Anti-Komintern

Faschistische Internationale gegen die Komintern und den Weltbolschewismus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KOMINTERN (SH)

Wolfgang Eggers - 30. September 2019

herausgegeben als Beitrag zur Serie: "100 Jahre Komintern"


Unsere Haltung zur Anti-Komintern

 

Wir halten unsere Kritik an den revisionistischen Führern der Komintern in der Frage ihres unterlassenen Kampfes gegen die Anti-Komintern für gerechtfertigt.

Für die Komintern ist die Anti-Komintern eigentlich nie ein nennenswertes Thema gewesen. Dimitroff erwähnt den Antikomintern Pakt nur ganz beiläufig im Zusammenhang mit der englischen und französischen Imperialisten, die sich über Hitlers Kampf gegen den Weltbolschewismus gefreut und dessen Kriegspläne gegen die Sowjetunion anfangs befürwortet und begrüßt hätten.

Wir haben kein einziges Dokument gefunden, in dem die Komintern selber gegen die Anti-Komintern überhaupt Stellung genommen hat, geschweige denn, es als ihre Pflicht angesehen hätte, die Anti-Komintern zu entlarven, zu bekämpfen und zu zerschlagen. Die Komintern führte keinen gezielten Klassenkampf gegen die Anti-Komintern. Das ist nicht nur erstaunlich, sondern auch ungeheurlich und durch nichts Anderes, als durch die kapitulantenhafte Haltung der revisionistischen Führer der Komintern zu erklären. Browder in den USA und Revisionisten aller anderen Länder (wie Kuusinen, Ulbricht und Pieck, Togliatti, Thorez etc.) waren Dimitroffs Kollaborateure bei der Auflösung der Komintern. Die Auflösung der Komintern vollzog sich also nicht nur objektiv im Dienste der Auslöschung der Weltrevolution, wie sie von der Anti-Komintern nach dem VII. Weltkongress der Komintern betrieben wurde. Offener faschistischer Angriff auf die Komintern und ihre gleichzeitige revisionistische Zersetzung von innen heraus, so ist die Weltbourgeoisie damals taktisch gegen den Kommunismus vorgegangen, und so geht sie auch heute vor.

Dimitroff selber, als Vorsitzender der Komintern, hat nie als Weltbolschewist gegen die Anti-Komintern gekämpft. Wie sollen wir Stalinisten-Hoxhaisten dies anders, als einen Verrat an der Komintern bezeichnen. Wird die Komintern angegriffen, muss man sie gegen diesen Angriff verteidigen und zum Gegenangriff übergehen bis der Feind vernichtet ist. In unseren Augen stellte die Anti-Komintern einen bedeutenden internationalen Angriff auf die Komintern dar, der sich nicht unter den Teppich kehren lässt. Die Anti-Komintern war ein Staatenbündnis (!) gegen den Weltbolschewismus. Genauso, wie die Sowjetunion damals Basis und Hebel der Weltrevolution war, so war das faschistische Staatenbündnis der Anti-Komintern Basis und Hebel zur Auslöschung der Weltrevolution. Und auch bis heute geht der Anti-Kommunismus im Wesentlichen von den Staaten, vom gesamten imperialistischen Weltstaatensystem aus. Die ganze Weltgesellschaft ist seit der Anti-Komintern mit Anti-Kommunismus verseucht, um den Weltbolschewismus zu stoppen.

Die faschistische Propaganda der Anti-Komintern gegen die Komintern wurde international, in verschiedenen Sprachen veröffentlicht und in Millionenauflage verbreitet. Der ideologische Einfluss der Anti-Komintern auf die breiten Massen wird heute weitestgehend verschwiegen, genauso wie der heute systematisch verbreitete Antikommunismus in allen staatlichen und privaten Medien der Welt verschwiegen wird.

Die Anti-Komintern war die internationale Speerspitze der Organisierung antikommunistischer Propaganda, die bis heute nichts an ihrer aktuellen Vorbildfunktion eingebüßt hat. Dem Wesen und Zweck nach hat sich zwischen dem Anti-Kommunismus der Anti-Komintern und dem heutigen Anti-Kommunismus nichts geändert. Hier nur ein Propaganda-Beispiel der Anti-Komintern:

"Der Weltbolschewismus ist die gewaltigste Organisation der Unterwelt, des Verrats, der Verschwörung und des Verbrechens im Weltmaßstab" - Alfred Ehrt, antikommunistischer Chefpropagandist von Goebbels.

Oder zitieren wir Goebbels' Worte:

"Der rote Ansturm aus dem Osten wird an den Wällen des Nationalsozialismus abprallen.

Ziel der bolschewistischen Propaganda ist die Weltzerstörung. Darum auch ist der Kampf gegen diese Gefahr im wahrsten Sinne des Wortes ein Weltkampf.

Der Bolschewismus ist die Diktatur der Minderwertigen. Es handelt sich bei ihm um einen pathologischen, verbrecherischen Wahnsinn, nachweisbar von Juden erdacht und von Juden geführt mit dem Ziel der Vernichtung der europäischen Kulturvölker und der Aufrichtung einer international-jüdischen Weltherrschaft über sie. Terror, Mord und Bestialität sind die charakteristischen Merkmale jeder bolschewistischen Revolution.

Die Idee des Bolschewismus, d. h. der skrupellosen Verwilderung und Auflösung jeder Sitte und Kultur mit dem diabolischen Zweck der Vernichtung der Völker überhaupt, konnte nur im Gehirn von Juden erdacht werden.

Wenn wir Nationalsozialisten von der ersten Stunde unseres politischen Denkens an bis zu heutigen Tage den Kampf gegen diese Weltgefahr mit aller Rücksichtslosigkeit durchgeführt haben, haben wir dabei in keiner Weise antisozialistische oder gar kapitalistische Interessen verfochten. Unser Kampf gegen den Bolschewismus ist kein Kampf gegen, sondern gerade für den Sozialismus, aus der tiefen Erkenntnis heraus geboren, dass wahrer Sozialismus nur verwirklicht werden kann, wenn seine gemeinste und kompromittierende Missgeburt, der jüdische Bolschewismus, aus dem Felde geräumt ist.

Der Bolschewismus muss vernichtet werden."

Dieses Ziel der Vernichtung des Weltbolschewismus hat die Weltbourgeoisie bis heute nie aufgegeben und wird dieses Ziel auch niemals aufgeben.

Wir Stalinisten-Hoxhaisten sind heute die einzigen Verfechter des Weltbolschewismus, den zu vernichten die Nazis die Anti-Komintern gegründet hatten. Es wäre für uns damals völlig undenkbar gewesen, den Angriff der Nazis auf den Weltbolschewismus nicht mit einem erbitterten Kampf gegen die Anti-Komintern, gegen die faschistische Internationale, zu beantworten. Uns ist heute vollkommen klar, dass die Komintern (SH) als Basis und Hebel des Weltbolschewismus unvermeidlich zum allerersten Angriffsziel des Weltimperialismus werden muss, der sein Ziel, den Weltbolschewismus zu vernichten, niemals aufgeben und alle internationalen anti-kommunstischen Kräfte um sich sammeln, vereinigen und gegen die Komintern (SH) organisieren wird. Je mehr der Weltimperialismus jedoch gegen die Komintern (SH) vorzugehen gezwungen ist, desto größer wird die Sympathie der Völker für die Komintern (SH) in der ganzen Welt sein, desto gefährlicher ist es daher für den Weltimperialismus, sich mit der Komintern (SH) anzulegen. Jeder Angriff auf die Komintern (SH) verstärkt unweigerlich die revolutionäre Weltfront gegen Faschismus und Imperialismus. Der Weltimperialismus wird jedoch anders enden, als die Herrschaft des Hitlerreiches endete - nämlich diesmal mit dem vollständigen Sieg des Weltbolschewismus. Weder mit Mauern, Blockaden und Stacheldraht oder Verboten, noch mit faschistischer Ideologie, die der Ausbreitung und Rechtfertigung des faschistischen Terrors dient, lässt sich die revolutionäre Idee des Weltbolschewismus aufhalten. Der heutige Antikommunismus, der auf der faschistischen Anti-Komintern aufgebaut ist, ist zum Scheitern verurteilt.

Die USA waren nach dem Krieg die Fortsetzer der Organisierung des Kampfes gegen den Weltbolschewismus und holten sich hierfür die alten Nazi-Propagandisten in die USA zur Hilfe. Es ist kein Zufall, dass die Formierung einer faschistischen Internationale von den USA ausgegangen ist ("Die NAZI-Internationale": World Union of National Socialists (WUNS).

