Enver Hoxha

ÜBER DIE GEWERKSCHAFTEN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ENVER HOXHA

ÜBER DIE GEWERKSCHAFTEN

herausgegeben von der RGI

aus Anlass des 10. Jahrestages ihrer Wiedergründung am 1. Mai 2003

 

 

 

 

Die wichtigsten Massenorganisationen sind
die Gewerkschaften oder die Tradeunions.

(Auszug aus: "Imperialismus und Revolution" - Seite 266 - 270)

 

 

Die Arbeiterklassenkontrolle

Aus der Rede, gehalten am 9. April 1968

in einer Versammlung des Sekretariats des Zentralkomitees der

Partei der Arbeit Albanien

(aus: Enver Hoxha, Reden und Aufsätze, Verlag Roter Morgen, November 1974 - auf Beschluss des ZK der KPD/ML)

wieder veröffentlicht von der Roten Gewerkschaftsinternationale aus Anlass des 10. Jahrestages ihrer Wiedergründung am 1. Mai 2013

 

 

 

Die Arbeit der Partei

im Gewerkschaftsverband

(11. Mai 1953)

 

 

ENVER HOXHA



Grußbotschaft des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Albaniens

20. Juni 1977




Enver Hoxha

auf dem 9. Kongress des albanischen Gewerkschaftsverbandes

1982

 

 

ENVER HOXHA

Auszüge aus dem Rechenschaftsbericht an den

5. Parteitag der PAA - 1966

 

Eine besondere Aufmerksamkeit schenkt die Partei den Gewerkschaftsverbänden als einer Schule des Kommunismus, um bei den Arbeitern das Bewusstsein der Klasse und des Klassenkampfes fortlaufend zu entwickeln, das sozialistische Verhalten der Werktätigen zur Arbeit, und zum Leben heranzubilden, und die Arbeiter zur Leitung der Produktion und des gesellschaftlichen Lebens zu mobilisieren. Die Gewerkschaften sollen überall die proletarische Kontrolle ausüben, damit die Arbeiterklasse mit ihrem scharfen revolutionären Elan im ganzen Leben des Landes den Ton angibt, sie sollen fortlaufend leitende Arbeiterkader für die verschiedenen Gebiete des sozialistischen Aufbaus heranbilden und stählen. In dieser Beziehung haben die Gewerkschaften schon eine große Arbeit geleistet. Vor allem muss hier ihre Rolle bei der Erziehung der Werktätigen, bei der Organisation des sozialistischen Wettbewerbs und bei der Heranziehung der Arbeiter zur Ausarbeitung des Staatsplanes sowie bei der Förderung fortschrittlicher Arbeitsinitiativen hervorgehoben werden. Doch gab und gibt es in der Arbeit der Gewerkschaften noch immer enge Auffassungen und Tendenzen, sich vor allem mit rein wirtschaftlichen Angelegenheiten zu befassen, was die Rolle der Arbeiter darauf beschränkt, einfach die von oben, von der Staatsverwaltung kommenden Pläne und Anweisungen auszuführen. Bis zu einem gewissen Grade hat zu dieser Tendenz auch die Tatsache beigetragen, dass den Gewerkschaften auch einige Funktionen rein staatlichen Charakters überlassen waren, was später durch das Zentralkomitee der Partei korrigiert wurde. Dies alles führte dazu, dass die Gewerkschaften in ihrer Tätigkeit oft ihre Aufmerksamkeit von den großen ideologisch-politischen Problemen und von der erzieherischen und aufklärenden Arbeit mit den Werktätigen abwandten und formalistisch-amtierenden Tendenzen zu folgen begannen.

Manche Gewerkschaftsorganisationen gingen in dieser Hinsicht so weit, dass sie nicht nur aufhörten, den Klassenkampf ständig und in richtiger Form zu führen, und aufhörten, ihre Organisation als Schule der revolutionären Stählung und Erziehung zu betrachten, sondern leichtsinnig, ohne irgendwelche vorherige Diskussion, jeden beliebigen Beschäftigten eines Unternehmens als Mitglied aufnahmen, auch wenn es ein deklassiertes Element oder ein soeben aus dem Gefängnis Entlassener war. Solche Fälle, Genossen, sind natürlich vereinzelt, doch sind das gefährliche Tendenzen, die der Gewerkschaftsorganisation, ihren politischen und Klassencharakter entziehen. Daher müssen sie schon in ihren Anfängen mit aller Kraft bekämpft werden.

Als dierekte Vertreter der Arbeitskollektive müssen die Gewerkschaftsorganisationen eine aktive Rolle im Leben der Unternehmungen spielen, müssen dort konsequente Vertreter der Massenlinie werden.

Die Partei verurteilt die Bestrebungen einiger Leiter von Staatsunternehmen, welche den Gewerkschaften ihren Willen aufzuzwingen sich bemühen oder diese ganz und gar ignorieren. Die Leiter der Unternehmen und die Kader überhaupt sind gleichgestellte Mitglieder der Gewerkschaften und besitzen ihnen gegenüber keine Privilegien. Sie sind verpflichtet, dem Arbeiterkollektiv in dessen Versammlungen gewissenhaft Rechnung über ihre Tätigkeit abzulegen.

