Nieder mit dem Bucharinismus !

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nieder mit dem Bucharinismus !

 

Sammlung von Texten gegen den Bucharinismus

 

LENIN ÜBER BUCHARIN

(Sammlung von Texten und Zitaten - zusammengestellt von Wolfgang Eggers) 

 

 

 

STALIN ÜBER BUCHARIN

 

ÜBER DAS PROGRAMM DER KOMINTERN

Rede am 5. Juli 1928

* * *

Fragen der Komintern

13. Juli 1928

 

Über die rechte Gefahr in der KPdSU [B]

(23. Oktober 1928)

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Über die rechte Gefahr in der Deutschen Kommunistischen Partei

Rede in der Sitzung des Präsidiums des EKKI

19. Dezember 1928

* * *

Die Bucharingruppe und die rechte Abweichung in unserer Partei

Januar/Februar 1929

* * *

Die Meinungsverschiedenheiten in den Fragen der Komintern

April 1929

* * *

Über die rechte Abweichung in der KPdSU (B)

April 1929

* * *

In seinem politischen Rechenschaftsbericht an den XVI. Parteitag definiert Stalin den Rechtsopportunismus wie folgt:

"Das Grundübel des Rechtsopportunismus besteht darin, dass er mit der Leninschen Auffassung vom Klassenkampf bricht und auf den Standpunkt eines kleinbürgerlichen Liberalismus hinabsinkt.

Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass ein Sieg der rechten Abweichung in unserer Partei die vollständige Entwaffnung der Arbeiterklasse, die Bewaffnung der kapitalistischen Elemente im Dorf und wachsende Aussichten für eine Restaurierung des Kapitalismus in der UdSSR bedeuten würde.

Die rechten Abweichler vertreten nicht die Bildung einer anderen Partei, und dies ist ein weiteres Merkmal, das sie von den Trotzkisten unterscheidet. Die Führer der rechten Abweichler haben offen ihre Fehler bekannt und vor der Partei kapituliert. Es wäre jedoch töricht, aus diesem Grunde glauben zu wollen, dass die rechte Abweichung bereits begraben sei. Die Kraft des Rechtsopportunismus darf nicht an diesem Umstand gemessen werden. Die Kraft des Rechtsopportunismus besteht in der Stärke des kleinbürgerlichen Elements, in der Stärke des Drucks, den die kapitalistischen Elemente überhaupt und das Kulakentum im Besonderen auf die Partei ausüben. Und gerade weil die rechte Abweichung den Widerstand der entscheidenden Elemente der ablebenden Klassen widerspiegelt, gerade deswegen ist die rechte Abweichung zurzeit die Hauptgefahr in der Partei.

Daher erachtete es die Partei für notwendig, einen entschlossenen und unversöhnlichen Kampf gegen die rechte Abweichung zu führen.

Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass wir es ohne den entschlossenen Kampf gegen die rechte Abweichung, ohne die Isolierung ihrer führenden Elemente nicht fertig gebracht hätten, die Kräfte der Partei und der Arbeiterklasse zu mobilisieren, die armen Bauern und die Masse der Mittelbauern zu mobilisieren für die entfaltete Offensive des Sozialismus, für die Organisierung von Sowjet- und Kollektivwirtschaften, für den Wiederaufbau unserer Schwerindustrie, für die Liquidierung des Kulakentums als Klasse.

Die Aufgabe besteht darin, den unversöhnlichen Kampf an zwei Fronten auch in Zukunft fortzusetzen, sowohl gegen die „Linken“, die den kleinbürgerlichen Radikalismus vertreten, als auch gegen die Rechten, die den kleinbürgerlichen Liberalismus vertreten.
Die Aufgabe besteht darin, den unversöhnlichen Kampf gegen jene versöhnlerischen Elemente in der Partei auch in Zukunft fortzusetzen, die die Notwendigkeit des entschlossenen Zweifrontenkampfes nicht begreifen oder so tun, als ob sie diese Notwendigkeit nicht begriffen."
(Stalinwerke, Band 12, Seite 315)

"Man darf nicht vergessen, dass Rechte und ´Ultralinke` in Wirklichkeit Zwillingsbrüder sind, dass sie folglich auf dem opportunistischen Standpunkt stehen, mit dem Unterschied jedoch, dass die Rechten ihren Opportunismus nicht immer verbergen, während die Linken ihren Opportunismus stets mit ´revolutionären` Phrasen verhüllen“ (Stalin, Band 8, Seite 7-8).