Nach dem Krieg hatten sich die Faschistens weiterhin international ausgerichtet. Sie organisierten internationale Konferenzen, gründeten internationale Organisationen und veröffentlichten internationale Publikationen. Diese faschistischen Allianzen sind im Antikommunismus verwurzelt und knüpfen direkt an die Anti-Komintern an, wie zum Beispiel die "World Anti-Communist League" (WACL). Heute operieren die Faschisten auch gemeinsam vernetzt in Europa, Russland und überall auf der Welt. Deswegen werden wir die Internationalisierung der faschistischen Organisationen niemals unterschätzen und auf Leben und Tod bekämpfen.

* * *

Die Gründung der Anti-Komintern war nicht nur ein Angriff auf die Komintern selbst, sondern auch und vor Allem ein Angriff auf die Sowjetunion. Stalin weist auf die Kollaboration zwischen den Trotzkisten und den Faschisten gegen die Sowjetunion hin. Wir Stalinisten-Hoxhaisten möchten ergänzen, dass auch die revisionistischen Führer der Komintern zu den Schädlingen gehörten. Sie unterscheiden sich von den Trotzkisten nur dadurch, dass sie ihre wahren Absichten hinter Schwüren auf Stalin verborgen hielten. Erst nach dem Tod Stalins und insbesondere nach dem 20. Parteitag der KPdSU, haben sich die ehemaligen revisionistischen Führer der Komintern als wahre Stalinhasser entpuppt.

Stalin sagte, dass es in unserer Zeit nicht einfach ist, sich in einen Krieg zu stürzen und dabei die öffentliche Meinung zu ignorieren. Deshalb beschlossen die faschistischen Führer, bevor sie zu kämpfen begannen, die öffentliche Meinung zu manipulieren und die Völker irrezuführen. Eben zu diesem Zweck wurde auch die Anti-Komintern gegründet.

 

STALIN:

Man muss immer daran denken und darf nie vergessen, dass es, solange es eine kapitalistische Umkreisung gibt, auch Schädlinge, Diversanten, Spione, Terroristen geben wird, die von den Spionageorganen ausländischer Staaten ins Hinterland der Sowjetunion geschickt werden; man muss daran denken und den Kampf gegen jene Genossen führen, die die Bedeutung der Tatsache der kapitalistischen Umkreisung unterschätzen, die die Kraft und Bedeutung des Schädlingswesens unterschätzen.

Bündnis mit den faschistischen Kräften Deutschlands und Japans zur beschleunigten Entfesselung eines Krieges gegen die Sowjetunion, Kampf für den Krieg und gegen die Politik des Friedens, territoriale Zerstückelung der Sowjetunion unter Auslieferung der Ukraine an die Deutschen und des fernöstlichen Küstengebiets an die Japaner, Vorbereitung der militärischen Niederlage der Sowjetunion im Falle eines Überfalls feindlicher Staaten und, als Mittel zur Erreichung dieser Ziele, Schädlingsarbeit, Diversionsakte, individueller Terror gegen die Führer der Sowjetmacht, Spionage zugunsten der japanisch-deutschen faschistischen Kräfte - das ist die von Pjatakow, Radek und Sokolnikow entwickelte politische Plattform des heutigen Trotzkismus.

Es ist notwendig, die faule Theorie zu zerschlagen und beiseite zu werfen, dass der Klassenkampf bei uns mit jedem Schritt unseres Vormarsches mehr und mehr erlöschen müsse, dass der Klassenfeind in dem Maße, wie wir Erfolge erzielen, immer zahmer werde."

Wenn Stalin hier ganz richtig von der Schädlingsarbeit der Trotzkisten spricht, so zählen wir die modernen Revisionisten, beginnend mit den revisionistischen Führern der Komintern seit dem VII. Weltkongress, auch dazu.

Die modernen Revisionisten - damals- und die Neo-Revisionisten - heute - sind die Wegbereiter und Träger des Antikommunismus innerhalb der internationalen Arbeiter- und kommunistischen Weltbewegung, sind Werkzeuge des Anti-Kommunismus der Weltbourgeoisie, sind Zwillingsbrüder des Weltfaschismus.

 

 

I

Unsere rote antifaschistische Weltfront ist ausgerichtet auf den Kampf gegen die faschistischen Internationale, gegen eine Anti-Komintern 2.0.

Aus dem Verrat Dimitroffs, der sich hier insbesondere in der Kapitulation vor der Anti-Komintern gezeigt hat, ziehen wir Stalinisten-Hoxhaisten die wichtige Lehre, dass die Komintern (SH) weder vor einer sozialfaschistischen, noch vor einer faschistischen Internationale kapitulieren darf, sondern einen erbitterten Klassenkampf gegen diese führen muss, bis beide restlos vernichtet sind.

Wir haben erkannt, dass die Zusammenarbeit von Faschisten und Sozialfaschisten auf globaler wie auf nationaler Ebene mannigfaltig vernetzt ist, um den Klassenkampf gegen das revolutionäre Weltproletariat, den Weltbolschewismus und die weltbolschewistische Partei, die Komintern (SH) zu organisieren. Diese Vernetzung existiert nicht erst seit dem Internet, sondern bereits vor, während und nach der Gründung der Anti-Komintern.

Die Anti-Komintern war alles Andere als nur ein propagandistischer Nebelvorhang, hinter dem sich das offen faschistische, imperialistische Weltlager Hitlers auf seinen imperialistischen Raubkrieg zur Neuverteilung der Welt vorbereitete. Selbst bürgerliche Historiker haben bestätigt, dass die antikommunistische Propaganda der Anti-Komintern vom konkurrierenden anglo-amerikanischen Weltlager des Imperialismus nicht nur begrüßt, sondern auch materiell und ideologisch unterstützt wurde. Gegeneinander führten die beiden imperialistischen Weltlager einen imperialistischen Weltkrieg, aber im Kampf gegen den Weltbolschewismus waren sie sich einig, weil sie sich gleichermaßen vom "roten Weltimperialismus" bedroht fühlten. Das anglo-amerikanische Weltlager ging ein Kriegsbündnis mit der Sowjetunion nur deswegen ein, um mit ihrer Hilfe zuerst den größten Konkurrenten, das faschistisch-imperialistische Weltlager Hitlers auszuschalten, um danach die Sowjetunion, das stalinistische Weltlager und schließlich die ganze kommunistische Weltbewegung zu liquidieren.

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, dass die faschistische Ideologie die internationale Ideologie der verfaulten, parasitären und sterbenden Klasse der Weltbourgeoisie ist, die sowohl mit ihrer ökonomisch-materiellen Basis als auch mit ihrem globalen Überbau, insbesondere mit ihrem terroristisch-imperialistischen Staatensystem, dem aufstrebenden, revolutionären Weltproletariat, dem Weltbolschewismus, der weltbolschewistischen Weltpartei, dem Weltkommunismus als feindliche, unversöhnliche Klasse gegenüber steht.

Die imperialistische Weltordnung wird aufrecht erhalten durch antikommunistische Bündnisse, die sie konsolidiert bzw. neu schafft. Diese dienen der Zersetzungstätigkkeit gegen die stalinistisch-hoxhaistische Ideologie, um dem revolutionären Teil der Werktätigen ihrem Einfluss zu entziehen. Die Spielarten und Strömungen des Sozialfaschismus haben die gleichen Grundlagen wie der Faschismus. Die Faschisten und Sozialfaschisten unterscheiden sich lediglich in der Taktik und den Kampfformen, die sie verwenden. Genauso wie die II. Internationale und die Anti-Komintern gemeinsam gegen die Komintern Lenins und Stalins gekämpft haben, so bilden heute die Sozialfaschisten und Faschisten eine internationale Kampffront gegen die Komintern (SH), schaffen sie sich ihre internationalen Organisationen, aus denen sie ihre faschistische und sozialfaschistische Internationale heraus bilden, um sich gegen die kommende sozialistische Weltrevolution zu rüsten und den unaufhaltsamen Vormarsch des Weltbolschewismus zu stoppen.

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, dass der globale Klassenkampf nicht nur die Kommunistische Internationale des Weltproletariats hervor bringt, sondern auch unvermeidlich deren Antipode der Weltbourgeoisie erzeugt, die (sozial)faschistische Internationale. Die Vernichtung der einen Internationale durch die andere Internationale wird mit Ausgang der sozialistischen Weltrevolution zwischen Weltproletariat und Weltbourgeoisie entschieden.