Die Gewerkschaften müssen Tribünen der revolutionären Bewegung der Arbeiterklasse im Kampf für die Erfüllung des 4. Fünfjahrplans werden. Sie müssen eine breite Erziehungs – und Aufklärungsarbeit unter den Massen betreiben, im Hinblick auf die Aufgaben, die ihnen die Planerfüllung stellt. Sie müssen den sozialistischen Wettbewerb besser organisieren und leiten, der als eine unersetzliche kommunistische Methode für den Aufbau des Sozialismus zu betrachten ist.

In der organisatorischen Arbeit der Gewerkschaften muss die Bekanntmachung, Verallgemeinerung und Verbreitung der fortschrittlichen Erfahrungen der Werktätigen einen wichtigen Platz einnehmen. Das ist von großer Bedeutung nicht nur wegen des wirtschaftlichen Gewinns, den die Produktionssteigerung einbringt, sondern auch als begeisterndes Vorbild und wirksames Mittel der kommunistischen und revolutionären Erziehung der anderen Werktätigen. Die positiven Erfahrungen der Arbeiterklasse und ihr revolutionärer Geist müssen auch der Bauernschaft, der Intelligenz und den in der Verwaltung Arbeitenden mitgeteilt werden, ebenso wie die fortschrittlichen Initiativen des Dorfes in der Stadt propagiert und verbreitet werden müssen. Die Gewerkschaften sollen sich bei der Propagierung der fortschrittlichen Erfahrungen nicht nur auf das Beispiel einiger „nationaler Persönlichkeiten“ beschränken, sondern sollen diese in jedem Unternehmen, in jeder Abteilung, in jeder Brigade oder Gruppe suchen und von dort aus allgemein bekannt machen.


ENVER HOXHA

Auszüge aus dem Rechenschaftsbericht an den

7. Parteitag der PAA - 1976

Die Partei betrachtet die Beschäftigung der gesamten arbeitsfähigen Bevölkerung mit gesellschaftlich nützlicher Arbeit nach wie vor als einen der wichtigsten Wege, um das Lebensniveau systematisch zu heben. Einen großen Sieg stellt die breite Teilnahme der Frauen an allen Fronten des sozialistischen Aufbaus dar. Heute machen die Frauen 46 % der Gesamtzahl der Werktätigen des Landes aus.

Im neuen Fünfjahrplan werden 95 000 neue Arbeitskräfte ein Arbeitsverhältnis mit dem Staat eingehen, in den landwirtschaftlichen Genossenschaften werden 130 000 neu eingestellt werden. Der Sozialismus sichert Arbeit für alle. Breite Arbeitsfronten werden in den Bergwerken, im Hüttenwesen, beim Bau der Wasserkraftwerke und anderer wichtiger Werke erschlossen. Eine weitere, äußerst breite und große Arbeitsfront ist die Landwirtschaft. Deshalb sind die neuen Kräfte dorthin zu lenken, wo Arbeitsfronten erschlossen werden und wo die Nachfrage am größten ist. Das erfordert, dass die Partei eine umfangreiche Erziehungs – und Überzeugungsarbeit, besonders in den Städten leistet und gegen die Auffassungen und Einstellungen kämpft, die die Arbeit in der Landwirtschaft, im Bergbau, in der Forstwirtschaft und im Bauwesen gering schätzen.

Die Vollbeschäftigung der arbeitsfähigen Bevölkerung ist ein wichtiger Gradmesser, der von der großen Kraft unserer sozial-ökonomischen Ordnung zeugt. Dies hat durch das hohe Entwicklungstempo ein für allemal Arbeitslosigkeit und Auswanderung beseitigt, diese schweren Plagen der Vergangenheit, die das Leben elend machten, geliebte Menschen aus der Mitte der Familie rissen und in die Fremde trieben, wo sie ihr Leben ließen. In der kapitalistischen und revisionistischen Welt sind gegenwärtig Arbeitslosigkeit und Auswanderung zu chronischen Gebrechen geworden. Sie rufen bei den einfachen Menschen Angst und Unsicherheit über die Gegenwart und Zukunft hervor und senken ihr Lebensniveau.

Unsere revolutionäre Praxis bestätigt, wie richtig der Weg war, den die Partei verfolgte, um den Wohlstand des Volkes auch dadurch zu heben, dass sie die gesellschaftliche Konsumtion schneller steigerte als den direkten Lohnfonds. Infolge dieser Politik war der gesellschaftliche Konsumtionsfonds 1975 insgesamt um 2, 1 Mal höher als 1965. Dadurch wurde es möglich, die gemeinsamen Bedürfnisse der Werktätigen in Bildung, Kultur, Gesundheitswesen und bei einer ganzen Reihe weiterer sozial-kultureller Dienstleistungen immer besser zu befriedigen.

