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III. Weltkongress der Komintern

Resolution zur Organisation der Kommunistischen Internationale

(angenommen in der 24. Sitzung des III. Weltkongresses vom 12. Juli 1921)


[nach Thesen und Resolutionen des III. Weltkongresses der Kommunistischen Internationale. Hamburg 1921, S. 143-146]



Die Exekutive der KI soll so ausgebaut werden, dass es ihr möglich wird, zu allen Aktionsfragen des Proletariats Stellung zu nehmen. Über die bisherigen allgemeinen Aufrufe zu solchen kritischen Fragen hinaus, soll die Exekutive mehr und mehr dazu übergehen, Mittel und Wege zu finden, um die praktische Initiative für ein einheitliches organisatorisches und propagandistisches Auftreten der verschiedenen Sektionen in den internationalen Streitfragen herbeizuführen.

Die KI muss zu einer Internationale der Tat heranreifen, zur internationalen Leitung des gemeinsamen täglichen Kampfes des revolutionären Proletariats aller Länder.

Voraussetzung dafür ist:


1.

Die der KI angeschlossenen Parteien müssen alles daran setzen, um mit der Exekutive die engste und eifrigste Verbindung aufrecht zu erhalten, sie müssen nicht nur die besten Vertreter ihres Landes für die Exekutive stellen, sondern mit Umsicht und Zähigkeit die dauernde gute Information der Exekutive betreiben, damit die Exekutive auf Grund wirklicher Dokumente und gründlicher Materialien zu den auftauchenden politischen Problemen Stellung nehmen kann. Zur fruchtbringenden Verarbeitung dieses Materials muss die Exekutive für alle Spezialgebiete Abteilungen organisieren. Außerdem ist bei der Exekutive ein internationales ökonomisch-statistisches Institut für Arbeiterbewegung und Kommunismus zu errichten.


2.

Die angeschlossenen Parteien müssen untereinander, insbesondere wenn sie benachbart sind, und deshalb an den politischen Konflikten, die sich aus den kapitalistischen Gegensätzen ergeben, gleich stark interessiert sind, die engste informatorische und organisatorische Verbindung unterhalten. Durch gegenseitige Beschickung ihrer wichtigsten Konferenzen und durch den Austausch geeigneter Kräfte kann dieses gemeinsame Aktionsverhältnis gegenwärtig am zweckmäßigsten angebahnt werden. Dieser Austausch geeigneter Kräfte muss unverzüglich zu einer ständigen Einrichtung aller irgendwie leistungsfähigen Sektionen werden.


3.

Die Exekutive soll die notwendige Verschmelzung aller nationalen Sektionen zu einer einheitlichen internationalen Partei der gemeinsamen proletarischen Propaganda und Aktion dadurch fördern, dass sie in Westeuropa eine in allen wichtigeren Sprachen erscheinende politische Korrespondenz herausgibt, durch welche die Auswertung der kommunistischen Idee immer einheitlicher und klarer gestaltet werden muss und die durch zuverlässige und gleichmäßige Information die Grundlagen für ein aktives, gleichzeitiges Auftreten verschiedener Sektionen schaffen soll.


4.

Durch Entsendung bevollmächtigter Vertreter der Exekutive in die Sektionen kann die Exekutive das Streben nach einer wirklichen Internationale des gemeinsamen täglichen Kampfes des Proletariats aller Länder organisatorisch wirksam unterstützen. Diese Vertreter haben die Aufgabe, die Exekutive mit den besonderen Bedingungen bekannt zu machen, unter denen die Kommunistischen Parteien der kapitalistischen und der Kolonialländer zu kämpfen haben. Sie haben ferner dafür zu sorgen, dass diese Parteien in der intimsten Verbindung sowohl mit der Exekutive als auch untereinander bleiben, um die Schlagkraft beider zu erhöhen. Die Exekutive soll ebenso wie die Parteien dafür sorgen, dass der Verkehr zwischen ihr und den einzelnen angeschlossenen Parteien sowohl persönlich durch Vertrauensmänner, als auch durch schriftliche Korrespondenzen häufiger und schneller vor sich geht, als es bisher der Fall war, so dass zu allen großen politischen Fragen eine übereinstimmende Stellungnahme herbeigeführt wird.


5.

Um diese außerordentlich gesteigerte Tätigkeit entfalten zu können, muss die Exekutive erheblich erweitert werden. Die Sektionen, denen vom Kongress 40 Stimmen zugesprochen wurden, sowie die Exekutive der Kommunistischen Jugendinternationale haben in der Exekutive je zwei Stimmen, die Sektionen, welche auf dem Kongress 30 und 20 Stimmen hatten, haben je eine Stimme. Die Kommunistische Partei Russlands verfügt wie bisher über fünf Stimmen. Die Vertreter der übrigen Sektionen haben beratende Stimmen. Den Präsidenten der Exekutive wählt der Kongress. Die Exekutive wird beauftragt, drei Sekretäre zu bestellen, die womöglich verschiedenen Sektionen zu entnehmen sind. Neben ihnen sind die Mitglieder der Exekutive, die von den Sektionen entsendet werden, verpflichtet, sich an der Erledigung der laufenden Arbeiten durch ihre besonderen nationalen Abteilungen oder durch die Übernahme der Bearbeitung ganzer Sachgebiete als Referenten zu beteiligen. Die Mitglieder des geschäftsführenden engeren Büros werden von der Exekutive besonders gewählt, in der Regel aus den Reihen der Mitglieder der Exekutive: Ausnahmen sind in besonderen Fällen zulässig.


6.

Der Sitz der Exekutive ist Russland, der erste proletarische Staat. Die Exekutive soll jedoch auch durch Konferenzen, die sie außerhalb Russlands organisiert, ihren Wirkungskreis zu erweitern suchen, um die organisatorische und politische Führung der gesamten Internationale fester zu zentralisieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

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