Und in deinem Rechenschaftsbericht an den XVII. Parteitag (Januar 1934) stellt Stalin die Verschmelzung der "linken" und rechten Opportunisten fest, ihren Zusammenschluss im "Block der Trotzkisten und der Rechten":

"Die 'Linken' haben sich offen dem konterrevolutionären Programm der Rechten angeschlossen, um mit ihnen einen Block zu bilden und einen gemeinsamen Kampf gegen die Partei zu führen." (Stalinwerke, Band 13, Seite 322)


STALIN

Geschichte der KPdSU (B)

 

Über den Block der Trotzkisten und Rechten

(Auszug)


Politische Doppelzüngler beginnen gewöhnlich mit Betrug und betreiben ihr dunkles Werk durch Betrug am Volke, an der Arbeiter-klasse, an der Partei der Arbeiterklasse. Aber politische Doppelzüngler kann man nicht lediglich als Betrüger betrachten. Politische Doppelzüngler bilden eine Clique ideenloser politischer Karrieristen, die schon längst das Vertrauen des Volkes verloren haben und bestrebt sind, sich durch Betrug, Schwindel und Gaunerei - mit allen erdenklichen Mitteln - neuerlich das Vertrauen zu erschleichen, nur um sich den Ruf von Politikern zu erhalten. Politische Doppelzüngler stellen eine Clique prinzipienloser politischer Karrieristen dar, die bereit sind, sich auf wen immer zu stützen, sei es auch auf kriminelle Elemente, sei es auf den Abschaum der Gesellschaft, sei es auf die geschworenen Feinde des Volkes, nur um im „geeigneten Moment“ erneut auf der politischen Bildfläche zu erscheinen und sich dem Volke als „Regierende“ auf den Nacken zu setzen.
Eben als solche politische Doppelzüngler erwiesen sich die trotzkistisch-sinowjewistischen „Politiker“.