Auf Grund der Richtlinien des 6. Parteitags wurden wichtige Maßnahmen ergriffen, um das Lohnsystem zu verbessern. Auf Beschluss des Zentralkomitees der Partei und des Ministerrats vom April 1976 wurden die höheren Löhne von über 900 Lek herab gesetzt und die Löhne der Arbeiter der landwirtschaftlichen Staatsbetriebe erhöht sowie neue Maßnahmen zum Nutzen des Dorfes ergriffen. Diese Maßnahmen waren auch von einer besseren Versorgung des Marktes mit Massenbedarfsgütern in besserer Auswahl und besserer Qualität und zu stabilen Preisen begleitet.

Die Lohnunterschiede zwischen den verschiedenen Werktätigengruppen und – kategorien und die Einkommensunterschiede zwischen Stadt und Land wurden weiter verringert. Das Verhältnis zwischen dem Durchschnittslohn der Arbeiter und den höchsten Löhnen der Angestellten macht jetzt 1 : 2 aus gegenüber 1 : 2, 5 vorher. Dies ist ein korrekter, revolutionärer Kurs, den unsere Partei konsequent verfolgt.

Eines der Probleme, mit dem sich die Partei ständig beschäftigt hat, war und ist auch die Verringerung der Unterschiede zwischen Stadt und Land. In dieser Frage lässt sie sich von dem Prinzip leiten, dass der Sozialismus nicht nur in der Stadt und auch nicht nur für die Arbeiterklasse, sondern auch auf dem Land, auch für die Bauernschaft errichtet wird.

Die Unterschiede im Realeinkommen pro Kopf der Bevölkerung zwischen Stadt und Land, verursacht durch die objektiven Bedingungen der tiefen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rückständigkeit, die unser Dorf aus der Vergangenheit ererbt hat, stellen einen Widerspruch dar, der Schritt für Schritt überwunden wird. Bildungs-, Kultur- und Gesundheitseinrichtungen gibt es heute auch in den entlegendsten Dörfern. Nach dem großen Sieg der Elektrifizierung des ganzen Landes wurde jetzt auch der Telefonanschluss aller Dörfer beendet und es wird angestrebt, das Fahrstraßennetz überall hin auszudehnen. Auf dem Land wurden ferner die Renten für die Genossenschaftsbauern eingeführt und eine Anzahl weiterer Probleme sozialen Charakters gelöst. Durch den Beschluss vom April 1976 hat der Staat auch auf dem Land ebenso wie in der Stadt die Ausgaben für sozial-kulturelle Zwecke übernommen. Der Richtsatz der Renten für die Genossenschaftler wurden erhöht und dem der Werktätigen der Stadt angeglichen. Ebenso wurde die Mindestrente der Genossenschaftler erhöht. Die Bezahlung des Wöchnerinnenurlaubs der Genossenschaftsbäuerinnen wurde zentralisiert.

Um die Unterschiede zwischen Stadt und Land weiter zu verringern, zielt die Politik der Partei nach wie vor darauf ab, dass sich die Einkommen der Landbevölkerung rascher als der Stadtbevölkerung erhöhen. Im laufenden Fünfjahrplan wird die Zuwachsrate des Realeinkommens pro Kopf der Bevölkerung auf dem Land über dreimal höher sein als in der Stadt. (Seite 65 - 67)

* * *

Der Gewerkschaftsverband, der eine große Arbeit leistet, um die Arbeiter und übrigen Werktätigen zu erziehen und zum Aufbau der neuen Gesellschaft zu mobilisieren, hat eine besondere Rolle und Verantwortung, damit diese Arbeit gründlicher geleistet und voran getrieben wird. Wichtigste Aufgabe des Gewerkschaftsverbandes war und bleibt, die Werktätigen kommunistisch zu erziehen. Jede Tendenz, die die erzieherische Arbeit des Gewerkschaftsverbandes unterschätzt und darauf abzielt, ihn in ein Anhängsel der Verwaltungen und Wirtschaftsorgane zu verwandeln, ist äußerst schädlich und führt dazu, dass die Gewerkschaften aus ihrer Funktion als Schule des Kommunismus verdrängt werden.

Sehr falsch ist auch die Meinung, auf die man manchmal stößt, wonach der Gewerkschaftsverband sich lediglich mit der Erziehung befassen dürfte und wirtschaftliche Probleme beiseite lassen müsse. Selbstverständlich hat der Gewerkschaftsverband nicht den Staats – und Wirtschaftsorganen die Arbeit abzunehmen oder diese Organe zu doublieren. Es wäre aber völlig unverzeihlich, wenn er sich nicht für die Produktion, für die Erfüllung der Aufgaben des Staatsplans interessieren würde. Daraus würde die Gefahr der Bürokratisierung der Wirtschaftsleitung entstehen. Die Wirksamkeit der erzieherischen Arbeit der Gewerkschaftsorganisationen hängt stark von ihrer engen Verbindung mit der Produktion ab. Dies kann nicht gut sein, wenn man sich nicht mit den Problemen der Wirtschaft vertraut macht. Gleichzeitig fällt es dem Gewerkschaftsverband zu, noch besser gegen jede bürokratische Handlung zu kämpfen, die auch nur im Geringsten die durch Gesetz garantierten Rechte der Werktätigen verletzt. (Seite 134 - 135)

