja, mit den bürgerlichen Regierungen selbst, verschiedene Abstufungen des Pazifismus. Der Pazifismus, der alle Kriege und jede Anwendung bewaffneter Gewalt abzulehnen vorgibt und der behauptet, dieses Ziel auf friedlichem, allmählichen Wege durch Abrüstung und geistige Gewinnung der Menschen ohne Rücksicht auf die Klassen und ohne Beseitigung der kapitalistischen Gesellschaft erreichen zu können, ist eine hoffnungslose Utopie und ein Betrug der werktätigen Massen. Er wird von der Bourgeoisie und ihren Helfershelfern als Täuschungsmittel gebraucht, um vor den kriegsmüden Massen die Vorbereitung neuer imperialistischer Kriege zu verschleiern. Kriege wird es stets geben, solange das imperialistische System besteht. Die um die Aufteilung der Welt kämpfende und vor der proletarischen Revolution zitternde Bourgeoisie wird ihre imperialistischen und Bürgerkriege solange führen, bis das siegreiche Proletariat ihr die Waffen entreißt. Imperialistische Friedenskonferenzen und Anti-Kriegspakte werden von den Kapitalisten nur zur Verschleierung der Kriegsrüstungen und imperialistischen Intrigen gebraucht. Der Völkerbund ist ein gefährliches Instrument des kriegslüsternden und beutegierigen Imperialismus der großen Mächte. Der Pazifismus richtet in der Arbeiterklasse dadurch den größten Schaden an, dass er, ohne die Bourgeoisie zu entwaffnen, tatsächlich nur den unterdrückten Klassen die Waffen raubt, ihnen verderbliche Illusionen vorgaukelt und sie den bis an die Zähne bewaffneten Klassenfeinden ausliefert.

Lenin sagte darüber der Jugend:

Eine unterdrückte Klasse, die nicht danach strebt zu lernen, die Waffen zu handhaben und Waffen zu besitzen, würde nur verdienen, dass man sie als Sklaven behandelt. Ohne uns in bürgerliche Pazifisten oder Opportunisten zu verwandeln, dürfen wir nicht vergessen, dass wir in einer Klassengesellschaft leben und dass es daraus keinen anderen Ausweg gibt und geben kann, als den Klassenkampf und die Niederwerfung der Macht der herrschenden Klasse. Unsere Losung muss sein: Bewaffnung des Proletariats, um die Bourgeoisie zu besiegen, zu enteignen, zu entwaffnen. Nur nachdem das Proletariat die Bourgeoisie entwaffnet, kann es, ohne seiner weltgeschichtlichen Auffassung untreu zu werden, alle Waffen auf den Kehrrichthaufen werfen. Und das Proletariat wird dies auch ohne Zweifel tun. Aber erst dann und in keinem Fall früher.“

Die Kommunisten kämpfen für die Errichtung der kommunistischen Gesellschaft und damit für die Abschaffung des bewaffneten Zwanges und des Krieges. Aber solange das kapitalistische System besteht,

können die Sozialisten nicht gegen jeden Krieg sein, ohne damit aufzuhören, Sozialisten zu sein“ (Lenin)

Es ist notwendig, drei Arten des Krieges zu unterscheiden:

a) Kriege, die die imperialistischen Staaten untereinander führen,

b) nationalrevolutionäre Befreiungskriege, vor allem der Kolonien und Halbkolonien.

        c) Kriege der kapitalistischen Gegenrevolution gegen die proletarische Revolution, sowie der kapitalistischen Staaten gegen die Länder, in denen die proletarische Revolution gesiegt hat.

Die Kommunisten sind die Todfeinde des imperialistischen Krieges, sie bekämpfen mit größter Entschlossenheit die imperialistische Kriegsgefahr und den imperialistischen Krieg selbst. Aber sie unterstützen aus allen Kräften die nationalrevolutionären Aufstände und Kriege der unterdrückten Völker, besonders in den Kolonien und Halbkolonien, gegen den Imperialismus. Sie organisieren und führen den revolutionären Krieg der Arbeiterklasse gegen die kapitalistische Gegenrevolution und der Sozialistischen Sowjetrepubliken gegen die imperialistischen Mächte, die ständig den Überfall auf die Sowjetrepubliken zwecks ihrer Vernichtung vorbereiten. Die Kommunisten erklären vor aller Welt, dass der bewaffnete Aufstand des Proletariats gegen die Bourgeoisie notwendig ist, um den Kapitalismus zu stürzen und die proletarische Diktatur aufzurichten. Allein durch den Sieg der proletarischen Waffen, die Bildung der Roten Armee und die bewaffnete Verteidigung der Errungenschaften der Revolution gegen die gegenrevolutionären Versuche der Bourgeoisie wird das Proletariat allmählich zur Werktätigenmiliz übergehen können und schließlich die Menschheit zur klassenlosen Gesellschaft führen, die den Gebrauch der Waffen vergessen wird.

Und wenn auch die Arbeiterklasse zum Schutze der proletarischen Diktatur, die selbst nur eine der Übergangsstufen zur klassenlosen kommunistischen Gesellschaft ohne Krieg darstellt, die Werktätigen bewaffnen und in der Roten Armee organisieren muss, so ist doch diese Rote Armee, ihrer Rolle und ihrem Klassenwesen nach, grund – und wesensverschieden von jeder bürgerlichen Armee. Die Rote Armee ist die bewaffnete Arbeiterklasse im Bunde mit der werktätigen Bauernschaft, die die Herrschaft ihrer eigenen Klasse, die Diktatur des Proletariats und den friedlichen Aufbau des Sozialismus verteidigt. Nur Werktätige haben in ihr die Ehre und das Recht, die Waffen zu tragen. Ihre Kommandeure sind aus derselben Klasse wie die Soldaten, in ihren Reihen herrscht eine freiwillige genossenschaftliche Disziplin, und die Rote Armee ist selbst eines der gewaltigsten Werkzeuge der Erziehung und kulturellen Hebung der werktätigen Massen.

Der KJV sieht eine Hauptaufgabe seines Bestehens in der Bekämpfung des imperialistischen Krieges. Die Kommunisten setzen alles daran, durch Mobilisierung der Massen zu Massenaktionen gegen den Krieg und durch Arbeit innerhalb der Armee selbst imperialistische Kriege zu verhindern. Sollte die Kraft des Proletariats nicht ausreichen, den imperialistischen Krieg zu verhindern, oder hinauszuschieben und kommt es zum imperialistischen Kriege, arbeiten die Kommunisten mit aller Entschiedenheit darauf hin, den imperialistischen Krieg in den Bürgerkrieg umzuwandeln, mit dem Ziel des Sturzes des Imperialismus durch die siegreiche proletarische Revolution.

Die Kommunisten propagieren zur Bekämpfung imperialistischer Kriege durch die Massenaktionen der Arbeiterklasse auch den Massenstreik und den Generalstreik. Doch hängt die Umwandlung der Losung des Generalstreiks aus einer Propagandalosung in eine unmittelbare Aktionslosung von den Umständen ab, da die Kommunisten sich klar darüber sind, dass ein Generalstreik zur Verhinderung des Krieges die Frage der bewaffneten Auseinandersetzung mit dem imperialistischen Staatsapparat und die Frage der Macht auf die Tagesordnung stellt. Deshalb lehnen die Kommunisten auch die heuchlerische Phrase der „linken“ Sozialdemokraten ab, die ohne Vorbereitung in der Armee und in der Masse, ohne Bekämpfung des imperialistischen Krieges, heute, ohne jede Bereitschaft, die Frage der Macht zu stellen, erklären, sie würden den Ausbruch des Krieges mit dem Generalstreik beantworten. Die „linken“ Sozialdemokraten halten damit nur die Arbeiterklasse von der ernsthaften Bekämpfung des imperialistischen Krieges ab, wiegen da in Sicherheit, wo Kampfbereitschaft notwendig ist und unterstützen somit auf das Tatkräftigste die Vorbereitungen der Bourgeoisie zu neuen imperialistischen Kriegen.

Die Kommunisten lehnen die Parole der Vaterlandsverteidigung gegenüber dem kapitalistischen Staate, die eine Billigung des imperialistischen Krieges ist, entschieden ab. Im Gegenteil liegt es im Interesse der Arbeiterklasse jedes Landes, das den imperialistischen Krieg führt, die Niederlage der eigenen Bourgeoisie herbeizuführen, um diese eher zu stürzen und so den imperialistischen Krieg beendigen zu können. Die Kommunisten propagieren also gegenüber dem imperialistischen Krieg den revolutionären Defaitismus. Die Kommunisten agitieren für die Verbrüderung der Soldaten der miteinander kämpfenden imperialistischen Armeen.

Die Kommunisten erklären sich jedoch entschieden für die Verteidigung eines revolutionären, sozialistischen Vaterlandes gegen den Imperialismus. Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken ist das sozialistische Vaterland der Werktätigen der ganzen Welt. Ebenso anerkennen die Kommunisten das revolutionäre Recht und die Pflicht der Verteidigung ihres Landes für die aufständischen unterdrückten Völker der Kolonien und Halbkolonien gegen den Imperialismus. Im Kampfe der imperialistischen Mächte gegen die Sozialistischen Sowjetrepubliken oder gegen eine national-revolutionäre Bewegung der unterdrückten Völker muss die Arbeiterklasse für den Sieg der revolutionären Seite und nicht für die Verbrüderung, sondern für den Übergang der Truppen der imperialistischen Mächte auf die revolutionäre Seite wirken.

Die Kommunisten lehnen die anarcho-syndikalistischen Losungen der individuellen Dienstverweigerung oder des „Militärstreiks“ ab. Sie tun dies im Geiste der Lehre Lenins, der die proletarische Mutter zu ihrem Sohn sprechen lässt:

Du wirst bald groß sein. Man wird dir Waffen geben. Nimm sie und übe dich im Waffenhandwerk. Dieses Wissen ist für den Proletarier notwendig – nicht, um auf deine Brüder, die Arbeiter der anderen Länder zu schießen – , um gegen die Bourgeoisie deines eigenen Landes zu kämpfen, um der Ausbeutung der Armut und den Kriegen nicht mit frommen Wünschen, sondern durch den Sieg über die Bourgeoisie und ihre Entwaffnung eine Ende zu machen.“

Auch der „Boykott des Krieges ist eine dumme Phrase“ (Lenin). Einzelne Militärverweigerungen lösen gerade die revolutionären Elemente der Arbeiterklasse von der Armee los und verhindern dadurch die Beeinflussung der Massen der Werktätigen in der Armee durch revolutionäre Aufklärung und Organisation.

In seinem Kampf gegen das imperialistische System ist das Proletariat bestrebt, die proletarischen und halbproletarischen Elemente der bürgerlichen Armee aufzuklären und auf seine Seite herüberzuziehen und die auf die Arbeiter gerichteten Gewehre der Soldaten von der Arbeiterklasse abzulenken und sie gegen die herrschende Klasse zu kehren. Die Arbeit in der Armee spielt eine besonders wichtige Rolle, denn

nur durch die “Schaffung einer geheimen Organisation von Revolutionären in der Armee“ (Lenin),

das heißt, in erster Linie der kommunistischen Zellen, in Verbindung mit den Massenaktionen der Arbeiterklasse kann der imperialistische Krieg bekämpft und können die Voraussetzungen für den Sieg der proletarischen Revolution überhaupt geschaffen werden.

Der KJV stellt sich gemeinsam mit der KP in seinem anti-militaristischen Kampfe in erster Reihe folgende Aufgaben:

a) Verteidigung der Sowjetunion gegen die Angriffe der Kapitalisten

b) Aktive Beteiligung an dem Befreiungskampfe der unterdrückten Völker gegen den Imperialismus.

      1. Revolutionäre Arbeit durch die Organisierung von Zellen, revolutionären Zirkeln und Gruppen innerhalb der bourgeoisen Armee, d.h., unter den Rekruten im regulären stehenden Heer, den Reservisten, den Okkupations – und Kolonialtruppen sowie den militärischen Vorbereitungsorganisationen, aufklärende Propaganda gegen den Krieg, Militarismus und Verwendung der Armee im Dienste des Kapitalismus.

d) Bekämpfung der durch die Bourgeoisie betriebenen Militarisierung der Jugend.

Diese wird von der Bourgeoisie in den verschiedensten Formen durchgeführt, deren wichtigste die Maßnahmen zur militärischen Vorbereitung der Jugend sind. Während in manchen Fällen die bürgerlich militärische Vorbereitung der Jugend obligatorisch für die gesamte Jugend ist, versucht die Bourgeoisie an anderen Stellen den wahren Charakter der Militarisierung zu verhüllen, indem sie verschiedene so genannte „neutrale“ und „freiwillige“ Organisationen zur militärischen Ausbildung der Jugend schafft oder begünstigt. Meistens wird auch im Falle der freiwilligen Jugendorganisationen auf die Jugendlichen ein wirtschaftlicher und politischer Zwang ausgeübt, um sie zum Eintritt in diese Organisationen zu veranlassen.