Im Spanischen Bürgerkrieg kämpften die Internationalen Brigaden der Komintern nicht nur gegen Franco, Hitler und Mussolini, sondern auch gegen faschistische Organisationen, die aus der ganzen Welt angereist waren. Franco trat übrigens während des spanischen Bürgerkriegs in die Anti-Komintern ein.

 

 

II

Der Antikominternpakt

vom 25. November 1936

(aus: Geschichte der Diplomatie, Band 3, Moskau 1947, fremdsprachlicher Verlag)

Im Februar 1936 efolgte in Tokio eine militärisch-faschistische Meuterei, in deren Gefolge die einflussreichsten Politiker der "gemäßigten Richtung" beseitigt und Vertreter der Militärkreise zur Regierung heran gezogen wurden. Ministerpräsident wurde Hirota, der die Unterstützung des faschistischen Offizierskorps genoss. Er war kaum in sein Amt eingeführt worden, als er auch schon beschloss, Verhandlungen mit Deutschland einzuleiten. Die Unterhandlungen wurden im Frühjar 1936 in Tokio und Berlin geführt. Es nahmen an ihnen eine Gruppe von Offizieren des japanischen Generalstabs und Vertreter der deutschen faschistischen Diplomatie teil. Deutscherseits spielte Ribbentrop eine höchst aktive Rolle. Er war zu jener Zeit deutscher Botschafter in London, wurde jedoch im Sommer 1936 für die Verhandlungen mit den Japanern nach Berlin gerufen. Diese Tätigkeit gipfelte in dem am 25. November 1936 unterzeichneten so genannten Antikominternpakt.

Das japanisch-deutsche Abkommen enthielt drei Hauptpunkte. Im ersten verpflichteten sich die beiden Partner, sich gegenseitig über die Tätigkeit der Kommunistischen Internationale zu unterrichten und die Kampfmaßnahmen gegen sie in enger Zusammenarbeit durhzuführen.

Der zweite Punkt verpflichtete die Vertragspartner (wie es im Zusatzprotokoll hieß) auch "gegen diejenigen strenge Maßnahmen zu ergreifen, die sich im Inland oder Ausland direkt oder indirekt im Dienste der Kommunistischen Internationale betätigen."

Der dritte Punkt legt die Geltungsdauer des Abkommens auf fünf Jahre fest. Diese Geltungsdauer stimmt übrigens "rein zufällig" fast mit der Auflösung der Komintern überein (wir fragen uns warum !). Die Auflösung war nämlich schon Jahre vorher in Vorbereitung, aber sie konnte erst 1943 endgültig vollzogen werden, da sich die Diskussionen hierüber in die Länge gezogen hatten.

Besondere Bedeutung kam dem zweiten Punkt des Abkommens zu. Er gab den Vertrag abschließenden Parteien die Möglichkeit, sich unter dem Vorwand des Kampfes gegen die Komintern in die Angelegenheiten anderer Staaten einzumengen.

Der Abschluss des Paktes wurde in Tokio durch offizielle Feierlichkeiten begangen. Während dieser Feiern paradierten 300 in Tokio ansässige Deutsche mit Hakenkreuzabzeichen in Reih und Glied durch die Straßen der Stadt. An der Feier nahmen auch der japanische Außenminister Arita und der deutsche Botschafter in Tokio, Dirksen, teil. Der japanische Minister verbreitete sich in seiner Rede über die "rote Gefahr", die seinen Worten nach die alleinige Ursache des Bürgerkriegs in Spanien gewesen sei und auch zur Zuspitzung der japanisch-chinesischen Beziehungen beigetragen habe.

Die japanische und die deutsche Diplomatie wollten offensichtlich, dass die öffentliche Meinung der Welt den in Berlin am 25. November 1936 abgeschlossenen Pakt als ein gegen die Sowjetunion gerichtetes Abkommen ansah.

Am Tage der Paktunterzeichnung wurden die diplomatischen Vertreter aller ausländischen Mächte ins Deutsche Auswärtige Amt eingeladen. Dodd, der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika, erzählt in seiner Tagebucheintragung vom 25. November 1936:

"Wir hatten noch nicht Platz genommen, als mir Neurath schon eine Abschrift des Vertrages zwischen Deutschland und Japan in die Hände drückte. Diesen Vertrag sah und sagte ich bereits zwei Jahre voraus. Ich las ein bis zwei Artikel durch und fragte: 'Hoffentlich hat der Vertrag den Zwecke, einen Krieg abzuwenden?' Neurath erwiderte: 'Ja, das ist sein Kern, aber er ist gegen die russische Komintern gerichtet'. Ich fragte: 'Sie versuchen, der Propaganda einen Riegel vorzuschieben?' Die Antwort lautete bejahend ... Fünf Minuten später verließen wir Neurath und begegneten am Eingang anderen diplomatischen Vertretern. Die ganze Welt wird heute durch die Presse von der zwischen Deutschland und Japan getroffenen Vereinbarung erfahren, die dazu bestimmt ist, der kommunistischen Tätigkeit Russlands ein Ende zu setzen und England und Frankreich noch einmal zu schrecken."

Der amerikanische Diplomat irrte sich. Japan und Deutschland wollten niemand erschrecken. Im Gegenteil, durch die Drohungen gegen die Komintern gedachten sie den Argwohn der europäischen Mächte einzuschläfern und ihre Aufmerksamkeit abzulenken. Es ging um eine diplomatische Tarnung der wahren Ziele des japanisch-deutschen Abkommens. Unter dem Deckmantel des Kampfes gegen die Komintern schickte sich Japan an, China zu überfallen, während das faschistische Deutschland seine Kräfte für die unvermeidliche Auseinandersetzung mit England und Frankreich sammelte.

 

 

III

Der Anti-Komintern Pakt und die Neuaufteilung der Welt

Der Anti-Komintern-Pakt ist ein am 25. November 1936 in Berlin zwischen Deutschland und Japan unterzeichneter Vertrag, der einen Block dieser Staaten unter dem Motto des Kampfes gegen die Komintern zur Erlangung der Weltherrschaft formuliert hat. Die Anti-Komintern war aber nicht ein reines Militärbündnis gegen die Sowjetunion, sondern richtete sich gegen das gesamte Weltproletariat und die sozialistische Weltrevolution.

Der Anti-Komintern Pakt war ein Pakt imperialistischer Staaten und der von ihnen abhängigen Staaten, um die drohende Gefahr des Weltbolschwismus abzuwenden.

Bestehend aus drei Artikeln und dem Zusatzprotokoll. Deutschland und Japan haben sich im Rahmen des Anti-Komintern-Pakts zu einer engen Zusammenarbeit gegen die Komintern verpflichtet und

"Drittstaaten, deren innerer Frieden durch die Aktivitäten der Kommunistischen Internationale bedroht ist, aufgefordert, Abwehrmaßnahmen im Sinne dieses Abkommens zu ergreifen oder diesem Pakt beizutreten".

Gemäß dem dem Anti-Komintern-Pakt beigefügten Unterzeichnungsprotokoll einigten sich die Parteien darauf,

"strenge Maßnahmen gegen diejenigen zu ergreifen, die direkt oder indirekt zugunsten der Kommunistischen Internationale handeln".

Tatsächlich sorgte dies für Eingriffe in die inneren Angelegenheiten anderer Länder. Das geheime Zusatzprotokoll, das gleichzeitig mit dem Pakt unterzeichnet wurde, sah vor, dass die andere Seite im Falle eines Krieges oder einer drohenden Kriegs zwischen der UdSSR und einer der Vertragsparteien

"keine Maßnahmen ergreifen würde, deren Umsetzung die Lage der UdSSR erleichtern könnte".

Die Parteien einigten sich auch darauf, für die Dauer des Anti-Komintern-Paktes keine politischen Vereinbarungen mit der UdSSR zu schließen, die dem Geist des Paktes widersprechen. Die Laufzeit des Paktes wurde zunächst auf 5 Jahre festgesetzt, 1941 um weitere 5 Jahre verlängert.

6. November 1937 - Italien trat dem Anti-Komintern-Pakt bei,

24. Februar 1939 - Ungarn und der Marionettenstaat Manzhou-Guo,

27. März 1939 - Spanien,

1941 - Bulgarien, Finnland, Rumänien, Dänemark, Marionettenregierungen der Slowakei, Kroatiens und eines von Japan besetzten Teils Chinas .