 

ENVER HOXHA

Auszug aus dem Rechenschaftsbericht an den

8. Parteitag der PAA - 1981

Die Massenorganisationen, die nach wie vor eine besonders wichtige Rolle bei der Erziehung und Mobilisierung der Werktätigen zur Realisierung des Parteiprogramms spielen, hat unsere Partei als wahrhaft marxistisch-leninistische Partei immer richtig eingeschätzt. Als Hebel der Partei stützen sich die gesellschaftlichen Organisationen nicht nur bei den allgemeinen Ausrichtungen, sondern auch bei ihrer täglichen Kleinarbeit auf die Politik und Ideologie, auf die Beschlüsse und Direktiven der Partei. Die Eigenarten ihrer Arbeit sind hauptsächlich mit den besonderen Forderungen verbunden, die die Partei gegenüber den einzelnen Bevölkerungsschichten hat, die von der jeweiligen Organisation erfaßt werden; sie sind mit den Arbeitsformen und Arbeitsmethoden verbunden, die von jeder einzelnen Massenorganisation zur Realisierung der Aufgaben benutzt werden müssen.

Der Gewerkschaftsverband spielt eine besondere Rolle bei der Erziehung und Mobilisierung der Arbeiterklasse und der übrigen Werktätigen.
Unter der Führung der Partei hat er seine sehr verantwortungsvollen Aufgaben erfolgreich erfüllt.

Die Partei hat dem Gewerkschaftsverband die große Aufgabe übertragen, die Arbeiterklasse poIitisch-ideologisch und technisch-beruflich zu erziehen, um sie in die Lage zu versetzen, nicht nur
die Aufgaben im Produktionsbereich, sondern in sämtlichen anderen Lebensbereichen des Landes
erfolgreich zu erfüllen, aktiv an der Leitung der staatlichen und gesellschaftlichen Angelegenheiten
teilzunehmen, überall und über jeden ihre Kontrolle als Kontrolle der an der Macht befindlichen
Klasse auszuüben. Dazu ist es erforderlich daß der Oewerkschaftsverband seine Erziehungsarbeit
verbessert, sie konkreter macht und enger mit dem Leben verbindet, mit den Problemen, die die ver-
schiedenen Kategorien der Arbeiter beunruhigen, etwa die jungen Arbeiier, die auf dem Dorf woh-
nenden Arbeiter, die Werktätigen des Dienstleistungssektors und der landwirtschaftlichen Betriebe
usw. Dabei sind überall die Merkmale der Arbeiterklasse zu verwurzeln. Er sollte Routine, Globalismus und Formalismus in der Erziehungsarbeit bekämpfen und lebendige, abwechslungsreiche und vielfältige Arbeitsformen benutzen, die dem Niveau, den Interessen und Forderungen der Klasse,
den Situationen und neuen Aufgaben entsprechen.

Die Arbeiterklasse als führende Klasse der sozialistischen Gesellschaft wird wie immer auch in diesem Jahrfünft eine große Last auf sich nehmen. Die gestellten Aufgaben verlangen von ihr, daß sie schwungvoll, mit großen Wettbewerben arbeitet, mit hohem Verantwortungsgefühl und mit hoher proletarischer Disziplin, mit Produktivität, Qualität und mit Sinn für Sparsamkeit. Die Pflicht des Gewerkschaftsverbandes besteht darin, der Arbeiterklasse diese Aufgaben vollständig bewußt zu machen und sie für ihre Erfüllung zu mobilisieren, die Initiative sowie Aktionen und schöpferisches Denken der Klasse zu fördern und zu unterstützen, überall den revolutionären Ehrgeiz zur Erreichung und Überbietung der Ziele des Staatsplans zu entfalten.

Der Arbeiter muß die Gesetze seines Staates gut kennenlernen. vor allem jene Gesetze, die ihn lehren, wie er seine Aufgabe ordnungsgemäß zu erfüllen hat, damit der Plan in allen Kennziffern erfüllt wird, wie er das sozialistische Gemeineigentum zu verteidigen und zu verwalten hat, wie er die Arbeitsordnung und die Arbeitsdisziplin zu festigen hat usw. Der Arbeiter muß sich im Rahmen
der Berufsausbildung mit diesen Gesetzen vertraut machen. Hier hat der Gewerkschaftsverband
ein breites Betätigungsfeld; außerdem muß er arbeiten und kämpfen, daß auch die Gesetze des
Staates, die die Rechte der Arbeiter schützen, strikt eingehalten werden, wobei er keine Ge-
setzesverletzung, von wem auch immer, auf sich beruhen lassen darf. Bei uns sind Pflichten und
Rechte eine Einheit und nicht voneinander zu trennen. (Seite 118 - 120)

 

 

ENVER HOXHA

Euro"kommunismus" ist Antikommunismus

(Auszug)