Die Agitation des trotzkistisch-sinowjewistischen Blocks gegen die Politik der Partei, gegen den Aufbau des Sozialismus, gegen die Kollektivierung, ebenso wie die Agitation der Bucharinleute, dass aus den Kollektivwirtschaften nichts werden könne, dass man die Kulaken nicht antasten solle, da sie von selbst in den Sozialismus „hineinwachsen“ würden, dass die Bereicherung der Bourgeoisie keine Gefahr für den Sozialismus darstelle – diese ganze Agitation fand großen Widerhall unter den kapitalistischen Elementen des Landes und vor allem unter dem Kulakentum. Die Kulaken wussten jetzt aus den Pressestimmen, dass sie nicht allein dastanden, dass sie in Trotzki, Sinowjew, Kamenew, Bucharin, Rykow u. a. Verteidiger und Fürsprecher hatten. Selbstverständlich musste dieser Umstand den Widerstandsgeist des Kulakentums gegen die Politik der Sowjetregierung stärken. Und in der Tat begannen die Kulaken, mehr und mehr Widerstand zu leisten. Die Kulaken weigerten sich in Massen, dem Sowjetstaat die Getreideüberschüsse zu verkaufen, die sich bei ihnen in beträchtlichen Mengen angehäuft hatten. Sie begannen gegen Kollektivbauern, gegen Parteiund Sowjetarbeiter im Dorfe Terror auszuüben und Kollektivwirtschaften sowie staatliche Getreidespeicher in Brand zu stecken.
Die Partei wusste wohl: solange nicht der Widerstand des Kulakentums gebrochen, solange nicht das Kulakentum in offenem Kampfe vor den Augen der Bauernschaft geschlagen sein wird, werden die Arbeiterklasse und die Rote Armee Brotmangel leiden und wird die Kollektivierungsbewegung der Bauern keinen Massencharakter annehmen können.
Entsprechend den Direktiven des XV. Parteitags ging die Partei zur entschiedenen Offensive gegen das Kulakentum über. In ihrer Offensive verwirklichte die Partei die Losung: fest gestützt auf die arme Bauernschaft und das Bündnis mit den Mittelbauern stärkend, einen entschiedenen Kampf gegen das Kulakentum einzuleiten. Als Antwort auf die Weigerung des Kulakentums, dem Staat die Getreideüberschüsse zu festen Preisen zu verkaufen, führten die Partei und die Regierung eine Reihe außerordentlicher Maßnahmen gegen das Kulakentum durch, brachten den Artikel 107 des Strafgesetzbuchs zur Anwendung, wonach die Getreideüberschüsse der Kulaken und Spekulanten gerichtlich beschlagnahmt werden, falls sie sich weigern, diese Überschüsse dem Staat zu festen Preisen zu verkaufen, und gewährten der Dorfarmut eine Reihe von Vergünstigungen, durch welche der armen Bauernschaft 25 Prozent des beschlagnahmten Getreides der Kulaken übergeben wurden.
Die außerordentlichen Maßnahmen verfehlten nicht ihre Wirkung: die armen Bauern und die Mittelbauern schlossen sich dem entschiedenen Kampf gegen das Kulakentum an, das Kulakentum wurde isoliert, der Widerstand des Kulakentums und der Spekulanten wurde gebrochen. Ende 1928 standen dem Sowjetstaat bereits genügende Getreidevorräte zur Verfügung, und die Kollektivierungsbewegung ging festeren Schrittes voran.
In demselben Jahre wurde eine große Schädlingsorganisation bürgerlicher Spezialisten im Schachty-Rayon im Donezbecken aufgedeckt. Die Schachty-Schädlinge standen in enger Verbindung mit den ehemaligen Besitzern der Betriebe, russischen und ausländischen Kapitalisten, sowie mit der ausländischen Militärspionage. Sie setzten sich das Ziel, die Entwicklung der sozialistischen Industrie zu hintertreiben und die Wiederherstellung des Kapitalismus in der Sowjetunion zu erleichtern. Die Schädlinge führten den Abbau der Kohlenlager unrichtig durch, um die Kohlenförderung zu senken. Sie beschädigten die Maschinen, die Lüftungsanlagen, führten Einstürze, Explosionen und Brände in den Gruben, Fabriken und Kraftwerken herbei. Die Schädlinge hemmten bewusst die Verbesserung der materiellen Lage der Arbeiter und verletzten die Sowjetgesetze über den Arbeitsschutz.
Die Schädlinge wurden zur Verantwortung gezogen. Das Gericht ließ ihnen die verdiente Strafe zuteil werden.
Das Zentralkomitee der Partei forderte alle Parteiorganisationen auf, aus dem SchachtyProzess die Lehren zu ziehen. Genosse Stalin wies darauf hin, dass die bolschewistischen Wirtschaftler selbst Kenner der Produktionstechnik werden müssen, damit sie in Zukunft von den Schädlingen aus den Kreisen der alten bürgerlichen Spezialisten nicht betrogen werden können, dass die Ausbildung neuer technischer Kader aus den Reihen der Arbeiterklasse beschleunigt werden müsse.
Auf Beschluss des Zentralkomitees wurde die Arbeit zur Ausbildung junger Spezialisten in höheren technischen Lehranstalten verbessert. Tausende von Parteimitgliedern, Komsomolzen und der Sache der Arbeiterklasse ergebenen Parteilosen wurden zum Studium herangezogen.
Vor dem Übergang der Partei zur Offensive gegen das Kulakentum, solange die Partei mit der Liquidierung des trotzkistisch-sinowjewistischen Blocks beschäftigt war, verhielt sich die
Bucharin-Rykow-Gruppe mehr oder weniger ruhig, blieb sie in der Reserve der parteifeindlichen Kräfte, entschloss sie sich nicht, die Trotzkisten offen zu unterstützen, und trat sogar zuweilen zusammen mit der Partei gegen die Trotzkisten auf. Als jedoch die Partei zur Offensive gegen das Kulakentum überging und außerordentliche Maßnahmen gegen das Kulakentum anwendete, warf die Bucharin-Rykow-Gruppe die Maske ab und wandte sich offen gegen die Politik der Partei. Die Kulakenseele der Bucharin-Rykow-Gruppe bäumte sich auf, und die Anhänger dieser Gruppe gingen nunmehr zur offenen Verteidigung des Kulakentums über. Sie forderten die Aufhebung der außerordentlichen Maßnahmen, schreckten die Einfältigen, dass andernfalls eine „Degradation“ (Abwärtsbewegung, Niedergang, Zerfall) der Landwirtschaft einsetzen könne, und behaupteten, dass die Degradation bereits begonnen habe. Da sie das Wachstum der Kollektivwirtschaften und Sowjetwirtschaften, dieser höheren Formen der Landwirtschaft, nicht sahen, wohl aber den Niedergang der Kulakenwirtschaft, stellten sie die Degradation der Kulakenwirtschaft als Degradation der Landwirtschaft hin. Um sich eine theoretische Stütze zuzulegen, heckten sie die lächerliche „Theorie vom Erlöschen des Klassenkampfes“ aus und behaupteten auf Grund dieser Theorie, je mehr Erfolge der Sozialismus in seinem Kampfe gegen die kapitalistischen Elemente aufzuweisen haben werde, desto mehr werde sich der Klassenkampf mildern, der Klassenkampf werde bald vollständig erlöschen, und der Klassenfeind werde alle seine Positionen ohne Widerstand aufgeben, weshalb man keine Offensive gegen das Kulakentum zu unternehmen brauche. Dadurch stellten sie ihre fadenscheinige bürgerliche Theorie vom friedlichen Hineinwachsen des Kulakentums in den Sozialismus wieder her und traten den bekannten Leitsatz des Leninismus mit Füßen, dass der Widerstand des Klassenfeindes um so schärfere Formen annehmen wird, je mehr er den Boden unter den Füßen verliert, je mehr Erfolge der Sozialismus haben wird, und dass der Klassenkampf erst nach der Vernichtung des Klassenfeindes „erlöschen“ kann.