Andere Bündnisse haben diesen Pakt verstärkt - der Stahlpakt von 1939 sowie der Berliner Pakt von 1940. Sie fingen an zu sagen, dass sie keinen Krieg gegen England, die USA, Frankreich führten, sondern gegen die Komintern. Die Ereignisse, die auf die Unterzeichnung des Anti-Komintern-Pakts folgten, bestätigten nur die wirklichen Pläne dieser Staaten. Deutschland war zusammen mit Italien solidarisch mit der aggressiven Politik im Fernen Osten Japans, und diese erkannte die faschistische Regierung von General Franco in Spanien und die Annexion Äthiopiens an. Italien und Deutschland haben die Marionettenregierung in der Mandschurei offiziell anerkannt, die die Japaner durch die Invasion und Eroberung dieses Territoriums geschaffen haben. Später nahm die Kette aggressiver Handlungen noch mehr zu. Japan, das die Mandschurei 1937 erobert hatte, führte eine Invasion in Zentral- und Nordchina durch. Deutschland marschierte im März 1938 in Österreich ein und eroberte es, und im März 1939 besetzten die Deutschen die Tschechoslowakei. Am 22. Mai 1939 wurde ein Bündnis- und Freundschaftsvertrag zwischen Deutschland und Italien unterzeichnet. Danach verpflichteten sich die Parteien, keine Vereinbarungen zu treffen, die sich gegen einen von ihnen richten würden, und sollten sich bei Feindseligkeiten mit einem Dritten gegenseitig helfen. Am 11. Dezember 1940 schloss sich auch Japan diesem Vertrag mit dem Spitznamen "Stahlpakt" an.
Die Unterzeichnung des Abkommens war das Ergebnis der Annäherung der beiden aggressiven Staaten auf der Grundlage des Wunsches, die Ergebnisse des Ersten Weltkriegs zu revidieren. Nach der Machtübernahme von A. Hitler am 30. Januar 1933 setzte sich Deutschland für die Überwindung der Bestimmungen des Vertrags von Versailles, für die Militarisierung und die territoriale Ausweitung - vor allem in Europa - ein. Mit der Errichtung des NS-Regimes in Deutschland ging ein antikommunistischer Feldzug einher, die Komintern wurde beschuldigt, am 28. 02. 1933 eine Revolution in Deutschland vorbereitet und den Reichstag in Brand gesteckt zu haben.

Seit der Intervention in Fernost in den Jahren 1918-1925 betrachtete Japan den Osten Russlands als Expansionsobjekt. Aber sie begannen erst mit der Besetzung Chinas und Südostasiens. Am 18. September 1931 organisierte das japanische Militär eine Sabotage in der Region der Südchinesischen Eisenbahn, die als Entschuldigung für die Invasion des Territoriums der Republik China herangezogen wurde. Infolge des chinesisch-japanischen Konflikts von 1931-1933. Die japanische Armee eroberte die Mandschurei, wo am 1. März 1932 der Marionettenstaat Manzhou Guo gegründet wurde. Der Völkerbund protestierte gegen die japanische Aggression, aber Japan trat aus dieser internationalen Organisation aus. Im selben Jahr annektierte Japan mehrere Gebiete Chinas und näherte sich Peking. Japans Wunsch, "sein China" in der Mandschurei, in Shanghai und in anderen Regionen des Landes zu erhalten, blockierte den Rest Chinas für japanische Waren, was eine Kampagne gegen Angreiferwaren startete, die sich auf westliche Importe konzentrierte, was die Hoffnungen der japanischen Führer untergrub, China zu ihrem wirtschaftlichen Anhängsel zu machen. Die Industrialisierung Japans benötigte zunehmend chinesische Rohstoffe. Zu diesem Zweck führte Japan seinen Krieg gegen China.

All dies war sehr wichtig für die UdSSR, die seit der Zeit des Bürgerkriegs und der Intervention eine Wiederholung der japanischen Landung im Fernen Osten befürchtet hatte. Jetzt konnte Japan die UdSSR vom Land aus angreifen.

Deutschland seinerseits trat am 30. Oktober 1933 aus dem Völkerbund aus. Die Beziehungen zwischen Deutschland und der UdSSR waren weiterhin feindselig.

Unter diesen Umständen war die gemeinsame Feindseligkeit gegenüber der UdSSR und der kommunistischen Bewegung ein guter Anlass für ein Bündnis zwischen Deutschland und Japan, das Großbritannien, Frankreich und die USA nicht hätte stören dürfen.

Die Vertragsparteien verpflichteten sich, die Komintern zu bekämpfen. Eine tolerante Haltung gegenüber der Kommunistischen Internationale bedrohe die "Ruhe, soziale und soziale Ordnung" von Drittstaaten und stelle auch eine "Bedrohung für den Weltfrieden" dar. Deswegen verkaufte Goebbels den Anti-Komintern Pakt als einen "Pakt des Weltfriedens" (siehe Zeitungsartikel).

Der erste Artikel verpflichtete die Vertragsparteien, "sich gegenseitig über die Aktivitäten der Kommunistischen Internationale zu informieren und sich über den Erlass notwendiger Abwehrmaßnahmen zu beraten und bei der Umsetzung dieser Maßnahmen eng zusammenzuarbeiten".

Im zweiten Artikel verpflichteten sich die Vertragsparteien, "jedem Drittstaat, dessen innere Sicherheit durch die subversive Arbeit der Kommunistischen Internationale bedroht ist, gemeinsam zu empfehlen, Abwehrmaßnahmen im Sinne dieses Abkommens zu ergreifen oder ihm beizutreten".

In einem Zusatzprotokoll zum Abkommen verpflichteten sich die Vertragsparteien,

"strenge Maßnahmen gegen diejenigen zu ergreifen, die direkt oder indirekt für die Kommunistische Internationale im In- oder Ausland eintreten".

Gleichzeitig wurde ein geheimes Militärabkommen unterzeichnet, in dem zugesagt wurde, "keine Maßnahmen zu ergreifen, die die Lage der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken verbessern könnten", wenn eines dieser Länder einem "unprovozierten Angriff der UdSSR ausgesetzt oder von einem solchen bedroht wäre Angriff "; keine politischen Vereinbarungen mit der UdSSR zu schließen, die dem Geist dieser Vereinbarung zuwiderlaufen würden.

Trotz der Meinungsverschiedenheiten zwischen Hitler und Mussolini, insbesondere wegen der Aufteilung Österreichs, kam es mit der gemeinsamen Intervention in den spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 zu einer Annäherung der Positionen der beiden faschistischen Staaten. Am 21. Oktober 1936 unterzeichnen Deutschland und Italien ein Protokoll über die Koordinierung ihrer Außenpolitik. Trotz der Tatsache, dass das Protokoll geheim war, sprach Mussolini bei einer Kundgebung in Mailand am 1.1.1936 von einem neuen Bündnis: „Dies ist gegenseitiges Verständnis, diese Diagonale von Berlin-Rom ist keine Trennungslinie, sondern eine Achse, von der alle europäischen Staaten inspiriert sind vom Willen zur Zusammenarbeit und zum Frieden. “ Deswegen wurden Deutschland, Italien und später Japan auch "Achsenstaaten" genannt.

6. November 1937. Italien anerkannte den Pakt zwischen Deutschland und Japan und betonte, dass Italien gleichwertiger Partner sei. Somit erfolgte die Fusion der "Axis".

Gleichzeitig war Japan mit dem Abschluss nicht zufrieden, weil der Anti-Komintern Pakt gegen den sowjetisch-deutschen Nichtangriffspakt verstieß. Danach konnte der deutsch-japanisch-italienische Pakt nicht mehr als Anti-Komintern-Pakt betrachtet werden, da Deutschland offiziell gute Beziehungen zur UdSSR unterhielt und auch Japan gezwungen war, seine Beziehungen zur UdSSR zu verbessern. Danach musste ein neuer, nicht antisowjetischer Pakt unterschrieben werden.