Der KJV bekämpft sowohl die obligatorische als auch die freiwillige Form der bürgerlich militärischen Vorbereitung der Jugend, aber nicht im Sinne des Pazifismus, sondern vom Standpunkte des proletarischen Klassenkampfes. Infolgedessen stellt er der bürgerlichen militärischen Vorbereitung die eigene freiwillige militärische Vorbereitung der Arbeiterklasse durch eigene proletarische Organisationen gegenüber. Er gründet diese Stellung auf die Forderung Lenins, für

das Recht, sagen wir, für je 100 Bewohner eines gewissen Landes freie Vereinigungen zu bilden zum Studium des Kriegswesens bei freier Instruktorenwahl und Bezahlung der Instruktoren aus Staatsmitteln usw. Nur unter solchen Bedingungen könnte das Proletariat das Kriegswesen für sich selbst erlernen und nicht für seine Sklavenhalter, und die Interessen des Proletariats fordern unzweifelhaft ein solches Studium.“

Wo die militärische Jugendvorbereitung obligatorisch ist, nimmt der KJV zu ihr eine ähnliche Stellung ein wie zur Armee selbst, von der die Vorbereitung ein Teil ist. Das gilt sowohl für den Eintritt in diese Organisationen als auch für die Zersetzungsarbeit in ihnen. Der KJV sagt den jugendlichen Arbeitern, die zum Dienste in diese organisationen einberufen werden, dass sie hineingehen sollen, um in ihnen Aufklärungs – und Zersetzungsarbeit durchzuführen. Der KJV organisiert diese Arbeit. Der KJV leistet ferner auch in den Freiwilligenorganisationen neben der Bekämpfung von außen eine innere Aufklärungs – und Zersetzungsarbeit. Der Verzicht auf die innere Zersetzungsarbeit in militärischen Vorbereitungs-Jugendorganisationen, d.h., auf die Aufklärungs – und Organisationsarbeit unter den jugendlichen Werktätigen, die sich in diesen Organisationen befinden, ist unzulässig.

e) Kampf für die politischen und wirtschaftlichen Rechte der Soldaten. Während der KJV den Militarismus grundsätzlich bekämpft, unterlässt er es doch keineswegs, ebenso wie für die jugendlichen Arbeiter in Stadt und Land auch für die unmittelbaren Teilforderungen zur Verbesserung der Lage der Soldaten und Matrosen zu kämpfen, indem er den Kampf für Teilforderungen mit dem Kampfe um die Endziele verbindet. So tritt er ein für volle politische und gewerkschaftliche Rechte der Soldaten und Matrosen, für höheren Sold, Urlaub, für das Recht, außerhalb des Dienstes Zivilkleidung zu tragen, für Wahl der Offiziere durch die Soldaten, für Abschaffung der besonderen Militärjustiz, für die Bildung und Anerkennung von besonderen Reservisten-, Soldaten – und Matrosen-Komitees, für die Bildung von Soldatengewerkschaften usw.

Der KJV vertritt auch die Interessen der Berufssoldaten, die durch die Reorganisation der imperialistischen Armee immer größeres Gewicht erhalten. Er versucht, die von dem kapitalistischen System betriebene Spaltung zwischen einberufenen und Berufssoldaten zu überwinden und sie zu einer gemeinsamen Front gegen das imperialistische Heeressystem zusammenzuschließen.

Die Soldaten , Reservisten – und Matrosenkomitees sollen breite Massen der Heeresangehörigen zum Kampfe um die Teilforderungen sammeln und diese Forderungen vertreten; der KJV kämpft für die Legalisierung und Anerkennung dieser Komitees, bildet sie aber auch illegal, wenn sie von den bürgerlichen Behörden nicht anerkannt oder nicht gestattet werden. In der Periode des unmittelbaren Kampfes um die Macht wird die Bildung von Soldatenräten notwendig. Der KJV kämpft auch für die Verkürzung der Militärdienstzeit, indem er diese Forderung mit seinen Endzielen verbindet, klar seine grundsätzliche Stellung zur imperialistischen Armee aufzeigt und so diese Forderung zu einem Hebel der Zersetzung des imperialistischen Heereswesens macht. Die konkrete Form ihrer Forderung und der Moment der Ausgabe einer solchen konkreten Formulierung hängen von verschiedenen Umständen, darunter auch der Massenstimmung von Soldaten und Arbeitern ab.

Der KJV zieht aber scharf den Unterschied zwischen kommunistischen Forderungen der Militärdienstzeitverkürzung und den verschiedenen bürgerlichen und sozialdemokratischen Vorschlägen zur Verkürzung der Dienstzeit. Letztere sind demagogisch und entsprechen in den meisten Fällen direkt den Maßnahmen der Imperialisten zur Reorganisierung der Armee zwecks Erhöhung ihrer Schlagfertigkeit. Der KJV entlarvt und bekämpft solche Vorschläge als Teile der imperialistischen Rüstung, indem er ihnen seine eigenen Forderungen und Grundlosungen entgegenstellt.

f) Kampf gegen die besonderen, von der Bourgeoisie speziell zur Unterdrückung des Proletariats gebildeten militärischen Formationen ( z.B., faschistische Miliz, Heimwehr, Stahlhelm, Reichsbanner, Schutzbund usw.), denen die reaktionären militaristischen und nationalistischen Jugendorganisationen als Reserve dienen. Sie sind gleichzeitig berufen, der Bourgeoisie im Falle eines imperialistischen Krieges als militärischer Kräftezuwachs zu dienen. Der KJV , zusammen mit der KP, kämpft für ihre Entwaffnung und stellt zum Schutz der Arbeiterklasse besondere proletarische Wehrorganisationen auf.

g) Arbeit in der Kriegsindustrie. Die entscheidende Rolle der Industrie im kommenden imperialistischen Kriege erfordert vor allem schon jetzt eine systematische, organisierte Tätigkeit unter den jugendlichen Arbeitern in der Kriegsindustrie (Metall, Chemie, Transport), mit dem Ziele der Gründung von kommunistischen Zellen in dieser Industrie.



Für diese allgemeinen und Teilforderungen, die die K J I gegen den Militarismus aufstellt, führen die KJVs eine umfassende Propaganda und Agitation unter den breiten Massen der Arbeiter – und der gesamten werktätigen Jugend, sowie besonders unter den der Armee angehörigen jugendlichen Werktätigen.







DER KAMPF DES KJV UM DIE WIRTSCHAFTLICHEN FORDERUNGEN



DER ARBEITERJUGEND





Unter der Herrschaft des Kapitalismus ist eine durchgreifende Verbesserung der Lage der Arbeiterjugend unmöglich. Ja, im Zeitabschnitt des Verfalls des Kapitalismus, in dem die Bourgeoisie bestrebt ist, das Lebensniveau des Proletariats und seiner Jugend so tief wie möglich herabzudrücken, bekämpft sie mit allen Kräften auch den kleinsten Versuch seiner Hebung. Die Niedergangsepoche des Imperialismus bringt eine gewaltige Verschlechterung der Lage der Arbeiterjugend. Daher kann die Arbeiterjugend nur mit dem Siege des Proletariats eine durchgreifende Veränderung ihrer Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse erwarten.

Aber das bedeutet nicht, das der KJV in der kapitalistischen Gesellschaft auf den Kampf für die Änderung der Lage und Arbeitsbedingungen der Jugend verzichtet.

Der KJV kämpft schon vor der Übernahme der Macht durch das Proletariat für die Teilforderungen zur Verbesserung der Lage der Arbeiterjugend, ausgehend davon, dass sie ein aktuelles unaufschiebbares Lebensbedürfnis der Massen sind unabhängig davon, ob sie mit der kapitalistischen Profitwirtschaft vereinbar sind oder nicht.

In dem Maße wie dieser Kampf die Lebensnotwendigkeit der Massen den Interessen der kapitalistischen Gesellschaft entgegenstellt, wird die Arbeiterjugend sich dessen bewusst, dass sie ohne die Niederwerfung des Kapitalismus und die Aufrichtung der Diktatur des Proletariats die Erfüllung der Gesamtheit ihrer Forderungen nicht erreichen kann.

Der KJV verteidigt im ernsthaften Kampfe die Teilforderungen und Interessen der Arbeiterjugend, im Gegensatz zu den sozialdemokratischen Jugendorganisationen, die sich der wirtschaftlichen Losungen der Arbeiterjugend nur zu demagogischen Zwecken bedienen, um ihr wahres bürgerliches Wesen zu verschleiern und ihren Einfluss auf die Arbeiterjugend nicht zu verlieren. In Wirklichkeit aber tun sie nichts zur Verbesserung der Lage der Arbeiterjugend. Die sozialistischen Jugendorganisationen sind an der arbeitsgemeinschaftlichen reformistischen Politik der sozialdemokratischen Partei – und Gewerkschaftsbürokratie beteiligt, die die Angriffe des Kapitals auf die Arbeiterklasse erleichtert und ermöglicht. Das drückt sich immer deutlicher in ihrer Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Organisationen auch auf wirtschaftlichem Gebiet aus (z.B., im Reichsausschuss der deutschen Jugendverbände).

Die wichtigsten Teilforderungen der K J I für die jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen sind:

Verbot der Lohnarbeit von Kindern unter 14 Jahren einschließlich der indirekten Lohnarbeit in der Heimindustrie und in der Landwirtschaft.

Obligatorische Berufsausbildung für Jugendliche bis zum 16. Lebensjahre in Betriebsschulen bei voller Bezahlung. Die Betriebsschulen sollen umfassen. a) Lehrlingsabteilung oder Lehrwerkstätten im Betriebe; b) theoretischen Unterricht und körperliche Ausbildung; Lehrlingsarbeit im Betriebe selbst als Teil des Schulungsprogrammes. Tarifliche Regelung aller Lehr – und Arbeitsfragen in diesen Betriebsschulen und Kontrolle durch die Arbeiterschaft (Gewerkschaften, Betriebsräte, Jugendvertrauensleute).

Auf diese Weise Verlängerung der Erziehung der Jugend über das heutige Schulalter bis zu 18 Jahren oder mindestens bis zu 16 Jahren in den Betriebsschulen.

Maximalarbeitstag von sechs Stunden für Jugendliche bis 18 Jahren, Vierstunddentag für Jugendliche von 14 bis 16 Jahren.

Bei Einführung des Sechs – und Vierstundentages Entlohnung wie für volle acht Stunden.Kampf gegen die niedrigen Jugendlöhne, für höherer Löhne. Festsetzung von Mindestlöhnen mit dem Existenzminimum als niedrigster Stufe.

Für alle Jugendlichen und erwachsenen Arbeiter beiderlei Geschlechts gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Fortschreitende Steigerung der Lehrlingslöhne im Laufe der Lehrzeit.

44 stündige Sonntagsruhe.

Abschaffung der Hetzsysteme und der Akkordarbeit, die dem jugendlichen Organismus schädlich sind.Bezahlter Vierwochenurlaub im Jahre für alle Jugendlichen bis zu 18 Jahren und Ermöglichung des kostenlosen Aufenthalts der Jugendlichen in Ferienheimen, Sanatorien usw.

Verbot der Nachtarbeit für Jugendliche bis zu 20 Jahren.

Verbot der Beschäftigung von Jugendlichen bis zu 20 Jahren in Gewerben und Betrieben und zu Arbeiten, die gesundheitsschädlich oder für die Jugend zu schwer sind (Glasbläsereien, Untertagsarbeit in Bergwerken, bestimmte Zweige der chemischen Industrie usw.).

Besonderer Arbeitsschutz für Mädchen.

Ausreichende und häufige Ruhepausen bei der Arbeit im rationalisierten Betrieb.

Einführung bzw. Ausbau der Sozialversicherung unter Kontrolle der Arbeiter und auf Kosten der Unternehmer und des Staates.

Gegen die Strafsysteme (Geldstrafen und Züchtigungen).

Für jugendliche Arbeitslose Arbeit und Ausbildung. Einstellung der jugendlichen Arbeitslosen in Betrieben und Werkstätten bei Sicherung der Fortsetzung der Berufsausbildung und voller tariflicher Bezahlung. Sonst ausreichende Arbeitslosenunterstützung in der Höhe des Existenzminimums.



Für das Lehrlingswesen:

Abschaffung der individuellen Lehrverträge und Einbeziehung der Lehrlinge in die Kollektivverträge.

Verbot der Lehrlingszüchterei durch scharfe Bestimmungen über das Recht, Lehrlinge zu halten (Höchstzahl der Lehrlinge auf eine bestimmte Zahl von Arbeitern, strenge Bestrafung von Misshandlungen, Übertretungen der Arbeitszeit und der Jugendschutzgesetze).

Schaffung von Sammellehrwerkstätten für eine Reihe von Handwerks – und Kleinbetrieben, in denen ein Teil der Arbeitszeit verbracht wird.

Verbot der Beschäftigung von Lehrlingen mit nicht berufsmäßigen Arbeiten, Verbot des Kost – und Logierzwanges.

Umgestaltung des bestehenden Berufschulwesens im Sinne seiner Verbindung mit der Produktion. Mitbestimmung der Lehrlinge (Schüler) durch von ihnen gewählte Räte in den Lehrwerkstätten, Betriebsschulen und Fortbildungsschulen an der Gestaltung des Unterrichts, der Schulverwaltung usw.

Strenge Kontrolle des gesamten Berufsausbildungs – und Lehrlingswesens durch die Organe der Arbeiterschaft. Gewerkschaften, Betriebsräte, Betriebsvertrauensleute dedr Jugend usw.

Gleiche Lehrrechte für Jungen und Mädchen.

Der KJV fordert weiter aktives und passives Wahlrecht der Jugendlichen, sobald sie in der Produktion stehen, zu den Betriebsräten.

Wann und wo der KJV die eine oder andere Forderung als konkrete Kampflosung aufstellt, hängt von den Umständen des Landes, der Lage, der Stimmung der Arbeiterjugend und dem Einfluss des Verbandes, dem Reifegrad des Klassenkampfes usw. ab.

Ausgehend von den in einzelnen Ländern gegebenen besonderen Verhältnissen in der Lage der Arbeiterjugend ergänzen die KJVs diese Forderungen gemäß den Umständen für bestimmte Industriezweige, für eine bestimmte Bewegung, für einzelne Bezirke und Betriebe. So verlangt der KJV , obwohl er für die Einführung oder Verlängerung einer wirklichen gründlichen Berufsausbildung ist, in konkreten Fällen eine Verkürzung der kapitalistischen Lehrzeit bis zu zwei Jahren. Desgleichen steht die Frage des Arbeitstages für Lehrlinge und jugendliche Arbeiter nicht in allen Ländern gleich; dort z.B., wor Fortbildungs – und Berufsausbildungsschulen bestehen, muss der KJV für die Einrechung der Schulzeit in die Arbeitszeit und für ihre volle Bezahlung als eines Teles desselben eintreten usw. Die Aufgabe des KJV ist es auch, an der gestaltung der Traifverträge, soweit sie die Juigendlichen betreffen, in allen Einzelheiten teilzunehmen. Der KJV setzt sich selbst für die geringfügigsten Forderungen der Jugendlichen eines Betriebes ein.

Das Schicksal der Arbeiterjugend ist mit dem der ganzen Arbeiterklasse unlöslich verbunden. Der wirtschaftliche Kampf der Arbeiterjugend kann nur von Erfolg gekrönt sein, wenn er gemeinsam mit dem Kampfe der erwachsenen Arbeiter erfolgt und von ihrer Seite volle Unterstützung erhält. Die erwachsene Arbeiterschaft muss der kämpfenden Jugend diese Unterstützung gewähren, da die Interessen der Arbeiterjugend Interessen des Gesamtproletariats sind und ihre eigenen unmittelbaren Interessen in den wirtschaftlichen Kämpfen der Arbeiterjugend auf dem Spiele stehen.