Es war nicht schwer zu verstehen, dass die Partei in der Bucharin-Rykow-Gruppe eine rechtsopportunistische Gruppe vor sich hatte, die sich vom trotzkistisch-sinowjewistischen Block nur der Form nach unterschied, nur dadurch, dass die Trotzkisten und Sinowjewleute gewisse Möglichkeiten hatten, ihre Kapitulantennatur durch linke, marktschreierischrevolutionäre Phrasen über die „permanente Revolution“ zu maskieren, während die Bucharin-Rykow-Gruppe, die im Zusammenhang mit dem Übergang der Partei zur Offensive gegen das Kulakentum gegen die Partei Stellung nahm, nicht mehr die Möglichkeit hatte, ihr Kapitulantengesicht zu maskieren, und gezwungen war, die reaktionären Kräfte unseres Landes, vor allem das Kulakentum, offen, unverblümt, ohne Maske zu verteidigen.
Die Partei begriff, dass die Bucharin-Rykow-Gruppe früher oder später dazu kommen musste, den Überresten des trotzkistisch-sinowjewistischen Blocks zum gemeinsamen Kampf gegen die Partei die Hand zu reichen.
Gleichzeitig mit ihren politischen Vorstößen betrieb die Bucharin-Rykow-Gruppe eine organisatorische „Arbeit“ zur Sammlung ihrer Anhänger. Durch Bucharin zog sie die bürgerliche Jugend vom Schlage der Slepkow, Marezki, Eichenwald, Goldenberg und anderer heran, durch Tomski die bürokratisierten Spitzen der Gewerkschaften (Melnitschanski, Dogadow u. a.), durch Rykow die demoralisierten Spitzenfunktionäre des Sowjetapparats (A. Smirnow, Eismont, W. Schmidt u. a.). Der Gruppe schlossen sich bereitwillig Leute an. Die politisch demoralisiert waren und ihre Kapitulantenstimmungen nicht verheimlichten.
Um diese Zeit fand die Bucharin-Rykow-Gruppe Unterstützung bei der damaligen Spitze der Moskauer Parteiorganisation (Uglanow, Kotow, Uchanow, Rjutin, Jagoda, Polonski u. a.).
Dabei blieb ein Teil der Rechten auch weiterhin getarnt und trat nicht offen gegen die Parteilinie auf. In den Spalten der Moskauer Parteipresse und in Parteiversammlungen wurde darüber gepredigt, dass es notwendig sei, dem Kulakentum Zugeständnisse zu machen, dass die Belastung der Kulaken mit Steuern unzweckmäßig sei, dass die Industrialisierung für das Volk beschwerlich und der Aufbau der Schwerindustrie verfrüht sei. Uglanow wandte sich gegen den Bau der Dnjepr-Kraftwerke und forderte die Umleitung der Geldmittel aus der Schwerindustrie in die Leichtindustrie. Uglanow und andere rechte Kapitulanten versicherten, dass Moskau eine Stadt des Kattuns war und bleiben werde, und dass es nicht nötig sei, in Moskau Maschinenfabriken zu bauen.
Die Moskauer Parteiorganisation entlarvte Uglanow und seine Anhänger, erteilte ihnen eine letzte Warnung und schloss sich noch enger um das Zentralkomitee der Partei zusammen.
Genosse Stalin wies auf dem Plenum des Moskauer Komitees der KPdSU(B) im Jahre 1928 auf die Notwendigkeit hin, den Kampf an zwei Fronten zu führen, aber das Feuer gegen die rechte Abweichung zu konzentrieren. Die Rechten, sagte Genosse Stalin, stellen eine Agentur der Kulaken in der Partei dar.
„Ein Sieg der rechten Abweichung in unserer Partei würde die Kräfte des Kapitalismus entfesseln, die revolutionären Positionen des Proletariats untergraben und die Chancen für die Wiederherstellung des Kapitalismus in unserem Lande erhöhen“, sagte Genosse Stalin. (Stalin. Fragen des Leninismus, S. 255.)
Anfang 1929 stellte sich heraus, dass Bucharin als Bevollmächtigter der Gruppe der rechten Kapitulanten durch Kamenew mit den Trotzkisten in Verbindung getreten war und mit ihnen ein Übereinkommen zum gemeinsamen Kampf gegen die Partei ausarbeitete. Das Zentralkomitee entlarvte diese verbrecherische Tätigkeit der rechten Kapitulanten und erklärte warnend, dass die Sache für Bucharin, Rykow, Tomski und die anderen ein klägliches Ende nehmen könne. Aber die rechten Kapitulanten gaben ihr Treiben nicht auf. Sie traten im Zentralkomitee mit einer neuen parteifeindlichen Plattform, mit einer Deklaration auf, die vom Zentralkomitee verurteilt wurde. Das Zentralkomitee warnte sie neuerlich, brachte ihnen das Schicksal des trotzkistisch-sinowjewistischen Blocks in Erinnerung. Trotzdem setzte die Gruppe Bucharin-Rykow ihre parteifeindliche Tätigkeit fort. Rykow, Tomski und Bucharin übermittelten dem Zentralkomitee eine Erklärung über ihre Demission und glaubten damit die Partei zu schrecken. Das Zentralkomitee verurteilte diese Sabotagepolitik der Demissionen.
Schließlich erklärte das Novemberplenum des Zentralkomitees im Jahre 1929 die Propagierung der Anschauungen der rechten Opportunisten für unvereinbar mit dem Verbleiben in der Partei, verfügte den Ausschluss Bucharins als des Anführers und Leiters der rechten Kapitulanten aus dem Politbüro des Zentralkomitees und erteilte Rykow, Tomski und anderen Teilnehmern der rechten Opposition eine ernste Verwarnung.
Als die Anführer der rechten Kapitulanten sahen, dass die Sache für sie eine klägliche Wendung nahm, gaben sie Erklärungen ab, in denen sie ihre Fehler sowie die Richtigkeit der politischen Linie der Partei anerkannten.
Die rechten Kapitulanten beschlossen, sich zeitweilig zurückzuziehen, um ihre Kader vor der Zerschlagung zu bewahren.
Damit endete die erste Etappe des Kampfes der Partei gegen die rechten Kapitulanten.


