Lenin

Der Internationale Frauentag ( 8. März 1921)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Internationale Frauentag

aus Anlass des heutigen 90. Kommunistischen Weltfrauentages - am 8. März 2011

herausgegeben von der Kommunistischen Internationale (Stalinisten-Hoxhaisten)

 

Das Hauptsächliche, das Grundlegende im Bolschewismus und in der russischen Oktoberrevolution ist, dass gerade diejenigen in die Politik einbezogen werden, die unter dem Kapitalismus am meisten unterdrückt waren. Sie wurden von den Kapitalisten niedergehalten, betrogen und ausgeplündert, unter der Monarchie ebenso wie in den bürgerlich-demokratischen Republiken. Diese Unterdrückung, dieser Betrug, diese Ausplünderung der Volksarbeit durch die Kapitalisten waren unvermeidlich, solange das Privateigentum am Grund und Boden, an den Fabriken und Werken aufrechterhalten blieb.

Das Wesen des Bolschewismus, das Wesen der Sowjetmacht besteht darin, die Lüge und Heuchelei der bürgerlichen Demokratie zu entlarven, das Privateigentum am Grund und Boden, an den Fabriken und Werken aufzuheben und die gesamte Staatsmacht in den Händen der werktätigen und ausgebeuteten Massen zu konzentrieren. Sie selber, diese Massen, nehmen die Politik, das heißt das Werk des Aufbaus der neuen Gesellschaft, in ihre Hände. Es ist ein schwieriges Werk, die Massen sind durch den Kapitalismus geduckt und niedergehalten, aber einen anderen Ausweg aus der Lohnsklaverei, aus der kapitalistischen Knechtschaft gibt es nicht und kann es nicht geben.

Man kann aber nicht die Massen in die Politik einbeziehen, ohne die Frauen in die Politik einzubeziehen. Denn die weibliche Hälfte des Menschengeschlechts ist unter dem Kapitalismus doppelt unterdrückt. Die Arbeiterin und die Bäuerin werden vom Kapital unterdrückt und bleiben darüber hinaus selbst in den aller-demokratischsten bürgerlichen Republiken erstens nicht gleichberechtigt, denn das Gesetz gewährt ihnen kein gleiches Recht mit dem Mann; zweitens - und das ist die Hauptsache - verbleiben sie in der "häuslichen Sklaverei", bleiben sie "Haussklavinnen", weil sie durch die gröbste, schwerste, den Menschen am meisten abstumpfenden Arbeit, die Kleinarbeit in der Küche und überhaupt im vereinzelten Familienhaushalt niedergedrückt werden.

Die bolschewistische, die sowjetische Revolution legt die Axt so tief an die Wurzeln der Unterdrückung und Ungleichheit der Frauen, wie keine Partei und keine Revolution auf der Welt es je gewagt haben. Von der gesetzlichen Ungleichheit zwischen Mann und Frau ist bei uns, in Sowjetrussland, auch nicht eine Spur übriggeblieben. Die besonders niederträchtige, gemeine, heuchlerische Ungleichheit im Ehe - und Familienrecht, die Ungleichheit in Bezug auf das Kind ist durch die Sowjetmacht vollständig aufgehoben worden.

Das ist nur der erste Schritt zur Befreiung der Frau. Aber keine einzige der bürgerlichen, auch der aller-demokratischsten Republiken hat auch nur diesen ersten Schritt zu tun gewagt. Sie haben es aus Furcht vor dem "heiligen Privateigentum" nicht gewagt.

Der zweite und wichtigste Schritt ist die Abschaffung des Privateigentums am Grund und Boden, an den Fabriken und Werken. Dadurch und nur dadurch wird die Bahn frei gemacht für die vollständige und tatsächliche Befreiung der Frau, für ihre Befreiung von der "häuslichen Sklaverei" durch den Übergang vom vereinzelten Kleinhaushalt zum vergesellschafteten Großhaushalt.

Dieser Übergang ist schwierig, denn es handelt sich hier um die Umgestaltung einer zutiefst eingewurzelten, gewohnten, erstarrten, verknöcherten "Ordnung" (in Wahrheit eines ungeheurlichen und barbarischen Zustands und nicht einer "Ordnung"). Aber dieser Übergang hat begonnen, das Werk ist in Angriff genommen, den neuen Weg haben wir beschritten.

Und am Internationalen Frauentag werden in allen Ländern der Welt aus unzähligen Versammlungen von Arbeiterinnen Grüße nach Sowjetrussland fliegen, das das unerhört schwierige und mühselige, aber große, welthistorisch große und wahrhaftige Befreiungswerk begonnen hat. Es werden mutige Rufe erklingen, angesichts der wütenden und oft bestialischen bürgerlichen Reaktion nicht den Mut zu verlieren. Je "freier" oder "demokratischer" ein bürgerliches Land ist, um sehr mehr tobt und wütet die Bande der Kapitalisten gegen die Revolution der Arbeiter; ein Beispiel dafür ist die demokratische Republik der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Doch der Arbeiter ist in seiner Masse bereits erwacht. Der imperialistische Krieg hat die schlummernden, dahindämmernden, trägen Massen in Amerika wie in Europa und auch im rückständigen Asien endgültig wachgerüttelt.

Das Eis ist an allen Ecken und Enden der Welt gebrochen.

Die Befreiung der Völker vom Joch des Imperialismus, die Befreiung der Arbeiter und Arbeiterinnen vom Joch des Kapitalismus geht unaufhaltsam vorwärts. Dieses Werk wird von Millionen und aber Millionen Arbeitern und Arbeiterinnen, Bauern und Bäuerinnen vorwärtsgetragen. Und darum wird dieses Werk der Befreiung der Arbeit vom Joch des Kapitals in der ganzen Welt siegen.

 

4. III. 1921

veröffentlicht am 8. März 1921 in der Beilage zu Nr. 51 der "Prawda"