Gleichfalls muss die Arbeiterjugend und ihr Führer, der KJV, an allen Kämpfen der Arbeiterklasse gegen das Kapital, für ihre Teilforderungen aktiven Anteil nehmen. Der KJV verwirft entschieden den reformistischen Standpunkt, der besagt, dass Lehrlinge und jugendliche Arbeiter nicht in die Arbeitskämpfe einbezogen werden dürfen, ein Standpunkt, der die Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter in Wirklichkeit zu Streikbrechern herabdrückt. Jugendliche Arbeiter und Lehrlinge müssen an Streiks und anderen Kämpfen der Arbeiterschaft ihres Betriebes und ihrer Industrie, sowie der gesamten Arbeiterklasse gleichberechtigt teilnehmen. Dementsprechend muss die Arbeiterjugend ihre Vertretung in den Kampforganen der Arbeiterklasse während der Arbeitskämpfe haben.

Da der Kampf der Arbeiterjugend für ihre wirtschaftlichen Forderungen nur ein Teil des Kampfes der gesamten Arbeiterschaft ist, so stellt sich der KJV nicht die Aufgabe, diesen Kampf allein durchzuführen. Er muss dazu die Hilfe der erwachsenen Arbeiterschaft und in erster Linie der Gewerkschaften anstreben. Wohl strebt der KJV danach, zusammen mit der KP und im Rahmen des Gesamtkampfes die Führung der kämpfenden Arbeiterjugend zu erlangen, doch kann in der Regel der KJV selbst nicht allein der Träger dieses Kampfes gegen das Kapital sein.

Fälle selbständiger Aktionen der Jugend sind jedoch insbesondere bei Sabotage der reformistischen Gewerkschaftsbürokratie und in Ländern mit geringer gewerkschaftlicher Organisierung der Jugend möglich. Auch in solchen Fällen muss der KJV in der vordersten Kampfeslinie stehen. Der KJV muss sich an die Spitze des Jugendstreiks stellen, und wenn zweckmäßig, selbst solche organisieren. Dabei muss er aber auch danach trachten, die Unterstützung der erwachsenen Arbeiter zu erlangen, die Gewerkschaften zum Kampfe zu zwingen und die unorganisierten Jugendlichen in den Gewerkschaften zu organisieren. Im Allgemeinen muss die Aufgabe der verfechtung der Jugendforderungen gegen das Kapital von den Gewerkschaften und den KJVs gemeinsam gelöst werden.

Die Gewerkschaften sind die breiten Massenorganisationen zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen der Arbeiter, der Erwachsenen wie der Jugendlichen. Als solche sind sie unter revolutionärer Führung eine der wichtigsten Schulen des Kommunismus für breite Massen der Arbeiter. Dies trifft heute infolgedessen nur für einen Teil der Gewerkschaften, vor allem für die Sektionen der Roten Gewerkschafts-Internationale zu. Während die Roten Gewerkschaften den energischen Kampf für die wirtschaftlichen Interessen der Arbeiterschaft und gegen das Trustkapital führen, und diesen Kampf mit den Endzielen der Arbeiterklasse verbinden, werden die Gewerkschaften unter reformistischer Führung immer mehr zu Teilen des bürgerlichen Staates und stellen sich die Aufgabe, die Arbeiterschaft vom Klassenkampfe abzuhalten. Staat Klassenkampf – Arbeitsgemeinschaft mit dem Kapital – ist ihr Grundsatz, Wirtschaftsfrieden und zwangsschlichtungswesen sind die neuen Ketten, die der Arbeiterklasse von der reformistischen Gewerkschaftsbürokratie im trauten Verein mit den Unternehmern angelegt werden.

Die klassenversöhnlerische, reaktionäre, staatserhaltende Politik der reformistischen Gewerkschaftsbürokratie findet ihren besonderen Ausdruck in ihrer ablehnenden Haltung gegenüber dem Kampfe der Jungarbeiter. Die meisten reformistisch geführten Gewerkschaften leisten dem Eintritt der jugendlichen Arbeiter und Lehrlinge in zünftlerischer Weise Widerstand oder schließen sie bis zu einem bestimmten Alter überhaupt von der Mitgliedschaft in den Gewerkschaften aus. In vielen Fällen besitzen jugendliche Mitglieder der Gewerkschaften nicht dieselben Rechte, wie die erwachsenen Mitglieder.

Der KJV steht auf dem Standpunkt, dass eine wirkliche Vertretung der Forderungen der Arbeiterjugend nur durch revolutionär geführte Gewerkschaften möglich ist. Er kämpft in den Gewerkschaften systematisch gegen die reformistische Gewerkschaftsbürokratie und für die Revolutionierung der Gewerkschaften.

Der KJV vertritt in der Gewerkschaftsbewegung die Grundsätze und Ziele der Roten Gewerkschafts-Internationale und unterstützt tatkräftig ihren Kampf.

Der KJV kämpft für die Beseitigung aller Schranken, die der Aufnahme jugendlicher Arbeiter in die Gewerkschaften im Wege stehen. Er fordert 100 – prozentige Organisierung der gesamten Arbeiterjugend in den Gewerkschaften mit den gleichen Rechten wie die erwachsenen Arbeiter, und verlangt niedrige Beiträge für die jugendlichen Mitglieder. Der KJV kämpft gegen die Vernachlässigung der Jugendforderungen durch die reformistische Gewerkschaftsbürokratie, die, getreu ihrer allgemeinen Einstellung und ihrer zünftlerisch-reformistischen Anschauungsweise, die Interessen der Jugendlichen nicht verteidigt, ja sie sogar dem Kapitalisten direkt opfert. Der KJV kämpft für eine wirksame Vertretung der Jugendforderungen durch die Gewerkschaften.

Um die Arbeiterjugend leichter für die gewerkschaftlichen Organisationen zu gewinnen und um ihre Forderungen und Interessen im Rahmen der Gesamtbewegung besser zu vertreten, hält der KJV die Bildung besonderer Organe innerhalb der Gewerkschaften für notwendig. Diese besonderen Organe der gewerkschaftlichen Jugendarbeit, deren Form und Namen je nach den Umständen und Ländern verschieden sein können (Jugendkommissionen, Jugendkomitees, Jugendsektionen usw.), müssen auf dem Grundsatz der Gleichberechtigung der jugendlichen und erwachsenen Arbeiter aufgebaut sein und dürfen die jugendlichen von den erwachsenen Mitgliedern nicht trennen, sondern müssen sie innerhalb der Gewerkschaftsorganisationen erfassen und erziehen.

Die leitenden Körperschaften müssen auf demokratische Weise durch Wahl von den Jugendlichen selbst gebildet werden, sie müssen die jugendlichen Gewerkschaftsmitglieder regelmäßig zu Versammlungen und Konferenzen zusammenfassen und durch Vertrauensleute auf der Grundlage der Betriebe selbst organisiert sein. Sie müssen die wirtschaftlichen Forderungen der Arbeiterjugend vertreten und die Gewerkschaften zum Kampfe für sie veranlassen. Dieser Art stellen sie wirklich revolutionäre Massenorgane der Arbeiterjugend in den Gewerkschaften dar.

Der KJV bekämpft die reformistischen Einstellungen bezüglich der Bildung besonderer Organisationsformen der Jugend in den Gewerkschaften, wie sie in den reformistisch aufgebauten und geführten Jugendsektionen zum Ausdruck kommen. Diese reformistischen Jugendsektionen trennen die Arbeiterjugend von den Erwachsenen, sie werden von oben bürokratisch kontrolliert und sollen als reformistische Erziehungsorganisationen gegen die politische Jugendbewegung gerichtet sein. Der KJV kämpft für die Eroberung dieser Jugendsektionen und für ihre Umwandlung zu revolutionären Kampforganen der Arbeiterjugend.

Dort, wo Lehrlinge und jugendliche Arbeiter in die Gewerkschaften nicht aufgenommen werden oder wo es keine Gewerkschaften gibt, kann der KJV zeitweise und übergangsweise besondere wirtschaftliche Jugendorganisationen verschiedener Art bilden. Zweck solcher Organisationen ist der Kampf für die wirtschaftlichen Forderungen der Jugend und für die Aufnahme in die Gewerkschaften. Solche Organisationen bedeuten keine Parallelorganisationen zu den Gewerkschaften. Der KJV lehnt die Idee der besonderen Jugendgewerkschaften ab.

Der KJV sucht auch die arbeitslosen Jugendlichen zu sammeln und zu organisieren. Er gewinnt sie für die allgemeinen Arbeitslosenorganisationen und bildet besondere Komitees von jugendlichen Arbeitslosen im Rahmen der allgemeinen Bewegung.

Jedes Mitglied des KJV muss Mitglied seiner Gewerkschaft sein. Die Mitglieder der KJVs innerhalb der Gewerkschaft werden zu Fraktionen zusammengefasst. Diese arbeiten mit den Fraktionen der Partei zusammen und unter deren politischer Führung. Daneben strebt der KJV mit den Gewerkschaften noch eine engere Zusammenarbeit an (Vertreter der KJVs in den gewerkschaftlichen Organen, gemeinsame Aktionen), was allerdings nur bei revolutionär geführten Gewerkschaften möglich ist.







DIE BESONDEREN AUFGABEN DER KJVs



UNTER DER WERKTÄTIGEN JUGEND AUF DEM LANDE



Der Kapitalismus hat eine gewaltige Polarisierung der ländlichen Bevölkerung mit sich gebracht, und die armen Bauern in tiefes Elend gestürzt. Die fortdauernde Krise der kapitalistischen Gesellschaft hat nach dem Weltkriege in allen Ländern eine große immer tiefer und breiter werdende Agrarkrise geschaffen. Die Bemühungen der Kapitalisten, das Gleichgewicht der Wirtschaft auf Kosten der Arbeiter – und Bauernschaft durch Steuerbelastung und Zölle wieder herzustellen, führen zur Bereicherung der Kapitalisten und Großgrundbesitzer auf Kosten der proletarischen und werktätigen Landbevölkerung und infolgedessen zu Verschärfung der Klassengegensätze auf dem Lande.

Die Agrarkrise verstärkt und beschleinigt den Prozess der Differenzierung der Bauernschaft und den Klassenkampf auf dem Dorfe und führt zur wirtschaftlichen Verelendung und Versklavung der Mehrzahl der Bauern. Die Schichten der ländlichen Bevölkerung, die unter dem Kapitalismus zu leiden haben, sind,

      1. Landarbeiter,

      2. Die Parzellenbauern oder Zwergbauern (Halbproletarier)

      3. die Kleinbauern

      4. die mittlere Bauernschaft

Die Großbauern und die Großgrundbesitzer sind in den kapitalistischen Ländern wirtschaftlich betrachtet kapitalistische Unternehmer auf dem flachen Lande. Das Lebensniveau der Landarbeiter sinkt ständig. Die Arbeitszeit ist außerordentlich lang, der Reallohn wird niedriger und auch alle anderen Lebensbedingungen werden schlechter. Die Kleinwirtschaften werden zerstört. Die ökonomische Abhängigkeit der Kleinbauern von den Großgrundbesitzern und Kapitalisten wird immer drückender. Schwere Schulden belasten die Kleinbauern, und ihre Lage verschlimmert sich immer mehr.

Auch die mittlere Bauernschaft ist durch diese Missverhältnisse, die Verteuerung der Waren, durch Steuern, Kriegsbelastungen usw. betroffen. Dazu kommen die schweren Lasten des Militarismus, der der Bauernschaft die besten Kräfte entzieht und dessen Rüstungskosten schwer auf ihr lasten.

Die bisherigen revolutionären Erfahrungen und besonders die russische Revolution haben gezeigt, dass ohne die Gewinnung der armen Bauernschaft ein fester Sieg des Proletariats unmöglich ist. Die Bauernschaft kann sich auch nicht allein aus dem Joche des Kapitalisten und Großgrundbesitzer befreien, weil sie keine einheitliche Klasse darstellt, selbst aus Eigentümern besteht, zerstreut in Dörfern wohnt und dadurch keine festen revolutionären Organisationen schaffen kann. Die Befreiung der Bauernschaft kann nur im Bündnis mit dem Proletariat und unter dessen Führung im Kampfe gegen den Kapitalismus und für die Diktatur des Proletariats erreicht werden. Das Proletariat hat die geschichtliche Aufgabe, dieses Bündnis mit der werktätigen Bauernschaft zu verwirklichen. In den kapitalistischen Ländern muss die Arbeiterklasse bestrebt sein, die armen Bauern (Parzellen – und Kleinbauern) als Bundesgenossen im Kampfe um die proletarische Diktatur zu gewinnen und die Mittelbauern zu neutralisieren. Unter der Diktatur des Proletariats muss die Arbeiterklasse ein festes Bündnis auch mit der Mittelbauernschaft schließen und diese in den sozialistischen Aufbau einbeziehen. In den Kolonien und Halbkolonien und in anderen Ländern mit starken halbfeudalen Überresten, wo noch die Aufgabe der bürgerlich-demokratischen Revolution steht, ist ebenfalls eine Erweiterung des Bündnisses mit der Mittelbauernschaft notwendig. Im Sinne dieser Aufgaben muss der KJV die werktätige Landjugend gewinnen.

Der KJV passt seine Arbeit unter der werktätigen Jugend auf dem Lande den Bedingungen und Bedürfnissen der verschiedenen Schichten der ländlichen Jugend an. In erster Linie richtet er seine Bemühungen auf die Gewinnung und Organisierung der Landarbeiterjugend. Diese proletarische Schicht sucht der Verband in breitesten Massen in seinen Reihen zu organisieren. In Verbindung damit arbeitet der Verband unter der Jugend der armen Bauern. Er sucht sie für das Bündnis mit der Arbeiterjugend zu gewinnen: er organisiert ihren aktiven und revolutionären Teil in seinen Reihen. Der KJV führt je nach der Lage im Lande auch eine besondere Arbeit unter der Jugend der Mittelbauern, um in den kapitalistischen Ländern den Einfluss der Bourgeoisie auf sie zu bekämpfen, sie zu neutralisieren und teilweise auch in gewisse Kämpfe (z.B., gegen den Militarismus) mit einzubeziehen. Aber in seine Organisation nimmt der KJV unter den kapitalistischen Verhältnissen nur einzelne der besten Elemente der Jugend des Mittelbauerntums auf.