Der erste Fünfjahrplan des sozialistischen Aufbaus wurde angenommen. Gewaltig entfaltete sich der Aufbau von neuen Werken, von Sowjetwirtschaften und Kollektivwirtschaften.
Dieser Vormarsch auf dem Wege zum Sozialismus war von einer Verschärfung des Klassenkampfes innerhalb des Landes und von einer Verschärfung des innerparteilichen Kampfes begleitet. Die wichtigsten Ergebnisse dieses Kampfes waren: die Unterdrückung des Widerstands des Kulakentums, die Entlarvung des trotzkistisch-sinowjewistischen
Kapitulantenblocks als eines antisowjetischen Blocks, die Entlarvung der rechten Kapitulanten als einer Kulakenagentur, die Verjagung der Trotzkisten aus der Partei, die Kennzeichnung der Anschauungen der Trotzkisten und rechten Opportunisten als unvereinbar mit der Zugehörigkeit zur KPdSU(B).
Die Trotzkisten, die von der bolschewistischen Partei ideologisch geschlagen waren und jeden Boden in der Arbeiterklasse verloren hatten, hörten auf, eine politische Strömung zu sein, und verwandelten sich in eine prinzipienlose Karrieristenclique politischer Gauner, in eine Bande politischer Doppelzüngler.