27. 09. 1940. Deutschland (I. Ribbentrop), Italien (G. Ciano) und Japan (S. Kurusu) haben den Berliner (Dreifach-) Pakt unterzeichnet. Es sorgte für die Aufteilung der Welt zwischen den Teilnehmern, um einen „dauerhaften Frieden“ aufrechtzuerhalten. Japan erkannte die Führungsrolle Deutschlands und Italiens bei der Schaffung einer „neuen Ordnung“ in Europa an, nachdem es das gleiche Recht von ihnen in Ostasien erhalten hatte. Die Parteien einigten sich auf gegenseitige Unterstützung, einschließlich militärischer Unterstützung, im Falle eines Angriffs anderer Staaten, die noch nicht am Krieg beteiligt sind. Ungarn (20.11.1940), Rumänien (11.23.1940), die Slowakei (11.24.1940) und Bulgarien (1.3.1941) schlossen sich dem Pakt an.

Während der Berliner Verhandlungen von 1940 schlug die UdSSR vor, dem Pakt beizutreten, machte jedoch Gegenforderungen geltend, die von Deutschland nicht akzeptiert wurden. Jugoslawien trat dem Pakt am 25.03.1941 bei, doch diese Entscheidung wurde nicht angenommen, da die Regierung von D. Tsvetkovich am 27.03.1941 gestürzt wurde und Deutschland am 5.4.1941 Jugoslawien angriff. Europäische Paktparteien (außer Bulgarien) griffen die UdSSR zusammen mit Deutschland am 22. und 23. Juni 1941 an, und Japan tat dies nicht, in der Hoffnung, auf die Niederlage der UdSSR zu warten. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs schlossen sich Manzhou-go, Spanien, Finnland, Kroatien, Dänemark, die pro-japanische Marionettenregierung von Wang Jinwei und Thailand dem inzwischen wieder antikommunistisch gewordenen Pakt an. Nach dem japanischen Angriff auf die Vereinigten Staaten am 7. Dezember 1941 erklärten auch Deutschland und Italien den Vereinigten Staaten den Krieg. Aber Japan unterließ es erneut, die UdSSR anzugreifen. Der sowjetisch-japanische Krieg begann erst im August 1945. In den Jahren 1944 bis 1945 wurden Paktteilnehmer mit Ausnahme von Spanien während der letzten Feldzüge des Zweiten Weltkriegs besiegt.

Als die japanische Aggression in China die Sowjetunion bedrohte, verschärfte sich ihre fernöstliche Politik. Um einen militärischen Zusammenstoß mit Japan zu verhindern, begann die sowjetische Führung, der chinesischen Zentralregierung unter der Führung von Chiang Kai-shek aktiver zu helfen. Am 21. August 1937 wurde in Nanjing ein chinesisch-sowjetischer Nichtangriffsvertrag unterzeichnet. Die UdSSR belieferte China mit 900 Flugzeugen, 80 Panzern, 1.100 Artilleriegeschützen und zehntausend Maschinengewehren. Bei Kampfhandlungen im Land China kämpften 3.600 Militärspezialisten aus der Sowjetunion. Sowjetische Piloten und Flugabwehrkanoniere schossen 986 japanische Flugzeuge ab. Die Sowjetregierung gewährte der Regierung von Chiang Kai-shek ein Darlehen von 250 Millionen Dollar, während das angekündigte amerikanische Darlehen nur 25 Millionen Dollar betrug.

Als Reaktion auf die sowjetische Unterstützung Chinas organisierten Einheiten der Kwantung-Armee eine Provokation, die zu einem groß angelegten bewaffneten Zusammenstoß mit Japan eskalieren könnte, was die westlichen "Demokratien" anstrebten. Am 29. Juli 1938 marschierten japanische Einheiten auf sowjetischem Gebiet ein und eroberten zwei Hügel in der Nähe des Hassan-Sees. In zehntägigen Schlachten wurden die Invasoren besiegt. Dieser Sieg stärkte die Position der Sowjetunion im Fernen Osten als Faktor für das regionale Gleichgewicht in dieser Region.

Am 27. September 1940 unterzeichneten die Gründer des Anti-Komintern-Pakts - Deutschland, Italien und Japan - in Berlin einen Vertrag über ein Militärbündnis, den sogenannten Dreifachpakt. Tatsächlich war es ein Weltteilungsabkommen. Japan erkannte die Führungsrolle Deutschlands und Italiens bei der Schaffung einer "neuen Ordnung" in Europa und Afrika an und Deutschland und Italien bei der Schaffung einer "neuen Ordnung" im "großen ostasiatischen Raum". Alle drei Mächte haben sich verpflichtet, sich gegenseitig mit allen Mitteln, einschließlich des Militärs, zu unterstützen, wenn eine der drei Mächte in einen Krieg mit einem Staat eintritt, der noch nicht "am europäischen Krieg und am chinesisch-japanischen Konflikt" teilnimmt.

Unter den Parolen des Anti-Komintern-Pakts fanden große territoriale und politische Veränderungen in Europa und Asien statt. Die politische Landkarte Europas hat sich verändert. Österreich, Albanien, Belgien, Holland, Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Polen, Frankreich und die Tschechoslowakei traten infolge der deutschen Besetzung der "neuen Ordnung" bei. Die Verbündeten Deutschlands waren Finnland, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Kroatien und der Anti-Komintern-Pakt. In der Macht der "neuen Ordnung" erschienen auch "neutrale Länder". Dies waren Spanien, Portugal, Schweden, die Schweiz und die Türkei. Ihre dekorative Neutralität störte nicht den Dienst der Pläne Hitlers im Krieg gegen die Sowjetunion.

Bis zum 22. Juni 1941 blieben zwei nicht dem Hitlerfaschismus unterworfene Länder in Europa übrig - Großbritannien, das mit Deutschland kämpfte, und die Sowjetunion, die im Fernen Osten kämpfte.

Später schlossen sich Ungarn (20. November 1940), Rumänien (23. November 1940), die Slowakei (24. November 1940), Bulgarien (1. März 1941) und Kroatien (18. April 1941) dem Dreiparteienpakt an. Zusammen mit Deutschland, Italien und Japan bildeten diese Länder den Hitlerblock, in dem Deutschland und Japan die Hauptrolle spielten.

Vom 12. März 1938 bis zum 1. Juni 1941 befand sich fast ganz Kontinentaleuropa im Griff der "neuen Ordnung", die die Dominanz des Hitlerfaschismus.

Nach dem Krieg, als die Archive der diplomatischen Dienste Deutschlands und Japans in die Hände der alliierten Mächte fielen, wurde das Geheimnis offenkundig. Es wurde ein geheimer Anhang zum Anti-Komintern-Pakt entdeckt, in dem es heißt: Im Falle eines Krieges Deutschlands oder Japans gegen die UdSSR ist die andere Seite "verpflichtet, keine Maßnahmen zu ergreifen, die im Wesentlichen zur Linderung der Lage der UdSSR beitragen würden". Es wurde auch festgelegt, dass die Parteien Konsultationen abhalten würden, "um ihre gegenseitigen Interessen zu wahren". Deutschland und Japan verpflichteten sich, mit der UdSSR keine Abkommen zu schließen, die "nicht dem Geist" des Paktes vom 25. November 1936 entsprachen.

Die Angreifer gingen ein militärpolitisches Bündnis gegen die UdSSR ein, obwohl die Parteien den Pakt unterschiedlich auslegten. Der japanische Diplomat M. Shigemitsu, späterer japanischer Außenminister, erklärte: „Die japanische Armee unterstützte den geheimen Antrag und betrachtete den Anti-Komintern-Pakt als militärisches Abkommen." Andererseits legten die Deutschen offensichtlich größeren Wert auf die Nutzung der japanischen Macht im weiteren Sinne. Sie sahen den Pakt als Bestandteil ihrer diplomatischen Strategie an, dh auch, um eine gemeinsame Politik gegen die anderen kapitalistischen Großmächte zu betreiben. Die westlichen Politiker begrüßten den Anti-Komintern-Pakt als den Erfolg einer Politik der Machtbalance. Churchill bemerkte in einem Artikel, der am 27. November 1936 veröffentlicht wurde: "Die Gefahr des russisch-deutschen Abkommens auf Kosten der westlichen Länder ist definitiv verschwunden." Mit anderen Worten, der britische Politiker glaubte, dass der Anti-Komintern-Pakt in die allgemeine Strategie des Kapitalismus passt - die Sowjetunion am Vorabend des Kreuzzugs gegen den Kommunismus zu isolieren.