Der KJV führt in erster Linie einen energischen Kampf für die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen der Landarbeiterjugend, aber auch der anderen Schichten der werktätigen Landjugend. Er legt besonders Gewicht auf die anti-militaristische Agitation unter der ländlichen Jugend und vertritt auch eine Reihe besonderer Forderungen für die Soldaten aus der Bauernschaft (Urlaub zur Ernte usw.). Im Rahmen des Kampfes für das allgemeine kommunistische Agrarprogramm vertritt er besondere Teilforderungen für die werktätige Jugend auf dem Lande, insbesondere für die jugendlichen Landarbeiter. Der KJV verlangt die Gleichstellung im Schutze der jugendlichen Landarbeiter und der jugendlichen Arbeiter in der Industrie und vertritt auch für die jugendlichen Landarbeiter seine allgemeinen wirtschaftlichen Forderungen, wie: Berufsausbildung und Schulung, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, 6-Stundentag, vier Wochen Urlaub isw. Diese Forderungen werden noch durch die besonderen Forderungen, die sich aus der Landarbeit ergeben, ergänzt.

Der KJV bekämpft mit Entschiedenheit die verschiedenen bürgerlichen und großbäuerlichen Jugendorganisationen auf dem Lande, unter denen die religiösen Organisationen (z.B., Katholische Jugend) eine große Rolle spielen. Er kämpft besonders gegen die faschistischen Organisationen, wie Heimwehren usw., die die werktätige Landjugend zum bewaffneten Kampf gegen die Arbeiterklasse aufhetzen und organisieren. Eines der Mittel des KJV zur Bekämpfung des Einflusses der bürgerlichen und großbäuerlichen Organisationen und zur Vergrößerung seines Einflusses ist die Organisierung von Konferenzen und Komitees der werktätigen Landjugend und von Jugendabteilungen der revolutionären Bauernorganisationen. In manchen Ländern ist auch die Organisierung besonderer Verbände der werktätigen Bauernjugend zweckmäßig.





DIE BILDUNGSARBEIT DES KOMMUNISTISCHEN JUGENDVERBANDES



Ohne revolutionäre Theorie ist eine revolutionäre Bewegung nicht möglich.“ Diesen Satz Lenins nimmt sich der KJV zur Richtlinie seiner Arbeit. Gegründet auf der lebendigen Verbindung von Praxis und Theorie und im Rahmen seiner Gesamtarbeit zur Erziehung der werktätigen Jugend zum Kommunismus, betreibt der KJV eine besondere Bildungs- und Aufklärungsarbeit. Diese soll der arbeitenden Jugend vor allem die Theorie des Kommunismus vermitteln.

Wenn auch diese Bildungs- und Aufklärungsarbeit als ein besonderer Arbeitszweig behandelt wird, stellt sie doch nichts Abgetrenntes von der übrigen Kampfarbeit des Verbandes dar. Im Gegenteil, der Kampf selbst ist eines der wichtigsten Bildungs- und Aufklärungsmittel und die Bildungs- und Aufklärungsarbeit des KJV ist eines seiner wichtigsten Waffen im Kampf. Die theoretische Arbeit gibt dem Kampfe erst seine richtige Linie.

Die besondere Bildungs – und Aufklärungsarbeit soll der arbeitenden Jugend die Erfahrungen der Kampfpraxis gesammelt und ergänzt übermitteln und aus den Reihen des Jungproletariats aufgeklärte und ausdauernde Klassenkämpfer gegen das Kapital und für die proletarische Revolution und Baumeister der neuen Gesellschaft heranbilden.

Sie ist also gleichzeitig Agitation und Propaganda; Agitation im Sinne der Verbreitung bestimmter Einzellosungen unter den Massen und Propaganda im Sinne der vertieften Aufklärung der jugendlichen Arbeiter über die Ziele und Grundsätze des Kommunismus und des KJV.

In erster Linie betreibt der Kommunistische Jugendverband die allgemeine politische Aufklärung seiner Mitglieder und der breiten Massen junger Proletarier. Er verbreitet unter ihnen die Kenntnisse der Entwicklungsgesetze von Wirtschaft und Gesellschaft, das Verständnis für die Geschichte, die Formen und Methoden des Klassenkampfes und der Arbeiterbewegung, für die politische und wirtschaftliche Lage und die Aufgaben und Ziele der proletarischen Revolution, die Propaganda des Sozialismus und Kommunismus, die Aufklärung über Wesen, Aufbau, Geschichte, Programm, Strategie und Taktik der Kommunistischen Partei. Der Marxismus – die Theorie des Proletariats – ist die wichtigste Waffe im Kampf gegen das Kapital und das wertvollste Werkzeug beim Aufbau der neuen Gesellschaft. Darum strebt der Kommunistische Jugendverband danach, unter seinen Mitgliedern eine marxistische Weltanschauung zu verbreiten und sie in erster Linie an marxistische Denkmethoden zu gewöhnen. Die KJVs konzentrieren besonders ihre Bildungsarbeit auf Propaganda und Studium des Leninismus, der der Marxismus der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution ist. Der Kommunistische Jugendverband muss sich die Grundprobleme, die organisatorischen Prinzipien, die Taktik und die Theorie des Leninismus zu eigen machen, um in vollem Rüstzeug der revolutionären Theorie die Erfordernisse des Klassenkampfes zu erfüllen.

Der KJV stellt sich auch die Aufgabe, das allgemeine kulturelle Niveau der arbeitenden Jugend im Interesse des proletarischen Kampfes zu heben. Die arbeitende Jugend muss dem Bürgertum die Kenntnisse abringen, deren sie zur Organisierung und zur Führung ihres Kampfes gegen das Kapital bedarf. Der KJV beschäftigt sich mit diesen Fragen, insoweit sie Zusammenhang mit dem Klassenkampfe haben und indem er auch sie für die Klassenkampferziehung ausnutzt.

Der Kampf gegen die bürgerliche Gesellschaft schließt in sich auch den Kampf gegen die Laster ein, die sie gebiert (Alkoholismus, Prostitution usw.), und die erst mit der Vernichtung der bestehenden Ordnung ausgerottet werden können. Der KJV bekämpft entschieden die heuchlerische bürgerliche „Moral“ und entlarvt sie als eines der Mittel zur Erhaltung der ausbeuterischen Gesellschaftsordnung. Insbesondere kämpft der KJV mit aller Entschiedenheit gegen die bürgerliche Ansicht, die die Frau als ein Zubehör zum Familienherd betrachtet, eine Ansicht, die durch tiefe Wurzeln mit dem Bestehen des Privateigentums verbunden ist. Indem der KJV die ganze Heuchelei der bürgerlichen „Moral“ entlarvt, stellt er ihr entgegen den gemeinsamen Kampf aller Ausgebeuteten für die Niederwerfung des Kapitalismus und die Aufrichtung der kommunistischen Gesellschaft, die allein imstande sein wird, die Frau aus ihrer Knechtschaft zu befreien und zwischen den Menschen neue Beziehungen zu schaffen, Beziehungen, die nichts mehr haben werden von den der kapitalistischen Epoche eigenen Ansichten, die die Frau als ein Privateigentum betrachten.

Besondere Aufmerksamkeit widmet der KJV der Bekämpfung von Kirche und Religion durch unermüdliche Aufklärungsarbeit. Religion ist Opium für das Volk. Religion ist eines der wichtigsten Mittel zur Beeinflussung der Jugend zu Gunsten der bestehenden kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Ihre Schädlichkeit ist besonders groß unter der werktätigen Jugend auf dem Lande und in den Kolonien. Der KJV propagiert unter der arbeitenden Jugend die Weltauffassung des dialektischen Materialismus.

In Ergänzung seiner politischen und kulturellen Aufklärungs – und Bildungsarbeit sucht der KJV auch das Unterhaltungs – und Zerstreuungsbedürfnis der arbeitenden Jugend soweit wie möglich zu befriedigen. Er ahmt aber keineswegs einfach die bürgerlichen und sozialdemokratischen Unterhaltungs – und Zerstreuungsformen nach, sondern sucht nach neuen Methoden echter proletarischer Geselligkeit und Unterhaltung, die letzten Endes auch der Förderung des Klassenbewusstseins und der Erziehung zum Kommunismus dienen. Proletarische Festabende, politisch-satirische Revuen, dramatische Zirkel, Gesangszirkel, Jugendheime, Lager, Ausflüge, Jugendtreffen usw. sollen vom KJV in diesem Sinne nutzbar gemacht werden.

In ihrer Methode geht die Bildungs – und Aufklärungsarbeit der Kommunistischen Jugend von den konkreten Lebensgewohnheiten der Jugend aus und zieht deren psychologischen Eigenheiten in Betracht. Darüber hinaus ist der KJV im klaren Verständnis seines Wesens als kommunistische Erziehungsorganisation bestrebt, in seiner gesamten Tätigkeit der Jugend verständliche (jugendgemäße) Methoden anzuwenden, und seiner Arbeit einen lebendigen Charakter zu geben, sowie ein anziehendes Verbandsleben zu schaffen. In diesem Sinne ist auch die kommunistische Ausnutzung gewisser, die Jugend besonders anziehende Arbeitsformen, wie äußerliche halbmilitärische Disziplin bei Aufmärschen, Musikkapellen, Einheitskleidung usw. durchaus zweckmäßig und für Propaganda und Werbekraft des KJV von großem Wert.

Eines der wichtigsten Mittel zur Agitation und Propaganda unter den Massen ist die besondere kommunistische Presse und Jugendliteratur: Der KJV gibt neben seinen allgemeinen Zeitungen und Zeitschriften, durch seine Betriebszellen besondere Betriebszeitungen heraus, und innerhalb der Armee verbreiten die kommunistischen Zellen Kasernenzeitungen usw. Innerhalb der Verbandsorganisation sind Wandzeitungen ein wichtiges Mittel der Erziehung und Förderung der Selbsttätigkeit. Ein weit verzweigtes Netz verschiedener Formen der kommunistischen Jugendpresse ist eine ungeheuer wichtige Waffe im Kampfe um die revolutionäre Gewinnung der Massen der jugendlichen Arbeiter, Soldaten und werktätigen Bauern.

Die Aufklärungs – und Bildungsarbeit des KJV erfolgt in einer systematisch organisierten Weise. Zunächst betreibt der KJV eine Massenbildungsarbeit, die im Wesentlichen in verschiedenen Formen der Propaganda der kommunistischen Grundsätze in den breiten Massen der werktätigen Jugend besteht. Weiter führt der KJV unter seinen Mitgliedern eine systematische Schulungsarbeit in den Grundkenntnissen des politischen Wissens durch. Darüber hinaus betreibt er durch eine Reihe besonderer Maßnahmen, Kursen und Schulen eine höhere Ausbildung des Kaders des Verbandes.







DER KJV UNTER DEN BEDINGUNGEN DER



DIKTATUR DES PROLETARIATS





Die Sowjetunion – ein leuchtendes Beispiel.



Auf einem gewaltigen Gebiete, das ein Sechstel der Erde umfasst, ist die werktätige Jugend bereits vom Joche des Kapitalismus befreit und lebt frei und beschützt in ihrem eigenen Staate – der Sowjetunion. Die Sowjetunion, der erste proletarische Staat der Welt, macht die Arbeit der Jugend, die unter dem Kapitalismus ein Gegenstand der Ausbeutung war, zur Grundlage der sozialistischen Erziehung. Der proletarische Staat arbeitet bereits an der sozialistischen Reorganisation der Jugendarbeit. Die produktive Arbeit der Jugend wird nicht beseitigt, sondern umgestaltet, mit der beruflichen Ausbildung, mit der politischen und Allgemeinbildung, sowie mit der Leibeskultur verknüpft und vom erzieherischen Standpunkt geregelt. Der Ort der Verwirklichung dieser sozialistischen Reorganisation der Jugendarbeit ist die Betriebsschule im sozialistischen Betriebe (d.h., Lehrlingswerkstätten oder – abteilungen, verbunden mit theoretischem Unterricht und Lehrarbeit in der allgemeinen Betriebsstätte).

Als notwendige Voraussetzung der Verwirklichung der sozialistischen Reorganisation der Jugendarbeit schuf der proletarische Staat ein ganzes System von Maßnahmen zum Schutze der Jugendarbeit und zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Jugend:

  1. Verbot der Kinderlohnarbeit bis zum 14. Lebensjahre.

  2. Verkürzung des Arbeitstages auf sechs Stunden für Jugendliche unter 18 Jahren und auf vier Stunden unter 16 Jahren.

  3. Verbot der Nacht – und Akkordarbeit, sowie der Arbeit in gesundheitsschädlichen Betrieben für Jugendliche zuerst unter 18 Jahren, später unter 20 Jahren.

  4. Eine solche Lohnpolitik, die eine wirkliche Durchführung des verkürzten Arbeitstages sicher stellt (der verkürzte Arbeitstag wird wie ein voller entlohnt) und die Hebung der wirtschaftlichen Lage der Arbeiterjugend in dem selben Grade sichert, wie die Lebenslage der erwachsenen Arbeiter steigt. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.

  5. Vierwöchiger Urlaub für Jugendliche unter 18 Jahren unter Weiterbezahlung des vollen Lohnes.

  6. Schutz der Gesundheit der Arbeiterjugend durch regelmäßige ärztliche Untersuchung und Entsendung der jugendlichen Arbeiter in besondere oder allgemeine Erholungsheime, Sanatorien, Heilanstalten usw.

  7. Sicherung eines festen Prozentsatzes von Arbeitsplätzen für Jugendliche in der Industrie.

  8. Weitgehende soziale Versicherung auf Kosten des Staates und der Unternehmungen für den Fall von Krankheiten, des Verlustes der Arbeitsfähigkeit und der Arbeitslosigkeit.

    Im Verlaufe des sozialistischen Aufbaus ist der sozialistische Staat bestrebt, die Versorgung der Jugend in immer weiterem Umfange auf sich zu nehmen.