Die Entartung der Bucharinleute zu politischen Doppelzünglern - Die Entartung der trotzkistischen Doppelzüngler zu einer weißgardistischen Bande von Mördern und Spionen - Der ruchlose Mord an Genossen S. M. Kirow – Die Maßnahmen der Partei zur Verstärkung der Wachsamkeit der Bolschewiki


Die Erfolge des Sozialismus in unserem Lande erfüllten nicht bloß die Partei, nicht bloß die Arbeiter und Kollektivbauern mit Freude. Sie erfüllten auch unsere gesamte Sowjetintelligenz, alle ehrlichen Bürger der Sowjetunion mit Freude.
Sie erfreuten aber nicht, sondern erbitterten immer mehr die Überreste der zerschlagenen Ausbeuterklassen.
Sie versetzten die Nachläufer der zerschlagenen Klassen, die erbärmlichen Überreste der Bucharinleute und Trotzkisten, in helle Wut.
Diese Herrschaften beurteilten die Errungenschaften der Arbeiter und Kollektivbauern nicht vom Standpunkt der Interessen des Volkes, das jede dieser Errungenschaften begrüßte, sondern vom Standpunkt der Interessen ihrer jämmerlichen, vom Leben losgerissenen und bis ins Mark verfaulten Fraktionsgruppe. Da die Erfolge des Sozialismus in unserem Lande den Sieg der Politik der Partei und den endgültigen Zusammenbruch der Politik dieser Herren bedeuteten, so begannen sie, anstatt die offensichtlichen Tatsachen anzuerkennen und sich in das gemeinsame Werk einzureihen, sich für ihren Misserfolg, für ihren Bankrott, an der Partei und am Volke zu rächen; sie begannen die Sache der Arbeiter und Kollektivbauern verbrecherisch zu schädigen, Kohlengruben zu sprengen, Fabriken in Brand zu stecken, in den Kollektivwirtschaften und Sowjetwirtschaften Schaden zu stiften, um die Errungenschaften der Arbeiter und Kollektivbauern zu zerstören und im Volke Unzufriedenheit mit der Sowjetmacht hervorzurufen. Um aber dabei ihre erbärmliche Gruppe vor der Entlarvung und Zerschlagung zu bewahren, legten sie die Maske von parteitreuen Leuten an, begannen sie immer mehr vor der Partei zu scharwenzeln, der Partei zu lobhudeln, vor ihr zu kriechen, während sie in der Tat ihre Wühlarbeit gegen die Arbeiter und Bauern im verborgenen fortsetzten.
Auf dem XVII. Parteitag hielten Bucharin, Rykow und Tomski reuige Reden; sie sangen der Partei Loblieder und hoben die Errungenschaften der Partei in den Himmel. Der Parteitag fühlte jedoch, dass ihre Reden den Stempel der Unaufrichtigkeit und Doppelzünglerei trugen, denn die Partei fordert von ihren Mitgliedern keine Lobhudelei und Verherrlichung ihrer Errungenschaften, sondern ehrliche Arbeit an der Front des Sozialismus, von der jedoch bei den Bucharinleuten schon lange nichts zu merken war. Die Partei sah, dass diese Herrschaften in Wirklichkeit in ihren heuchlerischen Reden ihren Anhängern außerhalb des Parteitags Winke gaben, sie Doppelzünglerei lehrten und dazu aufriefen, nicht die Waffen zu strecken.
Auf dem XVII. Parteitag traten auch die Trotzkisten auf - Sinowjew und Kamenew -, die sich wegen ihrer Fehler über alle Maßen geißelten und die Errungenschaften der Partei – ebenso maßlos - lobpriesen. Der Parteitag konnte aber nicht übersehen, dass sowohl die Ekel erregende Selbstgeißelung wie die widerlich-süßliche Lobpreisung der Partei die Kehrseite des unruhigen und bösen Gewissens, dieser Herren darstellten. Die Partei wusste jedoch noch nicht, ahnte noch nicht, dass diese Herrschaften, die auf dem Parteitag mit süßlichen Reden auftraten, gleichzeitig den ruchlosen Mord an Genossen Kirow vorbereiteten.


Am 1. Dezember 1934 wurde im Smolny in Leningrad Genosse Kirow durch einen Revolverschuss ruchlos ermordet.
Der am Tatort ergriffene Mörder erwies sich als Mitglied einer konterrevolutionären unterirdischen Gruppe, die aus Teilnehmern der sowjetfeindlichen Sinowjewgruppe in Leningrad organisiert worden war.
Der Mord an Genossen Kirow, dem Liebling der Partei, dem Liebling der Arbeiterklasse, rief bei den Werktätigen unseres Landes gewaltigen Zorn und tiefste Trauer hervor.
Die Untersuchung ergab, dass sich in den Jahren 1933/34 in Leningrad aus früheren Teilnehmern der Sinowjew-Opposition eine unterirdische konterrevolutionäre Terroristengruppe gebildet hatte, an deren Spitze das so genannte „Leningrader Zentrum“ stand. Diese Gruppe setzte sich das Ziel, die Führer der Kommunistischen Partei zu ermorden.
Als erstes Opfer war Genosse Kirow ausersehen. Aus den Aussagen der Teilnehmer dieser konterrevolutionären Gruppe ergab sich, dass sie mit Vertretern ausländischer kapitalistischer Staaten in Verbindung standen und von ihnen Gelder erhielten. Die entlarvten Teilnehmer dieser Organisation wurden vom Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes der Sowjetunion zur höchsten Strafe, zur Erschießung, verurteilt.

Bald danach wurde festgestellt, dass ein unterirdisches konterrevolutionäres „Moskauer Zentrum“ existierte. Die Untersuchung und der Prozess deckten auf, welche schändliche Rolle Sinowjew, Kamenew, Jewdokimow und andere Führer dieser Organisation bei der Züchtung von terroristischen Stimmungen unter ihren Gesinnungsgenossen, bei den Vorbereitungen zur Ermordung von Mitgliedern des Zentralkomitees und der Sowjetregierung gespielt hatten.
Die Doppelzünglerei und die Niedertracht dieser Leute ging soweit, dass Sinowjew - einer der Organisatoren und Inspiratoren des Mordes an Genossen Kirow, der den Mörder gedrängt hatte, diese ruchlose Tat möglichst bald auszuführen - nach Kirows Tod einen lobpreisenden Nachruf auf Kirow schrieb und verlangte, dass dieser Nachruf veröffentlicht werde.
Die Sinowjewleute, die vor Gericht die Reuigen spielten, setzten in der Tat auch in diesem Moment ihre Doppelzünglerei fort. Sie verheimlichten ihre Verbindung mit Trotzki. Sie verheimlichten, dass sie sich zusammen mit den Trotzkisten an die faschistische Spionage verkauft hatten, sie verheimlichten ihre Spionage- und Schädlingsarbeit. Die Sinowjewleute verheimlichten vor Gericht ihre Verbindungen mit den Bucharinleuten, das Bestehen einer vereinigten trotzkistisch-bucharinschen Bande von Söldlingen des Faschismus.
Der Mord an Genossen Kirow war, wie sich später herausstellte, von dieser vereinigten trotzkistisch-bucharinschen Bande verübt worden.