Die Bourgeoisie hat Angst vor der revolutionären Organisierung und vor der Einheit des Proletariats, das ganz im Gegensatz zu den Predigten der Eurokommunisten und der anderen Revisionisten auch weiterhin die revolutionäre Haupttriebkraft unserer Epoche ist. Daher ist sie bemäht, die gewerkschaftliche Organisierung, die Gewerkschaftszentren unter ihrer ständigen Kontrolle zu halten. Von ihnen mag es in den kapitalistischen Ländern viele geben, mit dem Anschein nach unterschiedlichen Namen und Programmen, doch in Wirklichkeit besteht kein wesentlicher Unterschied zwischen ihnen. Mit Hilfe der bürgerlichen und revisionistischen Parteien und durch die eigenen staatlichen Strukturen fördert die Bourgeoisie heute die Diversantenrolle der offen von ihr manipulierten Gewerkschaften mehr als je zuvor.
Die Gewerkschaften dieser Art sind, wie die Tatsachen zeigen, in vielen Ländern vollkommen in den wirtschaftlichen und staatlichen Organismus des Kapitalismus integriert und zu seinem Anhängsel geworden. Die immer offenere Zusammenarbeit der Gewerkschaftszentren mit dem Unternehmertum, dem Finanzkapital und den bürgerlichen Regierungen ist eine bekannte Tatsache. So wie sie heute aussieht, fordert die Gewerkschaftsbewegung den Kapitalismus nicht heraus, sondern arbeitet für ihn; sie versucht das Proletariat zu unterwerfen, seinen Kampf gegenden Kapitalismus zu begrenzen und zu untergraben. Einige dieser Gewerkschaften gleichen mehr großen kapitalistischen Konzernen als einer Gewerkschaftsorganisation.

Es ist eine Tatsache, dass das europüische Proletariat infolge der Zersetzungstütigkeit der Revisionisten, der Sozialdemokratie und der bürgerlich-reformistischen Gewerkschaftszentren immer noch gespalten ist, und dass ein bedeutender Teil der Arbeiter von diesen manipuliert wird. Die Kontrolle der Revisionisten und Sozialdemokraten über die Gewerkschaftsbewegung behindert die Entfaltung des Klassenkampfes und die Herausbildung und Stählung des revolutionären Bewusstseins der Werktatigen außerordentlich. Deshalb gibt es für die Marxisten-Leninisten und Revolutionäre nur den einen Weg, nämlich die Tätigkeit der Revisionisten zu entlarven, ihre Positionen in der Ge-werkschaftsbewegung zu zersetzen und revolutionäre Gewerkschaften zu schaffen. Selbstverständlich können diese neuen Gewerkschaften kein anderes Ziel haben, als die Einheit der Arbeiterklasse im Kampf gegen die Macht des Kapitals, gegen seine Demagogie und die der bürgerlichen und revisionistischen Parteien herzustellen.
Gegen die sogenannten traditionellen Gewerkschaften zu kampfen, heißt nicht, prinzipiell gegen die Existenz der Gewerkschaften als breite Massenorganisationen, als Organisations- und Widerstandszentren der Arbeiterklasse zu sein. Sie sind historisch unvermeidlich und unter den Be-dingungen des Kapitalismus notwendig, um die Arbeiterklasse zusammenzuschließen und zum Klassenkampf gegen die Bourgeoisie zu mobilisieren.
Wenn sich die Marxisten-Leninisten die Aufgabe stellen, revolutionäre Gewerkschaften zu schaffen, dann bedeutet das keinesfalls, dass sie die Arbeit in den bestehenden Gewerkschaften, in denen große Arbeitermassen sind, aufgeben. Sonst ließen sie nämlich den Gewerkschaftsbossen freie Hand, die Arbeiterklasse nach Belieben zu manipulieren und sie für ihre Interessen und die Interessen des
Kapitals zu missbrauchen. Die aktive Mitgliedschaft der Kommunisten in den bestehenden Gewerkschaften ist nicht von irgendwelchen zeitweiligen Faktoren abhängigund auch keine „Taktik", wie es uns die Trotzkisten vormachen wollen, sondern eine grundsätzliche Haltung, die in der leninistischen Lehre begründet ist, dass sich die notwendige Einheit der Arbeiterklasse nicht herstellen lässt, wenn man nicht unter den Massen arbeitet und sie vom Einfluss der Bourgeoisie und der verschiedenen Opportunisten schützt.
Natürlich hat der Kampf der marxistisch-leninistischen Partei innerhalb der reformistischen und revisionistischen Gewerkschaftszentren nicht das Ziel, die einzelnen Ge-werkschaftsführer zu bessern oder zu erziehen, und auch nicht, diese Gewerkschaftszentren selbst zu verbessern und zu reformieren. Ein solches Herangehen würde einen neuen Reformismus bedeuten. Die Marxisten-Leninisten arbeiten mit der Masse der gewerkschaftlich Organisierten, um sie zu erziehen und für antikapitalistische, antiimperialistische und antirevisionistische revolutionäre Handlungen zu wappnen. In diesem Arbeits- und Kampfprozess wird auch der Zusammenhalt und die Geschlossenheit des Proletariats hergestellt.
Wie uns der Marxismus-Leninismus lehrt, wird die Einheit der Arbeiterklasse aber vor allem in der Praxis hergestellt, durch aufeinander abgestimmte politische Aktionen und wirtschaftliche Forderungen, wobei den politischen Aktionen Vorrang zu geben ist. Fest auf revolutionären Klassenpositionen stehend, kämpfen die Marxisten-Leninisten fur die Verknüpfung der wirtschaftlichen mit den politischen Forderungen und brandmarken und entlarven auch auf diesem Gebiet die verräterische Tätigkeit der Gewerkschaftsfiffirer, die mit verschiedenen gewerkschaftlichen Manövern die großen und grundlegenden Interessen des Proletariats opfern.