    Der proletarische Staat erfüllt auch die rechtlichen und politischen Forderungen der Jugend, indem er die Jugendlichen zu vollberechtigten Bürgern des Staates macht, die das aktive und passive Wahlrecht von 18 Jahren an für alle staatlichen und wirtschaftlichen Körperschaften besitzen, die schon vom Moment des Arbeitsbeginns aktives und passives Wahlrecht zu den Betriebsräten haben und denen der Zutritt und die Mitarbeit in allen gesellschaftlichen und staatlichen Organisationen offen stehen.

    Die Sowjetunion arbeitet an der Umgestaltung des gesamten Erziehungswesens der Jugend.

Nur wenn wir den Unterricht, die Organisation und Erziehung der Jugend von Grund auf umgestalten, werden wir erreichen, dass die Bemühungen der jungen Generation die Bildung einer der alten nicht ähnlichen, d.h., kommunistischen Gesellschaft zur Folge haben werden“ (Lenin).

Ein großer Fortschritt in dieser Richtung war die Bildung der Betriebsschulen für die Arbeiterjugend in den sozialistischen Betrieben. Die Sowjetunion verfolgt in diesen Betriebsschulen das Ziel der allseitigen Erziehung der Arbeiterjugend, die dadurch Sinn und Ziel des Produktionsprozesses sowohl in technischer wie gesellschaftlicher Hinsicht erkennen lernt. So entwickelt sich der Arbeiter zu einem klassenbewussten Leiter der sozialistischen Produktion. Die Betriebsschulen fördern auch die Entwicklung und Festigung aller theoretischen Neigungen der Jugend und bilden durch Arbeit im Klub und durch Leibesübungen Körper und Geist der Jugend.

Der proletarische Staat gestaltet das ganze System der Volksbildung, die jetzt zum Staatsmonopol wird und dem Hauptziele, der Propaganda des Kommunismus unter den werktätigen Massen dient, derart, dass der werktätigen Jugend die Möglichkeit geboten wird, sich alle für den Aufbau des Sozialismus erforderlichen Kenntnisse anzueignen. Die Sowjetunion arbeitet aktiv am Aufbau des neuen Systems der Volksbildung vor allem durch Errichtung der einheitlichen Arbeitsschule als ihrer Grundlage, durch Eröffnung der Mittel – und Hochschulen für die Werktätigen (Organisierung von besonderen Arbeiterfakultäten) sowie durch Umgestaltung dieser Schulen gemäß den bedürfnissen der proletarischen Diktatur und der sozialistischen Erziehung.

Völlig ändert sich auch die Lage und in vieler Hinsicht die Arbeit des Kommunistischen Jugendverbandes. Die unter dem Kapitalismus verfolgte und gehetzte kommunistische Jugendorganisation genießt jegliche Unterstützung seitens der Sowjetmacht und nimmt tätigen Anteil an der ganzen Arbeit und dem Kampfe des proletarischen Staates, besonders auf dem Gebiete der Arbeit und Erziehung der Jugend. Die proletarischen Organisationen und der proletarische Staat anerkennen den KJV als den Vertreter der Interessen der werktätigen Jugend.

So erhält unter der Diktatur des Proletariats der KJV uneingeschränkte Gelegenheit, sich als Massenorganisation der kommunistischen Erziehung der werktätigen Jugend zu entfalten, deren Tätigkeit alle Seiten des Lebens der Jugend berücksichtigt.

Der Leninistische – Kommunistische Jugendverband der Sowjetunion, der unter der unmittelbaren Leitung der bolschewistischen Partei arbeitet, hat durch seine Tätigkeit, die Aufgabe seiner Verwandlung in eine Massenorganisation, in den Vertreter und Führer der ganzen Arbeiterjugend und der werktätigen Jugend überhaupt, gelöst. Er hat sich in eine gewaltige Millionenarmee verwandelt, die durch das Feuer des Bürgerkrieges gegangen ist und die sich jetzt am Aufbau des Sozialismus beteiligt und dazu die gesamte werktätige Jugend heranzieht.

Das siegreiche Proletariat befreit auch die Jugend der unterdrückten Völker, gewährt ihr alle politischen Rechte und sichert ihr durch eine Reihe wirtschaftlicher, rechtlicher und kultureller Maßnahmen eine wirkliche Gleichberechtigung. In der UdSSR verwandelte sich die werktätige Jugend aller Nationalitäten zum ersten Mal aus der geknechteten Masse, die in geistiger Finsternis und Unbildung gehalten wurde, in freie und voll berechtigte Bürger, in klassenbewusste Mitkämpfer und in Mitarbeiter am Aufbau der neuen Gesellschaft.

Die Sowjetunion gewährt der armen Bauernschaft jegliche Hilfe und hat auch die Lage der Bauernjugend bedeutend gehoben. Sie leitet vom Staate aus die landwirtschaftliche berufliche Ausbildung der Bauernjugend in die Wege und sucht diese im Geiste der sozialistischen Vergenossenschaftlichung der Landwirtschaft heranzubilden.

Im Zusammenhang mit der Änderung des Klassencharakters des Staates ändert sich auch der Inhalt der Tätigkeit des KJV. Während er in der letzten Zeit der Herrschaft des Kapitals ein Werkzeug zum Sturze der bürgerlichen Staatsmacht war, wird er unter der Diktatur des Proletariats zur Stütze des proletarischen Staates. Die Grundaufgabe des KJV ist nun die kommunistische Erziehung der breiten Massen der werktätigen Jugend im Prozess ihrer tätigen Anteilnahme am sozialistischen Aufbau. Wenn im Zeitabschnitt des Kampfes um die Diktatur des Proletariats die Grundlage der klassenmäßigen proletarischen Erziehung der Jugend, ihre Teilnahme am Klassenkampf zur Zertrümmerung der kapitalistischen bürgerlichen Gesellschaftsordnung ist, so ist unter der proletarischen Diktatur ihre Grundlage die positive Mitarbeit am Aufbau des neuen Lebens, die Festigung der proletarischen Diktatur und der Kampf gegen alle Überreste des Alten. Alles das steht in enger Beziehung zur Beteiligung am Kampfe der Arbeiterklasse der ganzen Welt und zum Studium der Theorie des Marxismus – Leninismus, alles das verfolgt das Ziel der Erziehung erprobter und klassenbewusster sozialistischer Arbeiter, Klassenkämpfer. Kämpfer für den Sieg des Weltproletariats, der proletarischen Weltrevolution. So bemüht sich der KJV in seiner ganzen Tätigkeit, die gesamte werktätige Jugend zur aktiven Teilnahme am sozialistischen Aufbau zu gewinnen, eingedenk der Mahnung Lenins an die Jugend auf dem 3. Kongress des russischen KJV:

Ihr müsst die ersten Baumeister der kommunistischen Gesellschaft sein unter den Millionen Baumeistern, zu denen ein jeder junge Mensch, jedes junge Mädchen gehören muss: wenn ihr nicht die ganze Masse der Arbeiter – und Bauernjugend zu diesem Aufbau des Kommunismus heranzieht, werdet ihr die kommunistische Gesellschaft nicht errichten können.“

Der KJV arbeitet daher an der Heranziehung der gesamten werktätigen Jugend zur Tätigkeit des sozialistischen Staatsapparats, der sozialistischen Industrie, sowie zur ganzen politischen, militärischen, wirtschaftlichen und kulturellen Tätigkeit, die von der Sowjetmacht in Stadt und Land entfaltet wird. Der KJV, der während der Herrschaft der Kapitalistenklasse gegen das bürgerliche Heer und gegen den Kapitalismus auftrat und kämpfte, fördert jetzt unter Einsatz aller Kräfte die Verteidigung des proletarischen Staates durch die Stärkung der Roten Armee und Flotte, die die proletarische Diktatur gegen die Versuche einer kapitalistischen Intervention und Wiederherstellung der Macht der Bourgeoisie schützen. Der KJV gibt an die Rote Armee und Flotte seine besten Kräfte als Rotarmisten, Kommandeure und politischen Arbeiter. Er fördert die proletarische, militärische Ausbildung der werktätigen Jugend. Er ist der Erste und Tapferste im Kampfe um die Verteidigung des proletarischen Staates – des Vaterlandes der Werktätigen der ganzen Welt – gegen die blutgierigen imperialistischen Räuber und in seinem Kampfe für die Weltrevolution.

Eine besonders große Tätigkeit entwickelte der KJV auf dem Gebiete der sozialistischen Umgstaltung der Arbeit und der Lebensführung der Jugend. Da aber die Arbeiterjugend ein Teil der Arbeiterklasse ist und die sozialistische Reorganisation der Arbeit der Arbeiterjugend Sache der ganzen Arbeiterklasse, des proletarischen Staates und der Gewerkschaften ist, so ersetzt der KJV durch seine Arbeit nicht die Tätigkeit der staatlichen Organe und der Gewerkschaften, sondern setzt alle seine wirtschaftlichen und kulturellen Forderungen in enger Zusammenarbeit mit ihnen durch. Er beteiligt sich an ihrer Arbeit und vertritt darin die Forderungen der ganzen werktätigen Jugend. Der KJV geht dabei von den gemeinsamen allgemeinen Aufgaben des sozialistischen Aufbaus aus und bringt die Forderungen der Arbeiterjugend mit den Interessen der ganzen Arbeiterklasse in Einklang.

Entsprechend den geänderten Bedingungen und dem geänderten Inhalt der Tätigkeit des KJV während der Periode der proletarischen Diktatur wird auch der soziale Rahmen des KJV weiter. Der KJV ist jetzt die einzige gesellschaftliche und politische Massenorganisation der Arbeiter- und Bauernjugend. Der KJV ist bestrebt, die ganze Arbeiterjugend in Stadt und Land sowie breite Schichten der ärmsten Bauernjugend und die besten Elemente der Jugend der Mittelbauern in seinen Reihen zu organisieren. Der KJV umfasst immer breitere Schichten, ist seiner Zusammensetzung nach jetzt eine Arbeiter – und Bauernorganisation.

Nichtsdestoweniger bleibt er seiner politischen Rolle, dem Inhalt und den Methoden seiner Arbeit nach, eine proletarische Organisation.

Die wichtigste Voraussetzung der Arbeit des KJV und der Einhaltung der richtigen proletarischen Linie ist angesichts seiner erheblichen bäuerlichen Mitgliedermassen die Aufrechterhaltung der festen Einheit beider Teile des KJV, der Arbeiter und Bauern, auf der Grundlage einer festen proletarischen Führung und der unbedingten und unentwegten Sicherstellung der leitenden Rolle der Arbeiterjugend im KJV. Im Einklang damit wird die Wachstumsregelung des KJV und die Gestaltung der Funktionärskader gehandhabt. Die Diktatur des Proletariats ermöglicht die volle Verwirklichung der Hegemonie (Führung) der Arbeiterjugend über die übrigen Schichten der werktätigen Jugend durch den KJV.

Die Garantie für die proletarische Führung im KJV sowie die Garantie dafür, dass er die vor ihm stehenden gewaltigen Aufgaben erfüllen kann, ist die Führung seitens der Partei, die sowohl durch die Parteimitglieder, die im KJV arbeiten, als auch direkt durch die Parteiorganisationen verwirklicht wird. Die Partei Lenins, die die proletarische Diktatur in der UdSSR leitet, gibt ein leuchtendes Beispiel richtiger Wechselbeziehungen zwischen der alten und der jungen Generation in der kommunistischen Bewegung.

Außer der Organisierung der Jugend in seinen Reihen besitzt der KJV auch noch andere Möglichkeiten, seinen Einfluss auf die nicht-proletarischen Schichten der werktätigen Jugend zu erstrecken und sie zu führen (durch Beteiligung an der Arbeit des Staatsapparats, der Gewerkschaften, der Genossenschaften, der Sport -, Kultur – und sonstigen Organisationen).

Die politische Aufklärungsarbeit des KJV vertieft und verbreitert sich infolge der Änderung der Zielsetzung und der Vermehrung der idellen und materiellen Hilfsmittel. Der KJV entfaltet auf dem Gebiete der politischen Aufklärung und der Hebung des kulturellen Niveaus der werktätigen Jugend eine große Arbeit. Er strebt danach, die werktätige Jugend im kollektiven Geist zu erziehen. Erläutert der werktätigen Jugend nachdrücklich die Aufgaben des sozialistischen Aufbaus und steht in den ersten Reihen der Kulturrevolution, die im Gefolge der politischen und wirtschaftlichen proletarischen Revolution dringend notwendig ist.

Der KJV kämpft zusammen mit der Partei und mit der Sowjetmacht unter Einsatz aller Kräfte gegen die Überbleibsel der alten ausbeuterischen Verhältnisse, gegen die kapitalistische Unkultur, Unwissenheit und Rückständigkeit, gegen die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Beziehungen von Mensch zu Mensch und gegen die Laster, die die kapitalistische Gesellschaft als schweres Erbe hinterlassen hat. Der KJV bekämpft entschlossen die religiöse Verdummung, den Eigentumsegoismus, die kleinbürgerlichen und die individualistischen und zünftlerischen Neigungen usw. Der KJV zeigt der Jugend die Methoden und Formen des Kampfes gegen die Überreste der dem Proletariat feindlichen, kapitalistischen Elemente und mobilisiert die werktätige Jugend zu ihrer Bekämpfung.

Eine ganz besondere Aufmerksamkeit widmet der KJV den Kindern der Werktätigen. Die Lage der Kinder der Werktätigen ändert sich nicht nur von Grund auf, weil die Lage des Arbeiters, die Lage und die Rechte der proletarischen Mutter eine Änderung erfahren, sondern auch, weil der proletarische Staat allmählich alle notwendigen Bedingungen für die kommunistische Erziehung der Kinder, für die Entfaltung all ihrer Kräfte und Fähigkeiten schafft, weil die proletarische Diktatur in den Kindern ihre Zukunft erblickt.

Der KJV betrachtet die Unterstützung und Leitung der kommunistischen Kinderbewegung als eine seiner Hauptaufgaben.

Der KJV steht so nach Übernahme der Macht durch das Proletariat vor der geschichtlichen Aufgabe, größten und bewussten Anteil zu nehmen an der Umschmelzung der Klassen auch im Sinne der ideologischen Umgestaltung der Menschen, der Herausbildung und Heranziehung einer neuen sozialistischen Generation. Der KJV ordnet seine Kulturarbeit den politischen Grundaufgaben unter, da sie nur unter dieser Bedingung zu einem wahren Bestandteil der kommunistischen Erziehung werden kann.