In dem Rundschreiben an die Parteiorganisationen, das im Zusammenhang mit dem ruchlosen Mord an Genossen Kirow herausgegeben wurde, gab das Zentralkomitee der Partei die
Weisungen:
a) „Es gilt, mit der opportunistischen Vertrauensseligkeit Schluss zu machen, die von der falschen Annahme ausgeht, als ob der Feind in dem Maße, wie unsere Kräfte wachsen, immer zahmer und harmloser werde. Eine solche Annahme ist grundfalsch.
Das ist eine Nachwirkung der rechten Abweichung, deren Vertreter aller Welt weiszumachen suchten, dass die Feinde allmählich in den Sozialismus hineinkriechen, dass sie zu guter Letzt richtige Sozialisten werden würden. Es ist nicht Sache der Bolschewiki, auf ihren Lorbeeren auszuruhen und Maulaffen feilzuhalten. Nicht Vertrauensseligkeit brauchen wir, sondern Wachsamkeit, wirkliche bolschewistische revolutionäre Wachsamkeit. Man muss dessen eingedenk sein, dass die Feinde, je hoffnungsloser ihre Lage sein wird, um so eher zu dem ‚äußersten Mittel’ greifen werden, als dem einzigen Mittel der im Kampfe gegen die Sowjetmacht zum Untergang Verurteilten. Man muss dessen eingedenk und wachsam sein.“
b) „Es gilt, den Unterricht in der Parteigeschichte für die Parteimitglieder auf die gebührende Höhe zu bringen, das Studium aller und jeglicher parteifeindlichen Gruppierungen in der Geschichte unserer Partei, ihrer Methoden des Kampfes gegen die Linie der Partei, ihrer Taktik, und vor allem das Studium der Taktik und der Methoden des Kampfes unserer Partei gegen die parteifeindlichen Gruppierungen, der Taktik und der Methoden, die es unserer Partei ermöglichten, diese Gruppierungen zu überwinden und aufs Haupt zu schlagen. Es ist notwendig, dass die Parteimitglieder nicht nur wissen, wie die Partei gegen die Kadetten, die Sozialrevolutionäre, die Menschewiki, die Anarchisten kämpfte und sie überwand, sondern auch, wie die Partei die Trotzkisten. die ‚demokratischen Zentralisten’, die ‚Arbeiter-Opposition’, die Sinowjewleute, die rechten Abweichler, die ‚rechts-linken’ Missgestalten usw. bekämpfte und überwand. Man darf nicht vergessen, dass die Kenntnis und Beherrschung der Geschichte unserer Partei das wichtigste Mittel ist, um die revolutionäre Wachsamkeit der Parteimitglieder vollauf zu sichern.“