In einer Rede vom 28. November 1936 betonte M. Litwinow:

„Die Urheber dieser internationalen Abkommen zur Bekämpfung des Kommunismus bemerken offensichtlich nicht, welche lächerliche Position sie einnehmen, wenn sie darum bitten, wirklich an die ideologische Natur dieser Abkommen zu glauben ...Die japanische Regierung würde sich verpflichten, die Deutschen rechtzeitig zu informieren, wenn der japanische Kommunist beschließt, in Deutschland Asyl zu suchen und umgekehrt. Wenn in einem deutschen Konzentrationslager oder Gefängnis nicht genügend Platz für einen Kommunisten vorhanden ist, verpflichten sich die japanische und die italienische Regierung, in ihren Gefängnissen und Lagern eine Unterkunft für ihn zu finden und umgekehrt für eine andere Vereinbarung, die gleichzeitig erörtert und paraphiert und wahrscheinlich unterzeichnet wurde und die nicht veröffentlicht wurde und nicht veröffentlicht werden muss. "Ich bekräftige mit voller Verantwortung, dass die Entwicklung dieses Geheimdokuments, in dem das Wort Kommunismus nicht einmal erwähnt wird, den 15-monatigen Gesprächen des japanischen Militärattaches mit dem deutschen Super-Diplomaten gewidmet war."

 

 

IV

Die Organisierung des internationalen Anti-Kommunismus durch die Hitlerfaschisten und deren Fortsetzung durch die Bundesregierung nach dem Zweiten Weltkrieg

Der "Gesamtverband Deutscher antikommunistischer Vereinigungen e. V." war ein Zusammenschluss von Organisationen, der in Reaktion auf die 1919 von Lenin gegründete Kommunistische Internationale (Komintern) nach der nationalsozialistischen Machtergreifung im Oktober 1933 gegründet wurde. Dieser Verein nannte sich "Antikomintern", während der Anti-Komintern Pakt erst drei Jahre später abgeschlossen wurde.

Die Antikomintern sollte den Propagandafeldzug des nationalsozialistischen Deutschen Reiches gegen die Sowjetunion koordinieren.

Die Nationalsozialisten erhofften sich durch eine Verstärkung der antisowjetischen Propaganda und den Ausbau des Bildes von Deutschland als Bollwerk, das Europa vor dem Bolschewismus verteidigt, im Ausland Sympathien.

Die Initiative zur Gründung ging vom Reichsministerium "für Volksaufklärung und Propaganda aus". Ziel des „Gesamtverbandes“ war es, alle Organisationen, Verbände und Personen, die gegen den sowjetischen Kommunismus eingestellt waren, im „ideellen Kampf“ (Zitat aus dem Satzungsentwurf) zusammenzuschließen.

Vorsitzender Adolf Ehrt

Am 7. September 1933 wurde Adolf Ehrt erster Vorsitzender des Gesamtverbandes. Finanziert wurde die Tätigkeit der Organisation vollständig vom Propagandaministerium. Leiter des Referats "Anti-Komintern" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda war Eberhard Taubert.

Aufgrund eines Machtkampfes mit dem Außenpolitischen Amt der NSDAP (Leiter: Alfred Rosenberg, Leiter der Ostabteilung: Georg Leibbrandt) und eines Erlasses von Reinhard Heydrich legte Ehrt am 17. März 1937 sein Amt nieder.

Nach Kriegsende war Ehrt, wie auch andere Mitglieder des ehemaligen Wirtschaftsstabes Ost des Oberkommandos der Wehrmacht, für den britischen Secret Intelligence Service zu Wirtschaftsangelegenheiten der Sowjetunion tätig. 1956 wurde diese Arbeitsgruppe mit der „Organisation Gehlen“ zusammengefasst, bei der Ehrt bis zu seiner Pensionierung blieb.

Aktivitäten

Der „Gesamtverband Deutscher Antikommunistischer Vereinigungen e. V.“ beobachtete und übersetzte beispielsweise in der Sowjetunion erscheinende Presse und Rundfunksendungen, sammelte Berichte von dortigen Gewährsleuten, Meldungen von in- und ausländischen Nachrichtenagenturen (von der Deutschen Nachrichtenbüro GmbH bekam sie vertrauliches Rohmaterial), v. a. über die Verwaltung, Wirtschaft und Kultur der Sowjetunion, die Komintern und die alliierten Kriegsgegner.

Der Verband gab außerdem verschiedene Rundschreiben (z. B. „Antikomintern-Nachrichtendienst“, auch in anderen Sprachen, z. B. über den Spanischen Bürgerkrieg) und zahlreiche antikommunistische und -jüdische Druckschriften heraus, mehrere davon in Zusammenarbeit mit dem „Institut zur Erforschung der Judenfrage“.

1933 erschien in einer Auflage von 250.000 Exemplaren eine Schrift von Adolf Ehrt über den kommunistischen Aufstandsplan, in den auch die Sowjetunion beteiligt gewesen sein soll. („Bewaffneter Aufstand! Enthüllungen über den kommunistischen Umsturzversuch am Vorabend der nationalen Revolution“) Den Reichstagsbrand klammert das Buch aus, "um dem Prozeß nicht vorzugreifen".

Im gleichen Jahr wurde die englische Übersetzung "Communism in Germany" veröffentlicht. Der Vertrieb in den U.S.A. wurde finanziert von der National Civic Federation, einem im Jahr 1900 von Ralph Easley gegründeten konservativen "think-tank".

Größte Verbreitung (Auflage über 2 Millionen Exemplare) fand das Buch "Der verratene Sozialismus" von „Karl I. Albrecht“ (ein Pseudonym für Karl Matthäus Löw, SS-Hauptsturmführer, ehemals Spion der Reichswehr in der Sowjetunion).

Am 4. August 1934 gründete das Propagandaministerium als Hausverlag der „Antikomintern“ die „Nibelungen-Verlag GmbH“ (Sitz: Berlin und Leipzig), als Verlagsleiter fungierte Eberhard Taubert.

Hitler begann ab 1935 (7. Komintern-Weltkongress in Moskau) verstärkt, den Antibolschewismus zu thematisieren, besonders massiv dann auf den Reichsparteitagen 1936 und 1937.

Geplant war, im Gegenzug einen antikommunistischen Weltkongress durchzuführen. Zur Vorbereitung gab der Verlag 1936 die Schrift "Der Weltbolschewismus": Ein internationales Gemeinschaftswerk über die angebliche "bolschewistische Wühlarbeit und die Umsturzversuche der Komintern in allen Ländern" heraus.

1936 gründete Eberhard Taubert die Zeitschrift Contra-Komintern (Chefredakteurin: Melitta Wiedemann, die Tochter eines russlanddeutschen Kaufmanns, unter Goebbels Redaktionssekretärin des "Angriff").

Ebenfalls 1936 veranstaltete die Antikomintern zusammen mit der NSDAP-Gauleitung München-Oberbayern die antibolschewistische Ausstellung „Der Bolschewismus ohne Maske“ im Deutschen Museum in München, die danach im Reichstag in Berlin als Dauerausstellung gezeigt wurde. 1938 verlegte man die antisowjetische Hetzschrift der früheren KPD-Reichstagsabgeordneten Maria Reese.

Im August 1939 wurden vom Propagandaministerium nach Abschluss des Nichtangriffspaktes mit Stalin antisowjetische Vorträge, Filme, Presseartikel und Bücher "verboten". Die Antikomintern stellte sich offiziell darauf ein, die Dauerausstellung im Reichstag wurde abgebaut und die Zeitschrift Contra-Komintern umbenannt in "Die Aktion" (Untertitel: „Kampfblatt gegen Plutokratie und Völkerverhetzung“).

Nach dem Überfall auf die Sowjetunion änderte sich das Verbot wieder: 1941 gab der Nibelungen-Verlag die Rechtfertigungsschrift "Warum Krieg mit Stalin?" Das Rotbuch der Anti-Komintern heraus. Auch andere Schriften der Antikomintern wurden jetzt wieder in Grossauflagen nachgedruckt. Das Buch von „Karl I. Albrecht“ z. B. erreichte 1 Million und wurde über die vom Erfolgsautor eigens gegründete Buchhandlung Antikomintern vertrieben.

Bei den Bombenangriffen der Alliierten Luftstreitkräfte auf die Reichshauptstadt wurde 1943 das Hauptgebäude des Propagandaministeriums, der Fundus der Antikomintern, die Antikomintern-Buchhandlung und das Büro des Nibelungen-Verlages samt Verlagsakten zerstört. Am zweiten Verlagssitz Leipzig verbrannten fast alle Bücher. Nur wenige Aktenbestände des Propagandaministeriums zur Antikomintern sind erhalten und liegen heute im Bundesarchiv in Koblenz.