Millionen beteiligen sich heute an Streiks und Demonstrationen für ökonomische Forderungen, die auch politischen Charakter tragen, denn dies ist ein Kampf gegen den Kapitalismus, der sich weigert, die Rechte der Arbeiter anzuerkennen. Doch all diese Streiks und Demonstrationen enden schließlich mit einem Abkommen zwischen den Gewerkschaftsbossen und den Kapitalisten, die den Streikenden das eine oder andere kleine Zugeständnis machen, gerade genug, um ihnen eine gewisse Genugtuung zu geben. Wenn diesen Forderungen jedoch wirklich politischer Charakter verliehen wird, dann geraten die Handlanger des Kapitals in den Gewerkschaften und das Kapital selbst in erhebliche Schwierigkeiten.
Eben vor der Verbindung des ökonomischen Kampfes mit dem politischen Kampf haben die Arbeiteraristokratie und die kapitalistische Bourgeoisie große Angst. Sie haben Angst vor dem politischen Kampf, weil er die Arbeiterklasse weit voranbringt, weil er sie auch zu Zusammenstößen und Gefechten führt. Wenn die politischen Aktionen richtig entfaltet werden, schwächen sie die Führung der kapitalistischen Bourgeoisie in den Gewerkschaften, zerstören die Regeln, die Gesetze und alles, was sie eingeführt hat, um die Klasse zu unterjochen, öffnen dieser die Augen.
Die Arbeiterklasse ist die führende Klasse, und als führende Klasse muss sie sich von der bürgerlichen und kleinbürgerlichen Denkweise freimachen. Dazu ist es nötig, dass sowohl die liberalen, opportunistischen Anschauungen bekämpft werden, die zu rechten syndikalistischen Abwei-chungen führen, als auch die sektiererischen Anschauungen, die die wahrhaft marxistische Partei von der lebendigen und konkreten Massenarbeit abhalten. Beide Arten von Anschauungen haben äußerst schädliche Folgen für die Sache der Revolution.

So wie es nicht richtig ist, die Gewerkschaftsbewegung auf rein ökonomische Forderungen zu beschränken, muss auch die Scheu vor dem Kampf um wirtschaftliche Forderungen ausgemerzt werden, die von der Angst herrührt, man könne in Opportunismus und Nurgewerkschaftertum verfallen.
Die marxistisch-leninistischen Parteien betrachten die Einheit der Arbeiterklasse, für die sie kämpfen, als die Grundlage der Einheit der gesamten Volksmassen, einer Einheit, die das genaue Gegenteil der prinzipienlosen und konterrevolutionären Zusammenschlüsse und Bündnisse ist, die die Eurokommunisten predigen.
Die Vertiefung der Krise, die die kapitalistische und revisionistische Welt durchmacht, erweitert die soziale und Klassenbasis der Revolution. Außer der Arbeiterklasse nehmen auch andere vom Kapitalismus ausgebeutete Gesellschaftsschichten wie die Bauernschaft, das städtische Klein-bürgertum, die Intelligenz und die Studenten, die Jugend und die Massen der Frauen immer aktiver an der revolutionären Bewegung teil. Deshalb ist es für die marxistisch-leninistische Partei eine vorrangige Aufgabe, sich mit diesen Massen zu verbinden und sie zu führen. (Seite 225- 229)

 

 

ENVER HOXHA

Allein unter der Führung einer wahrhaft marxistisch-leninistischen Partei können die Ziele erreicht werden

(aus einem Gespräch mit Genossen Ernst Aust, Vorsitzender der KPD/ML am 30. November 1979)

Je stärker, je monolithischer die Marxisten-Leninisten sind – mit umfangreicher Tätigkeit und stets mit einer klaren entschlossenen Linie – desto mehr wird der tägliche Kampf des Proletariats auch hier in Europa eine revolutionäre politische Färbung und Inhalt annehmen. Die Streiks, Demonstrationen, Forderungen der europäischen Proletarier, hervorgebracht angesichts der großen Krise, die der Imperialismus und Weltkapitalismus durchmachen, werden zunehmend einen politischen Charakter bekommen.

Bekanntlich münden die ökonomischen Streiks und Demonstrationen, die gegenwärtig in den Ländern des Europäischen Gemeinsamen Marktes stattfinden, oft in Ruhe und Übereinkommen zwischen den Gewerkschaftsführern bzw. der Arbeiteraristokratie und den Unternehmern.