Solange die Überreste der alten Ausbeuterklasse den Kampf gegen die proletarische Diktatur fortsetzen, solange wird auch der Klassenkampf, wenn auch in neuen Formen, seinen Fortgang nehmen.

Die KJVs der Länder, wo das Proletariat gesiegt hat, haben die Pflicht, die kämpferische arbeitende Jugend der anderen Länder besondere Hilfe und Unterstützung angedeihen zu lassen. Die KJVs der kapitalistischen Länder kämpfen bis zum Letzten für die Verteidigung der sozialistischen Sowjetrepubliken.







DER KAMPF DER KOMMUNISTISCHEN JUGENDINTERNATIONALE



IN DEN KOLONIEN





KJV - und nationale Frage



Mehr als die Hälfte der Menschheit schmachtet unter dem Joche des Imperialismus in den kolonialen und halbkolonialen Ländern. Die Teilung der Welt in unterdrückte und unterdrückende Nationen, ihre Aufteilung in Einflusssphären und Kolonien unter einige wenige imperialistische Mächte, die Ausbeutung und nationale Unterdrückung der wirtschaftlich zurück gebliebenen Völker durch sie ist eine der stärksten Grundfesten, auf denen heute die kapitalistische Ordnung steht. Der Imperialismus zerstört die alten Kulturen in den Kolonien, stürzt die arbeitenden Massen in tiefstes Elend, bringt vor allem die Massen der Bauern an den Bettelstab (Pauperisation), saugt das Land wirtschaftlich aus und sucht das Wachstum seiner Produktivkräfte zu hemmen, und die Entwicklung einer nationalen Wirtschaft zu verhindern.

Gleich den Parasiten, den gierigen Ungeheuern, die das Blut der werktätigen Massen auspressen, sitzen die englischen, amerikanischen, französischen, japanischen, italienischen, belgischen und anderer Imperialisten auf den unterdrückten Völkern. Und während sich Blut und Schweiß des indischen Arbeiter, des chinesischen Kulis, des afrikanischen Bauern, des südamerikanischen Landarbeiters in den Londoner und New Yorker Banken in klingene Sovereigns und Dollars verwandeln, während der gierige japanische Imperialismus ganz Ostasien aufzufressen versucht und das nimmersatte Finanzkapital Frankreichs, Belgiens, Italiens halb Afrika ausplündert, Holland rücksichtslos seine Peitsche über den Plantagensklaven Indonesiens schwingt, kämpfen die einzelnen imperialistischen Mächte untereinander wie wütende Raubtiere um die fette Beute.

Der nationale Befreiungskampf der unterdrückten Völker der kolonialen und halbkolonialen Länder spielt eine gewaltige Rolle in der Weltrevolution gegen das Kapital. Die Bedeutung der national-revolutionären Bewegungen in den Kolonien liegt darin, dass sie erstens eine unmittelbare Unterstützung der Arbeiterklasse in ihrem Kampfe gegen den Imperialismus für die Weltdiktatur des Proletariats darstellen und zweitens den Weg zur sozialistischen Revolution auch in den Kolonien ebnen. Das Bündnis des Proletariats der imperialistischen Länder mit den unterdrückten Kolonialvölkern zum gemeinsamen Kampfe gegen den Imperialismus ist eine der wichtigsten Bedingungen für den Sieg der Arbeiterklasse.

Die grundlegende Aufgabe der Kommunisten in den Kolonien und Halbkolonien ist, die Arbeiter in selbständigen Organisationen zusammenzufassen, um sie von der Führung der nationalen Bourgeoisie zu befreien. Das ist nur möglich, wenn die Kommunisten einen energischen Kampf gegen den bürgerlichen Nationalreformismus führen. Nur auf revolutionärem Weg unter Führung der Arbeiterklasse ist die Befreiung der Kolonien möglich. Die Arbeiterklasse muss das Bündnis mit der Bauernschaft, die Befreiung der Bauernorganisationen vom Einfluss der Bourgeoisie und die Hegemonie (Führung) in der kolonialen Revolution erlangen. Vorübergehende Abmachungen mit der nationalen Bourgeoisie sind nur zulässig, soweit diese den selbständigen Zusammenschluss der Arbeiter und Bauern nicht behindert und sich am revolutionären Kampfe gegen den Imperialismus aktiv beteiligt.

Auch in den kapitalistischen Ländern werden verschiedene nationale Minderheiten von der herrschenden imperialistischen Bourgeoisie unterdrückt. Dieser Druck richtet sich in erster Linie gegen die werktätigen Massen, die Arbeiter und Bauern, während die oberen Schichten der Bourgeoisie der nationalen Minderheit mit der herrschenden imperialistischen Bourgeoisie zusammenarbeiten. Die Kommunisten vertreten in der nationalen Frage das Recht der Nationen auf Selbstbestimmung bis zum Recht der völligen Abtrennung und Unabhängigkeit. In Verbindung mit dieser grundsätzlichen Losung vertritt der KJV gemeinsam mit der KP die nationalen Rechte und Forderungen der unterdrückten nationalen Minderheiten, wie das Recht auf den Gebrauch ihrer Sprache. Unterricht und Schule in nationaler Sprache, besondere Forderungen für die Soldaten aus den nationalen Minderheiten usw. Während der KJV so für die nationalen Rechte dieser unterdrückten Völker eintritt, bekämpft er gleichzeitig jeden nationalen Chauvinismus, insbesondere bei den herrschenden Nationen und vertritt in konsequenter Weise den Standpunkt des proletarischen Internationalismus. Innerhalb der revolutinären Organisationen der in den kapitalistischen Ländern unterdrückten Minderheiten arbeitet der KJV, um sie zum gemeinsamen Kampfe unter der Führung der KP und des KJV zu gewinnen.

Ebenso vertritt der KJV für die Kolonien und Halbkolonien das Recht der Selbstbestimmung bis zur völligen Abtrennung und Erlangung der Unabhängigkeit.

Nur durch eine solche Lösung der nationalen Frage ist die freiwillige Vereinigung aller vom Kapitalismus befreiten Völker zum gemeinsamen Kampfe gegen den Imperialismus und für den Aufbau der sozialistischen Wirtschaft möglich. Auf diesem Wege wird sich die Weltunion der Sozialistischen Sowjetrepubliken bilden.

Die kommunistische Lösung der nationalen Frage ist in der Sowjetunion bereits durchgeführt. Die früher unterdrückten nationalen Minderheiten und ehemaligen Kolonien des Zarismus sind zu neuem nationalen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben erwacht, haben nationale Selbständigkeit und Staatlichkeit erlangt und sich in einem Bunde Gleicher unter Gleichen mit den anderen Nationen zur Union Sozialistischer Sowjetrepubliken vereinigt. Die Sowjetunion ist daher ein mächtig wirkendes Beispiel und Vorbild für alle unterdrückten Völker, aus dem sie neuen Ansporn und neue Kräfte zum Kampfe gegen das imperialistische Joch schöpfen.

Der KJV unterstützt jede Bewegung gegen die imperialistische Gewaltherrschaft, nicht nur in den Kolonien und Halbkolonien, sondern auch in jenen Ländern, die formell unabhängig sind, vor allem in Mittel – und Südamerika.

Die Lage in den einzelnen Kolonien und Halbkolonien ist verschieden, je nach dem Grade, in dem der Kapitalismus in diese Länder eingedrungen ist und sich dort entwickelt hat. Während in den rückständigen Kolonien und Halbkolonien die Klassenteilung vom Standpunkte der kapitalistischen Entwicklung noch eine unvollkommene ist und noch feudale und patriarchalische Bedingungen herrschen, zeigt sich in den fortgeschritteneren eine immer deutlichere Scheidung in den Großgrundbesitz und Adel, der die Reste des Feudalismus verkörpert, die Bourgeoisie, das Kleinbürgertum, die Arbeiterklasse und die Bauernschaft.

Die Hauptforderung in den Kolonien und Halbkolonien ist die nationale Befreiung und Vereinigung und die Lösung der Agrarfrage, d.h., die Befreiung vom Feudalismus und Imperialismus. In dieser Revolution ist das Proletariat bestrebt, die demokratische Diktatur der Arbeiter und Bauern, gegründet auf die Sowjets, zu errichten.

Schon in der bürgerlich-demokratischen Etappe muss die Arbeiterklasse in den fortgeschrittenen Kolonien trachten, die Führerschaft (Hegemonie) über die Bauernschaft und das revolutionäre Kleinbürgertum zu erreichen. Infolge des unvermeidlichen Verrats der nationalen Bourgeoisie im Verlaufe der Revolution kann die bürgerlich-demokratische Revolution nur unter Führung des Proletariats zu Ende geführt werden, und nur auf diesem Wege ist der Kampf des Proletariats für seine Klassen-Endziele und für das Hinüberwachsen der bürgerlich-demokratischen Revolution in die sozialistische Revolution möglich. Der Prozess dieses Hinüberwachsens hängt von einer Reihe von Faktoren ab, unter denen folgende die entscheidende Rolle spielen: der Grad der Erfüllung der bürgerlich-demokratischen Aufgaben der Revolution; die Kraft des Proletariats und seiner Partei sowie seines Einflusses auf die Bauernschaft; Hilfe seitens des Proletariats der vorgeschrittenen kapitalistischen Länder; Hilfe seitens der bereits bestehenden sozialistischen Republiken.

Auf diesem Wege besteht für die Kolonien in der gegenwärtigen Epoche die Möglichkeit der Vermeidung der kapitalistischen Entwicklungsstufe. Denn in einem Zeitalter, da in einem riesigen Teil der Erde, der Sowjetunion, bereits die proletarische Diktatur besteht, da ferner in den vorgeschrittenen Ländern die Erkämpfung der Macht durch die Arbeiterklasse auf der Tagesordnung steht, können mit Unterstützung der proletarischen Gesamtbewegung die kolonialen Revolutionen, trotz der sozialen Unreife einzelner dieser Länder, zu einer sozialistischen Entwicklung führen.

Die werktätige Jugend, die in den Kolonien und Halbkolonien das doppelte Joch einer furchtbaren Ausbeutung und Unterdrückung tragen muss, spielt in der kolonialen Revolution eine besondere Rolle. Denn einerseits ist ein besonders großer Prozentsatz Kinder und Jugendlicher in der Produktion beschäftigt, füllt die Heere; eine bedeutender Teil der studierenden Jugend ist eng verbunden mit der Masse der Werktätigen und unterliegt einer ebenso großen Ausbeutung wie diese; andererseits ist es gerade die Jugend, die schon unter der Bedingung und in der Atmosphäre des Weltkrieges, des verschärften Druckes des Imperialismus, der revolutionären Neuerungen und Umwälzungen aufgewachsen ist, die von glühendem Hasse gegen den Imperialismus erfüllt ist und in allen revolutionären Kämpfen die größte Kühnheit und Todesverachtung an den Tag legt. Die Differenzierung der Klassen in den Kolonien wirkt sich jedoch auch in der Jugend aus. Nicht nur die Vertreter des Feudalismus und des Imperialismus, sondern auch die eigene Bourgeoisie versuchen, die Jugend unter ihren Einfluss zu bringen und gründen zu diesem Zwecke Organisationen. Die Grundbedingung auch für den Kampf der arbeitenden Jugend ist die Bekämpfung des Einflusses des Nationalreformismus in der Jugend und die unabhängige selbständige Organisation der Arbeiterjugend und der Bauernjugend.

Die Grundaufgabe der K J I für die Führung des revolutionären Kampfes der werktätigen Jugend ist die Bildung kommunistischer Jugendverbände in allen Kolonien und Halbkolonien. Der praktische Weg zur Schaffung der KJVs in den Kolonien und Halbkolonien ist nicht überall derselbe.

Gemäß des Entwicklungsgrades der Kolonien und Halbkolonien lassen sich die konkreten Aufgaben des K J I in zwei Gruppen teilen:

In den vorgeschrittenen Kolonien und Halbkolonien mit Industrie und Proletariat ist die unmittelbare Hauptaufgabe der K J I die Bildung eines KJV. Der KJV muss bestrebt sein, zur Massenorganisation und zum Führer der werktätigen Jugend sowohl in ihrem national-revolutionären als auch sozialen Kampf zu werden. Zum Zwecke der Gewinnung und Organisierung der Massen durch den KJV ist auch die Bildung verschiedener Nebenorganisationen notwendig.

Manchmal kann der KJV auch eine breite national-revolutionäre Jugendorganisation schaffen, deren Form und Inhalt von den Bedingungen des Landes und der Entwicklungsstufe der nationalen Revolution abhängt, und die im Wesentlichen den Block der Arbeiter – und Bauernjugend verkörpert. In diesem Falle muss er seine Hauptaufmerksamkeit darauf richten, von Anfang an in ihnen die führende Rolle der Arbeiterjugend und des KJV zu sichern.

In den zurück gebliebenen Kolonien mit noch nicht entwickelter kapitalistischer Klassenteilung und unentwickeltem Proletariat hat die K J I die Aufgaben:

      1. Die Sammlung der kommunistischen Elemente und die Bildung von bewusst kommunistischen Kaders und Gruppen.

      2. Die Organisierung einer breiten Massenbewegung der arbeitenden Jugend revolutionärer Befreiung vom fremden imperialistischen Joch, der Durchführung der Agrarrevolution, Herstellung des Bündnisses mit den Proletariern der kapitalistischen Länder, des Kampfes um die wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Forderungen der Jugend bei Sicherung der kommunistischen Führung.

Je mehr der Einfluss der kommunistischen Kaders oder Gruppen in die Massen eindringt, und sie sich imstande erweisen, ihren Masseneinfluss zu befestigen, desto eher wird die Herausbildung eines wirklichen kommunistischen Jugendverbandes auch in diesen Ländern erreicht.

Der KJV bekämpft entschieden die spezifischen Formen der Ungleichberechtigung und Knechtung der Frauen und Mädchen in den Kolonien: den Mädchenhandel, die frühzeitige Ehe, das Verbot der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben usw., indem er die weibliche Jugend in den allgemeinen Kampf der Werktätigen und ihrer Organisationen einbezieht.