Der Verband gründete ferner ein sog. "Institut zur wissenschaftlichen Erforschung der Sowjetunion", das seit 1934 ebenfalls im Nibelungen-Verlag publizierte, z. B. einen Antikomintern-Dienst bzw. Nachrichtendienst sowie zahlreiche Propaganda-Schriften.

  Das Rotbuch wurde ähnlich wie das Braunbuch als Dokumentarwerk aufgemacht, mit Faksimiles, Fotos und Dokumenten angereichert. Die Schrift erschien in Deutsch, Englisch und Französisch. Schon nach wenigen Wochen konnte der Verlag die 6. Auflage im 250. Tausend vermelden. Die deutsche Presse brachte Abdrucke aus dem Buch, aber das internationale Echo blieb aus. Für Taubert war die Aktion dennoch ein Erfolg. Er wurde 1934 zum Beisitzer im neugeschaffenen Volksgerichtshof berufen, um die faschistischen Todesurteile durchzuwinken. Und der ausgebrannte Plenarsaal des Reichstages wurde zur antibolschewistische Gedenkstätte, in der das Rotbuch als Begleitmaterial an Besucher verteilt wurde.
Am 4. August 1934 dann gründete das Propagandaministerium als Hausverlag der Antikomintern (Gesamtverband antikommunistischer Vereinigungen e. V.) den Nibelungen-Verlag GmbH mit Sitz in Berlin und Leipzig. Kopf des Verlages war Eberhard Taubert. Das Signet zeigte ein aufgeschlagenes Buch, symbolisiert durch die Buchstaben N und V sowie dazwischen ein Schwert, ganz nach der Parole der NS-Buchwerbung: »Das Buch – ein Schwert des Geistes!«.

»Der verratene Sozialismus«

Um Seriosität zu erlangen, brachte der Nibelungen-Verlag 1935 als erstes die Erinnerungen des amtierenden britischen Außenministers Sir Samuel Hoare an seine Zeit als Leiter des britischen Geheimdienstes 1916/17 in Petrograd unter dem Titel »Das vierte Siegel« heraus. Gestaltung und Druck durch das Bibliographische Institut in Leipzig vermittelten zusätzlich Gediegenheit.
Das Gros der Nibelungen-Bücher bestand aus Erinnerungen von russischen und deutschen Kommunisten, die enttäuscht über ihre Erfahrungen in der Sowjetunion berichteten. Die Reihe »Schwertbücher« war für besonders kämpferische Titel gedacht. Theodor Adamheit eröffnete sie 1935 mit »Rote Armee – Rote Weltrevolution – Roter Imperialismus«. Erschienen Titel in Großauflagen, wie der von Alfred Laubenheimer herausgegebene Sammelband »Und du siehst die Sowjets richtig«, lief ihr Vertrieb nicht über den Buchhandel, sondern über die NS-Organisationen.

Dr. Eberhard Taubert skizzierte im Februar 1934 die Umrisse der antibolschewistischen und antijüdischen Propaganda . Darin heißt es: „Jede antibolschewistische Propaganda ist direkt für uns, insbesondere wenn sie in folgender Weise betrieben wird:

(1) Der Bolschewismus ist die größte Gefahr, die die Sicherheit und Kultur der Welt bedroht.

(2) wir haben die Welt vor dieser Gefahr gerettet;

(3) Unsere Verteidigungsaktion gegen den Kommunismus musste auch gegen das Judentum gerichtet werden, weil sie verbündet sind.

(6) Wir sind die Pioniere eines wirklichen Verständnisses der Völker auf der Grundlage des gegenseitigen Respekts der Nationen. Wenn diese Propaganda konsequent durchgeführt wird, muss man das neue Deutschland im Ausland verstehen lernen, insbesondere das autoritäre Regime, die Konzentrationslager, die Regulierung der Judenfrage ... “(S. 113–14)

Taubert, ein Mitglied der NSDAP von 1931, lieferte die Ideen für den berüchtigten NS-Propagandafilm "Der ewige Jude" und nahm eine hohe Position im Propagandaministerium von Goebbels ein. Nach dem Krieg wurde er Angestellter und Berater des führenden Politikers der Christlichen Sozialunion, Franz Josef Strauß.

Eberhard Taubert (* 11. Mai 1907 in Kassel; † 2. November 1976 in Köln) (Pseudonym Dr. Erwin Kohl; Spitzname Dr. Anti) war ein deutscher Jurist. Von 1933 bis 1945 war er als hoher Funktionär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda an der Durchführung der nationalsozialistischen Politik beteiligt. Er war der Verlagsleiter des zum Gesamtverband Deutscher antikommunistischer Vereinigungen zugehörigen und antisemitisch ausgerichteten Nibelungen-Verlages. Nach 1945 war Taubert in westlichen Geheimdiensten bei Aktivitäten gegen die Sowjetunion tätig. Er war Mitarbeiter und Berater von Franz Josef Strauß in den 1950er bis 1970er Jahren. ...

Taubert trat am 1. November 1931 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 712.249). Zur selben Zeit trat er in die SA ein, in der er sich im Rang eines SA-Sturmführers im Stab der SA-Gruppe Berlin-Brandenburg betätigte. Anfang 1932 wurde Taubert Leiter der Rechtsabteilung der Gauleitung von Großberlin. Außerdem wurde er zu dieser Zeit „Antibolschewismus-Referent“ des dortigen Gau-Leiters Joseph Goebbels. ...

Mit der Gründung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda am 13. März 1933 übernahm Taubert als Referatsleiter die Führung der „Abteilung Allgemeine Innenpolitik“ in der er zuständig war für „gegnerische Weltanschauungen“, „kirchliche Angelegenheiten“ sowie „Bolschewismus im In- und Ausland“. Nach eigenen Angaben gründete er im selben Jahr den Gesamtverband Deutscher antikommunistischer Vereinigungen, auch Antikomintern genannt, der vom Ministerium finanziert wurde. Taubert übernahm dort ab August 1934 die Leitung des Hausverlages („Nibelungen-Verlag GmbH“) und wurde ebenfalls zum Leiter des Referats Anti-Komintern im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda ernannt. Ab 1939 war Taubert auch zuständig für das „Institut zum Studium der Judenfrage“, welches später in „Antisemitische Aktion“ umbenannt wurde. ...

Nach Kriegsende 1945 tauchte Taubert unter, nannte sich fortan „Dr. Erwin Kohl“ und lebte teilweise in Hamburg, zeitweise auch außerhalb von Deutschland in Südafrika und Iran, wo er die dortigen Machthaber in der Anwendung von „Aktivpropaganda“ beriet, versteckt, bis er 1950 aus dem Iran in die Bundesrepublik zurückkehrte. Laut Patrick Major wurde Taubert 1946 vom Britischen Geheimdienst angesprochen und war 1947 Mitarbeiter des US-Geheimdienstes.

Als „Erwin Kohl“ gehörte Taubert 1950 zu den Gründern des Volksbundes für Frieden und Freiheit (VFF). Der VFF verstand sich als „die zentrale antikommunistische Organisation der Bundesrepublik“ und wurde vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (Vorläufer des Bundesministeriums für innerdeutsche Beziehungen) unterstützt und bezuschusst. Mathias Friedel betrachtete den VFF als Nachbildung der „Antikomintern“. ...Taubert war bis zum 24. August 1955 zweiter Vorsitzender des VFF. Nach dem öffentlichen Bekanntwerden seiner NS-Vergangenheit, insbesondere seiner Mitwirkung an Todesurteilen des Volksgerichtshofs, musste er zurücktreten. Eine Woche vor seinem Rücktritt sagte Ewert von Dellingshausen, der zuständige Referent im „Ministerium für gesamtdeutsche Fragen“, der die Aktivitäten des VFF überwachte und finanziell steuerte, in einem Interview: „Ich kann Ihnen erklären, daß das Ministerium Taubert gegenüber keine derartigen Konsequenzen ziehen wird; denn Taubert ist ein Mann, den wir brauchen und er ist auch unentbehrlich. (…) Taubert hat Erfahrungen.“

1953 rechnete der britische Geheimdienst Taubert dem Naumann-Kreis des Ex-Staatssekretärs Werner Naumann zu.