Das Jahr 1937 erbrachte neue Beweise gegen die Scheusale aus der bucharinschentrotzkistischen Bande. Der Prozess gegen Pjatakow, Radek und andere, der Prozess gegen Tuchatschewski, Jakir und’ andere, schließlich der Prozess gegen Bucharin, Rykow, Krestinski, Rosenholz und andere, alle diese Prozesse haben gezeigt, dass die Bucharinleute und Trotzkisten erwiesenermaßen schon lange eine gemeinsame Bande von Volksfeinden in Gestalt des „Blocks der Rechten und Trotzkisten“ gebildet hatten.
Die Prozesse zeigten, dass dieser Abschaum der Menschheit gemeinsam mit den Volksfeinden Trotzki, Sinowjew und Kamenew bereits seit den ersten Tagen der Sozialistischen Oktoberrevolution in einer Verschwörung gegen Lenin, gegen die Partei, gegen den Sowjetstaat gestanden hatten. Die provokatorischen Versuche zur Vereitelung des Brester Friedens Anfang 1918; die Verschwörung gegen Lenin und das Komplott mit den „linken“ Sozialrevolutionären zur Verhaftung und Ermordung Lenins, Stalins, Swerdlows im Frühjahr 1918; das frevelhafte Attentat auf Lenin und dessen Verwundung im Sommer 1918; der Aufruhr der „linken“ Sozialrevolutionäre im Sommer 1918; die vorsätzliche Zuspitzung der Meinungsverschiedenheiten in der Partei im Jahre 1921 mit dem Ziel, die Leninsche Führung zu erschüttern und von innen heraus zu stürzen; die Versuche, in der Zeit von Lenins Krankheit und nach seinem Tode die Parteiführung zu stürzen; die Auslieferung von Staatsgeheimnissen und die Belieferung ausländischer Spionagedienste mit Spionagematerial; die ruchlose Ermordung Kirows; Schädlingsarbeit, Sabotageakte, Sprengungen; die Meuchelmorde an Menshinski, Kujbyschew, Gorki - alle diese und ähnliche Freveltaten wurden, wie sich herausstellte, im Verlauf von 20 Jahren unter Teilnahme oder Führung Trotzkis, Sinowjews, Kamenews, Bucharins, Rykows und ihrer Handlanger im Auftrage ausländischer bürgerlicher Spionagedienste ausgeführt.
Die Prozesse stellten klar, dass sich die trotzkistisch-bucharinschen Scheusale in Erfüllung des Willens ihrer Auftraggeber - ausländischer bürgerlicher Spionagedienste - das Ziel gesteckt hatten, die Partei und den Sowjetstaat zu zerstören, die Landesverteidigung zu untergraben, die auswärtige militärische Intervention zu erleichtern, eine Niederlage der Roten Armee vorzubereiten, die Sowjetunion zu zerstückeln, an die Japaner das fernöstliche Küstengebiet der Sowjetunion, an die Polen das sowjetische Bjelorussland, an die Deutschen die Sowjetukraine auszuliefern, die Errungenschaften der Arbeiter und Kollektivbauern zunichte zu machen, die kapitalistische Sklaverei in der Sowjetunion wiederherzustellen.
Diese weißgardistischen Wichte, deren Kraft man höchstens mit der Kraft eines elenden Gewürms vergleichen kann, hielten sich, wie es scheint, komischerweise für die Herren des Landes und bildeten sich ein, dass sie in der Tat die Ukraine, Bjelorussland, das Küstengebiet an andere verteilen und verkaufen könnten.

Dieses weißgardistische Gezücht vergaß, dass niemand anders als das Sowjetvolk Herr des Sowjetlandes ist, während die Herrschaften Rykow, Bucharin, Sinowjew, Kamenew weiter nichts waren als Leute, die zeitweilig im Dienste des Staates standen, der sie jede Minute wie nutzloses Gerümpel aus seinen Kanzleien hinauswerfen konnte.
Diese nichtswürdigen Lakaien der Faschisten vergaßen, dass das Sowjetvolk nur einen Finger zu rühren brauchte, damit von ihnen nicht einmal eine Spur übrig bleibe.
Das Sowjetgericht verurteilte die bucharinschen-trotzkistischen Scheusale zur Erschießung.
Das Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten vollstreckte das Urteil.
Das Sowjetvolk billigte die Vernichtung der bucharinschen-trotzkistischen Bande und ging zur Tagesordnung über.


Die Geschichte der Partei lehrt weiter, dass die Partei der Arbeiterklasse ohne unversöhnlichen Kampf gegen die Opportunisten in ihren eigenen Reihen, ohne Vernichtung der Kapitulanten in ihrer eigenen Mitte die Einheit und Disziplin ihrer Reihen nicht aufrechterhalten, ihre Rolle als Organisator und Führer der proletarischen Revolution, ihre Rolle als Erbauer einer neuen, der sozialistischen Gesellschaft nicht erfüllen kann.
Die Entwicklungsgeschichte des inneren Lebens unserer Partei ist die Geschichte der Bekämpfung und Vernichtung der opportunistischen Gruppen innerhalb der Partei – der „Ökonomisten“, Menschewiki, Trotzkisten, Bucharinleute, Vertreter der nationalistischen Abweichungen.

 

 

* * *

 

RESOLUTION DES ZEHNTEN EKKI-PLENUMS:

BUCHARIN WIRD SEINES FÜHRENDEN POSTENS IN DER KOMINTERN ENTHOBEN

 

* * *

 

EKKI Präsidium

Resolution über die Wittorf-Affäre

6. Oktober 1928; Inprekorr, VIII, 115, p. 2263, 9. Oktober 1928

 

* * *

Gerichtsprozess gegen den Verbrecher Bucharin - 1938

(Auszüge aus dem Dokument der Moskauer Prozesse)

 

 

* * *

 

 

90. Jahrestag des VI. Weltkongresses der Komintern

(Kritik an Bucharin)


 

recent revision 17. 07. 2018

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