Wir sind der Ansicht, dass man sich darum bemühen muss, diesen fruchtlosen Kampf, diesen modus vivendi (latein. Im Original), umzuwandeln. Wir betrachten diesen Kampf als schädlich für das Proletariat und als vorteilhaft, ungefährlich, bis zu einem gewissen Grade verkraftbar für den Kapitalismus, weil die Ergebnisse zeitweilig sind und den Kapitalismus finanziell nicht schmerzen, weil die Zugeständnisse, die das Ergebnis der Forderungen und des Kampfes des Proletariats sind, sind nur Brosamen vom großen Mehrwert, den jener aus der Ausbeutung der Arbeiterklasse und der Mechanisierung der Produktion herausschlägt.

Die Widersprüche zwischen den Proletariern und den Kapitalisten, zwischen den Gewerkschaftsmitgliedern und der Arbeiteraristokratie, den Gewerkschaftsbossen, spitzen sich zu, und wir müssen dafür kämpfen, sie mehr und mehr zu vertiefen. Wir meinen, dass das Kapital und die Arbeiteraristokratie durch einen Knoten verbunden sind, der wie der gordische Knoten durchgeschlagen werden muss. Dieser Knoten besteht aus den Gesetzen, die nichts anderes sind als Ketten, die man dem Proletariat angelegt hat, damit es nicht von dem für das Kapital vorteilhaften Weg abweicht. Daher ergibt sich die Aufgabe, den versklavenden Charakter dieser Gesetze zu studieren, die die Mauer darstellen, auf die der gegenwärtige Kampf des Proletariats stößt, und in dieser Hinsicht habt ihr viele Möglichkeiten, die Situation zu studieren, die Schwachpunkte herauszufinden und dort anzugreifen, um in diese Mauer Breschen zu schlagen und dann in breiter Front diese Breschen anzugreifen, um endlich die ganze Mauer niederzureißen.

Natürlich ist das keine leichte Sache. Wenn in dieser Richtung keine systematischen Aktionen unternommen werden und besonders wenn keine umfangreiche Aufklärungsarbeit unter der großen Armee der Proletarier geleistet wird, dann können sich keine Erfolge einstellen. Die Bedingungen erfordern also, in die bestehenden Gewerkschaften einzudringen, aber auch dafür zu arbeiten, unsere Gewerkschaften zu bilden, die wir verteidigen und als eine Waffe gegen das Kapital und die Gewerkschaftsbonzen einsetzen müssen; wir müssen damit jene ökonomischen Rechte verteidigen, die die Arbeiterklasse erkämpft hat, wir müssen aber auch für ihre wahren Rechte, das heißt für ihre politischen Rechte, kämpfen. Doch das alles kann nur verwirklicht werden, wenn dem Proletariat und seiner Partei die Theorie von Marx und Lenin über den Charakter des Kapitals, über die Rolle des Proletariats und der proletarischen Revolution klar ist.

Diese Vorherrschaft, die auch das deutsche Volk selbst zu spüren bekommt, verschafft dem westdeutschen Kapital zugleich die Möglichkeit, sich dem Proletariat gegenüber etwas „großzügiger“ zu zeigen. Und in der Tat ist das Lebensniveau in Westdeutschland höher als in den anderen Ländern des „Vereinigten Europas“, seine Währung ist stärker, die Demagogie der Pseudodemokratie ist ausgeprägter und die deutsche Technologie gehört zu den am höchst entwickelten.

Unser Kampf ist ernst und kompliziert. Es ist ein scharfer politischer, ideologischer und ökonomischer Kampf und unter bestimmten Bedingungen auch ein bewaffneter Kampf. Bei dieser Gelegenheit möchte ich betonen, dass die Revolution für uns Marxisten-Leninisten begonnen hat: sie ist ein in Entwicklung begriffener Prozess, deshalb müssen wir diesen Prozess zu Ende bringen. Die grundlegende Frage dieser Revolution ist die bewaffnete, gewaltsame Eroberung der Staatsmacht durch das Proletariat, denn die herrschende Bourgeoisie gibt diese weder freiwiliig noch auf dem Weg der Reformen auf.

Wir Marxisten-Leninisten sind selbstverständlich Realisten, Organisatoren und wissen, dass die Revolution objektiv und subjektiv vorbereitet werden muss. Uns und den Völkern werden Opfer abverlangt, es wird Blut fließen, wir müssen klar im Denken, gelassen und mutig im Handeln, furchtlos bei Angriffen und sorgfältig bei Rückzügen sein. Wir müssen wissen, wann wir auch Kompromisse eingehen dürfen, unter der Voraussetzung, dass sie stets zu Gunsten der Revolution sind. In dieser Frage und bei allem, sowohl in der Strategie als auch in der Taktik, lassen wir uns vom Marxismus-Leninismus leiten.

Wir müssen das Auf und Ab der politischen Entwicklungen, die Risse in den Reihen der Feinde gut erkennen und sie im Sinne der Revolution ausnutzen, sie dazu nutzen, die materielle, politische und militärische Stärke der Feinde zu schwächen.