Das große Beispiel der chinesischen Revolution und des heldenmütigen KJV Chinas haben die Richtigkeit der Generallinie der K J I für die Kolonien bewiesen. Der KJV Chinas hat sich trotz schwieriger Umstände aus einer kleinen halbstudentischen Gruppe zu einer mächtigen proletarischen Massenorganisation entwickelt. Er hat die Führung in der chinesischen Arbeiterjugend erobert und den breitesten Massen der werktätigen Jugend im Kampfe gegen den Feudalismus, Imperialismus und die eigene Bourgeoisie, im Kampfe sowohl um die Grundlosungen der Revolution wie um die unmittelbaren konkreten Bedürfnisse und Forderungen der Arbeiter – und Bauernjugend heroisch geführt. Kein noch so wilder Terror konnte ihn ausrotten, im Gegenteil, unter dem Henkerregime der Bourgeoisie und der Militaristen hielt und verstärkte er noch seine Positionen.

Die Entwicklung und der Kampf des KJV Chinas sind ein anfeuerndes Beispiel für die arbeitende Jugend Indiens, Indonesiens und der ganzen kolonialen Welt.







DIE KOMMUNISTISCHE ERZIEHUNG



DER KINDER DER WERKTÄTIGEN



Eine besondere Aufgabe der KJVs ist eine kommunistische Erziehungsarbeit unter den Kindern der Werktätigen.

Die Bourgeoisie begnügt sich nicht damit, große Massen von Kindern auszubeuten, sie knechtet sie auch geistig. Die Schulen und alle staatlichen Bildungsanstalten werden von ihr als ein Instrument der Klassenerziehung verwendet. Als Ergänzung dieser Erziehung in der Schule dienen die religiösen, reaktionären und so genannten neutralen Kinderorganisationen, die die große Masse der Kinder der Werktätigen erfassen, von der Bourgeoisie mit allen Mitteln unterstützt werden und großen Einfluss besitzen. Hand in Hand mit ihnen arbeiten die sozialdemokratischen Kinderorganisationen. Darüber hinaus sind die Kirche, Presse, Kino usw., alles Mittel, um die Kinder bürgerlich zu verseuchen. Die Arbeiterklasse stellt der Klassenerziehung der Bourgeoisie die eigene revolutionäre Klassenerziehung der proletarischen Kinder entgegen.

Zum Zweck dieser revolutionären Klassenerziehung der heranwachsenden Generation, der Organisierung ihres Kampfes gegen Ausbeutung und geistige Knechtschaft und zur Herausbildung von Kämpfern, die in den Reihen der kommunistischen Bewegung für die sozialistische Revolution und als Erbauer des Kommunismus kämpfen werden, organisieren die kommunistischen Jugendverbände unter Führung der kommunistischen Parteien kommunistische Kinderverbände (Junge Pioniere).

Die kommunistische Erziehung kann nur durchgeführt werden, indem die proletarischen Kinder eingegliedert werden in den Kampf und die Arbeit ihrer Klasse.

Grundlage der ganzen Erziehungsarbeit des kommunistischen Kinderverbandes und jeder seiner Zellen und Gruppen ist die planmäßige, doch dem kindlichen Verstande und den Interessen der verschiedenen Altersstufen angepasste Hereinziehung der Kinder in den Klassenkampf des Proletariats und in gewissen Formen ihre möglichste Hinzuziehung zur revolutionären Tätigkeit des KJV und der KP . Durch die Entwicklung eines reichen, inneren Lebens, lebendiger und vielgestaltiger Methoden der Agitation und Propaganda, die der kindlichen Natur entsprechen, Pflege der besonderen Pioniermethoden, Körperpflege, Sport, proletarische Kulturarbeit usw., erzieht der Kinderverband den kommunistischen Nachwuchs. Zu seinen Erziehungsmethoden gehört die Entwicklung einer möglichst großen Selbsttätigkeit und Selbstinitiative der Kinder innerhalb und außerhalb der Kinderorganisation.

Der kommunistische Kinderverband kämpft für die Interessen und Forderungen der breiten Massen der Kinder der Werktätigen, er kämpft gegen die wirtschaftliche Ausbeutung der Kinder, gegen Militarisierung, gegen die religiöse und nationalistische Verdummung, die in der bürgerlichen Schule kultiviert werden. Es ist seine Aufgabe, die bürgerlichen, vor allem die religiösen, nationalistischen und die sozialdemokratischen Kinderorganisationen zu bekämpfen. Indem er sich diese Aufgabe stellt, sammelt und organisiert er die breitesten Kindermassen der Werktätigen in Stadt und Land.

Der Kinderverband stellt sich in seiner Erziehungsarbeit naturgemäß einfachere Aufgaben als der KJV . Seine soziale Basis muss daher noch breiter sein als die des KJV. Der Kommunistische Kinderverband ist eine Organisation zur kommunistischen Erziehung der Kinder aller Werktätigen.

Der Kommunistische Kinderverband arbeitet unter der Leitung des Kommunistischen Jugendverbandes und auf der Grundlage der allgemeinen Führung der KP. Der KJV stellt die leitenden Kaders für den Kommunistischen Kinderverband und sorgt für die erfolgreiche Hilfe und Unterstützung von Seiten der erwachsenen Arbeiter. Der Kommunistische Kinderverband gründet seine Organisation vor allem da, wo die Massen der Kinder arbeiten und lernen, wo sie am meisten dem bürgerlichen Einfluss und der Ausbeutung ausgesetzt sind ( in Schulen – Schulzellen, in Betrieben Kinderbetriebszellen im Anschluss an die KJV-Zellen). Diese Schulzellen, bzw. Kinderbetriebszellen bilden die Grundlage der Organisation des Kommunistischen Kinderverbandes. Der KJV grenzt sich auch so in seinen Methoden und Zielen der Erziehungstätigkeit der Kinder der Werktätigen scharf von den Sozialdemokraten ab, die jede Hineinziehung des Kindes in den Klassenkampf und die Politik „ablehnen“ und an Stelle der Kinderbewegung eine Kinderpflege ohne jede Selbsttätigkeit, eine Spielorganisation mit angeblich „rein kulturellen“ Aufgaben setzen, die aber in Wirklichkeit zum Ziel hat, gehorsame Kapitalsklaven zu erziehen.







KJV UND PHYSISCHE ERZIEHUNG DER WERKTÄTIGEN JUGEND



Der KJV tritt für die körperliche Ertüchtigung und Ausbildung der werktätigen Jugend und der Werktätigen überhaupt in eigenen Turn – und Sportorganisationen auf klassenmäßiger Grundlage ein. Die Bildung von Arbeiter-Turn – und Sportorganisationen ist notwendig, um die Werktätigen – und insbesondere die werktätige Jugend auch körperlich für die Anstrengungen und Erfordernisse des revolutionären Klassenkampfes geeignet zu machen und sie den bürgerlichen Turn – und Sportorganisationen zu entziehen. Turn – und Sportorganisationen sind und können keine politisch neutralen Organisationen sein. Sie sind sowohl für die Bourgeoisie als für die Arbeiterklasse Mittel der Verstärkung ihres politischen Einflusses und Hilfsmittel zur Durchführung bestimmter Aufgaben im Klassenkampfe. Für den KJV sind die Arbeiter – Turn- und Sportorganisationen einer der wichtigsten Wege zur Erfassung und Gewinnung der Massen der arbeitenden Jugend.

In keiner anderen Arbeiterorganisation ist die Arbeiterjugend zahlenmäßig so stark erfasst, wie in den Arbeiter- Turn – und Sportorganisationen. Der Kampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat um die Jugend in den Sportorganisationen verschärft sich mit der Zunahme der Klassengegensätze. Die Bourgeoisie ist bestrebt, aus dem Sport, eines der wichtigsten Mittel der ideologischen Gewinnung der arbeitenden Jugend, ihrer militärischen Erziehung und der wirtschaftlichen Ausbeutung (Werksport, Pausenturnen, militärisches Turnen in den Schulen) zu machen. Der Kampf gegen die Bourgeoisie in der Sportbewegung ist gleichzeitig auch ein Kampf gegen die Sozialdemokratie, die durch ihre Politik den Zielen der Bourgeoisie in der Arbeiter- Turn- und Sportbewegung Vorschub leistet.

Die wichtigste Aufgabe des Kommunistischen Jugendverbandes auf diesem Gebiet ist die ideologische und organisatorische Trennung der Arbeitersportvereine von den bürgerlichen Sportbewegung und die Schaffung selbständiger Arbeitersportverbände. Zu diesem Zwecke leistet der KJV in den bürgerlichen Massensportverbänden eine Fraktions- und Zersetzungsarbeit, um ihre Mitglieder zum Übertritt in die Arbeitersportbewegung zu veranlassen und organisiert zu diesem Zweck, wo es notwendig ist, eine Opposition der Arbeiterelemente. Innerhalb der Arbeitersportbewegung sind die Aufgaben des KJV: Einbeziehung der Arbeitersportorganisationen in die täglichen Kämpfe der Arbeiterklasse und besonders in den Kampf gegen die Kriegsgefahr und gegen den Faschismus, politische und innerorganisatorische Bekämpfung (durch Fraktionen und Oppositionen) der reformistischen Führer und der reformistischen Politik, sowie der reformistischen Luzerner Sportinternationale, intensive, tagtägliche Arbeit unter den Massen der sporttreibenden Arbeiter, für die Vereinigung der Arbeitersportbewegung im Landesmaßstabe und international auf revolutionärer Grundlage, Unterstützung und Popularisierung der Roten Sportinternationale und Durchsetzung ihrer Grundsätze, Politik und Direktiven in allen Arbeiter-Turn – und Sportorganisationen, Entwicklung der Roten Sportorganisationen zu Massenverbänden.

Eine Form der körperlichen Ausbildung, die im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Faschismus und der Notwendigkeit der militärischen Selbsterziehung der Arbeiterklasse eine große Bedeutung hat, ist der Wehrsport. Der KJV arbeitet dafür, dass die Arbeitersportorganisationen in der Frage der physischen Erziehung der Jugend eng mit solchen Organisationen, wie den Roten Frontkämpferbund, der Roten Jugendfront usw. zusammenarbeiten.

Unter dem Kapitalismus ist Sport und Turnen für die Bourgeoisie ein Mittel der Erweiterung ihres politischen Einflusses, ein Instrument zur Ausbildung des Kaders für die imperialistische Armee und ein profitbringendes Geschäft. Die breiten Massen der werktätigen Jugend sind unter dem Kapitalismus der Mittel und Möglichkeiten beraubt, eine wirkliche physische Erziehung und Sporttätigkeit zu betreiben. Dies ermöglicht erst die Diktatur des Proletariats, die die Arbeitszeit des jugendlichen Arbeiters verkürzt, seine Gesundheit schützt und hebt, seine produktive Arbeit vom Standpunkte der Erziehung zu regeln beginnt, den Sport mit kollektivem Geist durchdringt und ihm die mächtigen Mittel des proletarischen Staates zur Verfügung stellt. Der beste Beweis dafür ist der glänzende Aufstieg der physischen Kultur in der Sowjetunion.





DER KAMPF UM DIE JUGEND



Die Gegner des KJV





Zwischen Arbeiterklasse und Bourgeoisie tobt in allen Ländern ein ununterbrochener Kampf um die geistige Beeinflussung und Eroberung der Jugend. Für beide kämpfenden Seiten, sowohl für die untergehende, alte, kapitalistische Gesellschaft als auch für das stürmisch vorwärts drängende Proletariat ist die Frage der Gewinnung der Jugend eine Lebensfrage. „Wer die Jugend hat, hat die Zukunft“ und „Wer die Jugend hat, hat die Armee“. Diese Sätze drücken den Kern der ganzen Frage aus.

Je schärfer die Klassengegensätze und Klassenkämpfe werden, eine je größere Rolle die Frage des Krieges spielt, desto zäher und erbitterter kämpft auch die Bourgeoisie darum, ihre geistige Herrschaft über die Jugend zu erhalten. Sie entwickelt ein ganz verwickeltes System der Faschisierung und Militarisierung der Jugend, dessen Tätigkeit schon im frühen Kindesalter in der Schule beginnt und dessen wichtigste und gefährlichste Hebel die verschiedenen bürgerlichen Jugendorganisationen sind.

Der Faschismus ist eine Form der bürgerlich-imperialistischen Reaktion, die durch schärfsten Terror und blutige Angriffe gegen die Arbeiterklasse deren revolutionäre Vorhut zu vernichten trachtet; gleichzeitig stützt sich aber der Faschismus durch soziale Demagogie und Korruption auf gewisse kleinbürgerliche Schichten der Stadt und des Landes und strebt danach, auch in die Arbeiterschaft einzudringen. Der Faschismus wendet besondere Aufmerksamkeit der geistigen Verderbung und der Gewinnung der arbeitenden Jugend zu, die er durch besondere Methoden anzuziehen trachtet. Eng verbunden und verwandt mit dem Faschismus, oft ein gemeinsames Ganzes mit ihm, sind die verschiedenen staatlichen und „neutralen“, obligatorischen und „freiwilligen“ Organisationen zur militärischen Ausbildung der Jugend.

Die Bourgeoisie entwickelt ein ganzes Netz besonderer Jugendorganisationen, die sich an die breiten Massen der werktätigen Jugend wenden, deren politische Farben vom Faschismus bis zum Sozialpazifismus gehen, und die sich mit allen Fragen des Lebens der Jugend, angefangen von rein politischen Kampfaufgaben bis zum Sport und zu den elementarsten kulturellen Nöten der Jugend, beschäftigen. In dieses vielgestaltige System gehören sowohl militärische Ausbildungsorganisationen und bürgerliche Sportorganisationen, als auch religiöse Vereine und pazifistische Organisationen. Besonders zahlreich unter der arbeitenden Jugend sind die bürgerlichen Sport – und die religiösen Organisationen verbreitet, die ihr der Arbeiterschaft klassenfeindliches Wesen geschickt unter der Maske des neutralen und vaterländischen Sportes oder der Religion verbergen. Für die arbeitende Jugend sind außerordentlich gefährlich auch die verschiedenen bürgerlichen und kleinbürgerlichen pazifistischen Organisationen, die in Wirklichkeit nur die Kriegsrüstungen des Imperialismus verstecken und vom wirklichen Kampf gegen den imperialistischen Krieg und das kapitalistische System ablenken.

Auch auf dem Lande leisten verschiedene Jugendorganisationen unter Führung großbäuerlicher Elemente, der Gutsbesitzer und der Kirche die Arbeit der Bourgeoisie.