1958 holte ihn Franz Josef Strauß (Verteidigungsminister von 1956–1961) als Berater für sein neu eingerichtetes Referat „Psychologische Kampfführung“. In Bonn unterhielt Taubert ein Verbindungsbüro, das in Sachen Psychologischer Verteidigung (PSV) für die NATO tätig war. ...

In seinen letzten Jahren nahm Taubert Kontakt zu offen faschistischen Kreisen auf, so etwa zu Manfred Roeder. Im April 1976, einige Monate vor seinem Tod, nahm er an einer Tagung der Bürger- und Bauerninitiative von Thies Christophersen in Helgoland teil.

Taubert war nach wie vor Abwehrexperte eines US-Geheimdienstes und übernahm 1959 eine Tätigkeit für den iranischen Geheimdienst (SAVAK), sowie andere nahöstliche Nachrichtendienste. Unter dem Pseudonym Dr. Marcel Wallensdorfer gab Taubert ab August 1961 einen Pressedienst mit dem Titel "Anti-Komintern-Dienst" heraus.

Als Leiter der Rechtsabteilung der Pegulan-Werke in Frankenthal beriet er deren Vorsitzenden Fritz Ries in Sicherheitsfragen.

Taubert war 1955 Gründer und Inhaber des Markus-Verlag Köln. ...

Volksbundvorsitzender ist Goebbels'' ehemaliger Antikomintern-Spezialist Dr. Eberhard Taubert, seit 1930 professioneller Antikommunist. Er begründete im Dritten Reich den Antikominternblock der Achsen-Partner Berlin-Rom-Tokio. Jetzt schmiedet er mit an einer neuen Achse Bonn-Paris-Rom gegen Moskau, die bis in alle westeuropäischen Marshallplanländer verlängert werden soll. Deutscher Sektionschef Taubert: "Die Beneluxstaaten machen schon mit". ...

Ueberall firmiert der Antikominformbund unter der getarnten Bezeichnung "Frieden und Freiheit", in Frankreich "Paix et Liberté", in Italien "Pace e Libertà". Generalsekretär ist der temperamentvolle Südfranzose Jean Paul David, der sich die Mittel für einen großangelegten Propagandafeldzug von der französischen Industrie hole, weiß Tauberts neuer Geschäftsführer Fritz Cramer:

"Auch hätten die Amerikaner in Paris und Rom manches in den Antikominformofen gesteckt, um das Feuer erst anzublasen, mit dem der gefährliche kommunistische Wildwuchs gerade in Frankreich und Italien propagandistisch ausgeräuchert werden soll. ..."

Bemerkenswert erscheinen vor allem jene Ausführungen, die sich mit den Methoden der "Bundeszentrale für politische Bildung" befassen. Gudrun Hentges weist in ihrer Studie nach, dass selbst Referatsleiter gezielt Kontakte zu – teilweise äußerst fragwürdigen – Publizisten knüpften, deren Artikel und Kommentare die Bundeszentrale in Zeitungen und Zeitschriften lancierte. In detektivischer Kleinarbeit fördert die Verfasserin zutage, dass es sich bei den freien Mitarbeitern teilweise um Personen handelte, deren Berufsbiographien in das Dritte Reich zurückreichen (!). Exemplarisch dafür stehen die Zusammenarbeit mit Jürgen Hahn-Butry, Angehöriger einer Propagandakompanie und Kriegsberichterstatter des Überfalls auf den Balkan, oder die Kooperation mit Eberhard Taubert, Leiter des Referates » Anti-Komintern « in Göbbels’ Reichspropagandaministerium und Drehbuchautor des antisemitischen Films » Der ewige Jude «.
Die politische Bildung stand im Zeichen des Kalten Krieges und damit einhergehend die Gründung des Ostkollegs. Im Frühjahr 1955 beauftragte Staatsminister Ritter von Lex die Bundeszentrale offiziell damit , ab sofort die » Infiltration kommunistischer Publikationen « in ihrer Arbeit aufzugreifen. Somit gewann ab Mitte der 1950er-Jahre die » psychologische Abwehr des Kommunismus « zunehmend an Bedeutung. 1957 wurde schließlich das Ostkolleg gegründet, in dessen Aufbauphase Prof. Dr. Gerhard von Mende eine zentrale Rolle spielte. Von Mende war insofern umstritten, als er in seiner Funktion als
Leiter der » Führungsgruppe III Fremde Völker « eine zentrale Funktion im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete hatte. Als Autor des Buches » Die Völker der Sowjetunion «, das antisemitische Passagen enthält, hatte er schon während der Nazi-Zeit als Experte in » Judenfragen « gegolten und an einem Folgetreffen der Wannseekonferenz teilgenommen, wo die » Endlösung « der Judenfrage beschlossen worden war.

Ritter von Lex hat die Bayrische Räterepublik 1919 niedergeschlagen. Er stand dann im Dienst des faschistischen Reichsministeriums. Dort unterstützte er die "physische Ausrottung der Kommunisten". Nach dem Krieg wurde er Staatssekretär des Bundesamtes des Innern, von wo aus er das KPD-Verbot 1956 voran trieb.




 

V

Anti-Komintern-Pakt

Dokument im Wortlaut


Deutsch-japanisches Abkommen und Zusatzprotokoll, unterzeichnet in Berlin am 25. November 1936

Abkommen gegen die Kommunistische Internationale

Die kaiserliche Regierung von Japan und die Regierung von Deutschland,

In Kenntnis der Tatsache, dass das Ziel der Kommunistischen Internationale (der sogenannten Komintern) die Auflösung und die Gewaltausübung gegen bestehende Staaten durch die Ausübung aller ihr zur Verfügung stehenden Mittel ist,

In der Überzeugung, dass die Duldung der Einmischung der Kommunistischen Internationale in die inneren Angelegenheiten der Nationen nicht nur ihren inneren Frieden und ihr soziales Wohlergehen gefährdet, sondern auch den allgemeinen Frieden der Welt gefährdet,

In dem Wunsch, zur Verteidigung gegen die kommunistische Desintegration zusammenzuarbeiten, wurde folgendes vereinbart.

Artikel I

Die Hohen Vertragsstaaten sind sich einig, dass sie sich gegenseitig über die Aktivitäten der Kommunistischen Internationale auf dem Laufenden halten, die erforderlichen Verteidigungsmaßnahmen treffen und diese Maßnahmen in enger Zusammenarbeit durchführen.

Artikel II

Die Hohen Vertragsstaaten werden gemeinsam Drittstaaten, deren innerer Frieden durch die Desintegrationsarbeit der Kommunistischen Internationale bedroht ist, auffordern, Abwehrmaßnahmen im Sinne dieses Abkommens zu ergreifen oder an diesem Abkommen teilzunehmen.

Artikel III

Der japanische und der deutsche Text gelten jeweils als Originaltext dieser Vereinbarung. Das Abkommen tritt am Tag seiner Unterzeichnung in Kraft und bleibt für die Dauer von fünf Jahren in Kraft. Die Hohen Vertragsstaaten werden sich in angemessener Zeit vor Ablauf dieser Frist über die weitere Art ihrer Zusammenarbeit verständigen.

Zur Beurkundung dessen haben die von ihren Regierungen gehörig befugten Unterzeichneten ihre Siegel und Unterschriften angebracht.

Berlin am 25. November, 11. Jahrestag der Showa, entsprechend dem 25. November 1936, in zweifacher Ausfertigung.

Viscount Kintomo Mushakoji
Außerordentlicher und bevollmächtigter kaiserlicher japanischer Botschafter

Joachim von Ribbentrop Außerordentlicher und bevollmächtigter deutscher Botschafter

 

aus dem Reichsgesetzblatt

 

Die geheimen Abkommen zum Antikominternpakt

Dokumente

Quelle: Institut für Zeitgeschichte München-Berlin

 

 

VI

Bildmaterial

 

 

 

 

 

englische Ausgabe von Juli 1938

(PDF)

 

Anti-Komintern Pakt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutsch-türkischer Pakt

 

1941

 

 

1934 - 18. Dezember

Erster internationaler Faschistenkongress gegen die Komintern

Karikatur von R. Fuzier auf dem Montreux "Fascist International Congress". Neben den italienischen Faschisten im schwarzen Hemd erkennt man einen französischen Francisten und einen deutschen Nazi (tatsächlich war die NSDAP auf dem Kongress wegen Differenzen mit Mussolini nicht vertreten).