Der Weltkapitalismus, die Sozialdemokratie und der moderne Revisionismus haben den proletarischen Internationalismus, die Zusammenarbeit der Kommunisten, die Einheit der kommunistischen und Arbeiterparteien und ihrem Denken und Handeln stets bekämpft, entstellt und verunglimpft. Uns, den marxistisch-leninistischen Parteien, fällt die Aufgabe zu, und es ist unsere dringende Pflicht, all das auf den richtigen Weg zu bringen.

Wir Marxisten-Leninisten stellen fest, dass die Feinde versuchen, das europäische Proletariat gespalten und demoralisiert zu halten. Das ist das wichtigste Ziel aller Parteien des Kapitals, der Sozialdemokratie und des modernen Revisionismus. Nur die Lehren von Marx, Engels Lenin und Stalin sichert dem Proletariat die Einheit seiner Reihen und seine Verbündeten. Deshalb entstellen, verunstalten, bekämpfen und verleugnen die Bourgeoisie, der Kapitalismus, der Revisionismus und die Sozialdemokratie den Marxismus-Leninismus.

Auch in Deutschland gibt es viele solcher Kräfte, es gibt sogar auch Albaner, besonders aus Kosova, wo unter anderem die Arbeitslosigkeit ein Problem ist. Die Kosovaren sind tapfer und haben die Tradition, dass sie, wenn sie ihr Wort geben, einen nicht verraten. Sie haben sehr gute Charaktereigenschaften bewahrt, und ihr Sinn für Freundschaft ist sehr stark. Wenn sie dich zum Freund machen, so werden sie dich niemals vergessen und sich für dich in Stücke hauen lassen.

Um ein solches Bündnis herzustellen, ist es in erster Linie erforderlich, für die Aktionseinheit des Proletariats zu kämpfen, die nicht eben leicht zu erreichen ist auf Grund der Hindernisse, die die Parteien der Bourgeoisie wie die Sozialdemokraten oder der Christdemokraten aufrichten, mit Hilfe der Traditionen, die diese verankern konnten, und wegen der Demagogie der Renegaten des Marxismus-Leninismus, der modernen Revisionisten. Die Einheit ist stark, wenn sie unten an der Basis geschaffen wird, ausgehend von den Problemen und realen Bedürfnissen der Werktätigen, von den Bedürfnissen der Gewerkschaftsmitglieder; und entsprechend den Problemen und Umständen werden Organisationsformen der Aktionseinheit geschaffen und die Trennungslinie zu den reaktionären Gewerkschaftsführern wird offenkundig.

Ein ausgeprägter politischer Inhalt der Forderungen bei Streiks und Demosnstrationen, aus denen neue revolutionäre Führer hervorgehen werden, wird die Einheit festigen. Aus diesem Kampf werden auch neue Organisations- und Leitungsformen entstehen.

Die Einheit, das ist das Schlüsselproblem unserer marxistisch-leninistischen Parteien, deren Motto stets war und bleibt: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ Das verwirklicht man, wenn man sich zugleich die Losung vor Augen hält: „Proletarier eines Landes, vereingt euch!“

Diese Einheit beinhaltet ununterbrochenen Kampf gegen diejenigen, die sie bekämpfen, also Kampf gegen die einheimischen Kapitalisten und den kapitalistischen Überbau, Kampf gegen die politischen Parteien der Bourgeoisie, gegen ihre Organisationen und gegen ihre Ideologien, Kampf gegen die kapitalistische Ausbeutung.

Unser Kampf ist folglich groß und umfassend. Er ist nicht leicht, im Gegenteil, er ist schwierig. Kein Zweifel: dieser allseitige Kampf entmutigt uns nicht, noch lässt er uns pessimistisch werden, im Gegenteil, er ermutigt uns. Trotzdem kann dieser Kampf nicht allein mit den Kräften der marxistisch-leninistischen Partei bewältigt werden. Indem sie auf den Prinzipien beharrt, darf die Partei im Denken und Handeln weder sektiererisch noch opportunistisch sein, andernfalls wird sie sich in der eigenen Schale abkapseln bzw. sich in eine revisionistische Partei verwandeln.

Nach Meinung unserer Partei sind daher entscheidende Fragen: das Problem der Einheit der Arbeiterklasse sowie das Problem, Bündnisse auf tragfähigen Grundlagen mit anderen Kräften und Schichten zu schließen, zunächst um einzelne Probleme, um Minimalprogramme, um später zu Bündnissen breiteren Charakters auf Grundlage umfassenderer Programme überzugehen.

Wir sind der Meinung, dass eine reife marxistisch-leninistische Partei mit einer gewissen Erfahrung diese Aufgaben lösen kann und muss. Zunächst ist es natürlich notwendig, dass sie all diese Probleme gut versteht und dass sie sie dann unter politischen und ideologischen und organisatorischen Gesichtspunkten entsprechend den konkreten Bedingungen des eigenen Landes korrekt löst und zwar so, dass die objektiven und subjektiven Faktoren ihre Wirkung bei der Mobilisierung der Massen zur Revolte, zum Aufstand und zur Revolution entfalten.