Im Kampfe um die Jugend erfüllt der sozialdemokratische Reformismus in seinen verschiedenen Formen die Rolle einer Hilfstruppe der Bourgeoisie. Die sozialdemokratischen Parteien aller Schattierungen sind die direkten und indirekten Verbündeten der Bourgeoisie im Lager des Proletariats geworden. Sie suchen den Kapitalismus vor seinem Untergang zu bewahren und stellen sich die Aufgabe der Mithilfe am Wiederaufbau und der Festigung der kapitalistischen Gesellschaft. Die sozialdemokratischen Parteien treten für die Stärkung des Militarismus in den einzelnen Ländern und unter einer sozialistischen Maske für die Ziele ihrer imperialistischen Bourgeoisie (Sozialimperialismus). Sie widersetzen sich mit allen Mitteln dem revolutionären Kampfe der Arbeiterklasse und verraten nicht nur die Endziele, sondern auch die elementaren Tagesforderungen der Arbeitermassen. Die sozialdemokratischen Parteien sind daher nichts anderes als bürgerliche „Arbeiterparteien“, Arbeiterparteien nur der Zusammensetzung und dem Namen nach, der Rolle und dem Wesen nach aber bürgerlich und reaktionär. Ohne Unterstützung der Sozialdemokratie wäre es dem Kapitalismus nicht möglich, die Flut der Revolution, die ihn zu verschlingen droht, einzudämmen. Deshalb ist der sozialdemokratische Reformismus für den Kommunistischen Jugendverband der unmittelbarste und wichtigste Gegner in der Arbeiterjugend.

Die sozialistischen Jugendorganisationen sind zusammen mit den sozialdemokratischen Parteien diesen Weg der Entartung zu bürgerlichen Arbeiterorganisationen, die für Klassenfrieden und den Aufbau des Kapitalismus sind, zu Ende gegangen. Diese Verbürgerlichung zeigt sich nicht nur in ihrer allgemeinen politischen Einstellung, sondern auch in ihrer Theorie und praktischen Tätigkeit auf dem Gebiete der Jugendfragen. Die sozialdemokratischen Jugendorganisationen sind wir die sozialdemokratischen Parteien ein Hindernis auf dem Wege der Befreiung der Arbeiterjugend, das weggeräumt werden muss.

Eine besonders gefährliche Schattierung des sozialdemokratischen Reformismus ist die so genannte „linke“ (zentristische) Sozialdemokratie, die ihre völlige, tatsächliche Übereinstimmung mit dem sozialdemokratischen Reformismus reaktionärster Färbung und ihre Revolutionsfeindllichkeit mit scheinrevolutionären „linken“ Phrasen verdeckt. Der „linke“ Flügel der Sozialdemokratie dient somit in Wirklichkeit nur dem Zwecke eines besonders raffinierten Betrugs der Arbeiterschaft, und seine Rolle ist es, vor allem jene Arbeiter zu täuschen und bei der Sozialdemokratie (d.h., bei der Bourgeoisie) zu halten, die sich schon auf dem Wege zum Kommunismus befinden. Daher ist diese Abart des sozialdemokratischen Reformismus ein noch gefährlicherer Gegner als die offenen Feinde des Kommunismus, als die offenen Anhänger des Sozialimperialismus.

Nichts anderes als eine Abart des Reformismus sind heute auch Anarchismus und Anarcho-Syndikalismus, die die Notwendigkeit der proletarischen Diktatur, der proletarischen Partei und der proletarischen Zentralisation verneinen, den Aufstand als Kampfform der Arbeiterklasse verwerfen und die Sowjetunion bekämpfen.

Der sozialdemokratische Reformismus hat in seiner mehr politischen Form, als sozialistische Jugendorganisation, in der Arbeiterjugend nicht denselben Umfang angenommen, wie die sozialdemokratischen Parteien unter der erwachsenen Arbeiterschaft, da es in der Arbeiterjugend keine Arbeiteraristokratie im wirklichen Sinne des Wortes gibt. Jedoch sucht der Reformismus seinen Einfluss auf die Jugend auch in anderen, äußerlich unpolitischen Formen zu erstrecken. Dazu bedient er sich der reformistisch geführten Gewerkschaften, der reformistischen Turn- und Sportorganisationen, Wandervereine, Kultur-Jugendorganisationen usw. Auf diese Weise übt er einen bedeutenden Einfluss auf die Arbeiterjugend aus.

Auch in den Kolonien spielt sich zwischen den reaktionären und den revolutionären Kräften ein Kampf um die Jugend ab. Sowohl die Bourgeoisie der unterdrückenden imperialistischen Staaten, als auch Grundbesitzer und Geistlichkeit der Kolonien und Halbkolonien suchen durch verschiedene Organisationen die Jugend in ihren Bann zu ziehen. Die größte Rolle spielen dabei die Ausnutzung der religiösen Lehren (christliche, buddhistische, mohammedanische usw.), daneben aber auch die verschiedenen Formen des Nationalreformismus der Bourgeoisie in den Kolonien. Beispiele dafür sind der Sun-Yet-Senismus und Ghandismus, die auf einer bestimmten Stufe eine gewisse Rolle in der anti-imperialistischen Bewegung spielten, aber heute, auf der neuen Entwicklungsstufe, zu einer reaktionären Macht wurden. Der Sun-Yat-Senismus verdeckt die Teilung in Klassen durch den verschwommenen Begriff des „Volkes“ und wird daher auf einer bestimmten Stufe zu einem gefährlichen Hindernis der Entwicklung des Klassenkampfes durch die Arbeiterklasse und Bauern. Der Ghandismus predigt die Duldung, die Widerstandslosigkeit gegenüber den Unterdrückern, den Verzicht auf den Klassenkampf, die Rückkehr zur reaktionären Wirtschafts- und Lebensform und richtet sich daher gegen den revolutionären Kampf der werktätigen Massen.

Der KJV führt einen energischen Kampf gegen alle bürgerlichen Jugendorganisationen und Vereinigungen. Dieser Kampf steht in engster Beziehung zum Gesamtkampf der Arbeiterklasse und KP gegen die bürgerlichen Parteien und die Bourgeoisie überhaupt, deren Organe diese Jugendorganisationen sind. Der KJV sucht die jugendlichen Werktätigen, die in diesen Organisationen sind, für die Arbeiterklasse und zum Eintritt in deren Klassenorganisationen und in den KJV zu gewinnen. Mit besonderer Entschiedenheit und allen Mitteln kämpft der KJV im Bund mit den anderen Organisationen der Arbeiterklasse (vor allem RFB und Rote Jungfront) gegen die faschistischen Organisationen.

Der KJV setzt sich die Beseitigung des sozialdemokratischen, syndikalistischen und anarchistischen Einflusses auf die Jugend und die Liquidierung der Jugendorganisationen dieser Richtungen zum Ziele. Der KJV bemüht sich, die heute noch unorganisierten oder durch die Bourgeoisie und Sozialdemokratie irre geleiteten Massen der Arbeiterjugend auf den richtigen Weg des proletarischen Klassenkampfes zu führen und strebt die endgültige Vereinigung der gesamten Arbeiterjugend auf dem Boden des Kommunismus an. Seinerzeit haben die reformistischen und zentristischen sozialdemokratischen Jugendverbände, besonders nach dem Kriege, die einzige, revolutionäre Jugendinternationale verlassen und eine so genannte „internationale“ Sonderorganisation der Spalter errichtet. Sie haben die Spaltung der Arbeiterjugend vollzogen, was sie aber nicht hindert, demagogisch für die „Einheit“ einzutreten. Sie haben damit selbst bewiesen, dass die Vertreibung der sozialdemokratischen Jugendführer aus den Reihen der proletarischen Jugendbewegung unvermeidlich war. Eine organisatorische und politische Einheit (d.h., Vereinigung) zwischen KJV und sozialdemokratischen Jugendorganisationen ist unmöglich, da diese die Politik der sozialdemokratischen Parteien, dem Wesen nach bürgerliche Parteien, betreiben und ihnen angeschlossen sind. Die Vereinigung der gesamten Arbeiterjugend kann und wird nur auf dem Boden der KI und der K J I erfolgen.

Während der KJV einen Kampf gegen die gegnerischen Organisationen als solche führt, sucht er jedoch zum Kampfe um die Forderungen der Arbeiterjugend die werktätigen Mitglieder dieser Organisationen und überhaupt alle jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen, sowohl die in den verschiedenen Organisationen befindlichen wie auch die Parteilosen zu gewinnen. Der KJV sieht in dem Kampf um die proletarische Einheitsfront der Massen der Arbeiterjugend, der Einheitsfronttaktik, für die ganze Dauer der revolutionären Periode eines der wichtigsten Mittel zur revolutionären Mobilisierung und Gewinnung der jugendlichen Arbeiter und zur Entlarvung der reformistischen Führer, die sich der Einheitsfront und dem Kampfe der Massen entgegenstemmen.



Über alle Grenzen hinweg, trotz aller Schutzmaßnahmen der Imperialisten und ihrer reformistischen Helfershelfer, bildet die arbeitende Jugend aller Länder unter Führung der K J I ein einziges kämpfendes Heer.

Die revolutionäre Jugend, sie war die heißeste, reinste Flamme der bisherigen Revolution, sie wird auch weiterhin die glühendste, unauslöschbare Flamme der Revolution des Weltproletariats sein.

Gemeinsam mit ihren erwachsenen Brüdern in den Reihen der Kommunistischen Internationale, zu deren Kampfreihen die K J I gehört, marschiert die arbeitende Jugend aller Länder dem großen Ziele entgegen:

Sturz des Weltkapitalismus, Sieg des Weltkommunismus und damit auch völlige Befreiung der arbeitenden Jugend aus ihrer heutigen Knechtschaft.

Wir haben den Kampf aufgenommen !

Gegen eine Welt bürgerlicher Feinde, gegen die Verräter unserer Fahnen !

Keine Henker, Standgerichte und Galgen werden unsere Rufe ersticken !

Unsere Taten und Opfer werden die Henker und Spötter verstummen machen !

Für den endlichen Sieg bürgt uns der eherne Gang der Entwicklung, unsere geschichtliche Einsicht, unsere kommunistische Erkenntnis, die Begeisterung und kühne Entschlossenheit unserer jungen Herzen.

Jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen, werktätige Jugend aller Länder ! Schließt die Reihen !



Vereinigt euch unter dem

roten Banner der

Kommunistischen Jugendinternationale !







Nachwort und Aufruf

der Kommunistischen Internationale

(Stalinisten-Hoxhaisten)

Februar 2010



Die Gründung der Kommunistischen Jugend-Internationale bedeutete die Vorstufe zur endgültigen Befreiung der kommunistischen Weltjugend.

Die revolutionäre Jugend, sie war die heißeste, reinste Flamme aller bisherigen Formationen der Klassengesellschaft. Sie war es in der Zeit, als die erste Jugendinternationale 1907 in Stuttgart gegründet wurde; sie war es als die Kommunistische Jugendinternationale im Jahre 1919 gegründet wurde; sie war es, als dieses Programm im Jahre 1928 verabschiedet wurde, sie ist es heute und sie wird auch weiterhin die glühendste, unauslöschbare Flamme der Revolution des Weltproletariats sein.


Sturz des Weltkapitalismus, Sieg des Weltkommunismus und damit auch völlige Befreiung der arbeitenden Jugend aus ihrer heutigen Knechtschaft

An dieser weltrevolutionären Linie der kommunistischen Weltjugend hat sich bis heute nichts geändert.

Für den endlichen Sieg bürgt uns der eherne Gang der Entwicklung, unsere geschichtliche Einsicht, unsere kommunistische Erkenntnis, die Begeisterung und kühne Entschlossenheit von immer neuen jungen Herzen auf der ganzen Welt.

Keine Macht der Welt wird die revolutionäre Weltbewegung der kommunistischen Jugend aufhalten !

Die Kommunistische Jugend-Internationale ist im Wesen nie gefallen, lebt bis heute fort und wird auch in Zukunft weiter leben, denn sie lässt sich leiten von den unbesiegbaren Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha,

den 5 Klassikern des Marxismus – Leninismus !


Die revolutionäre Jugend lässt sich leiten vom Stalinismus-Hoxhaismus, von der Theorie und Taktik der weltproletarischen Revolution im Allgemeinen und die Theorie und Taktik der Weltdiktatur des Proletariats im Besonderen.



Das Programm der Kommunistischen Jugendinternationale aus dem Jahre 1928 ist für die heutige revolutionäre Jugend ein leuchtender Stern, ein großer historischer Schatz für die globalisierte kommunistische Weltjugendbewegung und seine Umsetzung in die Praxis eine ehrenvolle Verpflichtung für jeden jungen Kommunisten auf der ganzen Welt.

Die revolutionäre Weltjugend von heute und morgen wird mit ihrer vollen Kraft für die vollständige Erfüllung dieses Programms kämpfen, es weiter entwickeln und auf die heutigen, veränderten Weltverhältnisse korrekt anwenden. Sicherlich, in den mehr als 80 Jahren hat sich die Welt, hat sich die Jugend geändert, aber unsere Ziele sind nach wie vor dieselben geblieben. Die Notwendigkeit des Wiederaufbaus der Kommunistischen Internationale ist dringender denn je und die Voraussetzungen hierfür nie besser als heute. Die weltproletarische Jugend besitzt keine andere Waffe im Kampf um seine revolutionäre Befreiung als seine Weltorganisation, die ihre Kampfabteilungen in allen Ländern in sich vereint und zentralistisch führt.


Die höchste Form der jungproletarischen Klassenorganisation ist die stalinistisch-hoxhaistische Jugendinternationale,

die Jugend - Internationale weltbolschewistischen Typs, die K J I ( SH ) .



Die stalinistisch-hoxhaistische Jugend-Internationale ist die bewusste Trägerin der stalinistisch-hoxhaistischen Klassenbewegung der weltproletarischen Jugend.



Die K I J ( SH ) verpflichtet sich zur Fortsetzung der ruhmreichen Tradition der K I J Lenins und Stalins.



Bauen wir wieder die starke

Kommunistische Jugendinternationale Lenins und Stalins auf !

Es lebe die neue

K J I

(Stalinisten – Hoxhaisten ) !







Exekutivkomitee der Komintern (SH), Februar 2010